Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen


Diplomarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Methodisches Vorgehen
1.2 Aufbau

2. Von der Partnerwahl bis zur Trennung
2.1 Partnerwahl
2.1.1 Ursachen für Ähnlichkeiten zwischen suchendem und potentiellem Partner
2.1.2 Liebessehnsucht
2.1.3 Erste Kontaktaufnahme
2.2 Partnerschaft
2.2.1 Das Erfüllen der Sehnsucht oder die Kraft der Liebe
2.2.2 Funktionsprinzipien in Paarbeziehungen
2.2.3 Der Wandel von Partnerbeziehungen
2.2.4 Langzeitbeziehungen
2.3 Nicht bewusste Mechanismen
2.3.1 Verliebtheit
2.3.2 Liebe
2.3.3 Implizite Verträge
2.4 Paarkonflikt
2.5 Trennung / Scheidung
2.5.1 Wann kommt es zur Trennung / Scheidung?
2.5.2 Trennung / Scheidung als Ende einer Gemeinsamkeit
2.5.3 Ehescheidung und Eheschließung
2.6 Fazit

3. Das unbewusste Zusammenspiel der Partner
3.1 Das Bewusste, Unbewusste und Vorbewusste
3.2 Das psychoanalytische Persönlichkeitsmodell
3.2.1 Der psychische Apparat
3.3 Die psychoanalytische Entwicklungslehre und das Kollusionskonzept
3.3.1 Beziehungsthemen und Entwicklungsphasen
3.3.2 Kollusion
3.3.3 Das unbewusste Zusammenspiel der Partner in vier Grundmustern
3.3.3.1 Liebe als Einssein in der narzisstischen Kollusion
3.3.3.2 Liebe als Einander- Umsorgen in der oralen Kollusion
3.3.3.3 Liebe als Einander- ganz- Gehören in der anal- sadistischen Kollusion
3.3.3.4 Liebe als männliche Bestätigung in der phallisch- ödipalen Kollusion
3.4 Wie entwickeln sich die unterschiedlichen Grundmuster und die daraus resultierenden Beziehungsprobleme?
3.4.1 Liebe als Einssein
3.4.2 Liebe als Einander- Umsorgen
3.4.3 Liebe als Einander- ganz- Gehören
3.4.4 Liebe als männliche Bestätigung
3.5 Lösungsansätze

3.6 Fazit

4. Bindungstheorie und Bindungsforschung
4.1 Bindung und Exploration
4.1.1 Bindungsverhalten und Bindungsqualität
4.1.1.1 Der Fremde- Situations- Test
4.2 Bindungsmuster / Bindungsstile beim Kind
4.2.1 Der sicher gebundene Typ
4.2.2 Der unsicher- vermeidend gebundene Typ
4.2.3 Der unsicher- ambivalent gebundene Typ
4.2.4 Der desorganisiert- desorientiert gebundene Typ
4.3 Auswirkungen gestörter Beziehungen auf die Entwicklung des Kindes
4.4 Das Adult Attachment Interview
4.4.1 Klassifikation mentaler Bindungsmodelle
4.4.1.1 Autonomes, sicheres Bindungsmodell
4.4.1.2 Unsicher- distanziertes Bindungsmodell
4.4.1.3 Unsicher- verwickeltes Bindungsmodell
4.4.1.4 Unverarbeiteter Bindungsstatus
4.5 Zusammenhänge kindlicher und erwachsener Bindungstypen
4.6 Übertragung kindlicher Bindungserfahrungen auf spätere Paarbeziehungen
4.6.1 Nachholen unbefriedigter kindlicher Bedürfnisse
4.6.2 Erlebtes wiederholen, Mehr- vom- Gleichen
4.6.3 Korrekturversuche
4.7 Fazit

5. Sexualität und Erotik
5.1 Sexuelles Begehren, Anziehung und Leidenschaft
5.1.1 Berührung als Anreiz
5.1.2 Wenn der Wunsch nach Sicherheit die Erotik aufzehrt
5.1.3 Liebe braucht Nähe, doch sexuelles Begehren benötigt Distanz
5.2 Sexualität und Erotik in Partnerschaften
5.2.1 Liebe, Sex und Untreue bei Männern und Frauen
5.2.2 Erotische Phantasien
5.2.3 Erotische Qualität – ein Definitionsversuch
5.3 Probleme
5.3.1 Wenn Stress Lust nimmt
5.3.2 Schwierigkeiten verbaler und nonverbaler Art
5.4 Fazit

6. Schlussbetrachtung
6.1 Was bedeuten unbewusste Mechanismen für die Partnerwahl?
6.2 Was bedeuten unbewusste Mechanismen für den Paarkonflikt?
6.3 Was heißt das für beratende / therapeutische Prozesse?

