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Die Assisen von Capua Friedrichs II.

Von Umgestaltung und Durchsetzung des Königreichs Sizilien

Title: Die Assisen von Capua Friedrichs II.

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Friedrich Moldenhauer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Imprimis precipimus omnibus fidelibus, uidelicet prelatis ecclesiarum, comitibus, baronibus ciuibusque, terris et omnibus de regno nostro omnes bonos usus et consuetudines, quibus consueuerunt uiuere tempore regis Guillelmi, firmiter obseruari.1
Das hier angeführte Zitat, ist die erste von zwanzig Assisen, die Friedrich II. am 20. Dezember 1220 seinen Untertanen auf dem Hoftag zu Capua verkündete. Der Assise kommt insofern eine hohe Bedeutung zu, da sie bewusst an die verklärte Regierungszeit Wilhelms II. angeknüpft, die zweifellos eine Stärkung der Prärogativen des Königs impliziert und dem König, basierend auf einen hierarchischen Staatsapparat, das Machtmonopol zuerkennt. Nicht nur die Adressaten an die sich die königliche Verordnung richtet (prelatis ecclesiarum, comitibus, baronibus ciuibusque, terris et omnibus de regno nostro) bestätigen dies, sondern auch deren äußere Form (precipimus). Als legitimer Erbe des Regnum Siciliae war es Friedrichs gutes Recht, seinen Untertanen ein derartiges Gesetz aufzuerlegen. Darüber hinaus war das Königreich bereits unter den normannischen Vorfahren ein „zentralistischer, ganz auf den König ausgerichteter Staat“.2 Angesichts der historischen Rahmenbedingungen kommen jedoch zu Recht Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit des Capuaner Erlasses auf: Insbesondere die Barone und Grafen des Festlandes hatten es verstanden, sich seit dem Tode Heinrichs VI., sukzessive von der Zentralgewalt zu emanzipieren. So stand Friedrich bei seiner Rückkehr in das sizilische Königreich im Jahre 1220 vor dem Problem, dass der Adel und die oberitalienischen Seehandelsstädte das Königreich weitgehend unter sich aufgeteilt hatten.
An dieser von mir erörterten scheinbar unüberwindbaren Diskrepanz setzt diese Arbeit an. So werden im ersten Teil der Seminararbeit die Assisen von Capua daraufhin untersucht, inwieweit sie dem Ziel dienten, die königliche Gewalt in dem Umfang wiederherzustellen, wie sie unter Wilhelm II. bestand. Außerdem soll untersucht werden, auf welchen Herrschaftsvorstellungen ein „Programm“, wie das der Assisen von Capua, beruhte. Der zweite Teil der Hausarbeit widmet sich der eigentlichen Gretchenfrage: Gelang es, die in den Assisen von Capua formulierten Maßnahmen gegen den Adel durchzusetzen? Und worin lagen die Gründe für die letztlich erfolgreiche Umsetzung der Capuaner Edikte?

1) GARUFI, Carlo Alberto(Hg.): Ryccardi de Sancto Germano notarii Chronica, Bologna 1938, S. 88.
2) KÖLZER, Theo: „Di

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Herrschaftsvorstellung Friedrichs II.

3. Die Assisen von Capua

4. Die Durchsetzung der Capuaner Edikte

4.1 Die Domänen- und Privilegienrevokationen

4.2 Die Verwaltung

4.3 Das Großhofgericht

5. Die Gründe für die erfolgreiche Durchsetzung der Assisen von Capua

6. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Assisen von Capua, die Friedrich II. im Jahr 1220 erließ, um die königliche Gewalt im Königreich Sizilien wiederherzustellen und den Adel durch eine Verwaltungsreform zu entmachten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Friedrich II. seine Herrschaftsvorstellungen durch die Assisen legitimierte und auf welche Weise ihm die praktische Durchsetzung dieser Maßnahmen gegen den widerstrebenden Adel gelang.

  • Herrschaftsauffassung und Legitimation Friedrichs II.
  • Analyse der Assisen von Capua als politisches Programm
  • Methoden der Durchsetzung königlicher Prärogativen
  • Reorganisation der Verwaltung und des Justizwesens
  • Rolle der Privilegien- und Domänenrevokationen

Auszug aus dem Buch

Die Assisen von Capua

Nach achtjähriger Abwesenheit kehrte Friedrich II. im Dezember 1220 in sein Regnum Siciliae zurück. Was er dort vorfand, war ein lediglich nominell einheitliches Königreich. Die Barone und die oberitalienischen Seehandelsstädte Genua und Pisa hatten das Regnum weitgehend unter sich aufgeteilt. Um seinen bereits im vorangegangenen Kapitel behandelten Herrschaftsvorstellungen gerecht zu werden, musste der eben erst gekrönte Kaiser deshalb alle Kräfte dahingehend mobilisieren, „das gewachsene adlige Selbstbewusstsein zu brechen und die Prärogativen des Königs in bewusster Anknüpfung an die verklärten Zeiten Wilhelms II. wieder zur Geltung zu bringen“. Die am 20. Dezember 1220 auf dem Hoftag zu Capua erlassenen zwanzig Assisen, waren das „Programm“ dafür, welches gleichzeitig Friedrichs „Vorstellung von der künftigen Ordnung des Königreichs“ zusammenfasste.

