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Professionalisierung des höheren Lehramts im 19. Jh.

Professionalisierung des Höheren Lehramts im 19. Jh.

Title: Professionalisierung des höheren Lehramts im 19. Jh.

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Buthut (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Um die Professionalisierung des Höheren Lehramts in einen geeigneten Zusammenhang zu stellen, möchte ich versuchen, an dieser Stelle eine beschreibende und kontextualisierende Einleitung zu geben, vor welchem Hintergrund sich die Professionalisierung des Höheren Lehramts abgespielt hat,
welche Faktoren dabei eine Rolle spielten und aus welchen Perspektiven man diesen Prozess beurteilen kann. Dabei sind folgende Theorien zu Erläuterung maßgebend: die unktionalistische Perspektive1, der machttheoretische Ansatz2
und die neoinstitutionalistische Sichtweise3. Darüber hinaus werde ich, wo es mir notwendig erscheint, einen kurzen Einblick zum besseren Verständnis in die geschichtliche Rahmenhandlung geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgaben des Höheren Lehramts (Funktionsproblem)

3. Monopolisierungsstrategien

4. Selbstdeutung der Profession

5. Überprüfung der Merkmale einer Profession

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Professionalisierungsprozess des Höheren Lehramts in Preußen während des 19. Jahrhunderts unter Einbeziehung soziologischer Theorien und historischer Reformkontexte.

  • Analyse der funktionalen Aufgaben des Höheren Lehramts (Qualifikation, Selektion, Sozialisation).
  • Untersuchung von Monopolisierungsstrategien gegenüber anderen Lehrtypen.
  • Betrachtung der Selbstorganisation und kollektiven Interessenvertretung der Philologen.
  • Überprüfung professionstheoretischer Merkmale wie Fachwissen, Autonomie und Rollenverteilung.
  • Einordnung der Bedeutung der Humboldtschen Bildungsreformen für die Statusentwicklung der Studienräte.

Auszug aus dem Buch

3. Monopolisierungsstrategien

Die Monopolisierung der Studienratsprofession ergibt sich aus der Sonderaufgabe der Vergabe der Hochschulzugangsberechtigung und der Vermittlung des privilegierenden Sonderwissens. Durch das alleinige Monopol in der Vergabe des Abiturs grenzten sich die Studienräte von den Volks- und Realschullehrern ab. Diese sahen sich durch die „strukturelle Disparität“ (Titze (2) 65) des Bildungssystems in eine ausweglose Entwicklungsbahn gedrängt. Da die Wirtschaft und aufkommende Industrie erst begonnen hatte, nach für ihren Bereich qualifizierten Arbeitskräften zu suchen, das heißt nach Menschen mit praktischer statt humanistisch-philologischer Ausbildung, sahen sich die Realschulen dazu gedrängt, mit den Gymnasien in Konkurrenz zu treten: „ Statt selbstbewusst eine an bürgerlichen Interessen orientierte moderne Alternative zur altklassischen Bildung vertreten zu können, mu[ss]ten die Realschulen wegen der vorenthaltenen Berechtigung notgedrungen den vorbildlichen Gymnasien nacheifern und mit ihnen konkurrieren.“ (Titze (2) 65). Es folgte der „so[ ]genannte[] Humanismus-Realismus-Streit“ (Lundgreen (2) 69).

Die „Defizite der Gymnasialabiturienten in den Naturwissenschaften und der Mathematik“ und der damit einhergehende „Modernisierungszwang“ (Titze (2) 69) nötigte denn auch die Gymnasien dazu, die Lehrpläne an die Forderungen vorrangig der Universitäten und der Wirtschaft anzupassen, jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theoriegrundlagen ein und erläutert den etymologischen sowie historischen Kontext der Professionalisierung, insbesondere im Hinblick auf den Wandel vom Beruf zur Profession.

2. Aufgaben des Höheren Lehramts (Funktionsproblem): Das Kapitel thematisiert die Funktionen Qualifikation, Selektion und Sozialisation sowie die Einführung des Staatsexamens 1810 zur Vereinheitlichung des Bildungswegs.

