Dass Kinder schon relativ zeitig nach diesem Themenbereich fragen, womöglich fragen ‚Was macht Werbung und warum?’, liegt nahe, da sie (wie im Folgenden aufgezeigt) täglich und nahezu überall mit Werbung in Berührung kommen. Im Zeitalter der fortschreitenden Mediatisierung unseres Lebens und unseres Wissenserwerbs muss der Werbung gesteigerte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Primärerfahrungen sind im Bereich Bildung bei den meisten Menschen Mangelware. Jeder aufgeklärte und mündige Mensch eignet sich Großteile seines Wissen durch irgendeine Medienform an. Kinder wachsen in dieser hochmedialen Welt auf, nehmen die Medien wie selbstverständlich an (vgl. Lange, 2002, S.822). Da Werbung, transportiert durch welches Medium auch immer, omnipräsent in unserem Alltag vorhanden ist, gelangen einige Information nahezu ungefiltert ins (Unter-)Bewusstsein junger und erwachsener Menschen, weil die gigantische Menge an Information nicht immer bewusst wahrgenommen werden kann (vgl. Lange, 2002, S.825). Der Umgang mit Medien muss demnach geschult und bewusst gemacht werden, um Chancen und Risiken zu erkennen. Für Werbung gilt dies in einem noch höheren Maße, weswegen sich die vorliegende Arbeit mit jenem Sujet beschäftigt.
„Niemand geht zu McDonald’s, aber immer ist es dort voll.“ (Aufenanger, 1997, S.28). Was in, wenn schon nicht tragischer, dann doch richtiger Weise auf diese Fast-Food-Kette zutrifft, gilt in ähnlichem Maße für Werbung und deren Wirkung. Niemand gibt zu, sich davon beeinflussen zu lassen und dennoch werden astronomische Mengen an Geld Jahr für Jahr von der Wirtschaft in die Werbung investiert (vgl. Aufenanger, 1997, S.28). Dem Rezipienten der Werbung „wird Entscheidungsfreiheit suggeriert, und das schließt ein, daß er von sich aus will, was er eigentlich nicht wollte“ (Luhmann, 1996, S.86).
Im folgenden soll nach kurzer Annäherung an eine Erklärung des gesellschaftlichen Wirkungszusammenhangs von Kindern und Werbung erläutert werden, warum das Thema Werbung und damit einhergehend die Werbekompetenz von Schülern wichtiger Bestandteil pädagogischen (schulischen) Arbeitens, ökonomischer Grundbildung sein muss. Zur Unterstützung dessen wird eine Studie vorgestellt, die belegt, dass Werbekompetenz im höheren Maße gefördert werden sollte und das Thema wird auf seine didaktische Brauchbarkeit hin untersucht. Auch soll die notwendige Hinterfragung der Einstellung der (professionellen) Pädagogen bezogen auf dieses Thema begutachtet werden.
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Inhaltsverzeichnis
1. Problemanalyse
1.1 Einleitung:
1.2 Wortherkunft:
1.3 Geschichte der Werbung:
1.4 Formen von Werbung:
1.5 Intention und gesellschaftliche Bedeutung von Werbung:
1.6 Kinder und Werbung:
1.7 Fazit:
2. Didaktische Skizze
2.1 Einleitung:
2.2 Kinder und Werbung:
2.3 Werbekompetenz:
2.4 Werbekompetenz von Kindern und Jugendlichen:
2.5 Werbekompetenz unter Berücksichtigung des Kerncurriculums, des Perspektivrahmens und Wolfgang Klafkis:
2.6 Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der omnipräsenten Bedeutung von Werbung im Alltag von Kindern auseinander, mit dem Ziel, die Notwendigkeit einer frühzeitigen Vermittlung von Werbekompetenz als festen Bestandteil der schulischen Bildung zu begründen.
