Einstieg: Nach der Begrüßung öffne ich die linke Tafelseite, auf der ein Bild zu sehen ist, das die Ausgangssituation der Fabel zeigt. Die SchülerInnen beschreiben, was sie auf dem Bild sehen. Anschließend hänge ich zwei weitere Bilder auf, die die beiden möglichen Enden des Rennens darstellen. Die Kinder sollen wiederum beschreiben, was sie sehen und einen Zusammenhang zwischen den Bildern herstellen. Dabei vermuten sie, was in der Fabel passieren kann und wie sie ausgehen könnte. Um diese Vermutungen für den Abschluss der Stunde festzuhalten, lasse ich die Kinder über das mögliche Ende abstimmen und notiere das Ergebnis an der Tafel. Durch diese Art des Einstiegs stimme ich die SchülerInnen auf das Thema ein und wecke Interesse und Neugier auf den tatsächlichen Ablauf. Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, die Tiere einzeln zu präsentieren und über ihre Eigenschaften zu sprechen. Ich denke aber, dass durch die Bilder ein größerer Zusammenhang gegeben ist, der die Kinder mehr anspricht.
Gruppenarbeit: Die SchülerInnen gehen dann in sieben verschiedene Gruppen, deren Zusammensetzung ich vorgebe. Die Gruppen habe ich einerseits so eingeteilt, dass nur Kinder zusammen sind, die sich momentan gut verstehen und andererseits solche, die gute Fähigkeiten in den einzelnen Bereichen haben. So können die Kinder das Gefühl bekommen, dass sie mit ihrer Gruppe etwas leisten können und verlieren so nicht die Freude an der Arbeit mit Fabeln. In den Gruppen werden sich die SchülerInnen auf verschiedene Art und Weise handlungs- und produktionsorientiert mit der Fabel auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
2. Einordnung in die Unterrichtseinheit
3. Didaktische Analyse
4. Methodische Analyse
5. Bildungsplanbezug
6. Lernziele
7. Verlaufsplan
8. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung einer handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtseinheit zum Thema Fabeln für die Klassen 5/6, wobei der Fokus insbesondere auf der Fabel "Der Hase und die Schildkröte" liegt. Die Arbeit beleuchtet, wie Schüler durch kreative Auseinandersetzung mit literarischen Texten ihre Schreib-, Sprech- und Präsentationskompetenzen erweitern und gleichzeitig ein Verständnis für moralische Lehren in der Literatur entwickeln können.
- Sachliche Auseinandersetzung mit der literarischen Gattung der Fabel
- Didaktische Begründung des handlungs- und produktionsorientierten Unterrichts
- Methodische Planung einer Gruppenarbeitsphase zu verschiedenen Fabel-Adaptionen
- Bezug zum Bildungsplan und Förderung fachspezifischer Kompetenzen
- Reflexion über Lernziele und konkrete Verlaufsplanung einer Unterrichtsstunde
Auszug aus dem Buch
1. Sachanalyse
Das Wort Fabel geht auf den lateinischen Begriff „fabula“ zurück, was Geschichte, Erzählung und Gespräch bedeutet. Seit dem 18. Jahrhundert steht der Begriff für eine Gattung, in der meist Tiere eine führende Rolle spielen und in der eine bestimmte Lehre verdeutlicht werden soll. Die Tiere stehen stellvertretend für Menschen und handeln und reden wie sie. Dabei sind ihnen ganz bestimmte Eigenschaften zugewiesen, die sie typisiert darstellen. Die Tiere besitzen meist gegensätzliche Eigenschaften. Beispiele hierfür sind Stärke, Schwäche, Dummheit und Überheblichkeit.
Durch das Handeln der typisierten Tiere konnten die Dichter Kritik üben, ohne diese direkt auszusprechen und sich damit in Gefahr zu begeben.
Die ältesten Fabeln stammen aus der Zeit um 700 v. Chr.. Die genaue Herkunft ist umstritten, als Ursprungsländer werden u. a. Indien und Griechenland genannt.
Als Begründer und bekanntester Vertreter der Fabeldichtung gilt Äsop. Allerdings ist über sein Leben sehr wenig bekannt. Viele andere Dichter haben die Motive und die Figuren von Äsop aufgegriffen und variiert.
