Die vorliegende Arbeit beschreibt die Genese des Nu Metal und soll die Frage klären, ob Nu Metal bereits als eigenständiges Genre angesehen werden kann. Dabei werden zunächst Kriterien für die Analyse von populärer Musik betrachtet und diese im Hinblick auf die zentrale Fragestellung definiert. Eng im Zusammenhang damit steht der 'Soundbegriff', welcher zunächst definiert und dann für die übergeordnete Fragestellung abgegrenzt wird. Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der allgemeinen Definition eines Genres und der Abgrenzung zum Begriff der Gattung. Ebenfalls wird die schon bestehende Definition des Nu Metal betrachtet.
Die Genese des Nu Metal steht im darauffolgenden Kapitel im Mittelpunkt. Da Nu Metal einer Crossover-Tradition folgt, wird der Begriff Crossover ebenfalls definiert. Darauffolgend wird der historische Zusammenhang erläutert, welcher als direkter Einfluss auf die Herausbildung des Nu Metal gesehen werden kann. Die im theoretischen Teil dieser Arbeit herausgearbeiteten Forderungen an ein Genre werden anhand von drei Songs untersucht, die dem Nu Metal zugeordnet werden können. Betrachtet werden Blind von Korn (1994), Nookie von Limp Bizkit (1999) und One Step Closer von Linkin Park (2000). Korn gelten als 'Urväter' des Nu Metal. Und Limp Bizkit und Linkin Park sind die mit am erfolgreichsten Nu Metal-Bands ihrer Zeit. Die Analyse fokussiert besonders den Sound der Gitarren und des Schlagzeugs sowie das musikalische Zusammenspiel. Die bereits vergleichende Analyse wird im Fazit zusammengeführt, damit die Frage "Ist das schon ein Genre?" beantwortet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
ANALYSE VON POPULÄRER MUSIK
'ANALYSE VON POPULÄRER MUSIK IM VERGLEICH ZU WESTLICHER KUNSTMUSIK'
ZUM THEMA 'SOUND'
GENRE - DEFINITION UND ABGRENZUNG
NU METAL - MUSIKALISCHE DEFINITION
DIE GENESE DES NU METAL - CROSSOVER
DEFINITION UND HISTORISCHER ZUSAMMENHANG
DIE GESCHICHTE DES CROSSOVER ALS STILRICHTUNG
MUSIKALISCHE ANALYSE DREIER NU METAL-SONGS
KORN - BLIND
LIMP BIZKIT - NOOKIE
LINKIN PARK - ONE STEP CLOSER
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese des Nu Metal, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob Nu Metal als eigenständiges Genre innerhalb der Musikgeschichte klassifiziert werden kann. Hierfür werden wissenschaftliche Kriterien zur Analyse populärer Musik sowie Begriffe wie 'Sound' und 'Crossover' theoretisch aufgearbeitet und anhand konkreter Fallanalysen überprüft.
- Theoretische Grundlagen zur Analyse populärer Musik im Vergleich zu Kunstmusik
- Definition und musikwissenschaftliche Abgrenzung des Begriffs 'Genre'
- Historische Entwicklung des Crossover-Phänomens vom Hip-Hop bis zum Metal
- Vergleichende musikalische Analyse der Bands Korn, Limp Bizkit und Linkin Park
- Diskussion der Genrefähigkeit des Nu Metal basierend auf Sound-Charakteristiken
Auszug aus dem Buch
Die Genese des Nu Metal - Crossover
Der Begriff Crossover (engl. für 'Übergang', 'Kreuzung' oder 'Überschneidung') stammt aus der Musikindustrie und beschreibt den Übergang eines Musikstückes von einer Hitliste oder Charts in die andere. Die eindeutigen Grenzen der Musikcharts, die nach Musikstil unterscheiden, greifen hier nicht mehr (vgl. Stilwell, 2001; Shaw, 1982). 1950 unterschied das Billboard-Magazin zwischen Pop-, Rhythm & Blues- sowie Country-Charts (vgl. Horn, 2015). Damit wurde das Crossover zwischen den Musikstilen aus musikindustrieller Sicht erst ermöglicht. Meist hat ein Song aus einer der kleineren Charts (Rhythm & Blues, Country oder Jazz) einen so hohen kommerziellen Erfolg und ist so populär, dass er Aufgrund dieser Popularität in die Pop-Charts übertritt (vgl. Shaw, 1982). So waren beispielsweise im Oktober 1958 sieben der Top10-Hits der Rhythm & Blues-Charts auch gleichzeitig in den Top 10 der Hot-100-Charts (vgl. The Billboard HOT 100, 1958, 13. Oktober; vgl. The Billboard R & B Best Sellers in Stores, 1958, 13. Oktober). Als erfolgreichster Crossover-Künstler gilt Elvis Presley, der sowohl in den Pop-Charts als auch in den Country- und Rhythm & Blues-Charts Nummer Eins Hits hatte (vgl. Stilwell, 2001).
