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Theorie der Sexualität bei Sade

Überlegungen anhand von "La Philosophie dans le boudoir"

Title: Theorie der Sexualität bei Sade

Seminar Paper , 2006 , 10 Pages , Grade: 2

Autor:in: Mag. Vivian Gjurin (Author)

Philosophy - General Essays, Eras
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Wie soll man Sade lesen? Wenn man ihn als pornographischen Autor liest, bringt man sich um die Philosophie, die man in dieser Form der rohen Klarheit nicht bald findet. Wenn man ihn als reinen Philosophen liest, bringt man sich um das Vergnügen der Erregung.

Eine gelungene Lektüre Sades zwingt den Leser die eigenen Konstruktvorstellungen von Sex, Gott und der Welt so weit abzuschalten, dass man die seinigen annehmen kann, und sich somit frei von Angst in Sades Welt bewegen kann.

Es stellt sich die Frage, was denn das neuartig Bedrohende bei Sades Werk ist, wo doch Gilde (Homosexualität mit Minderjährigen), Proust (Masochismus), Cholderlos de Laclos (Les Liasons dangereuses), Diderot (La Religieuse) Tabus in ihrem Werk verwendeten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Umgang mit Sade

2. Systematische Erklärung der Philosophie Sades nach George Bataille

3. Sex bei Sade

4. Frau aus der Gender Perspektive?

5. Frau bei Sade

6. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk des Marquis de Sade, insbesondere im Hinblick auf seine philosophischen Ansätze, den Umgang mit Sexualität als Tabubruch und die damit verbundene Gesellschaftskritik. Ziel ist es, Sades Schreiben nicht als reine Pornographie zu diskreditieren, sondern als konsequentes Gedankenexperiment zu analysieren, das die menschliche Ordnung und Moral in Frage stellt.

  • Analyse von Sades Philosophie im Kontext der Aufklärung und Moralvorstellungen.
  • Untersuchung von Sexualität als Mittel zur Definition von Macht und Freiheit.
  • Gender-spezifische Perspektiven auf die Rolle der Frau in Sades Libertinwelt.
  • Reflektion über die gesellschaftliche Funktion von Tabus und Konstrukten.
  • Gesellschaftskritik und die Verarbeitung biografischer Erlebnisse im Werk Sades.

Auszug aus dem Buch

1. Umgang mit Sade

Wie soll man Sade lesen? Wenn man ihn als pornographischen Autor liest, bringt man sich um die Philosophie, die man in dieser Form der rohen Klarheit nicht bald findet. Wenn man ihn als reinen Philosophen liest, bringt man sich um das Vergnügen der Erregung.

Eine gelungene Lektüre Sades zwingt den Leser die eigenen Konstruktvorstellungen von Sex, Gott und der Welt so weit abzuschalten, dass man die seinigen annehmen kann, und sich somit frei von Angst in Sades Welt bewegen kann.

Es stellt sich die Frage, was denn das neuartig Bedrohende bei Sades Werk ist, wo doch Gilde (Homosexualität mit Minderjährigen), Proust (Masochismus), Cholderlos de Laclos (Les Liasons dangereuses), Diderot (La Religieuse) Tabus in ihrem Werk verwendeten.

Zum Gerichtsverfahren 1956- Staat gegen Jean Jaques Pauvert- Der Fall Sade/ Prozess vom 15. Dezember 1956 vor der 17. Strafkammer in Paris- schreibt Jean Cocteau den Brief: Sade ist ein Philosoph und auf seine Weise ein Moralist. Ihn anzugreifen wäre, als wollte man den Jean Jaques der Confessions angreifen. Er ist langweilig, sein stil ist schwach, und er verdankt seinen ganzen Wert den Vorwürfen, die man an ihn richtet. Der unbedeutenste Kriminalroman aus dem prüden Amerika ist verderblicher als die allerkühnste Seite von Sade. Durch eine Verurteilung würde Frankreich sein heiligstes Amt verletzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Umgang mit Sade: Einführung in die Problematik einer angemessenen Lektüre von Sades Werk, die zwischen pornographischem Genuss und philosophischer Analyse vermittelt.

2. Systematische Erklärung der Philosophie Sades nach George Bataille: Untersuchung der moralphilosophischen Provokation Sades, der den Menschen als von Natur aus böse postuliert und die Sexualität als Triebkraft begreift.

3. Sex bei Sade: Analyse der sexuellen Darstellung als Ausdruck von Freiheit und bewusstem Tabubruch, der die mystifizierende Aura des Sexuellen durch klinische Nüchternheit ersetzt.

4. Frau aus der Gender Perspektive?: Erörterung der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschlechterrollen und der Frau als Verkörperung archaischer Tabus.

5. Frau bei Sade: Betrachtung der paradoxen Rolle der Frau in Sades Werk, die sowohl Objekt als auch aktiver Libertin sein kann.

6. Konklusion: Zusammenfassende Einordnung von Sades Schreiben als Gesellschaftskritik, die auf den Erfahrungen des Autors und der Notwendigkeit von Ordnungsstrukturen basiert.

Schlüsselwörter

Marquis de Sade, Libertinage, Philosophie, Sexualität, Moral, Aufklärung, Tabubruch, Georges Bataille, Gender-Studien, Gesellschaftskritik, Konstrukt, Souveränität, Freiheit, Leidenschaft, Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem philosophischen Werk von Marquis de Sade und hinterfragt, wie man dessen kontroverse Texte jenseits einer rein pornographischen Betrachtung verstehen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft Philosophie, Sexualtheorien, Gender-Diskurse sowie die Rolle von Moral und gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Sades Werk als eine bewusste Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur und gesellschaftlichen Konventionen zu dekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und philosophische Analyse angewandt, die sich stark auf die theoretischen Überlegungen von Georges Bataille stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische philosophische Einordnung, die Rolle der Sexualität als Ausdruck freien Willens und eine geschlechterspezifische Analyse der Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Freiheit, Moral, Libertinage, Tabubruch, Ordnung, Leidenschaft und Konstrukt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Frau bei Sade?

Die Autorin sieht die Rolle der Frau als hochgradig widersprüchlich und radikal; sie fungiert bei Sade sowohl als unterworfenes Instrument als auch als aktive Akteurin, die ihre eigene Sexualität auslebt.

Warum ist Sades Werk laut der Arbeit eine Bedrohung für die Ordnung?

Sades Werk wird als bedrohlich wahrgenommen, weil er das „Böse“ und die ungebremste Leidenschaft in den Mittelpunkt stellt, anstatt die Vernunft oder konventionelle Moral als höchste Güter zu akzeptieren.

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Details

Title
Theorie der Sexualität bei Sade
Subtitle
Überlegungen anhand von "La Philosophie dans le boudoir"
College
University of Vienna  (Philosophie)
Course
SE Theorien der Sexualität
Grade
2
Author
Mag. Vivian Gjurin (Author)
Publication Year
2006
Pages
10
Catalog Number
V134624
ISBN (eBook)
9783640426744
ISBN (Book)
9783640424313
Language
German
Tags
philosophie dans le boudoir sade marquis de theorie sexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Vivian Gjurin (Author), 2006, Theorie der Sexualität bei Sade, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134624
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