Die Unterrichtseinheit „Erlebniswelt Wasser“ dieser Arbeit soll zeigen, dass sich ein integrierter naturwissenschaftlich orientierter Sachunterricht mit einfachen Mitteln umsetzen lässt und dass diese Inhalte Kindern im Grundschulalter anschaulich zu vermitteln sind. Dies wird an vier ausgewählten Unterrichtssequenzen aus der Einheit dargestellt, welche didaktisch und methodisch begründet sind.
Der Erfolg dieser Unterrichtseinheit wird zum einen mit Hilfe einer Lernzielkontrolle überprüft (kognitiver Aspekte), zum anderen mit einem selbst entwickelten Fragebogen zu verschiedenen Aspekten der Einheit unter mehr motivationalen Gesichtspunkten (affektive Aspekte). Die Ergebnisse werden diskutiert.
Schule kann und sollte schon früh ihren Beitrag leisten, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche Phänomene zu wecken. Der Sachunterricht der Grundschule bietet gute inhaltliche Möglichkeiten, die kindliche Lebenswelt unter naturwissenschaftlichen Aspekten erfahrbar zu machen. Phänomene der Natur beeinflussen die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, sie sind ein Teil davon. Schüler können handlungsorientiert qualifiziert und vor allem behutsam an diese wichtige Thematik herangeführt werden. Die frühe Begegnung mit physikalischen und chemischen Phänomenen unserer Welt und deren Deutung kann möglicherweise der geringen Akzeptanz der Fächer Chemie und Physik in der Sekundarstufe I entgegenwirken.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. NATURWISSENSCHAFTEN IM FRÜHEN KINDESALTER
2.1 DIE INTEGRATION VON PHYSIKALISCHEN UND CHEMISCHEN THEMEN IN DEN LEHRPLÄNEN DES SACHUNTERRICHTS
2.2 ANALYSE DER RAHMENRICHTLINIEN BEZÜGLICH NATURWISSENSCHAFTLICHER INHALTE FÜR DEN SACHUNTERRICHT IN NIEDERSACHSEN
2.3 GRÜNDE FÜR DIE VERSTÄRKTE INTEGRATION INHALTE DER UNBELEBTEN NATUR IM SACHUNTERRICHT
2.4 DIE ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGISCHEN VORAUSSETZUNGEN VON KINDERN FÜR DEN ZUGANG VON NATURWISSENSCHAFTLICHEN PHÄNOMENEN
2.5 ZUSÄTZLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS LERNEN UND FÜR DIE LEGITIMATION EINER FRÜHZEITIGEN HINFÜHRUNG ZU DEN NATURWISSENSCHAFTEN
2.6 ÄSTHETISCHE ZUGÄNGE DER UNBELEBTEN NATUR
3. ENTWURF UND ERPROBUNG EINER UNTERRICHTSEINHEIT „ERLEBNISWELT WASSER“
3.1 BEDINGUNGSANALYSE
3.1.1 Die Gründung der Grundschule X
3.1.2 Die Grundschule X heute
3.1.3 Klassenraum der Klasse 4.3
3.1.4 Sozio-Ökonomische Verhältnisse
3.1.5 Soziales Klima in der Klasse
3.1.6 Arbeitshaltung der Klasse
3.1.7 Leistungsstand der Klasse
3.2 SACHANALYSE
3.2.1 Analyse des Themas unter fachlichem Aspekt
3.2.2 Chemische und physikalische Eigenschaften des Wassers
3.2.3 Der Wasserbedarf und Verbrauch in der BRD
3.2.4 Abwasser
3.2.5 Die Reinigung der Abwässer in Klärwerken
3.2.6 Säure- Baseindikatoren
3.2.7 Ermittlung und Bedeutung der pH-Wert-Messungen
3.3 DIDAKTISCHE ANALYSE
3.3.1 Allgemeine Einordnung des Themas in das Fach Sachunterricht
3.3.2 Auswahl und Begründung des Themas
3.4 ORGANISATION UND UMSETZUNG DER EINHEIT
3.4.1 Stundenübersicht
3.5 DIE UNTERRICHTSSTUNDEN IM EINZELNEN
3.5.1 Unterrichtsvorbereitung zur ersten und zweiten Unterrichtsstunde
3.5.1.1 Vorüberlegungen
3.5.1.2 Lernziele der 1./2. Stunde
3.5.1.3 Didaktische Vorüberlegungen zur ersten und zweiten Unterrichtsstunde
3.5.1.4 Methodische Vorüberlegungen für die erste und zweite Unterrichtsstunde
