Die Brent Spar Versenkung und der Stakeholder Ansatz im Fall der Shell Group


Hausarbeit, 2006
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

I ) Inhaltsverzeichnis

II ) Das Unternehmensprofil der Royal Dutch / Shell Group
Die Unternehmensgrundsätze der Royal Dutch Shell plc.

III) Die Stakeholder Map
III.1) Definition Stakeholder
III.2) Definition Corporate Social Responsibility (CSR)
III.3) Auftreten von Schwierigkeiten & möglichen Interessenkonflikten

IV) Das Verhältnis zwischen Staat & Multinationalen Unternehmen

V) Das Umfeldmanagement

VI) Literaturverzeichnis

II ) Das Unternehmensprofil der Royal Dutch / Shell Group

Die Royal Dutch Shell plc ist eines der weltweit größten Mineralölunternehmen. Shell entstand im Jahr 1907 aus einem Zusammenschluss der N.V. Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij (Royal Dutch Petroleum Company), Den Haag, und The "Shell" Transport and Trading Company p.l.c., London.(vgl.1)

Beide Unternehmen kamen überein, ihre Interessen zu bündeln, gleichzeitig aber ihre jeweilige Identität beizubehalten. Sie besitzen mittelbar oder unmittelbar die Aktien der Holdinggesellschaften der Gruppe, sind der Holdinggruppe jedoch nicht selbst zurechenbar. Beide sind ausschließlich ihren Aktionären verpflichtet. Im Juli 2005 wurden beide Unternehmen zur Royal Dutch Shell plc. vereinigt, einer Aktiengesellschaft nach englischem Recht, die an den Börsen in London, Amsterdam und New York notiert ist. Das Headquarter liegt in Den Haag. (vgl.1)

Die Betriebsgesellschaften sind für die Leistung und Kontinuität der eigenen Geschäftstätigkeit verantwortlich. Dabei werden sie unterstützt durch acht so genannte „Service Companies“. Weitere Aufgabe dieser Service Companies ist es, Erfahrung und Know-how zwischen den Betriebsgesellschaften zirkulieren zu lassen.

Die weltweit über 100 nationalen Betriebsgesellschaften sollen operativ selbständig den Markt bearbeiten. Somit sind die Vertriebsaktivitäten lokal konzentriert und die konzeptionellen, strategischen Aufgaben werden durch europäische Arbeitsgruppen wahrgenommen. (vgl.2)

Die Royal Dutch/Shell Group ist in den folgenden 5 Geschäftsbereichen tätig:

- Exploration und Förderung von Öl und Erdgas
- Verarbeitung und Vertrieb von Mineralöl
- Erdgas/Strom
- Chemie
- Erneuerbare Energien

Die Group beschäftigt rund 112.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat rund 1.000.000 Aktionäre in über 140 Ländern. Darüber hinaus beliefert sie mehr als 46.000 Tankstellen mit täglich mehr als 25 Mio. Kunden weltweit. (vgl.1)

Shell ist an Explorations- und Förderprojekten in über 45 Ländern beteiligt. Die Produktion an Erdöl, Erdgas und anderen Kohlenwasserstoffen beläuft sich auf rund 3,8 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (ein Barrel entspricht 159 Litern). Shell ist einer der größten Vertreiber von Kraft- und Schmierstoffen der Welt und eine der bekanntesten Marken. Pro Tag nutzen rund 25 Millionen Tankstellen-Kunden weltweit den Service von Shell.

Zudem verstärkt Shell ihr Engagement in Erneuerbare Energien. Die Schwerpunkte liegen auf den Gebieten:

- Solar- und
- Windenergie.

In jüngster Zeit wurde zudem die Erforschung und Entwicklung von Kraftstoffen aus Biomasse intensiviert. Shell engagiert sich ferner auf dem Sektor der Wasserstoff-Wirtschaft.(vgl.1)

Die Unternehmensgrundsätze der Royal Dutch Shell plc.

Die zentralen Werte Aufrichtigkeit, Integrität sowie Achtung und Respekt vor den Menschen bestimmen die Unternehmensgrundsätze der Royal Dutch / Shell Group. Die Grundsätze gelten für alle geschäftlichen Aktivitäten und beschreiben das Verhalten, das von jedem Mitarbeiter erwartet wird.

