Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Social System and Social Structure

Max Webers Analysen zum indischen Kastensystem

Title: Max Webers Analysen zum indischen Kastensystem

Term Paper , 2009 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Becker (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Maximilian Carl Emil Weber (* 21. April 1864; + 14. Juni 1920) verfasste mit seiner
Aufsatzsammlung „Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen“ von 1916 bis 1918 das
Nachfolgewerk seiner Protestantismusstudien „Die protestantische Ethik und der
Geist des Kapitalismus“ und „Die protestantischen Sekten und der Geist des
Kapitalismus“. In „Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen“ beschäftigte er sich neben
Konfuzianismus und Taoismus, dem antiken Judentum und den Pharisäern auch mit
Hinduismus und Buddhismus. Zu den beiden Letzteren verfasste er die Aufsätze
„Das hinduistische soziale System“, „Die orthodoxen und heterodoxen Heilslehren
der indischen Intellektuellen“ und „Die asiatische Sekten- und Heilandsreligiosität“.
In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich maßgeblich mit „Das
hinduistische soziale System“, um mich mit Webers Analysen zum indischen
Kastensystem zu befassen. Eine Auseinandersetzung mit der Wirtschaftsethik des
Hinduismus in Gänze beanspruche ich mit dieser Arbeit allerdings nicht, da dies
einerseits den Rahmen einer einfachen Hausarbeit sprengen würde. Andererseits
liefe es wohl auf eine schlichte Zusammenfassung von Webers Werk „Hinduismus
und Buddhismus“ hinaus. Darüber hinaus liegt mir aber an, den Gehalt von Webers
Analysen (zumindest im Ansatz) auf ihre Aktualität hin zu überprüfen. Eine gewisse
Aktualität sei ihr immerhin von vornherein unterstellt, denn schließlich zählen die
Aufsätze immer noch zu den Standardwerken für alle Indieninteressierten, nicht nur
aus dem Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Daher hoffe ich sehr,
dass obwohl Weber seine Hinduismusstudie in den Jahren von 1917 bis 1918
verfasste, mir dieser „historische Spreizschritt“ von mehr als neunzig Jahren gelingt.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil

Die geographischen und religiösen Rahmenbedingungen des Kastensystems

1. Geographische Eingrenzung

1.1. Verbreitung des Hinduismus

1.2. Der Staat Indien

2. Lehre und Ritus des Hinduismus

Zweiter Teil

Die Sozialstruktur des Kastensystems

1. Die Sozialstrukturkategorie „Kaste“

1.1. Sekte und Kirche

1.2. Stämme

1.3. Gilden und Zünfte

1.4. Sippen

2. Die Untergliederung der Kasten

2.1. Die Brahmanen

2.2. Die Kschatriya

2.3. Die Vaiçya

2.4. Die Çudra

2.5. Die Kastenlosen

Dritter Teil

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit Max Webers Analysen zum indischen Kastensystem in seinem Werk „Das hinduistische soziale System“ auseinander, um die theoretischen Grundlagen des Systems zu beleuchten und deren heutige Relevanz zu hinterfragen.

  • Die geographischen Rahmenbedingungen des Hinduismus und Indiens.
  • Die religiöse Lehre und der Ritualismus innerhalb des Hinduismus.
  • Die soziologische Abgrenzung des Kastenbegriffs von anderen sozialen Strukturen.
  • Die hierarchische Binnengliederung des Kastensystems und die Rolle der Kastenlosen.
  • Die Einschätzung der Stabilität und des potenziellen Wandels des Systems in der modernen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

1. Die Sozialstrukturkategorie „Kaste“

Schon öfter kam mir zu Ohren, dass mit der Umsetzung der „Hartz-Reformen“ der deutschen Bundesregierung („Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“) und insbesondere mit dem so genannten Modul „Hartz IV“ (die Einführung des Arbeitslosengelds II und den damit einhergehenden Sanktionen für Empfängerinnen und Empfänger) das Kastensystem nun wohl auch Einzug in Deutschland hält. Diese zynische Aussage wurde meist mit einem bitteren Schmunzeln belegt. Doch auch wenn durch diese Einführung der soziale Aufstieg für die Betroffenen erschwert und somit die soziale Mobilität eingeschränkt wurde, darf man die Zugehörigkeit zu den „Hartzvierern“ nie so absolut verstehen wie die Zugehörigkeit zu einer Kaste. Denn unter einer Kaste im soziologischen Sinne ist eine „streng abgeschlossene Gesellschaftsschicht“ (Hillmann 2007, S. 415) zu verstehen, deren genannte Abschließung „durch Endogamie innerhalb einer größeren Gruppe von Familien oder durch soziale Diskriminierung Außenstehender“ (Hillmann 2007, S. 415-416) erfolgt.