- Etymologische und historische Entwicklung der Werbung
- Analyse kommerzieller Werbeformen und deren Zielsetzung
- Medienpädagogische Betrachtung der kindlichen Rezeption von Werbung
- Entwicklung von Werbekompetenz im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung:
Diese Problemanalyse setzt sich mit dem Thema ‚Werbung’ auseinander. Dass Kinder schon relativ zeitig nach diesem Themenbereich fragen, womöglich fragen ‚Was macht und Werbung warum?’, liegt nahe, da sie (wie im Folgenden aufgezeigt) täglich und nahezu überall mit Werbung in Berührung kommen. Im Zeitalter der fortschreitenden Mediatisierung unseres Lebens und unseres Wissenserwerbs muss der Werbung gesteigerte Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Primärerfahrungen sind im Bereich Bildung bei den meisten Menschen Mangelware. Jeder aufgeklärte und mündige Mensch eignet sich Großteile seines Wissen durch irgendeine Medienform an. Kinder wachsen in dieser hochmedialen Welt auf, nehmen die Medien wie selbstverständlich an (vgl. Lange, 2002, S.822). Da Werbung, transportiert durch welches Medium auch immer, omnipräsent in unserem Alltag vorhanden ist, gelangen einige Information nahezu ungefiltert ins (Unter-)Bewusstsein junger und erwachsener Menschen, weil die gigantische Menge an Information nicht immer bewusst wahrgenommen werden kann (vgl. Lange, 2002, S.825). Der Umgang mit Medien muss demnach geschult und bewusst gemacht werden, um Chancen und Risiken zu erkennen. Für Werbung gilt dies in einem noch höheren Maße, weswegen sich die vorliegende Arbeit mit jenem Sujet beschäftigt.
Zunächst soll Werbung etymologisch und geschichtlich betrachtet werden, ehe die verschiedenen Formen der Werbung näher begutachtet werden. Anschließend wird auf die Intention der Werbung eingegangen und ihre gesellschaftliche Bedeutung beleuchtet, um zum Abschluss der Arbeit den Bogen zu Werbung und Kindern zu schlagen. Ein Fazit wird die vorliegende Arbeit beenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemanalyse: Dieses Kapitel untersucht die etymologischen Wurzeln, die historische Entwicklung sowie die Intention und gesellschaftliche Bedeutung von Werbung mit einem speziellen Fokus auf die Zielgruppe der Kinder.
2. Didaktische Skizze: Hier wird die Relevanz der Werbekompetenz für den pädagogischen Auftrag thematisiert, wobei aktuelle Studienergebnisse und didaktische Anforderungen aus Kerncurricula und bildungstheoretischen Ansätzen wie denen von Klafki einbezogen werden.
Schlüsselwörter
Werbung, Werbekompetenz, Kinder, Konsum, Medienpädagogik, Werbewirkung, Konsumerziehung, Marktwirtschaft, Identitätsbildung, Werbebotschaft, Sozialisation, Konsumwelt, Werbeziele, Werbeformen, Aufmerksamkeitserzeugung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die omnipräsente Rolle von Werbung in unserer Gesellschaft und deren Auswirkungen auf Kinder als zentrale Konsumentengruppe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Werbung, verschiedene Werbetechniken, die psychologische Wirkung auf Kinder sowie die Notwendigkeit von Medien- und Konsumerziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Notwendigkeit zu untermauern, Werbekompetenz als unverzichtbaren Bestandteil der schulischen Bildung zu verankern, um Kinder zu mündigen Verbrauchern zu erziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Fachliteratur, Studien zur Werbewirkung bei Kindern sowie bildungstheoretische Bezugsrahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Werbung (Etymologie, Geschichte, Formen) analysiert und anschließend im didaktischen Teil die spezifische Werbekompetenz von Kindern kritisch erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Werbekompetenz, Konsumerziehung, Werbewirkung, kindliche Lebenswelt und medienpädagogische Ansätze.
Was bedeutet die Einstufung der Werbekompetenz in Stufen 0 bis 4?
Das Raster dient dazu, das Niveau der Werbekritikfähigkeit von Kindern zu messen – von der Nichterkennung (Stufe 0) bis zum Verständnis des appellativen Charakters und der marktwirtschaftlichen Hintergründe (Stufe 4).
Warum fordern die Autoren eine verbindliche Kennzeichnung von Werbeformaten?
Aufgrund der teils unzureichenden Differenzierbarkeit zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung, insbesondere bei Sponsoring oder Trailern, ist eine klare Kennzeichnung notwendig, damit Kinder Werbung überhaupt als solche identifizieren können.
Inwiefern ist das Konzept der "Gegenwartsbedeutung" nach Klafki hier relevant?
Da Werbung eine den Alltag durchdringende Größe ist, benötigen Kinder spezielle Kompetenzen, um sich in der modernen Konsumwelt orientieren zu können, was die heutige Relevanz des Themas im Unterricht unterstreicht.
- Quote paper
- Moritz Prien (Author), 2009, Kind und Werbung - Problemanalyse und didaktische Skizze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134838