Zu diesem Zwecke wurden schon damals die „General Business Principles“ in schriftlicher Form verfasst und in 34 Sprachen übersetzt damit gewährleistet wird, dass sie der Mehrzahl der Mitarbeiter und den Geschäftspartnern in ihrer Muttersprache vorliegen. Die Kernaussagen dieser insgesamt neun Punkte sind:

- Zielsetzung
- Verantwortung
- Ökonomische Prinzipien
- Honoriges Geschäftsgebaren
- Politische Aktivität
- Gesundheit/Sicherheit & Umwelt
- Gesellschaft
- Wettbewerb
- Kommunikation (vgl.2)

III) Die Stakeholder Map

Zeigen Sie, welche Individual- und Gruppeninteressen Shell bei seinen Aktivitäten berücksichtigen muss. Versuchen Sie, diese Interessen über eine so genannte „Stakeholder Map“ zu visualisieren. Welche Schwierigkeiten und mögliche Interessenkonflikte können dabei auftreten?

III.1) Definition Stakeholder

„Stakeholder eines Unternehmens sind Gruppen oder Individuen, die die Zielerreichung des Unternehmens beeinflussen oder von der Zielerreichung des Unternehmens beeinflusst werden. (vgl.3)

III.2) Definition Corporate Social Responsibility (CSR)

„Unter CSR wird die Wahrnehmung sozialer und ökologischer Verantwortung durch Unternehmen verstanden, die über die jeweilige nationale rechtliche Verpflichtung hinausgeht.“ CSR ist „ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in ihre Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren. (vgl.4)

III.3)Auftreten von Schwierigkeiten & möglichen Interessenkonflikten

Bisher wurde das Interesse der Unternehmenseigentümer (sprich die Erwirtschaftung von Renditen) bei Entscheidungen im Unternehmen in den Mittelpunkt gestellt. Da diese Betrachtung der Interdependenzen zwischen den wirklich involvierten Gruppen aber unzureichend ist, hat sich die Idee des stakeholders inzwischen mehr Bedeutung verschafft. Die stakeholder eines Unternehmens sind nicht nur die Eigentümer, also die ,,Verursacher", sondern alle an den Entscheidungen des Unternehmens mitwirkenden und von ihnen betroffenen Personen (siehe Stakeholder-Map). Das sind zum einen interne Personen, also Manager, Mitarbeiter, Betriebsrat und Aufsichtsrat, zum anderen externe Gruppen wie Umweltschutzgruppen, Bürgerinitiativen, Konsumentenschutzvereine, und der Staat. Nur wenn die Interessen möglichst vieler dieser Gruppen berücksichtigt und ihre Erwartungen wenigstens bis zu einem Mindestmaß erfüllt sind, kann ein Unternehmen heute wirklich erfolgreich sein und seinem ursprünglichen Ziel, der Erwirtschaftung von Gewinnen für die Eigentümer, nachgehen. (vgl.5)

So findet sich denn auch der folgende Satz in einem Reaktionsschreiben der Shell auf die Ereignisse um die geplante Versenkung der Brent Spar:

,,[…]Understanding the needs of all those who are affected by our activities is especially important for us as we tackle the sometimes conflicting demands of the three pillars of sustainable development - economic, environmental and social - in different parts of the world.” (vgl.6)

Deutlicher heißt das, als Produzent trägt man die Verantwortung für die Entwicklung neuer (besserer) Produkte und Verfahren mit denen Ressourcen geschont und Emissionen reduziert werden, die Auswirkungen der Produkte auf Gesundheit, Sicherheit und Umwelt.

1995:

Greenpeace protestierte

medienwirksam gegen die

Versenkung von Brent Spar.

Die Umsätze von Shell-Tankstellen in Deutschland sanken um bis zu 70%

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] CSR zu ignorieren ist riskant! (vgl.7)

Das Beispiel Brent Spar zeigt deutlich, wie kompliziert es sein kann den Interessen aller Stakeholders gerecht zu werden und welches Ausmaß Interessenkonflikte von Stakeholdern haben können. Das Oberziel des Unternehmens ist die Gewinnmaximierung, welches bei produzierenden Unternehmen sehr stark mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung und Umweltschutzgruppen wie Greenpeace kollidiert. Im Zuge der Globalisierung und der somit verbundenen Zunahme an Konkurrenz, ist es für Unternehmen zunehmend schwieriger geworden wettbewerbsfähig zu sein. Aus diesem Grund wird der Punkt „Kosteneinsparung“ immer wichtiger, so dass notwendige Investitionen bezüglich umweltschonender Produktions- oder Entsorgungsprozesse häufig vermieden werden. Dies wird ebenfalls deutlich durch die Umwelt- und Bevölkerungs- schädigende Ölgewinnung von Shell in Nigeria. Da Shell entstehende Kosten scheut, die durch die Einstellung der offenen Gasverbrennung entstehen würden, wird seit Jahrzehnten der Zeitpunkt dafür verschoben.

