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Die individuelle Transformation der Identität. Wie Schule sozialer Ungleichheit vorbeugen kann

Titel: Die individuelle Transformation der Identität. Wie Schule sozialer Ungleichheit vorbeugen kann

Akademische Arbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nessa Ahmadkhani (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit Schule und Unterricht trotz divergierenden sozialen Realitäten der Reproduktion sozialer Ungleichheit entgegenwirken können? Für ein aufschlussreiches Fazit wird der Habitusbegriff im Folgenden expliziert und die von ihm ausgehenden Ursachen sozialer Ungleichheit erläutert. Letztere werden sowohl in den gesellschaftlichen Strukturen als auch in den handelnden Akteuren gesucht, die im Habituskonzept Pierre Bourdieus miteinander verschränkt sind, was meint, dass sich Individuum und Gesellschaft (durch Interaktion) gegenseitig erzeugen. Diese Faktizität dient dieser Arbeit im Folgenden als Grundlage für eine Theorie der Praxis, die die Bedeutung der handelnden Akteure hervorhebt und unter Unterricht Orte und Gelegenheiten versteht, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, der Komplexität der Welt und den Formen des Zusammenlebens zu begegnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Habitus – Eine Interpretation

2.1.1 Habitus als strukturierte Struktur

2.1.2 Habitus als strukturierende Struktur

2.1.3 Struktur versus Strukturiertheit

2.2 Die individuelle Transformation der Identität

2.2.1 Mindsight – Eine neue Wissenschaft der Transformation

2.2.2 Mindsight und Schule – Eine Theorie der Praxis

3 Resümee

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss des Habitus auf Bildungschancen in Deutschland und hinterfragt, inwieweit pädagogische Ansätze, insbesondere das Konzept des Mindsight, zur Transformation individueller Identitäten beitragen können, um sozialer Ungleichheit im Bildungssystem entgegenzuwirken.

  • Bedeutung des Habitus als Bindeglied sozialer Ungleichheit
  • Mechanismen der Reproduktion sozialer Strukturen in der Schule
  • Potenziale von Mindsight für die persönliche und pädagogische Transformation
  • Die Rolle von achtsamen Beziehungen und Lernumgebungen
  • Möglichkeiten zum Aufbruch starrer habitueller Denk- und Handlungsmuster

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Habitus als strukturierte Struktur

Der Habitus ist strukturierte Struktur, was heißt, dass sich die soziale Position im Menschen niederschlägt. Von welcher Bedeutung dabei die Strukturen der jeweiligen sozialen Position sind, in die der Einzelne hineingeboren wird, offenbart sich, wenn es heißt, dass der Mensch nicht erst Mitglied einer Gesellschaft wird, sondern es von Geburt an ist (vgl. Krais/Gebauer 2002, S. 61). Durch die Erkenntnisse der heutigen Hirnforschung kann sogar davon ausgegangen werden, dass sich die Prägung durch milieubedingte Einstellungen, Handlungen oder auch (prekäre) Lebensbedingungen bereits auf das Gehirn des Ungeborenen auswirken kann. Diese einschneidende frühe Prägung setzt sich dann mit der Geburt fort, indem das noch „unreife Gehirn“ durch die konkrete Umwelt und von den Bezugspersonen (Beziehungen) geformt wird, durch die das Neugeborene in soziale Zusammenhänge und Interaktionen eingebunden wird und sich spätestens von da an in einer aktiven Auseinandersetzung mit der Welt befindet (vgl. ebd.), was mimetisches Tun in der Interaktion mit anderen voraussetzt (vgl. ebd., S. 64).

„Mimetisches Lernen, ein Lernen in der körperlich-sinnlichen Interaktion […], Lernen durch Mitmachen, durch Abgucken, Ausprobieren und Einüben, aber auch durch körperliches Handeln, durch spezifische Bewegungen und Gesten, spielt eine zentrale Rolle bei der Ausbildung des Habitus.“ (Krais/Gebauer 2002, S. 62).

Der Mensch macht also Erfahrungen, bildet seinen ,praktischen Sinn‘ durch Abgucken, Nachmachen und Einüben aus, der nichts anderes ist als „Natur gewordene, in motorische Schemata und automatische Körperreaktionen verwandelte gesellschaftliche Notwendigkeit.“ (Bourdieu 1987, S. 127; Krais/Gebauer 2002, S. 75). Schemata meint auch, dass das Denken durch die vom Subjekt vorgenommenen Konstruktionsbildungen, die mit den Jahren zu immer komplexerem Erfahrungswissen zusammengefasst werden, automatisiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den hohen Einfluss der sozialen Herkunft und des Habitus auf Bildungschancen in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, wie Schule diesen Ungleichheiten entgegenwirken kann.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert den Habitusbegriff nach Bourdieu als strukturierte und strukturierende Einheit und diskutiert Möglichkeiten der persönlichen Identitätsveränderung durch Mindsight im Bildungskontext.

