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Rezeption von Gewaltdarstellungen in den Medien

Title: Rezeption von Gewaltdarstellungen in den Medien

Intermediate Diploma Thesis , 2003 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dipl. Soziologe Christian Prange (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Wer gewalttätige Filme sieht und gewaltverherrlichende Computerspiele spielt, wird über kurz oder lang zu einem Risiko für die Gesellschaft, wenn nicht sogar zum kaltblütigen Mörder!

Für den Grossteil der Bevölkerung scheint diese Beziehung zwischen dem Gewaltkonsum durch die Medien und der Zunahme gewalttätigen Handelns der Menschen, offensichtlich zu sein.
Denn sobald es zu unvorhergesehenen, gewalttätigen Handlungen kommt, wird diese These so oder in Abwandlungen immer wieder gerne zitiert.
Schnell scheinen die Schuldigen ausgemacht: die Film- und Spieleindustrie, welche immer brutalere und menschenverachtende Games und Sendungen produziert.
Also müssen gewaltverherrlichende Spiele und Filme zensiert oder sogar verboten werden, dann ist das Problem gelöst!
Diese Kausalität wird ständig von Politikern und Experten proklamiert, scheint es doch die einfachste und logischste Konsequenz zu seien.
Aber ist dem wirklich so? Oder wird nur versucht sich möglicht elegant aus der Verantwortung zu stehlen?

Die vorliegende Arbeit setzt sich von diesen populistischen und plakativen Aussagen ab und nähert sich dem Thema auf wissenschaftlicher Ebene, unter Berücksichtigung verschiedenster Theorien und Fragestellungen:

Was bedeutet überhaupt der Begriff Gewalt?
Welche Formen von Gewalt gibt es?
Wie entsteht Gewalt?
Welche Wirkungen hat Gewalt und speziell Gewalt in den Medien?
Existiert eine Relation: „ Konsum von Gewaltdarstellungen = aggressives Verhalten“?

Durch die Lektüre des Werkes können Sie Ihren Horizont bezüglich des Themas entscheidend erweitern, ihren Blickwinkel verändern und werden zu einem kompetenten Diskussionspartner, welcher in der Lage sein wird gängige Thesen durch fundiertes Wissen zu untermauern oder zu widerlegen.



Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Gewalt

2.1. Unterscheidung der Arten von Gewalt

2.2 Mediengewalt

2.2.1 Fiktionale Gewaltdarstellungen

2.2.2 Faktionale Gewaltdarstellungen

2.2.3 Animierte Gewaltdarstellungen

3. Theorien zur Gewaltentwicklung

3.1 Psychoanalyse

3.2 Frustrations -Aggressions – Hypothese

3.3 Lerntheoretischer Ansatz

4. Medienwirkungen

4.1 Mediengewaltwirkung

4.1.1 Mediengewaltwirkung auf Kinder und Jugendliche

4.2 Geschlechterdifferenzen in der Medien- und Gewaltrezeption

4.2.1 Frauenbild in Gewaltdarstellungen

4.2.2 Selektionsunterschiede beim Fernsehkonsum

5 Exkurs: Wirkung von Videospielen unter besonderer Berücksichtigung von Egoshootern

6. Resümee/Perspektiven

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen medialen Gewaltdarstellungen und deren potenziellen Auswirkungen auf das Sozialverhalten sowie die Gewaltzunahme in der Bevölkerung, wobei der Fokus auf einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden Medienwirkungsmodellen liegt.

  • Differenzierung des Gewaltbegriffs (personale vs. strukturelle Gewalt)
  • Kritische Analyse der Wirkungstheorien (Katharsis, Stimulation, Habitualisierung)
  • Einfluss von Mediengewalt auf unterschiedliche Rezipientengruppen (Kinder, Jugendliche, Geschlechter)
  • Medienrezeption von Videospielen und Ego-Shootern
  • Forderung nach einer kontextbezogenen Betrachtung von Medienwirkungen statt pauschaler Zensur

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Fiktionale Gewaltdarstellungen

Gewalt in Spielfilmen oder Serien zeichnet sich besonders durch Präsentation von Einzelschicksalen aus, ohne Berücksichtigung der sozialen Strukturen. Sie wird meistens von unverheirateten Männern mittleren Alters verübt, Frauen spielen nur eine untergeordnete Rolle bei der Gewaltausübung und sind wie Kinder meistens in der Opferrolle anzusiedeln.