Bereits die erste Assise gibt zu verstehen, wie Friedrich II. sein sizilisches Regnum umgestalten wollte: Die königliche Gewalt sollte in dem Umfang wiederhergestellt werden, wie sie bis zum Tod Wilhelms II. im Jahre 1189 bestand. Dass Friedrich explizit auf das Todesjahr seines normannischen Vetters zurückgriff leuchtet ein: Die königlichen Prärogativen wurden in den Folgejahren sukzessive beschnitten und große Teile des Dominalbesitzes unrechtmäßig entzogen. Außerdem war es dem Staufer nun möglich seine eigenen Erlasse zu rechtfertigen: Die Krone durfte aufgrund normannischer Grundsatzerklärungen bei der Erbfolge königlicher Lehen mitbestimmen. Barone konnten nur noch mit königlichem Einverständnis heiraten. Ebenso bedurfte die Schaffung von Unterlehen königlicher Zustimmung. David Abulafia ist nur zuzustimmen, wenn er hierin eine „Art praktischen Konservatismus“ zu erkennen glaubt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Assisen von Capua ein und stellt die Forschungsfrage nach der Wiederherstellung der königlichen Gewalt sowie der Durchsetzbarkeit der Maßnahmen.

2. Die Herrschaftsvorstellung Friedrichs II.: Dieses Kapitel erläutert die göttliche Legitimation von Friedrichs Herrschaft und sein Verständnis als Mittler zwischen Gott und den Menschen zur Sicherung von pax und iustitia.

3. Die Assisen von Capua: Der Inhalt der Assisen wird hier als politisches Programm dargestellt, das an normannische Traditionen anknüpft, um die königliche Prärogative gegenüber dem Adel zu stärken.

4. Die Durchsetzung der Capuaner Edikte: Dieses Kapitel analysiert die konkreten Mechanismen wie Privilegienrevokationen, den Ausbau der Beamtenstruktur und die Zentralisierung der Gerichtsbarkeit zur Machtfestigung.

4.1 Die Domänen- und Privilegienrevokationen: Die Rückforderung von Kronbesitz und die Überprüfung von Rechtstiteln werden als zentrale Mittel zur Schwächung des Adelseinflusses dargestellt.

4.2 Die Verwaltung: Der Fokus liegt hier auf dem Aufbau einer leistungsfähigen, juristisch geschulten Beamtenschaft, die direkt an die Person des Königs gebunden war.

4.3 Das Großhofgericht: Es wird die Neuausrichtung des obersten Gerichtshofs durch die Einsetzung juristischer Fachkräfte beschrieben, um das Gewaltmonopol in der Rechtsprechung zu sichern.

5. Die Gründe für die erfolgreiche Durchsetzung der Assisen von Capua: Zusammengefasst werden hier die Faktoren für den Erfolg, darunter die Reformvorbereitung, die Schwäche der adligen Opposition und die Stärkung der Rechtssicherheit.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der Assisen als Wegbereiter für ein modern anmutendes, zentralistisches Königtum im Regnum Siciliae.

Schlüsselwörter

Friedrich II., Assisen von Capua, Regnum Siciliae, Herrschaftsvorstellung, Privilegienrevokation, Zentralismus, Verwaltung, Justizwesen, Kaisertum, Lehenswesen, Rechtsgeschichte, Machtmonopol, Staufer, iustitia, Beamtenstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Assisen von Capua aus dem Jahr 1220 und deren Rolle bei der machtpolitischen Konsolidierung Friedrichs II. im Königreich Sizilien.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die herrschaftstheoretischen Grundlagen des Kaisers, die gezielte Entmachtung des Adels durch Gesetzesedikte sowie die Transformation der Verwaltung und Rechtsprechung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Friedrich II. durch die Assisen von Capua seine königliche Autorität gegenüber intermediären Gewalten wiederherstellte und warum dieses Vorgehen trotz anfänglicher Widerstände erfolgreich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenorientierten historischen Analyse, insbesondere unter Einbeziehung zeitgenössischer Chroniken und moderner Forschungsliteratur zur Stauferzeit.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen Assisen, die administrativen Reformen, die Rolle der juristisch ausgebildeten Beamten sowie die Praxis der Privilegien- und Domänenrevokation.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?

Kernbegriffe sind Herrschaftslegitimation, Staufische Verwaltungsreform, Privilegienwesen, Zentralismus und das Regnum Siciliae unter Friedrich II.

Welche Bedeutung kommt der "salvo mandato"-Formel in den Urkunden zu?

Diese Formel unterwarf Privilegien dem Vorbehalt künftiger königlicher Entscheidungen und machte den Adel somit direkt vom kaiserlichen Wohlwollen abhängig.

Warum war die Gründung der Universität von Neapel für das Herrschaftssystem wichtig?

Sie diente als Ausbildungsinstitut für juristisch geschulte Beamte, die das kaiserliche Rechtssystem in den Provinzen stützen und die königliche Autorität durchsetzen konnten.

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Details

Title
Die Assisen von Capua Friedrichs II.
Subtitle
Von Umgestaltung und Durchsetzung des Königreichs Sizilien
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte / Mittelalterliche Geschichte)
Course
Das Regnum Siciliae in normannischer und staufischer Zeit
Grade
1,0
Author
Friedrich Moldenhauer (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V134777
ISBN (eBook)
9783640429042
ISBN (Book)
9783640428991
Language
German
Tags
Assisen Capua Friedrichs Umgestaltung Durchsetzung Königreichs Sizilien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friedrich Moldenhauer (Author), 2008, Die Assisen von Capua Friedrichs II., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134777
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