3. Monopolisierungsstrategien: Hier wird der Ausschluss anderer Schultypen durch das Abitur-Monopol und der damit verbundene „Humanismus-Realismus-Streit“ beschrieben.

4. Selbstdeutung der Profession: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung von Interessenverbänden, wie dem Deutschen Philologenverband, und die soziale Aufwertung des Lehrerstands.

5. Überprüfung der Merkmale einer Profession: Eine kritische Analyse der Professionalisierungsmerkmale wie Fachwissen, Autonomie und Rollenverteilung im Kontext des preußischen Schulsystems.

6. Zusammenfassung: Die Autorin resümiert, dass der 19. Jahrhundert die entscheidenden Grundsteine für die erfolgreiche Professionalisierung des Lehramts legte, auch wenn die volle Ausprägung erst im 20. Jahrhundert erreicht wurde.

Schlüsselwörter

Professionalisierung, Höheres Lehramt, Preußen, 19. Jahrhundert, Studienrat, Humboldt, Bildungssystem, Monopolisierung, Philologie, Staatsexamen, Gymnasiallehrer, Bildungsreform, Interessenverband, soziale Differenzierung, Professionstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Entwicklungsprozess, durch den das Höhere Lehramt in Preußen im 19. Jahrhundert den Status einer Profession erlangte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen den Einfluss der Humboldtschen Bildungsreformen, die Herausbildung von Abgrenzungsstrategien gegenüber anderen Lehrberufen und die interne sowie externe Professionalisierungsdynamik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Professionalisierungsgrad des Höheren Lehramts unter Anwendung soziologischer Theorien zu bewerten und zu hinterfragen, inwieweit der Prozess im 19. Jahrhundert erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und kontextualisierenden Literaturanalyse, die theoretische Ansätze der funktionalistischen Perspektive, machttheoretische Ansätze und den Neoinstitutionalismus kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die funktionalen Anforderungen, die Monopolisierung durch das Abitur-Recht, die Bildung von Interessenvertretungen und die Prüfung der Professionseigenschaften anhand soziologischer Kriterien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Professionalisierung, Preußen, Humboldt-Reformen, Examen pro facultate docendi, Studienrat, Philologenverband und funktionale Differenzierung.

Welche Rolle spielte das Examen von 1810 für den Lehrerstand?

Es fungierte als standardisiertes Staatsexamen, das zur Vereinheitlichung des Bildungswegs beitrug und den Übergang zum gymnasialen Gesamtlehrer anstelle lokaler Prüfungen einleitete.

Warum war die Gründung von Interessenverbänden für die Studienräte wichtig?

Sie ermöglichte eine geschlossene Interessenvertretung gegenüber der staatlichen Verwaltung, insbesondere in Besoldungs- und Laufbahnfragen, und half, den Status als gesellschaftliche Elite zu festigen.

Wie bewertet die Autorin den Erfolg der Professionalisierung zum Ende des 19. Jahrhunderts?

Die Autorin stuft die Professionalisierung als erfolgreich ein, da wesentliche Grundsteine wie die Akademisierung und die Unabhängigkeit von kirchlicher Hoheit in dieser Zeit gelegt wurden.

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Details

Title
Professionalisierung des höheren Lehramts im 19. Jh.
Subtitle
Professionalisierung des Höheren Lehramts im 19. Jh.
College
Free University of Berlin  (Institut für Erziehungswissenschaften und Psychologie)
Course
HS 12295 Professionalisierung Pädagogischer Berufe im 19. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Katja Buthut (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V134729
ISBN (eBook)
9783640427116
ISBN (Book)
9783640424856
Language
German
Tags
Erziehungswisschenschaft Geschichte Professionalisierung Höheres Lehramt Gymnasiallehrer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Buthut (Author), 2007, Professionalisierung des höheren Lehramts im 19. Jh., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134729
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