3.5.1.5 Kurzübersicht der Stationen mit Materialauflistung und Quellenangabe:
3.5.1.6 Verlaufsprotokoll: „Wasser mit allen Sinnen erfahren“
3.5.1.7 Nachbereitung zur Unterrichtstunde: „Wasser mit allen Sinnen erfahren“
3.5.2 Unterrichtsvorbereitung zur dritten Unterrichtsstunde
3.5.2.1 Vorüberlegungen
3.5.2.2 Lernziele der 3. Stunde
3.5.2.3 Didaktische Vorüberlegungen zur dritte Unterrichtsstunde
3.5.2.4 Methodische Vorüberlegungen für die dritte Unterrichtsstunde
3.5.2.5 Medien
3.5.2.6 Verlaufsprotokoll: „Die Löslichkeit von verschiedenen Stoffen im Wasser“
3.5.2.7 Nachbereitung der Unterrichtsstunde: „Die Löslichkeit von verschiedenen Stoffen im Wasser“
3.5.3 Unterrichtsvorbereitung zur vierten Unterrichtsstunde
3.5.3.1 Vorüberlegungen
3.5.3.2 Lernziele der 4. Stunde
3.5.3.3 Didaktische Vorüberlegungen zur vierten Unterrichtsstunde
3.5.3.4 Methodische Vorüberlegungen für die vierte Unterrichtsstunde
3.5.3.5 Medien
3.5.3.6 Verlaufsprotokoll: „Wir untersuchen das Wasser auf seine Wassergüte“
3.5.3.7 Nachbereitung der Unterrichtsstunde: „Wir untersuchen das Wasser auf seine Wassergüte“
3.5.4 Unterrichtsvorbereitung zur achten und neunten Unterrichtsstunde
3.5.4.1 Vorüberlegungen
3.5.4.2 Lernziele der 8./9. Stunde
3.5.4.3 Didaktische Vorüberlegungen zur achten und neunten Unterrichtsstunde
3.5.4.4 Methodische Vorüberlegungen für die achte und neunte Unterrichtsstunde
3.5.4.5 Medien
3.5.4.6 Verlaufsprotokoll: „Wir reinigen Wasser fast wie ein Klärwerk“
3.5.4.7 Nachbereitung der Unterrichtstunde: „Wir reinigen Wasser fast wie ein Klärwerk“
3.6 ABSCHLIEßENDE LERNZIELKONTROLLE
3.6.1 Planung
3.6.2 Durchführung
3.6.3 Die Bewertung von Lernzielkontrollen im Sachunterricht
3.6.4 Ergebnis der Lernzielkontrolle
4. AUSWERTUNG DES FRAGEBOGENS
5. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung einer frühen Hinführung zu naturwissenschaftlichen Themen im Sachunterricht der Grundschule zu begründen und praktisch durch eine Unterrichtseinheit zum Thema "Wasser" umzusetzen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie physikalische, chemische und ökologische Aspekte handlungsorientiert und kindgerecht vermittelt werden können, um das Interesse der Schülerinnen und Schüler zu wecken und zu fördern.
- Grundlagen der naturwissenschaftlichen Bildung im frühen Kindesalter
- Entwicklung und Erprobung einer Unterrichtseinheit zum Thema Wasser
- Verbindung von belebter und unbelebter Natur im Sachunterricht
- Evaluation des Lernerfolgs durch Lernzielkontrollen und Fragebögen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Chemische und physikalische Eigenschaften des Wassers
„In der Antike wurde Wasser zu den vier Elementen (neben Erde, Luft und Feuer gezählt.“ „[...] Erst seit der Entdeckung des Sauerstoffs und Wasserstoffs gegen Ende des 18. Jahrhunderts [...] fasst man Wasser als Verbindung von Sauerstoff und Wasserstoff auf.“
Chemisch gesehen, besteht Wasser aus der Verbindung von zwei Atomen Wasserstoff (H = Hydrogenium) und einem Atom Sauerstoff (O = Oxigenium). Unser Leitungswasser enthält zudem noch Gase und Mineralstoffe. Grundwasser ist häufig noch mit vielen anderen Stoffen verunreinigt; diese Stoffe werden jedoch im Wasserwerk weitestgehend entfernt, da sie den Geschmack negativ beeinträchtigen und die Wasserzuleitungen beschädigen können.
