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Die Auswirkungen von E-Mail-Kommunikation auf Vertrauen in Unternehmen

Die Betrachtung von interpersoneller Textkommunikation in Organisationen, unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes von Emoticons, Sound- und Aktionswörtern

Title: Die Auswirkungen von E-Mail-Kommunikation auf Vertrauen in Unternehmen

Thesis (M.A.) , 2007 , 123 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Dagmar Kluck (Author)

Communications - Interpersonal Communication
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Interpersonelle Kommunikation in Organisationen dient u. a. dem Aufbau von Beziehungen. In den letzten Jahren nimmt die interpersonelle Textkommunikation besonders in der Form von EMails in den Organisationen immer mehr zu. Ein Großteil der Telefonkontakte und direkten Gespräche von Angesicht zu Angesicht werden inzwischen von der EMail ersetzt. Daraus folgt, dass die schriftliche Kommunikation verstärkt Einfluss auch auf die Arbeitsprozesse und Beziehungsbildung in Organisationen nimmt. Die vorliegende Arbeit soll anhand der Funktionen und Rahmenbedingungen von interpersoneller Textkommunikation in Organisationen diesen Einfluss beleuchten, um von da ausgehend sich dem beziehungsrelevanten Phänomen ‚Vertrauen’ zuzuwenden.

In dem Bereich der Medientheorien werden Bedenken geäußert, dass schriftliche und computervermittelte Kommunikation aufgrund ihrer Schriftlichkeit in der Übermittlung von beziehungsrelevanten Inhalten stark eingeschränkt ist, da in dieser Kommunikationsform neben den verbalen auch keine nonverbalen Kommunikationskanäle zur Verfügung stehen. Andere Medientheorien wiederum widersprechen dieser Sichtweise. Sie gehen davon aus, dass sich die kommunizierenden Organisationsmitglieder in ihrem Verhalten und ihrer Wahrnehmung der Situation und den gegebenen Möglichkeiten anpassen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie sich die Textkommunikation in Organisationen den Gegebenheiten anpasst und auf den Aufbau und Erhalt von Beziehungen auswirkt. Ein interessanter Aspekt von Beziehungen in Organisationen ist in diesem Zusammenhang das Phänomen ‚Vertrauen’. Zum einen ist Vertrauen ein wichtiges Element, das Arbeitsprozesse in Organisationen vereinfacht, Kosten spart und Arbeitszufriedenheit verbessert. Zum anderen sind insbesondere beziehungsrelevante Elemente für die Bildung und den Erhalt von Vertrauen notwendig. Diese Elemente werden jedoch größtenteils über nonverbale Kommunikationskanäle übertragen, die in der schriftlichen Kommunikation nicht vorhanden sind. Daher ist ein Ziel der vorliegenden Arbeit zu klären, wie interpersonelle Textkommunikation trotz Wegfall der nonverbalen Kanäle Einfluss auf Vertrauen nehmen kann, welches Verhalten in der Textkommunikation sich speziell auf die Bildung von Vertrauen auswirkt, auf welche Komponenten sich die vertrauensrelevante Wahrnehmung verlagert und wie durch diese Erkenntnisse bewusst positiv Einfluss auf Vertrauen in Organisationen genommen werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Organisation

