Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit bildet ein Konzept zur Erstellung von nutzergenerierten AudioGuides als Lehrmedium.
Zunächst werden in den Grundlagen die Entwicklung von Hörmedien und die Nutzungsmotive von Jugendlichen erläutert.
Da AudioGuides der Funktionsweise des „Podcasting“ entsprechen, wird hierbei expliziter auf diese Thematik eingegangen. Ferner wird das Nutzungspotential von AudioGuides im Bildungsbereich analysiert, indem die Funktionen von AudioGuides sowohl als Eigenproduktionen als auch als Materialquelle im Unterricht beschrieben werden. Dabei lassen sich AudioGuides als Lehrmedium besonders in den Fächern Kunst und Geschichte bei der Besichtigung von Objekten (z.B. Bauwerke) einsetzen. Bei der Nutzung von AudioGuides müssen die auditiven Informationen mit den visuellen Eindrücken wahrgenommen und verarbeitet werden. Somit können durch AudioGuides Lehrinhalte vermittelt werden.
Das Konzept basiert auf einer Feldstudie, bei der 89 Schüler zur Akzeptanz und Wirkung von AudioGuides befragt worden sind. Dadurch wird verdeutlicht, wodurch die Probanden die Bereitschaft zum Zuhören von AudioGuides zeigen und durch welche Störquellen sie eventuell abgelenkt worden sind. Die Ergebnisse der Studie dienen dazu, Qualitätsmerkmale zur inhaltlichen, sprachlichen sowie akustischen Gestaltung von AudioGuides zu entwickeln. Das Konzept soll als „Leitfaden“ für Schüler und Lehrkräfte dienen, um AudioGuides selbst zu produzieren und anderen Schülern zur Verfügung zu stellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Eingrenzungen zum Thema
1.3 Vorgehensweise
2 Zur Entwicklung und Nutzung von Hörmedien
2.1 Definition Hörmedien
2.1.1 Audioangebote im Web 2.0
2.1.2 Anbietergruppen auditiver Inhalte im Web 2.0
2.1.3 Bedeutung und Nutzung von Audioangeboten für Jugendliche
2.2 Der AudioGuide als „Sonderform“ des Podcast
2.2.1 Technische Grundlagen zur Erstellung von AudioGuides
2.2.2 Der AudioGuide: Vom akustischen Museumsführer zum mobilen Stadtführer
3 AudioGuides in der Schule – Lernen mit allen Sinnen
3.1 Einsatzmöglichkeiten nutzergenerierter AudioGuides im Unterricht
3.1.1 AudioGuides als Materialquelle – Potentiale für den Schüler als Nutzer
3.1.2 AudioGuides selber erstellen – Potentiale für den Schüler als Produzent
3.1.3 Grenzen von AudioGuides als Lehrmedium
3.2 Wissensvermittlung durch AudioGuides
3.2.1 Die Informationsverarbeitung beim Zuhören von AudioGuides
3.2.2 Einfluss auditiver und visueller Wahrnehmung auf die Aufnahme von Informationen
4 Feldstudie zur Akzeptanz und Wirkung von nutzergenerierten AudioGuides
4.1 Akzeptanz der AudioGuides als Lehrmedium
4.2 AudioGuides zur Steigerung von Aufmerksamkeit
4.3 Zusammenhang zwischen auditiver und visueller Wahrnehmung bei der Nutzung von AudioGuides
4.4 Modell zur Wirkung von AudioGuides als Lehrmedium
4.5 Feldstudie und Probanden
4.6 Versuchsablauf
4.7 Erhebungsverfahren
5 Ergebnisse
5.1 Akzeptanztest
5.2 Ergebnisse zur Bedeutsamkeit der sprachlichen und akustischen Gestaltung von AudioGuides
5.3 Ergebnisse zur Bedeutsamkeit der Informationsvermittlung von AudioGuides
5.4 Diskussion der Ergebnisse
6 Konzept zur Erstellung von AudioGuides als Lehrmedium
6.1 Von der Idee zur Umsetzung einer AudioGuide-Produktion
6.2 Analyse der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche AudioGuide-Produktion
6.3 Inhaltliche Qualitätsmerkmale von AudioGuides