2.1 Habitus – Eine Interpretation: In diesem Teilabschnitt wird der Habitus als System dauerhafter Dispositionen und als Bindeglied zwischen Individuum und sozialer Struktur theoretisch fundiert.

2.1.1 Habitus als strukturierte Struktur: Dieses Kapitel erläutert, wie soziale Positionen durch frühe Prägung und mimetisches Lernen als körperliche Schemata tief im Individuum verankert werden.

2.1.2 Habitus als strukturierende Struktur: Hier wird untersucht, wie der Habitus die Praxis anleitet und bestehende soziale Herrschaftsverhältnisse und Ungleichheiten aktiv reproduziert.

2.1.3 Struktur versus Strukturiertheit: Dieses Kapitel beleuchtet das Spannungsfeld zwischen den Strukturen des Bildungssystems und der individuellen habituellen Passung der Lernenden.

2.2 Die individuelle Transformation der Identität: Dieser Abschnitt erörtert, wie Identität durch Bewusstwerdung und Lernprozesse transformiert werden kann, um soziale Determiniertheit aufzubrechen.

2.2.1 Mindsight – Eine neue Wissenschaft der Transformation: Das Kapitel führt das Konzept des Mindsight als neurologisches Werkzeug zur Förderung von Achtsamkeit und emotionaler Intelligenz ein.

2.2.2 Mindsight und Schule – Eine Theorie der Praxis: Hier wird diskutiert, wie Mindsight-Fähigkeiten durch gezielte Spielräume und achtsame Unterstützung im Schulalltag gefördert werden können.

3 Resümee: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass Bildung durch Interaktionsräume und Bewusstwerdung dazu beitragen kann, den Einfluss ungleichheitsgenerierender Strukturen zu reduzieren.

Schlüsselwörter

Habitus, Identität, Bildungschancen, Transformation, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Mindsight, Achtsamkeit, Schule, Persönlichkeitsbildung, Neurologie, Praktischer Sinn, Soziales Kapital, Bildungssystem, Selbstreflexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung des Habituskonzepts nach Pierre Bourdieu und dessen Einfluss auf soziale Ungleichheit sowie Möglichkeiten zur individuellen Transformation durch Mindsight.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themenfelder umfassen die Soziologie des Habitus, Bildungsungerechtigkeit, neurologische Grundlagen von Interaktion sowie pädagogische Ansätze zur Identitätsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel zu klären, inwieweit Schule und Unterricht trotz divergierender sozialer Realitäten einer Reproduktion von Ungleichheit entgegenwirken und neue Identitätstransformationen ermöglichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, soziologischen Konzepten (Bourdieu) und neurologischen Ansätzen (Siegel) basiert, um eine Theorie der Praxis für das Bildungssystem zu entwerfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Explikation des Habitus sowie die praktische Erörterung der Mindsight-Theorie als Instrument zur Identitätsveränderung in der Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Fachbegriffe sind unter anderem Habitus, Mindsight, soziale Transformation, Bildungsungleichheit, Potenzialentfaltung und Achtsamkeit.

Was versteht die Autorin unter dem Begriff Mindsight im schulischen Kontext?

Mindsight wird als die Fähigkeit beschrieben, sich von automatisierten geistigen Mustern zu lösen, um durch Achtsamkeit und Selbstreflexion zu einer mitfühlenden Gemeinschaft beizutragen.

Warum wird der Habitus als „Körper gewordene Soziale“ bezeichnet?

Weil er die soziale Herkunft und gesellschaftliche Strukturen in motorische Schemata und automatische Körperreaktionen überführt, die das menschliche Handeln unbewusst steuern.

Welche Rolle spielen „Spielräume“ in der pädagogischen Reflexion?

Spielräume dienen Kindern und Lehrkräften dazu, selbst gewählte Ziele zu verfolgen, wodurch sie aus starren Erwartungshaltungen ausbrechen und ihr Gehirn eigenständig sowie kreativ neu verdrahten können.

Wie kann eine Transformation der Identität laut Arbeit gelingen?

Durch einen Prozess der Bewusstwerdung über innere Prozesse und äußere Bedingungen, der durch achtsame Interaktion und eine neue Wissenschaft der Transformation (Mindsight) angestoßen wird.

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Details

Titel
Die individuelle Transformation der Identität. Wie Schule sozialer Ungleichheit vorbeugen kann
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Unterricht in Theorie und Forschung
Note
1,0
Autor
Nessa Ahmadkhani (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1349096
ISBN (PDF)
9783346853035
ISBN (Buch)
9783346853042
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habitus Transformation Schule und Unterricht Mindsight soziale Ungleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nessa Ahmadkhani (Autor:in), 2021, Die individuelle Transformation der Identität. Wie Schule sozialer Ungleichheit vorbeugen kann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349096
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