2.2 Information

2.3 Interpersonelle Kommunikation

2.3.1 Sozialpsychologische Kommunikationsmodelle

2.3.2 Kommunikation als Selektionsprozess nach Luhmann

2.3.3 Sprache

2.3.4 Nonverbale Kommunikation

2.4 Abgrenzung der Textkommunikation zur Face-to-Face-Kommunikation

2.4.1 Schrift

2.4.2 Anforderungen der modernen Textkommunikation

2.5 Wahrnehmung und Beziehung

2.5.1 Interpersonelle Wahrnehmung

2.5.2 Prozess der Beziehungsentstehung

2.6 Vertrauen

2.6.1 Vertrauen: Relevante Forschungsansätze und Definitionen

2.6.2 Prozess der Vertrauensbildung und beteiligte Komponenten

2.6.3 Vertrauen in Organisationen

2.7 Relevante Medientheorien

2.7.1 Theorien zur Medienauswahl

2.7.2 Modelle zur Nutzungs- und Wirkungsweise von Medien

3. Interpersonelle Textkommunikation in Organisationen

3.1 Funktionen von interpersoneller Textkommunikation in Organisationen

3.1.1 Distanzüberbrückung durch Textkommunikation

3.1.2 Informationsvermittlung in der Textkommunikation

3.1.3 Beziehungsbotschaften in der Textkommunikation

3.2 Rahmenbedingungen von interpersoneller Textkommunikation in Organisationen

3.2.1 Organisationsabhängige Rahmenbedingungen

3.2.2 Externe Rahmenbedingungen

3.2.3 Textmedien und ihr kommunikatives Potenzial

3.3 Merkmale, Funktionen und Rahmenbedingungen der interpersonellen Textmedien in Organisationen

3.3.1 Brief: Merkmale, Übertragungsweg und Einsatzbereich

3.3.2 Fax: Merkmale, Übertragungsweg und Einsatzbereich

3.3.3 E-Mail: Merkmale, Bearbeitungsmöglichkeiten und Einsatzbereich

3.3.4 Empirische Untersuchung zur Verwendung von Emoticons, Sound- und Aktionswörtern

3.4 Verlagerung vertrauensrelevanter Wahrnehmung auf textspezifische Ausdrucksmittel

3.4.1 Auswirkungen der Medienauswahl auf Vertrauen

3.4.2 Kanalreduktion und ihre Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit

3.4.3 Datensicherheit in der Textkommunikation – Ein Unsicherheitsfaktor für Vertrauen

3.4.4 Asynchronität von Textmedien in Bezug auf die Vertrauensbildung

3.4.5 Beantwortungszeitrahmen in der Vertrauenswahrnehmung

3.4.6 Bedeutung von Schriftlichkeit für die Vertrauensbildung

3.4.7 Textformatierung bei Brief und Fax und die Auswirkung auf Vertrauen

3.4.8 Auswirkungen von Betreff und Carbon Copy in der E-Mail auf Vertrauen

3.4.9 Emoticons, Sound- und Aktionswörter und ihre Auswirkung auf Vertrauen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der interpersonellen Textkommunikation – insbesondere der E-Mail-Kommunikation – auf Arbeitsprozesse und die Bildung von Vertrauen in Organisationen, wobei der Fokus auf den Funktionen, Rahmenbedingungen und der Wahrnehmung bei Wegfall nonverbaler Kommunikationskanäle liegt.

  • Interpersonelle Textkommunikation als Ersatz für Face-to-Face-Kommunikation
  • Die Rolle von Vertrauen in Organisationen und dessen Entstehung
  • Wahrnehmungsprozesse und die Verlagerung auf textspezifische Ausdrucksmittel
  • Empirische Analyse zur Verwendung von neuen Zeichensystemen (Emoticons, Sound- und Aktionswörter)

Auszug aus dem Buch

3.4.2 Kanalreduktion und ihre Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit

In der Textkommunikation entfallen die nonverbalen Kanäle, die u. a. für die Feststellung von Glaubwürdigkeit zuständig sind. Eine intuitive Vermittlung und Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit nach der Diskrepanztheorie nach Ekman und Friesen (1969) (vgl. Kap. 2.6.2) ist in der Textkommunikation nicht möglich, da durch das Formulieren von Texten eine kognitive Reflexion der Information stattfindet, bevor diese gesendet wird. Der Sender kann somit in seiner Botschaft leichter unbewusste Diskrepanzen vermeiden, die auf Unwahrheiten hindeuten könnten (s. a. Kap. 2.7.2).

