Umweltpolitik spielt sowohl auf kommunaler, als auch auf Bundes- und Länderebene eine immer größer werdende Rolle. Aber auch auf internationaler Ebene werden zunehmend Versuche unternommen - wie z.B. das Kyoto- Protokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonventionen der Vereinten Nationen- denen ein wachsendes Bewusstsein für den supranationalen Charakter der Umweltproblematik zu Grunde liegt. Der Treibhauseffekt und die daraus resultierende Kettenreaktion von globaler Erwärmung, Gletscherschmelze und Anstieg des Meeresspiegels, ist nicht bloß ein Problem bzw. die Schuld eines einzigen Industriestaates, sondern liegt in der Gesamtverantwortung aller Länder mit einem relativ hohen Ausstoß von Abgasen. Das gilt auch für viele weitere Arten von Umweltbelastungen bzw. Umweltverschmutzungen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Das ökologische System und die wichtigsten Umweltbelastungen im kommunalen Bereich
Stadt- und Raumplanung als ökologische Herausforderung
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die kommunale Ebene als zentralen Ort der Umweltpolitik und analysiert das Spannungsfeld zwischen ökologischen Erfordernissen und ökonomischen Interessen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Kommunen trotz begrenzter Handlungsspielräume durch Präventivmaßnahmen und Planungsinstrumente einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.
- Grundlagen ökologischer Systeme und deren Bezug zum kommunalen Handeln
- Die Rolle der Stadt- und Raumplanung als ökologische Gestaltungsaufgabe
- Kommunale Instrumente wie Umweltschutzberichte und Umweltverträglichkeitsprüfungen
- Konflikte zwischen wirtschaftlichen Interessen und ökologischer Nachhaltigkeit
Auszug aus dem Buch
Stadt- und Raumplanung als ökologische Herausforderung
Bereits zu Begin der 70er Jahre ist die ökologische Grenze in das kollektive Bewusstsein getreten. Allerdings galt die umweltpolitische Aufmerksamkeit zunächst nur den medialen Umweltbelastungen, also Wasser, Luft und Boden. Zahlreiche Probleme wurden hierbei jedoch –unter anderem auch auf Grund ihrer für natürliche Kreisläufe typischen synergetischen Verhältnisse- nicht erfasst.
Da mediale Umweltbelastungen, wie etwa mangelhafte Wasserqualität, verseuchte Böden, oder schlechte Luft, lediglich Symptome der umweltschädigenden Ursachen sind, und –wie aus der Medizin bekannt- Symptombekämpfung alleine keine dauerhafte Lösung ist, sind im Laufe der Jahre weitere Bereiche – wie z.B. die Auseinandersetzung mit räumlichen Dimensionen- in den umweltpolitischen Blickwinkel gerückt.
Auf der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages im Jahre 1973 hieß es: „Umweltschutz und Planung der Umwelt sind wichtige Bereiche einer umfassenden Stadtentwicklung. Aufgaben, die heute unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes gesehen werden, sind für die Städte an sich nicht neu: Beschaffung des Trinkwassers, Abfallbeseitigung, Abwasserwirtschaft sind überkommene kommunale Aufgaben. Seit Stadtplanung betrieben wird, gehört auch der Schutz des Menschen vor nachteiligen Auswirkungen zu deren wesentlichem Inhalt […] Auf welch breiter Ebene die Städte mit Umweltproblemen konfrontiert werden und welche Fülle von Aufgaben sie zu meistern haben, stellte die Stadt Köln im Jahre 1971 in einer Untersuchung fest. Annähernd hundert Gesetze. Verordnungen und Satzungen betreffen direkt oder indirekt den kommunalen Umweltschutz […] Die Gemeindeordnungen verpflichten die Städte, das Wohl ihrer Bürger zu fördern; das bedeutet, den Bürgern lebenswerte Daseinsbedingungen zu schaffen. Dazu gehört nicht nur der Umweltschutz, sondern auch die Erhaltung und Förderung des materiellen Wohlstandes, der Bildungsmöglichkeiten und des sozialen Ausgleichs. Es muss erkannt werden, dass der Aufwand für den Umweltschutz den Spielraum zur Erfüllung der anderen kommunalen Grundziele entsprechend mindert; daraus ergibt sich die Pflicht zur sachgerechten Abwägung.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die kommunale Umweltpolitik als Handlungsraum, der trotz globaler Herausforderungen spezifische Möglichkeiten für lokales Handeln bietet.
Das ökologische System und die wichtigsten Umweltbelastungen im kommunalen Bereich: Analyse der ökologischen Grundlagen und Darstellung der verschiedenen Belastungsarten im städtischen Umfeld sowie deren Ursachen.
Stadt- und Raumplanung als ökologische Herausforderung: Untersuchung der historischen und strukturellen Entwicklung des Umweltschutzes in der Stadtplanung, insbesondere im Hinblick auf Flächennutzung und administrative Entscheidungsstrukturen.
Schluss: Zusammenfassung der zentralen umweltpolitischen Schwerpunkte auf kommunaler Ebene und Aufruf zu einem ganzheitlicheren ökologischen Bewusstsein.
Schlüsselwörter
Kommunale Umweltpolitik, Stadtplanung, Ökosystem, Umweltbelastung, Raumplanung, Präventivmaßnahmen, Umweltschutzbericht, Umweltverträglichkeitsprüfung, Energieverbrauch, Nachhaltigkeit, Flächeninstrumentarium, Emissionsschutz, Abfallwirtschaft, ökologische Grenze, Stadtorganismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle der Kommunen im Umweltschutz und untersucht, wie umweltpolitische Maßnahmen in den komplexen Verwaltungs- und Planungsalltag einer Stadt integriert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören der Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Stadtklimaproblematik, die Rolle der Bauleitplanung sowie der Konflikt zwischen ökonomischen Interessen und ökologischen Notwendigkeiten.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Dokuments?
Es wird untersucht, welche Möglichkeiten und Grenzen Gemeinden bei der Bewältigung ihrer kommunalen Umweltschutzaufgaben haben und wie eine sachgerechte Abwägung zwischen ökologischen Zielen und anderen kommunalen Grundzielen gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Darstellung von Umweltbelastungen und stützt sich auf theoretische Ansätze, Modelle des Stadtorganismus sowie Fallbeispiele (z.B. Wiesbaden, Brüssel), um kommunale Handlungsmuster zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Systematik der Umweltaufgaben, den Einsatz von Instrumenten wie Umweltberichten und Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie die Bedeutung der Flächenplanung und Energienutzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie kommunale Umweltpolitik, Stadtorganismus, Präventivmaßnahmen und das Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie charakterisiert.
Warum spielt die Stadtplanung bei der ökologischen Herausforderung eine so zentrale Rolle?
Die Stadtplanung entscheidet über Flächennutzung, Verkehrsströme und bauliche Strukturen, die wiederum maßgeblich die Umweltqualität einer Stadt und deren Energiebedarf beeinflussen.
Welche Rolle spielt das „kommunale Externalisierungsverhalten“ im Dokument?
Das Konzept beschreibt die historische Tendenz von Kommunen, ökologische Folgeprobleme (wie Abfall oder Abwasser) aus dem eigenen Zuständigkeitsbereich auszulagern, anstatt sie ganzheitlich vor Ort zu lösen.
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- Anonym (Author), 2008, Kommunale Umweltpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134901