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VHT als methodischer Zugang in den stationären Erziehungshilfen. Inwiefern sich videobasiertes Arbeiten auf das professionelle Handeln von Fachkräften auswirkt

Titel: VHT als methodischer Zugang in den stationären Erziehungshilfen. Inwiefern sich videobasiertes Arbeiten auf das professionelle Handeln von Fachkräften auswirkt

Masterarbeit , 2022 , 152 Seiten

Autor:in: Felizitas Balzer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Während Komplexität und Herausforderungen eines ohnehin anspruchsvollen Arbeitsfeldes zunehmen, verschlechtern sich zeitgleich seine Arbeitsbedingungen. Um die notwendige hohe Professionalität zu sichern, braucht es auch methodische Zugänge, die diesen Anforderungen begegnen und professionelles Handeln fördern können. Könnte VHT als eine Methode, welche neben den Adressat*innen auch die Ebene der Fachkräfte und deren Bedarfe mitdenkt, Lösungsansätze anbieten? VHT kann im stationären Rahmen mit Kindern und Jugendlichen, Eltern, im Hilfeplangespräch, zu diagnostischen Zwecken und in der Arbeit mit Fachkräften angewandt werden. Professionelles Handeln verläuft nach Hiltrud von Spiegel (2020/2021) auf den Dimensionen WISSEN – KÖNNEN – HALTUNG. Inwiefern wirkt sich videobasiertes Arbeiten auf diese aus? Und welche Wirkungszusammenhänge zeichnen sich ab? Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit mithilfe des qualitativen Verfahrens der Fokusgruppenforschung nach.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

2 Stationäre Erziehungshilfen

2.1 Selbstverständnis und Rahmenbedingungen

2.2 Zielgruppe und Problemstellungen

2.3 Theoretische und konzeptionelle Leitorientierungen

2.4 Methodische Zugänge und Techniken

3 Professionelles Handeln im Kontext der stationären Erziehungshilfen

3.1 Von der Semi-Profession zur reflexiven Professionalität

3.2 Modelle professionellen Handelns

3.3 Methoden und Kompetenzen als Bestandteil professionellen Handelns

3.4 Merkmale professionellen Handelns in stationären Erziehungshilfen

3.5 Institutionelle und personale Merkmale professionellen Handelns

4 Grundlagen der Methode VHT

4.1 Zielsetzung und Methodik des VHTs

4.2 Einordnung in den Methodenbegriff

4.3 Historisch-organisationale Einordnung

4.4 Das theoretische Gerüst: Das VHT-Säulenmodell

4.4.1 Erste Säule: Menschenbild und Empowerment

4.4.2 Zweite Säule: Positiver Lernansatz

4.4.3 Dritte Säule: Einsatz von Videobildern

4.4.4 Vierte Säule: Basiskommunikation

4.5 Das weitere Fundament: Systemische Schule und Bindungstheorie

4.5.1 VHT als systemische Beratungsmethode

4.5.2 Bindungs-, Bedürfnis- und Feinfühligkeitsorientierung

5 VHT im Kontext der stationären Erziehungshilfen

5.1 VHT mit Fachkräften

5.2 VHT zu diagnostischen Zwecken

5.3 VHT im Hilfeplangespräch

5.4 VHT mit Kindern und Jugendlichen

5.5 VHT mit Eltern

6 Empirische Untersuchung

6.1 Forschungsstand und Forschungsinteresse

6.2 Forschungsmethode

6.3 Feldzugang und Sampling

6.4 Datenerhebung

6.5 Datenaufbereitung und -auswertung

6.6 Forschungsethik und Gütekriterien

7 Ergebnisse der Forschung

7.1 Auswirkungen auf professionelles Handeln

7.1.1 Dimension des Wissens

7.1.2 Dimension des Könnens

7.1.3 Dimension der Haltung

7.2 Wirkungsfaktoren und -zusammenhänge

7.3 Professionalität innerhalb der Methode

8 Zusammenfassung und Diskussion

9 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des videobasierten VHT-Ansatzes (Video-Home-Training) auf das professionelle Handeln von Fachkräften in stationären Erziehungshilfen, mit dem Ziel, methodische Potenziale und Wirkmechanismen zur Unterstützung der Fachkräftequalität zu identifizieren.

  • Stationäre Erziehungshilfen: Herausforderungen und Rahmenbedingungen
  • Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit: Modelle und Anforderungen
  • VHT als Methode: Theoretische Grundlagen und Säulenmodell
  • Empirische Analyse: Auswirkungen der Videoarbeit auf Wissen, Können und Haltung von Fachkräften

Auszug aus dem Buch

4.4.1 Erste Säule: Menschenbild und Empowerment

Die erste Säule des VHTs stellt dessen humanistisches Menschenbild dar, eng verwoben mit dem Empowermentansatz, der Ressourcen- und Lösungsorientierung, zu welchen sich die Methode weiterhin bekennt.

Die Suche nach dem Menschenbild des VHTs scheint zunächst zu offenbaren, was bereits Leist feststellt; es wird angedeutet aber nicht weiter konkretisiert (2003: 233). Dennoch trägt sie aus verschiedenen Aufsätzen die Annahmen des VHTs zusammen, dass „1. Väter und Mütter […] den Wunsch [haben], gute Eltern zu sein [,] 2. Sie […] die grundsätzliche Fähigkeit dazu [haben,] 3. Kinder und Eltern […] nicht den negativen[,] sondern den positiven Weg wählen, wenn er ihnen offen steht“ (Leist 2003: 233). Weiter stellt sie fest, dass VHT eine Nähe zur Klient*innenzentrierten Gesprächstherapie nach Rogers aufzuweisen scheint (2003: 207), welcher neben unter anderem Maslow eine*n der Pionier*innen der humanistischen Psychologie darstellt. Jener benennt Kongruenz, bedingungslose positive Zuwendung, empathisches Verstehen und Akzeptanz als bedeutende Haltungen sowie Wirkfaktoren von Gesprächen (Rogers 2006: 276f.). Begleitung, die unter diesen Bedingungen stattfindet, ermöglicht dem Menschen sich zu verwirklich, denn

„[er] besitzt die Fähigkeit und hat die Tendenz, sein Selbstkonzept zu reorganisieren, [so]dass es kongruenter mit der Ganzheit seiner Erfahrung wird, so dass [er] sich von einem Zustand der psychischen Fehlanpassung zu einem Zustand der psychischen Ausgeglichenheit entwickelt“ (Rogers 2009: 55).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Thematik: Zusammenfassung der verschärften Herausforderungen im stationären Setting und Skizzierung des VHT-Ansatzes als mögliche Antwort.

2 Stationäre Erziehungshilfen: Darstellung der Rahmenbedingungen, Zielgruppen und theoretischen Leitorientierungen im Feld der stationären Hilfe.

3 Professionelles Handeln im Kontext der stationären Erziehungshilfen: Präzisierung professionellen Handelns durch Modelle und Kompetenzbeschreibungen in der Sozialen Arbeit.

4 Grundlagen der Methode VHT: Detaillierte Herleitung der theoretischen Fundierung und der vier Säulen des VHT-Modells.

5 VHT im Kontext der stationären Erziehungshilfen: Vorstellungen der konkreten Praxisanwendungen von VHT in verschiedenen Settings der stationären Erziehungshilfe.

6 Empirische Untersuchung: Methodologische Beschreibung des qualitativen Forschungsdesigns, Fokusgruppen und der fallorientierten Analyse.

7 Ergebnisse der Forschung: Präsentation der erhobenen Daten hinsichtlich Wissen, Können, Haltung und Wirkfaktoren des VHT-Einsatzes.

8 Zusammenfassung und Diskussion: Synthetische Betrachtung der Forschungsergebnisse im Abgleich mit den theoretischen Ausgangspunkten.

9 Fazit und Ausblick: Abschließende Würdigung und ethische Reflexion des VHT-Einsatzes sowie Benennung weiterer Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

VHT, Video-Home-Training, Stationäre Erziehungshilfen, Professionelles Handeln, Soziale Arbeit, Empowerment, Ressourcenorientierung, Videoanalyse, Bindungstheorie, Fallverstehen, Pädagogik, Trauma, Diagnostik, Reflexivität, Teamarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptthema dieser Arbeit?

Die Masterthesis untersucht den Einsatz von Video-Home-Training (VHT) als methodischen Zugang in stationären Erziehungshilfen und dessen Auswirkungen auf das professionelle Handeln der dort tätigen Fachkräfte.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die Anforderungen an Fachkräfte in stationären Erziehungshilfen, die theoretischen Grundlagen des VHT-Säulenmodells sowie die praktische Umsetzung der Videoarbeit in verschiedenen Konstellationen.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es wird erforscht, inwiefern sich die videobasierte Beratung auf das Wissen, das Können und die Haltung der Fachkräfte im stationären Kontext auswirkt.

Welche Forschungsmethode wird angewandt?

Die Autorin wählt ein qualitatives Forschungsdesign und führt Fokusgruppen mit Fachkräften aus der Praxis durch, um das implizite Erfahrungswissen zum VHT zu erheben und zu systematisieren.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zum professionellen Handeln im Heimkontext und eine praxisorientierte Beschreibung der VHT-Grundlagen und deren Anwendungsmöglichkeiten.

Durch welche Schlagworte lassen sich die Kernthemen skizzieren?

Die zentralen Aspekte sind VHT, stationäre Erziehungshilfen, professionelle Haltung, Ressourcenorientierung und die videobasierte Reflexion von Interaktionsprozessen.

Warum spielt das "Zirkuläre Denken" für VHT eine Rolle?

Das zirkuläre Denken bildet die Basis für das Verständnis von Verhalten in kreisförmiger Wechselseitigkeit, was den systemischen Anspruch der Methode unterstreicht und Fachkräfte von linearen Ursache-Wirkungs-Unterstellungen wegführt.

Welche Rolle spielt die kritische Reflexion bei der VHT-Anwendung?

Die kritische Reflexion ist essenziell, um die Wirkmacht von Bildern zu steuern, Machtmissbrauch zu verhindern und die ethische Verantwortung der Fachkräfte bei der Bildauswahl und Rückschau zu sichern.

Ende der Leseprobe aus 152 Seiten  - nach oben

Details

Titel
VHT als methodischer Zugang in den stationären Erziehungshilfen. Inwiefern sich videobasiertes Arbeiten auf das professionelle Handeln von Fachkräften auswirkt
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Autor
Felizitas Balzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
152
Katalognummer
V1348438
ISBN (PDF)
9783346851512
ISBN (Buch)
9783346851529
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VHT Video-Home-Training SPIN DGVB videogestützt videobasiert stationäre Erziehungshilfe Wohngruppe Methode Marte Meo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felizitas Balzer (Autor:in), 2022, VHT als methodischer Zugang in den stationären Erziehungshilfen. Inwiefern sich videobasiertes Arbeiten auf das professionelle Handeln von Fachkräften auswirkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348438
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