Diese, das Unternehmen Shell betreffenden Fälle zeigen deutlich,

das die Interessen der Ökonomen, sprich des:

- Unternehmens Shell
- seiner Mitarbeiter
- Aktionären etc.

mit denen der Gesellschaft, sprich der:

- leidtragenden Bevölkerung
- der Menschenrechte
- der hiesigen Regierung

und mit denen der Umwelt, sprich der/des:

- Nigerdeltas
- Umweltschutzbestimmungen
- umweltschonende Entsorgungsprozesse
- Ressourcenknappheit in Konflikt stehen.

Die Unternehmen möchten ihren Gewinn maximieren, also im Fall Brent Spar die Kosten für eine umweltfreundliche Entsorgung sparen, die Mitarbeiter verfolgen ihr Grundbedürfnis auf einen sicheren Arbeitsplatz und unterstützen deshalb die Unternehmungen ihres Arbeitgebers auch wenn sie diese persönlich nicht gut heißen. Dasselbe betrifft die Aktionäre, die ebenfalls das Ziel der Gewinnmaximierung verfolgen.

Hingegen hat sich die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten zunehmend umweltbewusstem Handeln zugewandt. Müll wird getrennt, es werden aus Gründen der Ressourcenknappheit Sparglühbirnen verwendet oder man entscheidet sich für eine Energiegewinnung durch Solartechnik, um nur einige Beispiel zu nennen. Die Regierung erhöht die Umweltauflagen, die Gerichte erlassen strengere Bestimmungen bezüglich der Produktionsverfahren und Entsorgungsprozesse, Nichteinhaltungen werden strikter geahndet etc.

Je stärker die genannten Interessengruppen ihre Ziele verfolgen und je weniger sie bereit sind sich auf Kompromisse zu einigen bzw. sich gegenseitig zu unterstützen, desto stärker sind die Interessenkonflikte und die daraus entstehenden Spätfolgen.

Bezogen auf den Fall Brent Spar hat der medienwirksame Protest von Greenpeace hohes Aufsehen bei der Bevölkerung hervorgerufen, was letztendlich zu hohen Umsatzeinbußen durch den Tankstellen-Boykott der Bevölkerung und zu Imageverlust geführt hat. Dazu unterlief der Greenpeace eine Fehleinschätzung der an Bord der Plattform befindlichen Mengen an giftigen Chemikalien. (vgl.8)

Diese Zahlen waren es wohl zum größten Teil, die die Massen zum Boykott der Shell-Tankstellen veranlassten. Ebenso stellt sich die Frage, warum nur die Shell Ziel des von Greenpeace initiierten Protestes war, Esso aber (ebenfalls zu 50% an der Brent Spar beteiligt) verschont blieb. Und ob eine Entsorgung der Plattform an Land die umweltfreundlichere Alternative darstellt, ist keineswegs klar. (vgl.8)

Man sollte bei seinen Entscheidungen und Handlungen berücksichtigen, dass es ohne Gewinne, keiner Unternehmung möglich ist, die CSR zu finanzieren. Somit ist ein Zusammenspiel zwischen den drei Interessengruppen unerlässlich, um bestmögliche Ziele auf eine vertretbare Art und Weise zu erreichen. CSR birgt aber auch Chancen für Unternehmen, die durch umweltbewusstes und verantwortungsbewusstes Handeln an positiver Reputation gewinnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Brent Spar Versenkung und der Stakeholder Ansatz im Fall der Shell Group
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Veranstaltung
Abschlussjahr
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V134634
ISBN (eBook)
9783668292932
ISBN (Buch)
9783668292949
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
brent, spar, versenkung, stakeholder, ansatz, fall, shell, group
Arbeit zitieren
Diana Ruthenberg (Autor), 2006, Die Brent Spar Versenkung und der Stakeholder Ansatz im Fall der Shell Group, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134634

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