Ich beschäftige mich in dieser Hausarbeit mit dem Thema Schwangerschaftsabbruch und der damit verbundenen deutschen Gesetzesgrundlage, den §§218ff im StGB. Mein Interesse lag darin zu erfahren, wie die deutsche Gesetzesgrundlage zur Schwangerschaftsabbruch steht und welche Möglichkeiten eine Frau in Deutschland hat, einen Schwangerschaftsabbruch legal vornehmen zu lassen. Zunächst gebe ich einen geschichtlichen Abriss dazu, wie sich das Thema Schwangerschaftsabbruch und die gesellschaftliche Stellung zum Abbruch entwickelt hat und wie der §218 Einzug in das deutsche Gesetz fand. Anschließend werde ich auf die Bestimmungen der Paragraphen im deutschen Strafgesetzbuch eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte
3. Die gesetzliche Lage
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch in Deutschland, analysiert die aktuelle Rechtslage basierend auf dem Strafgesetzbuch sowie dem Schwangerschaftskonfliktgesetz und beleuchtet die Bedeutung der Schwangerschaftskonfliktberatung.
- Historische Entwicklung des § 218 StGB und gesellschaftliche Widerstände
- Die rechtliche Situation in der DDR und den alten Bundesländern
- Aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen und Straftatbestände
- Die Rolle und Durchführung der Schwangerschaftskonfliktberatung
- Bedeutung von medizinischen und kriminologischen Indikationen
Auszug aus dem Buch
Geschichte
Schwangerschaftsabbrüche, sowohl legal als auch illegal, hat es in fast allen Kulturen schon immer gegeben. Die Position zum Abbruch ist sowohl innerhalb der Kulturen, als auch unter den verschiedenen Glaubensrichtungen verschieden.
Bis Ende des 18.Jahrhunderts wurden in einigen Ländern Abtreibung mit gleichem Strafmaß verfolgt wie Mord und Kindsmord. Bis ins Zeitalter der Aufklärung hatte Abtreibung Auspeitschen, Foltern, Rädern, Glühende Zangenrisse und Hinrichtung durch das Schwert zur Folge. Diese Strafen reichten bis zum allgemeinen preußischen Landesrecht in 1794. Erst durch das Landesrecht wurden die Strafen milder und die Todesstrafe wurde durch Zuchthausstrafe ersetzt.
Bis ins 19.Jahrhundert hinein wurde die Tötung menschlichen Lebens erst mit der Beseelung zuerkannt, dieser Auffassung war auch die Kirche. Beim Männlichen Fötus war dies ab dem 40ten Tag, beim weiblichen erst ab dem 80.Schwangerschaftstag.
Als § 218 fand das Abtreibungsverbot zuerst im Reichstrafgesetzbuch von 1871 Eingang. In diesem wurden Abbrüche per Gesetz verboten und mit Strafe von ein bis fünf Jahren Zuchthaus bedroht. Für Beihelfer zum Abbruch und den herbeigeführten Tod der Schwangeren drohte lebenslange Haft. Schwangere die abtreiben wollten, waren in dieser Situation angewiesen auf Helfer. Sie griffen auf unprofessionelle Helfer zurück, die ihre Hilflosigkeit meist ausnutzten und dessen Methoden und Abtreibungsarten so gut wie immer gefährlich, schmerzhaft und auch für die Schwangere oft tödlich waren. Die Folgen reichten von schweren Infektionen und Verletzungen über lebenslange Leiden bis zum Tode. Maßnahmen gegen eine Schwangerschaft waren zum Beispiel mit Füßen auf der Schwangeren herum zu treten, mit Instrumenten aller Art in die Gebärmutter einzudringen um die Frucht zu töten oder Mittelchen wie Tränke und Gifte als Schwangere zu sich zu nehmen. Wurde die Frucht doch ausgetragen und der ungewollte Säuglinge kam zur Welt, wurde er erstickt, ertränkt oder kalter Zugluft ausgesetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit erläutert die Motivation der Autorin, die rechtlichen Grundlagen des § 218 StGB und die gesellschaftlichen sowie kirchlichen Debatten rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch zu untersuchen.
Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Abtreibungsthematik von den frühen Strafmaßnahmen über das Reichstrafgesetzbuch von 1871 bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus und der unterschiedlichen Gesetzgebung in DDR und Bundesrepublik nach.
Die gesetzliche Lage: Der Hauptteil analysiert die aktuellen Straftatbestände nach dem StGB, die Bedeutung der Beratungsregelung, die medizinischen sowie kriminologischen Indikationen und die Rolle der Schwangerschaftskonfliktberatung.
Schlüsselwörter
Schwangerschaftsabbruch, § 218 StGB, Strafgesetzbuch, Schwangerschaftskonfliktgesetz, Abtreibung, Medizinische Indikation, Kriminologische Indikation, Fristenlösung, Schwangerschaftskonfliktberatung, Rechtslage, Deutschland, Frauenbewegung, Lebensschutz, Selbstbestimmungsrecht, Sozialberatung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland, insbesondere die Entwicklung und Anwendung des § 218 StGB.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Abtreibungsverbots, die gesetzlichen Regelungen in der BRD und DDR sowie die Bedeutung der verpflichtenden Schwangerschaftskonfliktberatung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die deutsche Gesetzesgrundlage zum Schwangerschaftsabbruch steht und welche legalen Möglichkeiten einer Frau in Deutschland zur Verfügung stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung juristischer Texte und zeitgeschichtlicher Quellen zum Thema Schwangerschaftsabbruch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die aktuellen Paragrafen des StGB, die Bedingungen für straffreie Abbrüche, die verschiedenen Indikationen sowie die gesetzlichen Anforderungen an die Schwangerschaftskonfliktberatung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie § 218 StGB, Schwangerschaftsabbruch, Konfliktberatung, medizinische Indikation und Rechtslage charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Schwangerschaftskonfliktberatung konkret?
Sie dient als gesetzlich vorgeschriebene, ergebnisoffene Beratung, die dazu beitragen soll, die Schwangere bei ihrer Entscheidung zu unterstützen und Möglichkeiten für ein Leben mit Kind aufzuzeigen.
Wie unterscheidet sich die medizinische von der kriminologischen Indikation?
Die medizinische Indikation greift bei Gefahr für das Leben oder die Gesundheit der Frau, während die kriminologische Indikation bei Schwangerschaften in Folge von Straftaten Anwendung findet.
- Arbeit zitieren
- Marina Welz (Autor:in), 2009, Schwangerschaftsabbruch in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134594