Bei der vorliegenden Ausarbeitung handelt es sich um eine kritische Betrachtung von Onlinetherapie am Beispiel Depression. Den Leser dieser Arbeit erwartet im zweiten Kapitel ein Einblick in das Krankheitsbild Depression sowie Grundkenntnisse über computervermittelte Kommunikation. Die Forschungsfrage und die Zielsetzung dieser Arbeit wird in Kapitel drei vorgestellt. Die eingesetzte Methodik, die zu Beantwortung der Forschungsfrage eingesetzt wurde, steht unter Kapitel vier. Im Ergebnisteil werden die schreib-basierte Psychotherapie bei Depression und deren Wirksamkeit näher erläutert. In Kapitel sechs werden die gewonnenen Erkenntnisse vor dem theoretischen Hintergrund diskutiert. Im Fazit wird die Forschungsfrage beantwortet.
Laut dem Bundesministerium für Gesundheit gehören depressive Störungen zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Die WHO (2017) geht davon aus, dass weltweit ca. 322 Millionen Menschen von Depressionen betroffen sind. Das wären mehr als 4,4% der Weltbevölkerung und 18% Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Für Deutschland schätzt die WHO die Zahl der Menschen mit Depressionen auf 4,1 Millionen, 5,2% der Bevölkerung. Menschen mit einer Depression verändern sich, ziehen sich zurück, leiden unter gedrückter Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit bis hin zu Schuldgefühlen. Häufig berichten Betroffene von körperlichen Beschwerden, Schlaf- oder Appetitstörungen. Das wichtigste Element in der Behandlung von Depression ist, neben der medikamentösen Therapie, die Psychotherapie. Trotz der Einführung der psychotherapeutischen Sprechstunde von April 2017 bestehen weiterhin lange Wartezeiten auf einen ambulanten Psychotherapieplatz. Die Sprechstunde soll einen niederschwelligen Zugang zur ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ermöglichen. Im Vordergrund stehen die Beratung, Information und Aufklärung über psychotherapeutische Interventionen. Zukünftig sollen telemedizinische Leistungen das bestehende psychotherapeutische Behandlungsspektrum sinnvoll ergänzen. Bislang verhinderte das aus den zwanziger Jahren stammende Verbot den Aufbau telemedizinischer Strukturen. Nun hat der Deutsche Ärztetag das Verbot der Fernbehandlung gelockert, so dass künftig Patienten ohne vorherigen persönlichen Erstkontakt telefonisch oder per Internet behandelt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 COMPUTERVERMITTELTE KOMMUNIKATION
2.1.1 Das Internet als Informationsmedium
2.1.2 Das Internet als Kommunikationsmedium
2.1.3 Das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium
2.2 DEPRESSION
3 FRAGESTELLUNG UND ZIELFORMULIERUNG
4 METHODIK
5 ERGEBNIS
5.1 SCHREIBBASIERTE PSYCHOTHERAPIE BEI DEPRESSION
5.1.1 Identifizierung von depressiven Symptomen
5.1.2 Tagesstruktur und Aufbau positiver Aktivitäten
5.1.3 Lebensziele
5.1.4 Kognitive Umstrukturierung
5.1.5 Rückfallprophylaxe und Abschied
5.2 WIRKSAMKEIT ONLINETHERAPEUTISCHER INTERVENTIONEN
6 DISKUSSION
7 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Chancen und Potenziale der Online-Therapie am Beispiel der Behandlung von Depressionen, um Wege aufzuzeigen, wie digitale Versorgungsangebote die teils langen Wartezeiten in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung überbrücken oder sinnvoll ergänzen können.