Um Glaubwürdigkeit in der Textkommunikation zu vermitteln und den Vertrauensaufbau dadurch zu unterstützen, muss stärker auf die Zuverlässigkeit und die wahrheitsgemäße Weitergabe von Informationen geachtet werden. Vertrauen kann sich in diesem Fall nicht auf intuitive Wahrnehmung stützen, sondern muss durch die Erfahrung gebildet werden, dass der Andere, die in ihn gesetzten Erwartungen (Zuverlässigkeit und Sorgfalt walten zu lassen) erfüllt. Vertrauensbildung durch Glaubwürdigkeit kann in der Textkommunikation nur im Laufe der Zeit durch positive Erfahrung unterstützt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die zunehmende Bedeutung der interpersonellen Textkommunikation und deren Einfluss auf die beziehungsrelevante Wahrnehmung und Vertrauensbildung in Organisationen.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament zu Organisation, Kommunikation, Wahrnehmung und Vertrauen sowie relevante Medientheorien als Basis für die weitere Analyse.

3. Interpersonelle Textkommunikation in Organisationen: Hier werden die Funktionen, Rahmenbedingungen und spezifischen Merkmale von Textmedien wie Brief, Fax und E-Mail untersucht, ergänzt um eine empirische Studie zur Nutzung neuer Zeichensysteme.

4. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Textkommunikation zwar Arbeitsprozesse erleichtert, die Vertrauensbildung durch die Kanalreduktion jedoch erschwert wird und eine höhere Sorgfalt sowie Sensibilität der Kommunikationspartner erfordert.

Schlüsselwörter

Interpersonelle Kommunikation, Textkommunikation, Organisation, Vertrauen, Vertrauensbildung, E-Mail-Kommunikation, Medienauswahl, Nonverbale Kommunikation, Wahrnehmung, Glaubwürdigkeit, Kanalreduktion, Emoticons, Schriftlichkeit, Datensicherheit, Unternehmenskommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionen und Rahmenbedingungen der interpersonellen Textkommunikation in Organisationen und wie diese die Bildung und den Erhalt von Vertrauen zwischen Organisationsmitgliedern beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Bereiche Kommunikationstheorie, Organisationstheorie, Vertrauensforschung sowie Medientheorie und verknüpft diese mit dem spezifischen Phänomen der computervermittelten Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, wie interpersonelle Textkommunikation trotz des Fehlens nonverbaler Kanäle Einfluss auf Vertrauen nehmen kann und welches Verhalten in der Textkommunikation vertrauensbildend wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer tiefgehenden theoretischen Literaturanalyse führte die Autorin eine empirische Untersuchung durch, um die Verwendung von Emoticons, Sound- und Aktionswörtern in der beruflichen E-Mail-Kommunikation zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung (Kapitel 2) und eine darauf aufbauende Analyse der Praxis der Textkommunikation in Organisationen (Kapitel 3), inklusive der empirischen Befunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind interpersonelle Kommunikation, Vertrauensbildung, Kanalreduktion, E-Mail-Kommunikation, Organisationskultur und Glaubwürdigkeitszuschreibung.

Warum erschwert die Textkommunikation laut der Autorin die Vertrauensbildung?

Durch die Kanalreduktion entfallen nonverbale Signale, die in der Face-to-Face-Kommunikation entscheidend für die intuitive Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit und Emotionen sind, wodurch der Prozess der Vertrauensbildung komplexer und fehleranfälliger wird.

Welche Bedeutung haben Emoticons im beruflichen Kontext?

Die Autorin zeigt, dass Emoticons als graphostilistische Mittel helfen können, emotionale Expressivität und Mehrdeutigkeiten in schriftlichen Texten zu klären, sofern sie reflektiert und kontextabhängig eingesetzt werden.

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Details

Title
Die Auswirkungen von E-Mail-Kommunikation auf Vertrauen in Unternehmen
Subtitle
Die Betrachtung von interpersoneller Textkommunikation in Organisationen, unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes von Emoticons, Sound- und Aktionswörtern
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
1,0
Author
Anja Dagmar Kluck (Author)
Publication Year
2007
Pages
123
Catalog Number
V134764
ISBN (eBook)
9783640420483
ISBN (Book)
9783640420636
Language
German
Tags
E-Mail interpersonelle Kommunikation Vertrauen nonverbale Kommunikation Emoticons Soundwörter Soundwords Actionwords Textkommunikation soziale Informationsverarbeitung Kanalreduktion Aktionswörter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Dagmar Kluck (Author), 2007, Die Auswirkungen von E-Mail-Kommunikation auf Vertrauen in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134764
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