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema meiner Diplomarbeit entwickelte sich nach und nach durch Gespräche mit unterschiedlichen Personen aus meinem Umfeld. Zu Beginn hatte ich viele Ideen, worüber ich hätte schreiben können. Bei keiner Idee entstand jedoch das Gefühl, das richtige Thema gefunden zu haben. Mir war es wichtig, über etwas zu schreiben, was jeden Menschen betrifft und interessieren könnte. Ich wollte einerseits etwas vermitteln und andererseits auch selbst in die Tiefen eines ganz neuen und doch vertrauten Bereichs eintauchen.

Mir fiel es zunächst schwer, mich endgültig auf ein Thema festzulegen, da es mir persönlich als extrem wichtig erschien, mich auch längerfristig für meinen Schwerpunkt begeistern zu können. Die Zeit der Diplomarbeit sollte für mich zu einer Zeit des Lernens und des neu Entdeckens werden.

„Partnerwahl und Paarkonflikt – unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen“ beinhaltet bereits im Titel einen deutlichen Hinweis darauf, wohin sich meine Arbeit entwickeln sollte. Nicht- bewusstes und unbewusstes, zwei Bereiche, die jeden Menschen betreffen, um die aber nicht jeder weiß. Mein Ziel war es, etwas aufzudecken, dem Leser eine Möglichkeit zu bieten, sich selbst und seine Partnerschaft in die Tiefe gehend zu reflektieren. Schon bei der Wahl des genauen Titels spürte ich, wie sehr mich diese Thematik fasziniert und damit war klar, dass ich mein Thema gefunden hatte.

Sowohl schulisch, als auch privat war ich bereits mit der Materie in Berührung gekommen. Durch meinen Pädagogik Leistungskurs erfuhr ich von den Zusammenhängen zwischen eigenen Kindheitserfahrungen und dem daraus resultierenden späteren Verhalten im Erwachsenenalter. Im Privatleben musste ich mich selbst vielen Auseinandersetzungen unterziehen, wodurch ich mir ein gewisses Reflexionsvermögen aneignete.

Durch mehrere Praktika in der LWL- Klinik Münster kam ich auf der psychiatrischen Akutstation immer wieder mit Menschen in Kontakt, die oftmals Partner hatten, die ebenfalls eine psychische Erkrankung aufwiesen. Ich fragte mich, wie es möglich sein kann, mit einer narzisstischen Störung oder auch einer Suchterkrankung eine Partnerschaft zu führen, in welcher beide Partner krank und doch glücklich sein können.

Teilweise erlebte ich auch Beziehungen, in denen ein Partner unter dem anderen sehr zu leiden hatte und mich beschäftigte, warum solche Beziehungen trotzdem teilweise über Jahre oder auch Jahrzehnte „funktionieren“ können. Wer wählt wen und warum? Wieso spielt das Glücklichsein zum Teil eine recht untergeordnete Rolle? Und warum geben manche Menschen sich bis zur Selbstaufgabe hin, nur um die Partnerschaft nicht zu gefährden?

Es war mir wichtig, die Beweggründe der Menschen kennen zu lernen, um in meiner späteren Praxis als Sozialarbeiterin Verständnis aufbringen zu können, Konfliktlösungen zu erarbeiten und auch gegebenenfalls Handlungsalternativen anzubieten. Nicht nur in der Psychiatrie wird man mit diesen Themen konfrontiert, das gesamte Feld der Sozialen Arbeit beinhaltet zwischenmenschliche Beziehungen, deren Problematiken und mögliche Lösungsansätze.

1.1 Methodisches Vorgehen

In meiner Diplomarbeit konzentriere ich mich in erster Linie auf den psychologischen und den bindungstheoretischen Ansatz, da ich meinen Schwerpunkt ganz bewusst auf die unbewussten Mechanismen gelegt habe. Natürlich gibt es auch andere Ansätze, wie beispielsweise den soziologischen und den biologischen, beide werden im Laufe der Arbeit auch immer wieder angeschnitten. Der Kern dieser Arbeit orientiert sich aber hauptsächlich an der Psychoanalyse, beziehungsweise dem psychologischen und dem bindungstheoretischen Ansatz.

Die hier erwähnten Theorien sind an heterosexuellen Beziehungen entwickelt worden, sie beziehen sich also zunächst auf diese Form der Partnerschaft, sind aber nach meinen Kenntnissen auch ohne weiteres auf homosexuelle Paarbeziehungen übertragbar.

Die hinzugezogene Literatur habe ich bewusst eingeschränkt gehalten, da es mir in den unterschiedlichen Kapiteln in erster Linie darum ging, die Theorien darzustellen, sie dann thematisch einzuordnen und sie abschließend in meinem Fazit zu beurteilen.

Um einen Einstieg in meine Arbeit finden zu können, versuchte ich es mit Brainstorming. Ich notierte alle Gedanken, die mir zu meinem Titel einfielen.