- Grundlagen der computervermittelten Kommunikation
- Krankheitsbild Depression und deren Symptomatik
- Schreibbasierte Therapieansätze bei Depression
- Wirksamkeitsanalyse digitaler Interventionen
- Chancen und Risiken der Online-Psychotherapie
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Identifizierung von depressiven Symptomen
Das erste Modul beginnt für den Klienten mit einer Beschreibung der depressiven Symptomatik. Der Klient wird gebeten, eine typische Situation aufzuschreiben, in der er in den vergangenen zwei Wochen depressive Symptome erlebte, mit dem Fokus auf psychische Beschwerden, körperliche Symptome und zwischenmenschliche Probleme. Zuvor ist über die Depressionssymptomatik aufgeklärt worden. Therapeut als auch Klient erhalten einen ersten Eindruck, wie sich Situationen entwickeln, die später zu einer depressiven Symptomatik führen. Konsequenzen des spezifischen Verhaltens werden durch die Detailbeschreibung der auslösenden Situation und der Selbstbeobachtung der depressiven Symptomatik bewusst gemacht. Klienten werden angeregt, über eine alternative Betrachtung der Situation nachzudenken. Der Perspektivwechsel ermöglicht es den Klienten Handlungsalternativen zu entwickeln. Diese Vorgehensweise stellt eine erste Möglichkeit der Verhaltensanalyse dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die steigende Prävalenz von Depressionen und die problematischen Wartezeiten in der ambulanten Versorgung, wodurch das Ziel einer kritischen Untersuchung von Online-Therapie als komplementärer Versorgungsform definiert wird.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel führt in die computervermittelte Kommunikation ein und beschreibt sowohl deren verschiedene Modi als auch die klinischen Grundlagen sowie die diagnostischen Merkmale von Depressionen.
3 FRAGESTELLUNG UND ZIELFORMULIERUNG: Hier wird die Problematik der langen Wartezeiten auf Psychotherapieplätze dargelegt und die Forschungsfrage zu den Chancen der Online-Therapie bei Depressionen formuliert.
4 METHODIK: Das Kapitel beschreibt die durchgeführte Literaturrecherche im Zeitraum von Mai bis Juli 2019 zur fundierten Beantwortung der Forschungsfrage.
5 ERGEBNIS: Der Ergebnisteil erläutert die Struktur schreibbasierter Online-Therapiemodule und wertet den aktuellen Forschungsstand hinsichtlich der Wirksamkeit Internet-basierter Interventionen aus.
6 DISKUSSION: Die Diskussion analysiert die Vor- und Nachteile der Online-Therapie, einschließlich ethischer Aspekte, Grenzen der Diagnostik und der Bedeutung der Anonymität für Patienten.
7 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst zusammen, dass Online-Therapie eine wirksame Unterstützung bietet, betont jedoch die Notwendigkeit weiterer Forschung zur therapeutischen Allianz in digitalen Settings.
Schlüsselwörter
Online-Therapie, Depression, computervermittelte Kommunikation, Psychotherapie, e-Mental-Health, Wirksamkeit, Präventionsbehandlung, Blended Treatment, Kognitive Verhaltenstherapie, Wartezeiten, Psychohygiene, Interventionen, Selbsthilfe, Versorgungssystem, Patientenbetreuung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich kritisch mit der Online-Therapie als einer modernen Form der psychologischen Unterstützung für an Depressionen erkrankte Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Internet und Medizin, der Symptomatik depressiver Erkrankungen sowie den praktischen Möglichkeiten und therapeutischen Wirksamkeitsnachweisen von Online-Interventionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Chancen die Online-Therapie am Beispiel der Depression bietet, insbesondere im Hinblick auf die Überbrückung von Versorgungslücken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer orientierenden Literaturrecherche, die im Zeitraum von Mai bis Juli 2019 durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Vorstellung der schreibbasierten Therapie bei Depression sowie eine Analyse der Wirksamkeit und der Vor- und Nachteile von Online-Therapien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Online-Therapie, Depression, e-Mental-Health, Wirksamkeit, computervermittelte Kommunikation und Patientenversorgung.
Wie unterscheidet sich die Online-Therapie von einer klassischen Face-to-Face-Therapie?
Neben der zeitlichen und geographischen Flexibilität des Online-Angebots gibt es signifikante Unterschiede in der nonverbalen Kommunikation, da Mimik, Gestik und Tonfall beim textbasierten Austausch entfallen.
Welche Grenzen werden speziell für die Online-Therapie bei Depressionen genannt?
Neben technischen Risiken und Datenschutzbedenken stellen insbesondere akute Suizidalität und bestimmte schwere Störungsbilder (z.B. Psychosen) deutliche Grenzen für diese Therapieform dar.
- Arbeit zitieren
- Simone Mebdouhi (Autor:in), 2019, Psychotherapie über das Internet. Welche Chancen bietet die Online-Therapie am Beispiel Depression?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348976