6.3.1 Inhaltliche Ausarbeitung – Auswahl der Darstellungsformen
6.3.2 Dramaturgischer Aufbau
6.3.3 Baugeschichtliche und biografische Inhalte
6.4 Sprachliche und akustische Qualitätsmerkmale von AudioGuides
6.4.1 Anschauliche Ausdrucksweise
6.4.2 Authentische Geräusche
6.4.3 Musik in AudioGuides
6.5 Zusammenfassung der Qualitätsmerkmale
7 Fazit und Ausblicke
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Diplomarbeit ist die Entwicklung eines Konzepts zur Erstellung von nutzergenerierten AudioGuides, die als didaktisches Lehrmedium im Unterricht eingesetzt werden können. Dabei wird untersucht, wie Lehrinhalte auditiv, etwa über MP3-Player oder Mobiltelefone, vermittelt werden können, um Schülern ein intensives Lernen „vor Ort“ zu ermöglichen.
- Entwicklung eines Leitfadens für Schüler als Produzenten von AudioGuides.
- Analyse der Wirkung und Akzeptanz von AudioGuides als Lehrmedium durch eine Feldstudie mit 89 Schülern.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen auditiver Wissensvermittlung und visueller Wahrnehmung.
- Definition von Qualitätsmerkmalen für inhaltliche, sprachliche und akustische Gestaltung.
- Förderung der Medienkompetenz durch das Prinzip „von Schülern für Schüler“.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 AudioGuides selber erstellen – Potentiale für den Schüler als Produzent
Schüler können bereits vorhandene AudioGuides zu einem Unterrichtsthema ergänzend nutzen, bei der Produktion von AudioGuides lernen sie jedoch noch spezifischer wie man mit rein auditiven Medienangeboten Inhalte facettenreich darstellt und technisch umsetzt (vgl. Albisser 2008, S. 27). Nach den Ausführungen von Adam (2007) erlangen die Schüler als Produzenten von AudioGuides vor allem Fach-, Medien- und Sozialkompetenz. Auch Reinhard (2008, S. 74) argumentiert, dass sich nicht nur für Schüler als Nutzer von AudioGuides Lernmöglichkeiten eröffnen. Auch im Rahmen einer Produktion wird die Fachkompetenz der Schüler gefördert, weil dabei der Inhalt von ihnen selbst generiert wird. Hierbei verweist Reinhard (vgl. ebd., S. 74) auf das Konzept „Lernen durch Lehren – LdL“:
„Bei Lernen durch Lehren lernen die Schüler den neuen Stoff, in dem sie ihn lehren, also didaktisch aufbereiten, ihren Mitschülern präsentieren und mit ihnen zusammen erarbeiten“ (Agricola 2009).
Im Folgenden werden nun auf die Möglichkeiten der Kompetenzförderungen bei einer AudioGuide-Produktion erläutert.
Fachkompetenz:
Fachkompetenz (auch Sachkompetenz) beschreibt die Fertigkeiten und Kenntnisse in einem bestimmten Sachgebiet (vgl. Duden 2009).
Damit Schüler einen AudioGuide zu einem Unterrichtsthema produzieren können, müssen sie sich zuerst mit dem Inhalt auseinandersetzen. Dies erfolgt durch die aktive Erarbeitung von Unterrichtsthemen, indem Skripte, Nachrichten- und Dokumentationstexte aufgearbeitet werden. Des Weiteren müssen Dialoge und Inhalte strukturiert sowie ein Konzept zur Umsetzung erstellt werden (vgl. Adam 2007). Eine AudioGuide-Produktion erfordert zusätzlich viel Phantasie und bildhaftes Denken, um Zusammenhänge zu begreifen und aus einem Text eine Audio-Aufnahme und letztendlich einen AudioGuide als fertiges „Produkt“ präzise zu konstruieren (vgl. ebd. 2007).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen des Podcasting ein und stellt das Ziel vor, AudioGuides als nutzergenerierte Lehrmedien in den schulischen Kontext zu integrieren.