Im Gegensatz zur Realität werden oft Gewaltakte zwischen einander unbekannten Protagonisten gezeigt und die Opferperspektive wird weitestgehend außer acht gelassen. Auch die eigentlich aus dem Gewaltakt resultierenden Verletzungen werden wenn überhaupt, nur extrem unrealistisch dargestellt. So haben vor allem die Helden, selbst nach schwersten Kämpfen nur leichte Kratzer, wohingegen in der Realität meist ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt die Folge wäre.

Werden die Konsequenzen von Gewalt gezeigt, handelt es sich nach Groebel und Gleich ( 1993, S 113 ) um belohnende Konsequenzen, welche meistens durch instrumentelle Gewaltausübung erreicht werden . So behauptet Hacker schon 1973 : „Sieger wird und bleibt derjenige, der primitive Gewalt rücksichtsloser und vor allem früher und rascher anwendet“ (Hacker 1973, S. 342).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontroverse über die Wirkung von fiktionaler Gewalt und führt in die Fragestellung zur Sozialisationsfunktion der Medien ein.

2. Zum Begriff der Gewalt: Dieses Kapitel differenziert den Gewaltbegriff, unterteilt ihn in verschiedene Kategorien und grenzt personale von struktureller Gewalt ab.

3. Theorien zur Gewaltentwicklung: Es werden zentrale psychologische und lerntheoretische Ansätze wie die Psychoanalyse, die Frustrations-Aggressions-Hypothese und Banduras Lerntheorie vorgestellt.

4. Medienwirkungen: Hier werden klassische sowie kognitive Medienwirkungsmodelle diskutiert und methodische Probleme bei der Erforschung von Mediengewalt aufgezeigt.

5 Exkurs: Wirkung von Videospielen unter besonderer Berücksichtigung von Egoshootern: Das Kapitel analysiert die spezifische Problematik interaktiver Mediengewalt und deren Bedeutung für Jugendliche sowie das Militär.

6. Resümee/Perspektiven: Das Resümee fasst zusammen, dass pauschale Schuldzuweisungen an Medien unzulässig sind und fordert eine Abkehr von traditionellen, einseitigen Forschungsansätzen.

Schlüsselwörter

Mediengewalt, Sozialisation, Aggression, Fernsehen, Videospiele, Ego-Shooter, Medienwirkungsforschung, Geschlechterdifferenzen, Lerntheorie, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Habitualisierung, Rezeptionsanalyse, Fiktionale Gewalt, Faktionale Gewalt, Jugendmedienschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie der Konsum von gewalthaltigen Medieninhalten Aggressionen im realen Leben fördert oder den Sozialisationsprozess beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Klärung von Gewalt, den psychologischen Erklärungsmodellen für Aggression sowie der Differenzierung zwischen fiktionalen, faktionalen und animierten Mediengewalt-Formen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, ob ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen Medienkonsum und einer Gewaltzunahme in der Gesellschaft besteht, und dies kritisch anhand theoretischer und methodischer Ansätze zu reflektieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der kritischen Auswertung empirischer Studien aus den Bereichen Soziologie und Medienpsychologie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Wirkungsthesen (z. B. Katharsis, Habitualisierung), untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Rezeption und beleuchtet im Exkurs die besonderen Aspekte interaktiver Computerspiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mediengewalt, Sozialisation, Medienwirkungsforschung, Lerntheorie, Ego-Shooter und geschlechtsbezogene Rezeptionsmuster.

Warum wird die Katharsis-Theorie als widerlegt betrachtet?

Die empirische Forschung konnte die These nicht stützen, dass der Konsum von Mediengewalt zu einer reinigenden Entladung von Aggressionen führt; vielmehr zeigen Studien, dass eine solche Rezeption Aggression eher stimulieren kann.

Welche Rolle spielen Videospiele in der Argumentation des Autors?

Der Autor argumentiert, dass Videospiele aufgrund ihrer Interaktivität eine grundlegend andere Form der Aufmerksamkeit erfordern als passiver Medienkonsum und daher eine differenziertere, nutzerzentrierte Forschung benötigen.

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Details

Title
Rezeption von Gewaltdarstellungen in den Medien
College
Free University of Berlin  (Zentraleinrichtung für Frauen und Geschlechterforschung)
Grade
1,0
Author
Dipl. Soziologe Christian Prange (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V13474
ISBN (eBook)
9783638191289
ISBN (Book)
9783638676243
Language
German
Tags
Rezeption Gewaltdarstellungen Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Soziologe Christian Prange (Author), 2003, Rezeption von Gewaltdarstellungen in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13474
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