Wasser kann in drei Zustandsformen vorkommen: gasförmig in Form von Wasserdampf in der Atmosphäre, flüssig in Form von Wasser und fest in Form von Schnee und Eis. Die Siedetemperatur von Wasser liegt bei 100°C und die Schmelztemperatur bei 0°C.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal für Wasser ist die sogenannte Dichteanomalie, welche im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten ein Ausnahmefall ist. Während fast alle Stoffe in fester Form die größte Dichte besitzen und somit den kleinsten Raum einnehmen, erreicht Wasser seine größte Dichte bei +4°C.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der Notwendigkeit, das Interesse von Grundschulkindern an naturwissenschaftlichen Phänomenen frühzeitig zu wecken.
2. NATURWISSENSCHAFTEN IM FRÜHEN KINDESALTER: Analyse der entwicklungspsychologischen Voraussetzungen und der Bedeutung der Integration unbelebter Naturthemen in den Unterricht.
3. ENTWURF UND ERPROBUNG EINER UNTERRICHTSEINHEIT „ERLEBNISWELT WASSER“: Beschreibung der konkreten Unterrichtsplanung, der Durchführung von Experimenten sowie der abschließenden Lernzielkontrolle in einer 4. Klasse.
4. AUSWERTUNG DES FRAGEBOGENS: Analyse der Akzeptanz und des Lernerfolgs der Unterrichtseinheit anhand von Schülerbefragungen.
5. ZUSAMMENFASSUNG: Fazit über die erfolgreiche Integration naturwissenschaftlicher Inhalte und notwendige strukturelle Anpassungen im Bildungssystem.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Wasser, Naturwissenschaften, Chemie, Grundschule, Experimente, Wasserverschmutzung, Wasserreinigung, Ökologie, Lernzielkontrolle, Didaktik, Grundschulkind, pH-Wert, Wasserverbrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung naturwissenschaftlicher, insbesondere chemischer und physikalischer Inhalte im Sachunterricht der Grundschule am Beispiel des Themas Wasser.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die frühkindliche naturwissenschaftliche Bildung, die Eigenschaften des Wassers, die Problematik der Wasserverschmutzung und die verschiedenen Verfahren zur Wasserreinigung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, zu zeigen, dass ein integrierter, handlungsorientierter naturwissenschaftlicher Sachunterricht mit einfachen Mitteln bereits in der Grundschule erfolgreich umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Analyse und der praktischen Erprobung einer Unterrichtseinheit, begleitet von einer empirischen Erhebung durch Lernzielkontrollen und Fragebögen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungs- und Sachanalyse, die didaktische Einordnung sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion der erprobten Unterrichtsstunden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sachunterricht, Wasser, Naturwissenschaften, Chemie, Experimente, Umwelterziehung und frühkindliche Förderung.
Warum wurde gerade das Thema Wasser für die Erprobung gewählt?
Wasser eignet sich hervorragend, da es ein alltagsnahes, faszinierendes Element ist, das sowohl physikalische als auch chemische und ökologische Aspekte in sinnstiftender Weise vereint.
Welche Rolle spielen die Sinne beim Experimentieren?
Die Einbeziehung der Sinne dient der unmittelbaren, handlungsorientierten Erfahrung, um das Verständnis für physikalische und chemische Prozesse zu vertiefen und das Interesse der Kinder zu fördern.
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- Katja Diekmann (Author), 2001, Erlebniswelt Wasser. Konzeption und Erprobung einer naturwissenschaftlichen Unterrichtseinheit im Sachunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134687