2 Zur Entwicklung und Nutzung von Hörmedien: Dieses Kapitel definiert Hörmedien und analysiert den AudioGuide als eine Sonderform des Podcasts, wobei insbesondere technische Grundlagen und die Mobilität der Medien betrachtet werden.
3 AudioGuides in der Schule – Lernen mit allen Sinnen: Hier wird der pädagogische Einsatz von AudioGuides als Materialquelle oder Eigenproduktion beleuchtet und die kognitive Informationsverarbeitung beim Zuhören analysiert.
4 Feldstudie zur Akzeptanz und Wirkung von nutzergenerierten AudioGuides: Dieses Kapitel stellt das methodische Vorgehen sowie die Hypothesen zur Wirkung und Akzeptanz von AudioGuides bei Schülern vor.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der Feldstudie werden präsentiert, wobei insbesondere die Akzeptanz, die Bedeutung der sprachlichen/akustischen Gestaltung und die Informationsbehaltung diskutiert werden.
6 Konzept zur Erstellung von AudioGuides als Lehrmedium: Basierend auf den Studienergebnissen bietet dieses Kapitel einen konkreten Leitfaden für Ersteller mit Qualitätsmerkmalen zu Inhalt, Dramaturgie, Sprache und Technik.
7 Fazit und Ausblicke: Das Fazit fasst die Innovationspotenziale zusammen und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung als Plattform für schülergenerierte Inhalte.
Schlüsselwörter
AudioGuide, Podcasting, Lehrmedium, nutzergeneriert, Wissensvermittlung, Feldstudie, Medienkompetenz, Schule, Unterricht, Fachkompetenz, auditive Wahrnehmung, didaktisches Werkzeug, Lernen durch Lehren, Audioaufnahme, Web 2.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption und dem Einsatz von nutzergenerierten AudioGuides als Lehrmedium, um Unterricht lebendiger und interaktiver zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die medienpädagogische Nutzung von Audio-Formaten (Podcasting), die Vermittlung von Wissensinhalten durch mobile Medien und die Förderung von Kompetenzen bei Schülern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung eines Konzepts, das Lehrern und Schülern zeigt, wie sie AudioGuides für den Unterricht eigenständig produzieren und zur Wissensvermittlung nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Feldstudie, in der 89 Schüler zu ihrer Akzeptanz und dem Lernerfolg bei der Nutzung von selbst produzierten AudioGuides befragt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Grundlagen zu Hörmedien, beleuchtet den pädagogischen Nutzen von AudioGuides und leitet daraus konkrete Qualitätsmerkmale für Produktion und Gestaltung ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind AudioGuide, Podcasting, nutzergenerierte Inhalte, Medienkompetenz, didaktisches Lehrmedium und fachübergreifender Unterricht.
Wie beeinflussen externe Störquellen das Lernergebnis bei AudioGuides?
Die Studie zeigt, dass Schüler durch Umgebungsgeräusche oder Mitschüler vom Zuhören abgelenkt werden können, was die Konzentration und damit den Lernerfolg negativ beeinflussen kann.
Welche Rolle spielt die sprachliche Gestaltung in AudioGuides für Schüler?
Schüler bevorzugen eine anschauliche, umgangssprachliche Gestaltung, die lebendig und authentisch wirkt, um sich besser in die Inhalte und die Erzählsituation hineinversetzen zu können.
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- Dipl. Informationswirt Martina Eder (Author), 2009, Ein Konzept zur Erstellung von nutzergenerierten AudioGuides als Lehrmedium, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134842