Was ist Gender Mainstreaming und wie wird es im Rahmen der UN-Resolution in den Streitkräften der drei Staaten umgesetzt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die UN- Sicherheitsrats- Resolution 1325
2.1. Inhaltliche Dimension der Resolution 1325
2.2. Gender- Mainstreaming als Umsetzungskonzept
3. Umsetzung der Resolution in GB und Schweden
3.1. Eckpunkte des “United Kingdom High Level National Action Plan”
3.2. Eckpunkte des “Swedisch Government`s Action Plan”
3.3 Vergleich beider Aktionspläne und deren Chancen als Instrument zur Bündelung nationaler Initiativen
4. Der deutsche Weg ohne Aktionsplan
4.1. Die Berichte der Bundesregierung zur Umsetzung der Resolution 1325
a) Bericht 2004
b) Bericht 2007
4.2 Der Schattenbericht des Frauensicherheitsrates 2004
5. Vergleich der Umsetzungsinitiativen
5.1 Gesamtkonzeption durch Aktionsplan oder Querschnittsaufgabe
5.2 Kritische Würdigung der Umsetzungsbemühungen
6. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die unterschiedlichen Strategien zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 in Großbritannien, Schweden und Deutschland. Dabei wird analysiert, inwiefern nationale Aktionspläne im Vergleich zum deutschen Querschnittsansatz effektiver sind, um gender-sensible Komponenten ganzheitlich in die Friedens- und Sicherheitspolitik zu integrieren und dabei insbesondere Partizipation, Ausbildung und Schutz von Frauen zu gewährleisten.
- Vergleich der Umsetzungsstrategien für die UN-Resolution 1325.
- Analyse der Wirksamkeit von nationalen Aktionsplänen (UK und Schweden).
- Bewertung des deutschen Ansatzes als Querschnittsaufgabe ohne Aktionsplan.
- Untersuchung der Bedeutung von Gender-Mainstreaming in der Sicherheitspolitik.
- Kritische Würdigung der nationalen Umsetzungsbemühungen hinsichtlich Evaluation und Zielsetzung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Vergleich beider Aktionspläne und deren Chancen als Instrument zur Bündelung nationaler Initiativen
Nachdem nun beide Aktionspläne und deren Ziele vorgestellt wurden, sollen sie nun hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Umsetzung verglichen werden. Da der Resolution das Gender- Mainstreaming als Umsetzungsstrategie inne wohnt, ist es notwendig, auch dessen Prinzip in derartigen Aktionsplänen zu berücksichtigen. Es muss zwingend im Vorfeld geprüft werden, welche Forderungen aus der Resolution 1325 gegebenenfalls auf nationaler Ebene schon umgesetzt sind, um daraus verbindliche Zielstellungen für die oberste Leitungsebene von Politik und Verwaltung zu formulieren. In Rahmen der Vorbereitung des Schwedischen Aktionsplanes gab es ein derartiges Gender Audit, auf dessen Basis dann Handlungsfelder ermittelt wurden in denen dringender Handlungsbedarf besteht. Im Gegensatz dazu lässt der britische Aktionsplan ein solches umfassendes Audit nicht erkennen. Lediglich die Streitkräfte werden in dem Aktionsplan dazu aufgefordert, ein solches Gender Audit durchzuführen, um zu ermitteln wo die Geschlechter- Perspektiv noch nicht ausreichend Beachtung findet. Somit wird die gesamte Zielsetzung des Aktionsplanes inhaltlich schwammig, da keine Klarheit über die tatsächliche Umsetzung besteht.
