Im Rahmen der vorliegenden Sekundäranalyse stütze ich mich bei den folgenden Untersuchungen ausschließlich auf den Datensatz der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS). Hierbei handelt es sich um eine repräsentative Querschnittsstudie, die seit 1980 in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt wird und als gesellschaftliche Dauerbeobachtung für die Bundesrepublik Deutschland angelegt ist.
In meiner Analyse verwende ich den ALLBUS- Datensatz aus dem Jahr 1990, der erstmalig den Themenbereich und gleichzeitigen Fragenschwerpunkt „Sanktion und abweichendes Verhalten“ beinhaltet. Ausgehend von diesen Daten will ich im Folgenden ein Theoriemodell –bestehend aus mehreren Hypothesen- erstellen und seine statistische Haltbarkeit prüfen, wobei die abhängige Variable im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen soll.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
ALLBUS 1990
PRETESTS ZUR ALLGEMEINEN BEVÖLKERUNGSUMFRAGE
ZUR ALLGEMEINEN BEVÖLKERUNGSUMFRAGE 1990
THEORIEMODELL
VERWENDETE VARIABLEN, KONSTRUKTE UND THEORIEGEFLECHT
STATISTIK
HYPOTHESEN UND BIVARIATE KORRELATIONEN
MULTIPLE REGRESSIONEN
Regression I:
Regression II:
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, auf Basis des ALLBUS-Datensatzes von 1990 den Einfluss verschiedener demografischer und sozioökonomischer Faktoren auf die individuelle Gewalttoleranz der Bevölkerung zu untersuchen und zu prüfen, inwieweit sich dies statistisch belegen lässt.
- Sekundäranalyse von Einstellungsdaten zur Gewalttoleranz
- Empirische Überprüfung von Hypothesen zu demografischen Einflussgrößen
- Einsatz von bivariaten Korrelationen und multiplen Regressionsanalysen
- Konstruktion und Operationalisierung von Variablen im Kontext der Gewaltforschung
- Kritische Reflexion der methodischen Rahmenbedingungen der ALLBUS-Erhebung
Auszug aus dem Buch
Verwendete Variablen, Konstrukte und Theoriegeflecht
Ziel der vorliegenden Sekundäranalyse ist es herauszufinden, von welchen Faktoren die Einstellung der Befragten zur Gewalt abhängig sein könnte. Hierbei ergibt sich aus der Datenlage zunächst eine definitorische Einschränkung des Begriffs ‚Gewalt’: Da im Fragenschwerpunkt des verwendeten Allbus Datensatzes keine geeigneten Fragen zu Formen psychischer Gewalt enthalten sind, beschränkt sich die Analyse auf einen Gewaltbegriff, der hauptsächlich die physische Dimension erfasst.
Bei diesen möglichen Indikatoren handelt es sich ausnahmslos um Einstellungsvariablen, womit eine handlungstheoretische Betrachtung des Themas ausgeschlossen ist. Im Mittelpunkt der einstellungstheoretischen Überlegungen steht das Konstrukt ‚Gewalttoleranz’. Fällt die moralische Beurteilung des jeweiligen Verhaltens positiv aus (z.B. Gewalt bei Widerspruch ‚Überhaupt nicht schlimm’), so bedeutet das eine hohe Gewalttoleranz. Wird die Gewalt bei Widerspruch hingegen mit ‚Ziemlich schlimm’ oder ‚Sehr schlimm’ bewertet, so liegt eine niedrige bzw. keine Gewalttoleranz vor.
Ausgehend von diesem Konstrukt, gilt es nun die potenziellen Prädiktoren zu ermitteln. Hier bieten sich zunächst allgemeine demografische Merkmalsträger wie Geschlecht (V220), Alter (V369), Schulbildung (V221), Einkommen (V539) etc. an, wobei die Variablen Bildung und Einkommen Aufschluss über die jeweilige Schichtzugehörigkeit geben sollen, weshalb auch zusätzlich die subjektive Schichteinstufung (V110) betrachtet wird. Die politische Links-Rechts-Selbsteinstufung (V109) soll darüber hinaus Aussagen über autoritäre bzw. konservative Werthaltungen ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Es wird der Datensatz der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) vorgestellt und die spezifische Fragestellung zur Gewalttoleranz innerhalb des Themenschwerpunkts „Sanktion und abweichendes Verhalten“ erläutert.
ALLBUS 1990: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Grundlagen der Erhebung, einschließlich der Pretests, der Stichprobengenerierung und der Zusammensetzung des Fragebogens.
THEORIEMODELL: Es werden die theoretischen Konstrukte definiert und die Variablen operationalisiert, um den Zusammenhang zwischen demografischen Faktoren und der Gewalttoleranz theoretisch zu fundieren.
STATISTIK: Die statistische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen erfolgt mittels bivariater Korrelationen und multipler Regressionsanalysen, um den prädiktiven Wert der Variablen zu bestimmen.
FAZIT: Die Ergebnisse der statistischen Analysen werden zusammengefasst und kritisch diskutiert, wobei die Bestätigung bzw. Verwerfung der Hypothesen sowie methodische Limitationen bewertet werden.
Schlüsselwörter
Gewalttoleranz, ALLBUS 1990, Sekundäranalyse, Sanktion, abweichendes Verhalten, soziale Schicht, demografische Merkmale, Regressionsanalyse, Einstellungsforschung, Gewaltbegriff, moralische Bewertung, politische Selbsteinstufung, Delinquenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit einer Sekundäranalyse von Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage (ALLBUS) aus dem Jahr 1990, um die Faktoren zu identifizieren, die die Einstellung von Personen gegenüber Gewalt beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Messung von Gewalttoleranz, der Einfluss des sozialen Status, demografische Unterschiede sowie die moralische Bewertung von Gewalthandlungen in spezifischen Situationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Analyse?
Ziel ist es zu untersuchen, ob und in welchem Maße Gewalttoleranz demografisch bedingt ist und welche Prädiktoren (wie Alter, Geschlecht, Bildung) die Einstellung zur Gewalt am stärksten erklären.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden für die Analyse verwendet?
Es wurden statistische Verfahren angewendet, namentlich bivariate Korrelationsanalysen sowie multiple Regressionsanalysen, um die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Variablen quantitativ zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Theoriemodell und die verwendeten Variablen erläutert, gefolgt von einer detaillierten statistischen Auswertung der Hypothesen sowie der Durchführung von Regressionsmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gewalttoleranz, ALLBUS 1990, soziale Schichtung, statistische Signifikanz und moralische Urteilsbildung charakterisiert.
Warum wurde eine Einschränkung des Gewaltbegriffs vorgenommen?
Aufgrund der Datenlage im ALLBUS-Fragebogen, der keine ausreichenden Fragen zu psychischer Gewalt enthielt, musste sich die Analyse auf physische Gewaltformen beschränken.
Welche Bedeutung kommt dem Split-Verfahren im Datensatz zu?
Die Aufteilung des Datensatzes in Split 1 und Split 2 führte zu statistischen Beschränkungen, da nicht alle Variablen für die gesamte Stichprobe zur Verfügung standen, was die Anzahl der validen Fälle für bestimmte Analysen verringerte.
Was lässt sich zur Rolle des Alters bei der Gewalttoleranz sagen?
Die Analyse konnte tendenziell bestätigen, dass ältere Generationen körperliche Züchtigungsmaßnahmen im Vergleich zu jüngeren Generationen als weniger schwerwiegend bewerten.
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- Anonym (Author), 2008, Einstellungsmessungen zur Gewalttoleranz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134904