Diese Bachelorarbeit widmet sich dem schreibdidaktischen Prinzip "Autorenrunden" nach Beate Leßmann (2020) und wendet es empirisch in einer DaZ-Förderklasse (Deutsch als Zweitsprache) an.
Die Untersuchung erfolgt empirisch, indem vier SuS aus einer DaZ-Klasse an einer Unterrichtseinheit teilnehmen, in welcher das Prinzip „Autorenrunden“ angewendet wird. Zu Beginn werden theoretische Aspekte dargelegt, bei denen DaZ beziehungsweise Mehrsprachigkeit erläutert und der Schwerpunkt „Autorenrunden“ nach Beate Leßmann vorgestellt werden. Im gleichen Teil der Arbeit werden relevante Punkte bezüglich Text- bzw. Schreibkompetenz und Schreibmotivation angeführt, die im Teil der Empirie analysiert werden. Für die Analyse werden Daten der entsprechenden DaZ-SuS erhoben, die sich in schriftliche Textergebnisse, Feedbackbögen und Gesprächsaufnahmen unterteilen lassen. Allerdings konzentriert sich die Analyse in dieser Bachelorarbeit primär auf die Gespräche zwischen den SuS, da anhand zweier durchgeführten Autorenrunden keine stark sichtbaren Ergebnisse in den Textprodukten anzunehmen sind.
Dennoch geben auch die Ergebnisse der Textuntersuchung wichtige Anhaltspunkte, die zur Beantwortung der Leitfrage dienen, da die Untersuchung von Textprodukten durch die zunehmende Kompetenzorientierung eine ebenso zunehmend bedeutendere Rolle erhält. Die Gespräche zwischen den SuS werden transkribiert und als Grundlage genutzt, um die Leitfrage der Bachelorarbeit zu diskutieren und im Anschluss zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 DaZ und Mehrsprachigkeit
2.2 Autorenrunden nach Beate Leßmann
2.2.1 Struktur und grundlegende Gesichtspunkte der Methode
2.2.2 Artefakte als unterstützende Mittel
2.3 Schreib- und Textkompetenz
2.4 Schreibmotivation
3. Empirie
3.1 Vorstellung der DaZ-SuS
3.2 Auswertung der Gespräche
3.2.1 Die erste Durchführung von „Autorenrunden“
3.2.2 Die zweite Durchführung von „Autorenrunden“
3.2.3 Zwischenfazit
3.3 Auswertung der Textergebnisse
3.3.1 Texte der SuS
3.3.2 Feedbackbögen
4. Diskussion: Mehrwert für DaZ?
5. Fazit
6. Literatur
7. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das schreibdidaktische Prinzip der „Autorenrunden“ nach Beate Leßmann mit dem Ziel zu erforschen, ob diese Methode die Schreibmotivation und die Textkompetenz bei mehrsprachigen Schüler:innen im Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht (DaZ) der Sekundarstufe I steigern kann.
- Förderung der Schreibmotivation durch soziales Lernen
- Stärkung der Textkompetenz durch Feedbackrunden und Schreibkonferenzen
- Einsatz didaktischer Artefakte zur Strukturierung des Schreibprozesses
- Bewältigung kognitiver Last in heterogenen mehrsprachigen Lerngruppen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die erste Durchführung von „Autorenrunden"
Bereits in der ersten Feedbackrunde zeigen die zuhörenden SuS großen Einsatz, der sich im folgenden Transkriptausschnitt zeigt:
[…]
Sophia Junker: So, wir haben ja jetzt den Text von Adelina gehört und zuerst seht ihr die Karte mit dem Smiley. Was gefällt dir an dem Text? Wer möchte gerne anfangen?
Dawud: Ich mag die Struktur, das ist alles sehr logisch.
Sophia Junker: Okay. Ja, Amara?
Amara: Äh, ich finde es ganz toll, dass sie alle ihre Gefühle geschrieben ha äh hat hatte hatte. Und ich finde es, also, es ist spannend, dass ähm Adelina die gleichen Gefühle wie ich hätte hättest.
Sophia Junker: Hm-hm [zustimmend].
Amara: Ja.
Sophia Junker: Vor allem was?
Amara: Ähm.
Sophia Junker: Was für Gefühle? Was ist dir da aufgefallen?
Amara: Dass die deutsche Sprache ist bisschen schwer für sie und auch dass sie viele Kinder kennengelernt von andere Länder, von verschiedene Länder und andere Sprachen.
[…]
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Textkompetenz für die gesellschaftliche Teilhabe und führt in die Methode der „Autorenrunden“ sowie die Forschungsfrage zur Schreibmotivation bei DaZ-Schüler:innen ein.
2. Theorie: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu DaZ, Mehrsprachigkeit, dem Autorenrunden-Konzept von Beate Leßmann sowie den Komponenten Schreib- und Textkompetenz einschließlich Schreibmotivation.
3. Empirie: Hier werden die teilnehmenden Schüler:innen vorgestellt und eine detaillierte Analyse der Gesprächsaufzeichnungen sowie der verfassten Texte und Feedbackbögen im Rahmen der Autorenrunden durchgeführt.
4. Diskussion: Mehrwert für DaZ?: Das Kapitel diskutiert, inwieweit die Struktur des Modells und der Einsatz visueller Hilfsmittel wie der „Texthand“ im DaZ-Kontext zur Entlastung und Motivation beitragen können.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Wirksamkeit der Methode für die untersuchte Lerngruppe und gibt Ausblicke für zukünftige Entwicklungen im Förderunterricht.
Schlüsselwörter
Autorenrunden, Schreibmotivation, Textkompetenz, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Mehrsprachigkeit, Schreibdidaktik, Förderunterricht, Sekundarstufe I, Feedback, Schreibkonferenz, Identitätsbildung, kognitive Last, Schüler:innen, Sprachförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die Anwendung des schreibdidaktischen Prinzips „Autorenrunden“ zur Förderung von Schreibmotivation und Textqualität in einer mehrsprachigen DaZ-Fördergruppe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind Mehrsprachigkeit im schulischen Kontext, der Bereich der Schreibdidaktik, die Bedeutung von Textkompetenz für den Bildungserfolg und die Identitätsbildung durch das Schreiben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die Methode „Autorenrunden“ die Schreibmotivation und Textkompetenz von mehrsprachigen SuS in der Sekundarstufe I effektiv steigern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem empirischen Forschungsansatz, der Feldbeobachtungen, die Transkription von Gruppengesprächen sowie die Analyse von Textprodukten und Feedbackbögen nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung der Lerngruppe sowie die detaillierte empirische Analyse der Autorenlesungen und Schreibkonferenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Autorenrunden, Schreibmotivation, Textkompetenz, DaZ (Deutsch als Zweitsprache) und sprachsensibler Unterricht.
Warum spielt das Artefakt „Texthand“ eine besondere Rolle?
Die Texthand dient als visuelle Hilfestellung, um komplexe Schreibkriterien wie roten Faden, Adressat und Textwirkung für DaZ-Lernende greifbar und diskutierbar zu machen.
Inwiefern beeinflusst die Heterogenität der Gruppe das Ergebnis?
Die Heterogenität erwies sich als Vorteil, da kompetentere oder sicherere Schüler:innen andere Lernende integrieren, unterstützen und somit gemeinsam die kognitive Last des Schreibens bewältigen konnten.
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- Sophia Junker (Author), 2021, Autorenrunden im Förderunterricht. Schreibmotivation bei mehrsprachigen Schüler:innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1347292