Die Endogamie, also die „Heiratsordnung, die die Grenzen der sozialen Umgebung festlegt, innerhalb deren die Partnerwahl und Eheschließung erlaubt ist“ (Hillmann 2007, S. 181), findet innerhalb des deutschen Konstrukts schließlich nicht (oder aufgrund von zweckrationalem Handeln auf individueller Ebene bestenfalls eingeschränkt) statt. Auch erfolgt keine Diskriminierung, die nach außen ausgerichtet ist, sondern eher, dass man als Empfängerin oder Empfänger von Diskriminierungen adressiert wird.

Um den Kastenbegriff genauer zu definieren, grenzt Weber ihn zu anderen Begrifflichkeiten von sozialstrukturellen Kategorien, die er bereits im Vorfeld definiert hatte, ab. Soll heißen, dass er sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede aufzeigt, um sich auf diesem Wege einer Kastendefinition zu nähern. Explizit seien hier die Begriffe Sekte und Kirche, Stämme, Gilden und Zünfte sowie Sippen genannt, die im fortlaufenden Abschnitt genauer betrachtet werden sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in Webers Werk und Zielsetzung der Arbeit, die darin besteht, Webers Analysen auf Aktualität zu prüfen.

Erster Teil: Untersuchung der geographischen Ausbreitung des Hinduismus sowie der rituellen und religiösen Grundlagen, die das Kastensystem prägen.

Zweiter Teil: Analyse der Sozialstruktur, wobei der Kastenbegriff durch den Vergleich mit Sekten, Stämmen, Gilden und Sippen soziologisch geschärft wird.

Dritter Teil: Reflexion über die heutige Bedeutung des Kastensystems trotz dessen offizieller Abschaffung und Prognose zur gesellschaftlichen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Max Weber, Hinduismus, Kastensystem, Indien, Sozialstruktur, Kaste, Ritualismus, Reinkarnation, Brahmanen, Kastenlose, Sozialökonomie, Gesellschaftstheorie, Indienstudien, Religionssoziologie, Hierarchie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Untersuchung des indischen Kastensystems basierend auf den Aufsätzen von Max Weber.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die geographische Verbreitung, die religiösen Riten des Hinduismus sowie die interne Sozialstruktur und Hierarchie der Kasten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Webers klassische Analysen zum hinduistischen Kastensystem darzustellen und deren Gehalt sowie Aktualität kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturtheoretische Aufarbeitung, die Webers Originaltexte mit zeitgenössischen soziologischen Definitionen in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der religiösen Rahmenbedingungen und eine detaillierte Analyse der Kastenstruktur sowie deren Abgrenzung zu anderen sozialen Verbänden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Max Weber, Hinduismus, Kastensystem, Sozialstruktur, Ritualismus und Reinkarnation.

Warum zieht der Autor einen Vergleich zwischen Hartz IV und dem Kastensystem?

Dies dient der Veranschaulichung der soziologischen Kastendefinition, wobei der Autor verdeutlicht, dass eine moderne sozialpolitische Kategorie nicht mit der absoluten Exklusivität einer Kaste gleichgesetzt werden kann.

Welche Rolle spielt der Reinkarnationsglaube für das Kastensystem?

Der Glaube an Wiedergeburt und Vergeltung sorgt laut Weber dafür, dass das Interesse an sozialem Aufstieg oder revolutionären Veränderungen im aktuellen Leben der Betroffenen idealtypisch gehemmt wird.

Wie bewertet der Autor die zukünftige Entwicklung des Kastensystems?

Der Autor prognostiziert eine langsame, aber stetige Auflösung des Systems durch gesellschaftliche Modernisierung und wirtschaftliches Wachstum, die jedoch aus der indischen Gesellschaft selbst heraus entstehen muss.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Max Webers Analysen zum indischen Kastensystem
College
University of Hamburg  (Fakultät Wirtschfats- und Sozialwissenschaften, Fachbereich Sozialökonomie)
Course
Sozial- und Gesellschaftstheorie
Grade
2,0
Author
Michael Becker (Author)
Publication Year
2009
Pages
19
Catalog Number
V134804
ISBN (eBook)
9783640427239
ISBN (Book)
9783640423569
Language
German
Tags
Max Weber Soziologie Gesellschaftstheorie Hinduismus Kastensystem Indien Hindu Kaste
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Becker (Author), 2009, Max Webers Analysen zum indischen Kastensystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134804
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint