Die nachfolgende Hausarbeit setzt sich mit Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ auseinander. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Problematik des Geschmacks sowie dem Zusammenhang zur Vornehmheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Historische und Zeitgenössische Hintergründe
1.1. Zum Werk „Jenseits von Gut und Böse“
1.2. Zum Begriff des Geschmacks in der Philosophie
2. Unterscheidungen des Geschmacks bei Nietzsche
2.1. Völker-, Künstler- und Philosophengeschmack
2.1.1. Der deutsche Geschmack
2.1.2. Der demokratische Geschmack
2.1.3. Der Geschmack des Sokrates
2.1.4. Die Geschmäcker europäischer Kulturen
2.2. Guter und schlechter Geschmack
2.2.1. Der schlechte Geschmack
2.2.2. Der gute Geschmack
2.3. Nietzsches Begriff vom Geschmack
3. Der Zusammenhang zwischen Vornehmheit und Geschmack
3.1. Der Begriff des vornehmen Menschen bei Nietzsche
3.2. Der Geschmack und die Vornehmheit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den zentralen Begriff des Geschmacks in Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“ und analysiert dessen tiefgreifende Verknüpfung mit dem Konzept der Vornehmheit im Hinblick auf Nietzsches Moralkritik.
- Nietzsches Verständnis von Geschmack im Kontext der Philosophiegeschichte
- Differenzierung zwischen verschiedenen Geschmacksformen (Völker-, Künstler- und Philosophengeschmack)
- Gegenüberstellung von gutem und schlechtem Geschmack als moralische Kategorie
- Der Zusammenhang zwischen „vornehmem Geschmack“ und dem Ideal des vornehmen Menschen
- Kritik an universalistischen und demokratischen Moralvorstellungen durch den Geschmacksbegriff
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Der deutsche Geschmack
Im Aphorismus 28 beschreibt Nietzsche das Tempo und den Stil der Sprache und die Schwierigkeit diese adäquat zu übersetzen. Er sieht diese Eigenheiten der Sprache im „Charakter der Rasse“ begründet und übt Kritik an dem deutschen Tempo.
„Der Deutsche ist beinahe des presto in seiner Sprache unfähig: also, wie man billig schließen darf, auch vieler der ergötzlichsten und verwegensten nuances des freien, freigeisterischen Gedankens. [...] Alles Gravitätische, Schwerflüssige, Feierlich-Plumpe, alle langwierigen und langweiligen Gattungen des Stils sind bei den Deutschen in überreicher Mannigfaltigkeit entwickelt.“
Für ihn ist die „Steifheit und Zierlichkeit“ der Prosa Goethes Ausdruck des deutschen Geschmacks, der in der „alten guten Zeit“ noch existierte und mit einem Rokoko-Geschmack gleichzusetzen ist. Dadurch dass den Deutschen das Presto fehlt, sind sie nach Nietzsche des freigeisterischen Denkens unfähig. Sein Leiden an der deutschen Literatur wird später von Nietzsche noch einmal aufgegriffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historische und Zeitgenössische Hintergründe: Dieses Kapitel verortet das Werk „Jenseits von Gut und Böse“ in Nietzsches philosophischer Entwicklung und erläutert die geschichtliche Genese des Begriffs „Geschmack“ in der Ästhetik.
2. Unterscheidungen des Geschmacks bei Nietzsche: Der Hauptteil analysiert, wie Nietzsche unterschiedliche Geschmacksphänomene kategorisiert und diese als Werkzeug für seine Moralkritik sowie zur Abgrenzung vom demokratischen Zeitgeist nutzt.
3. Der Zusammenhang zwischen Vornehmheit und Geschmack: Das abschließende Kapitel beleuchtet, wie der „vornehme Geschmack“ das Wesen und Selbstverständnis des vornehmen Menschen bei Nietzsche konstituiert und von der Masse abhebt.
Schlüsselwörter
Nietzsche, Geschmack, Jenseits von Gut und Böse, Vornehmheit, Moralkritik, Ästhetik, Historischer Sinn, Freier Geist, Demokratischer Geschmack, Wertschätzung, Perspektivismus, Tugend, Kultur, Subjektivität, Urteilskraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und Problematik des Geschmacksbegriffs in Friedrich Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die philosophischen Grundlagen des Geschmacks, die Typologisierung verschiedener Geschmäcker und deren Bezug zu moralischen Werten sowie dem Ideal der Vornehmheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Nietzsches Verständnis von Geschmack herauszuarbeiten und zu zeigen, wie er diesen Begriff einsetzt, um bestehende Moralen zu kritisieren und ein elitäres Modell des vornehmen Menschen zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine textimmanente Analyse der Aphorismen aus „Jenseits von Gut und Böse“ unter Einbeziehung philosophischer Sekundärliteratur zu Nietzsche und dem Geschmacksbegriff.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der verschiedenen Geschmacksformen, die Unterscheidung zwischen gutem und schlechtem Geschmack sowie die Erörterung des „vornehmen Geschmacks“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Nietzsches Moralkritik, der Begriff des Geschmacks, Perspektivismus, Vornehmheit und die Kritik an der demokratischen Herdenmoral.
Wie unterscheidet Nietzsche zwischen dem deutschen und dem französischen Geschmack?
Nietzsche kritisiert den deutschen Geschmack als schwerfällig und arm an Nuancen, während er Frankreich als Schule des raffinierten Geschmacks und der geistigen Kultur rühmt.
Warum bezeichnet Nietzsche den „historischen Sinn“ als unvornehm?
Er betrachtet den „historischen Sinn“ als mangelhaft in Bezug auf Geschmack, da er den Dingen nicht gerecht werde und das Vollkommene und Reife nicht erfassen könne.
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- Saskia Nicolai (Autor), 2009, Zur Problematik des Geschmacks in Nietzsches Werk „Jenseits von Gut und Böse“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134894