Dies wird noch dadurch verstärkt, dass der britische Aktionsplan im Vergleich zum schwedischen keine verbindlichen Evaluationsmechanismen vorgibt. Wie Judith Striek dazu anmerkt, wird auf der ersten Seite des HLNAP lediglich darauf verwiesen, dass es sich um ein „living document“ handelt, das regelmäßig aktualisiert wird. Gerade um Politikfelder zu ermitteln, in denen die Resolution nicht stringent umgesetzt wird, ist eine derartige Prüfung, wie sie Schweden für seinen Aktionsplan festgelegt hat, unerlässlich, um damit alle oberen Führungsebenen zu einer konsequenten Umsetzung von Gender- mainstreaming zu bewegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der UN-Resolution 1325 angesichts sexualisierter Gewalt in Konflikten ein und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der nationalen Umsetzung durch Aktionspläne ab.
2. Die UN- Sicherheitsrats- Resolution 1325: Dieses Kapitel erläutert die inhaltlichen Dimensionen der Resolution sowie das Konzept des Gender-Mainstreamings als notwendige Strategie für deren Implementierung.
3. Umsetzung der Resolution in GB und Schweden: Es werden die nationalen Aktionspläne Großbritanniens und Schwedens analysiert und deren Wirksamkeit als Instrumente der Bündelung von Initiativen vergleichend gegenübergestellt.
4. Der deutsche Weg ohne Aktionsplan: Das Kapitel beleuchtet den deutschen Ansatz, der auf die Integration der Resolution als Querschnittsaufgabe setzt, und reflektiert dies kritisch anhand von Regierungsberichten und dem Schattenbericht des Frauensicherheitsrates.
5. Vergleich der Umsetzungsinitiativen: Hier werden die unterschiedlichen Herangehensweisen der drei Staaten synthetisiert und kritisch hinsichtlich ihrer Erfolgsfaktoren und Defizite bewertet.
6. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein zielgerichteter Aktionsplan mit Evaluationsmechanismen die wirksamste Methode darstellt, wobei Deutschland und Schweden in der praktischen Umsetzung noch deutliche Verbesserungsbedarfe aufweisen.
Schlüsselwörter
Resolution 1325, UN-Sicherheitsrat, Friedenspolitik, Sicherheitspolitik, Gender-Mainstreaming, Aktionsplan, Großbritannien, Schweden, Deutschland, Frauensicherheitsrat, Konfliktprävention, Partizipation, Peacekeeping, Gleichberechtigung, Gender Audit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Staaten die UN-Sicherheitsratsresolution 1325 zur Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen in ihre nationale Politik integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Analyse von nationalen Aktionsplänen, die Bedeutung von Gender-Mainstreaming, die Frauenpartizipation in der Sicherheitspolitik und der Schutz von Frauen in Konflikten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob ein expliziter nationaler Aktionsplan effektiver ist als ein (wie in Deutschland praktizierter) Querschnittsansatz, um die Forderungen der Resolution 1325 ganzheitlich umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden, politikwissenschaftlichen Ansatz, der auf der Analyse von offiziellen Regierungsberichten, Aktionsplänen und kritischen Schattenberichten zivilgesellschaftlicher Akteure basiert.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Aktionspläne Großbritanniens und Schwedens, die Analyse des deutschen Vorgehens ohne Aktionsplan sowie den abschließenden Vergleich und die kritische Würdigung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Resolution 1325, Gender-Mainstreaming, Friedens- und Sicherheitspolitik sowie der Vergleich nationaler Umsetzungsstrategien.
Warum schneidet der britische Aktionsplan im Vergleich zum schwedischen schlechter ab?
Dem britischen Plan fehlen laut Autor stringente Leitlinien für Behörden sowie verbindliche Evaluationsmechanismen, wodurch er eher als unverbindlicher Forderungskatalog wahrgenommen wird.
Welche Hauptkritik äußert der Frauensicherheitsrat am deutschen Weg?
Kritisiert wird das Fehlen einer kohärenten Gesamtstrategie, fehlende verbindliche Zielquoten und Fristen sowie die mangelnde direkte Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure am Umsetzungsprozess.
- Quote paper
- Martin Neumann (Author), 2008, Die Umsetzung der UN Resolution 1325 in Großbritanien, Deutschland und Schweden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134598