Die Entstehung des Rock 'n' Roll ist ebenfalls stark mit dem Phänomen Crossover verbunden, da gerade in den Anfängen des Rock 'n' Roll in der Mitte der 50er Jahre oft Rhythm & Blues-Hits von weißen Rock 'n' Roll-Künstlern gecovert wurden und somit sowohl in den Rhythm & Blues-Charts und in den Pop-Charts vertreten waren (vgl. Wicke, Ziegenrücker & Ziegenrücker, 1997). Hier wurde also bewusst ein Song einer anderen Musikrichtung gecovert um kommerziellen Erfolg damit zu erlangen. Diese Art der Vermischung von Genres ist in den Grundzügen auch das, was heutzutage unter Crossover verstanden wird.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Genrefähigkeit des Nu Metal anhand musikalischer Kriterien und historischer Zusammenhänge zu prüfen.
ANALYSE VON POPULÄRER MUSIK: Dieses Kapitel erörtert die methodischen Schwierigkeiten bei der Analyse von Popmusik im Vergleich zur klassischen Notenanalyse und fokussiert auf den Begriff des 'Sounds'.
GENRE - DEFINITION UND ABGRENZUNG: Hier werden theoretische Ansätze zur Definition des Musikgenres dargelegt und die soziokulturelle Komponente neben der rein musikalischen Struktur diskutiert.
DIE GENESE DES NU METAL - CROSSOVER: Das Kapitel beleuchtet die Wurzeln des Nu Metal in der Crossover-Bewegung und zeigt die historische Entwicklung von der Kollaboration zwischen Rap und Rock auf.
MUSIKALISCHE ANALYSE DREIER NU METAL-SONGS: Kernstück der Arbeit ist die empirische Untersuchung der Songs von Korn, Limp Bizkit und Linkin Park hinsichtlich ihrer klanglichen Gemeinsamkeiten und stilistischen Besonderheiten.
FAZIT: Das Fazit führt die Analysen zusammen und beantwortet die Ausgangsfrage positiv, ordnet Nu Metal als eigenständiges Genre ein.
Schlüsselwörter
Nu Metal, Crossover, Musikalische Analyse, Popmusik, Gitarrensound, Schlagzeug, Rap-Metal, Genre-Definition, Soundbegriff, Korn, Limp Bizkit, Linkin Park, Musikrezeption, Jugendkultur, Musikgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der musikalischen und historischen Entwicklung des Nu Metal und untersucht, ob dieser Stil als eigenständiges Musikgenre betrachtet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Genres in der populären Musik, die musikwissenschaftliche Analyse von 'Sound' sowie die Entwicklung des Crossovers zwischen Rock, Metal und Hip-Hop.
Wie lautet die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Fragestellung lautet: "Ist Nu Metal bereits als eigenständiges Genre anzusehen?"
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu musikwissenschaftlichen Theorien und einer vergleichenden musikalischen Analyse von drei repräsentativen Songs des Genres.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Genre- und Sounddefinition, einen historischen Abriss des Crossover-Stils sowie eine detaillierte musikalische Werkanalyse ausgewählter Nu Metal-Titel.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nu Metal, Crossover, musikalische Analyse, Popmusik, Klangtexturen und künstlerische Vorbilder.
Warum wird im Rahmen der Analyse gerade Korn als wichtiges Beispiel angeführt?
Korn wird als 'Urvater' des Nu Metal betrachtet, deren Debütalbum wesentliche Standards wie den speziellen Gitarren- und Schlagzeugsound setzte, an denen sich spätere Bands orientierten.
Welche Rolle spielt die Verbindung zwischen Rap und Rock in dieser Analyse?
Die Verbindung zwischen Rap und Rock wird als essenzielles Merkmal des Crossover-Phänomens identifiziert, welches durch die Verschmelzung soziokultureller und musikalischer Elemente den Weg für den Nu Metal bereitete.
- Arbeit zitieren
- Benedikt Kreutz (Autor:in), 2017, Die Genese des Nu Metal. Ist das schon ein Genre?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1347867