Fabeln sind in der Regel nach einem bestimmten Schema aufgebaut. Nach einer kurzen Schilderung der Ausgangssituation folgt eine Rede oder eine Handlung (actio), darauf eine Gegenrede oder Gegenhandlung (reactio), die zu einem Ergebnis führt. Dies wird manchmal in einer Lehre oder Moral zusammengefasst. Dadurch soll der Leser zum Nachdenken angeregt werden. Seine Aufgabe ist es, den dargestellten Sachverhalt, die Bildhälfte, auf den tatsächlich gemeinten Sachverhalt, die Sachhälfte, zu übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel erläutert die geschichtlichen Hintergründe, die Gattungsmerkmale sowie den strukturellen Aufbau von Fabeln und führt in die spezifische Fabel "Der Hase und die Schildkröte" ein.
2. Einordnung in die Unterrichtseinheit: Hier wird der Platz der geplanten Stunde innerhalb einer achtteiligen Unterrichtseinheit dargestellt, die verschiedene Fabeln und Arbeitsweisen umfasst.
3. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel begründet die Auswahl des Themas und der Methoden unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler.
4. Methodische Analyse: Hier wird der geplante Unterrichtsverlauf detailliert erläutert, inklusive Einstiegsszenario und der Organisation der Gruppenarbeitsphasen.
5. Bildungsplanbezug: Dieses Kapitel verknüpft die geplanten Unterrichtsaktivitäten mit den expliziten Kompetenzvorgaben des Bildungsplans für das Fach Deutsch.
6. Lernziele: Dieses Kapitel definiert das Grobziel sowie eine Liste von Feinzielen, die den Lernprozess der Schülerinnen und Schüler operationalisieren.
7. Verlaufsplan: Dieser Abschnitt bietet eine tabellarische Übersicht über den zeitlichen Ablauf, die Phasen, Sozialformen und die eingesetzten Medien der Unterrichtsstunde.
8. Literaturangaben: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und pädagogischen Fachliteraturquellen auf.
Schlüsselwörter
Fabel, Äsop, handlungsorientierter Unterricht, produktionsorientiert, Deutschunterricht, Literatur, Schüleraktivierung, Kompetenzförderung, Der Hase und die Schildkröte, Gruppenarbeit, Bildungsplan, Moral, Textgattung, Rollenspiel, kreatives Schreiben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert die Planung einer Unterrichtsstunde im Fach Deutsch für die Klassen 5/6, die sich mit der Gattung der Fabel unter einem handlungs- und produktionsorientierten Ansatz befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Gattungsmerkmale der Fabel, die pädagogische Umsetzung durch kreative Aufgabenstellungen und die gezielte Förderung von Sprech-, Schreib- und Präsentationskompetenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, den Schülerinnen und Schülern durch eine aktive, handelnde Auseinandersetzung mit dem Text "Der Hase und die Schildkröte" einen motivierenden Zugang zur Literatur zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf didaktische und methodische Analysen nach den Vorgaben der Lehrerausbildung und verknüpft diese mit den offiziellen Bildungsplanvorgaben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Einordnung in die Unterrichtsreihe, die didaktische und methodische Begründung, den Bezug zum Bildungsplan sowie den konkreten Verlaufsplan der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Fabeldidaktik, Handlungsorientierung, Produktionsorientierung und Kompetenzorientierung im Deutschunterricht charakterisiert.
Warum wurde gerade die Fabel "Der Hase und die Schildkröte" gewählt?
Die Fabel wurde gewählt, da sie einen einfachen Aufbau und eine klare Handlung besitzt, keine negativen Assoziationen durch sterbende Tiere hervorruft und die Moral stetiger Arbeit verdeutlicht.
Wie ist die Gruppenarbeit methodisch strukturiert?
Die Schüler arbeiten in sieben unterschiedlichen Gruppen, die jeweils spezifische kreative Aufgaben wie Rollenspiele, Briefe schreiben, Reportagen erstellen oder Fabeln umschreiben übernehmen.
- Quote paper
- Carolin Löffler (Author), 2008, Handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit der Fabel 'Der Hase und die Schildkröte', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134923