Zu Beginn hatte ich mir bereits überlegt, die Bindungstheorie und das Kollusionskonzept in meine Arbeit einfließen zu lassen. Diese ordnete ich meinen Notizen zu, daraus entstand ein grobes Gerüst meines Inhaltsverzeichnisses. Je mehr ich mich in die Literatur vertiefte, umso besser gelang es mir, die Zusammenhänge zu meinem Thema herzustellen. Das Inhaltsverzeichnis überarbeitete und erweiterte ich oft während der Zeit des Schreibens.

Die grundsätzliche Herangehensweise war folgendermaßen: Ich suchte Literatur, die identisch mit der Thematik meiner Kapitel war. Mit Post- Its markierte ich Textstellen und Kernsätze, die ich für besonders wichtig und aussagekräftig empfand, um im Laufe der Arbeit schnelleren Zugriff darauf zu haben. Ich analysierte die Literatur und begab mich auf weitere Recherche in Bibliotheken und im Internet. Nachdem ich wichtige Stichpunkte schriftlich zusammengefasst hatte, formulierte ich daraus einen flüssigen Text, aus dem dann das jeweilige Kapitel entstand.

1.2 Aufbau

Nach meiner Einleitung (erstes Kapitel) beginne ich meine Arbeit mit allgemeinen Informationen zu den Begrifflichkeiten des Titels. In diesem zweiten Kapitel werden also die Termini Partnerwahl, Partnerschaft, nicht bewusste Mechanismen, Paarkonflikt und Trennung/Scheidung erläutert. Hier versuche ich, einen Einstieg in die Thematik zu ermöglichen, ohne dabei zu sehr in die Tiefen der Psychoanalyse einzutauchen.

Diesen Ansatz vertiefe ich im dritten Kapitel, in welchem ich mich mit dem Unbewussten nach Sigmund Freud und dem unbewussten Zusammenspiel in Partnerschaften (Kollusionskonzept) nach Jürg Willi befasse.

Das vierte Kapitel konzentriert sich hauptsächlich auf die von John Bowlby geprägte Bindungstheorie, in der die Bedeutung von Bindung im Kindesalter untersucht wird. Ebenso schildere ich hier die Auswirkungen gestörter Beziehungen des Kindes und auch die Übertragung dieser Erfahrungen auf spätere Paarbeziehungen nach Dirk Revenstorf.

Im fünften Kapitel werden sexuelle Anziehungskraft, Sexualität in Partnerschaften und Schwierigkeiten, die in der Sexualität vor allem in langjährigen Paarbeziehungen aufkommen können, thematisiert. Auch der geschichtliche Wandel, beziehungsweise die gewonnene sexuelle Freiheit, speziell der Frauen, wird berücksichtigt. Hinzugezogen habe ich hier unter anderem Literatur von Ulrich Clement (systemischer Sexual- und Paartherapeut) und Esther Perel (Psychotherapeutin).

Im sechsten Kapitel wird die Bedeutung unbewusster Mechanismen sowohl für die Partnerwahl, als auch für den Paarkonflikt zusammengefasst. Abschließend wird herausgearbeitet, was die Ergebnisse für einen beratenden, therapeutischen Prozess bedeuten.

2. Von der Partnerwahl bis zur Trennung

Das Entstehen und Beenden von Partnerschaften gehört zu den wenigen Themen des Lebens, die mit großer Aufmerksamkeit von Menschen verfolgt werden. Anhand von zahlreichen Beispielpaaren in der Öffentlichkeit und fiktiven Liebesgeschichten in Form von Spielfilmen, Serien, oder sonstigen Unterhaltungsangeboten bieten die Medien ein breites Sortiment, das vom interessierten Zuschauer dankend angenommen wird. Aber auch im eigenen Umfeld werden Anfang und Ende von Paarbeziehungen intensiv beobachtet und thematisiert. Die Alltagspsychologie greift dieses Interesse auf und bedient ihr Publikum mit Erklärungsansätzen, beginnend beim Zustandekommen bis hin zum Scheitern von Partnerschaften. (vgl. Asendorpf, Banse, 2000, S. 44)

2.1 Partnerwahl

Im Folgenden möchte ich auf einige Fragestellungen bezüglich der Partnerwahl näher eingehen:

Sucht der Mensch sich bewusst einen Partner, der ihm ähnlich ist?

Wie wichtig ist dem Suchenden die Attraktivität des Gegenübers?

Woher kommt der Wunsch nach einer Partnerschaft?

Was ist Liebessehnsucht?

2.1.1 Ursachen für Ähnlichkeiten zwischen suchendem und potentiellem Partner

Es stellt sich die Frage, ob sich die Partnerwahl eher auf Ähnlichkeiten oder Unterschiede zum Gegenüber konzentriert. Hierzu gibt es zwei gegensätzliche Sprichwörter, zum einen „Gleich und gleich gesellt sich gern.“, zum anderen „Gegensätze ziehen sich an.“. Die umfangreiche Literatur zur Partnerwahl bietet viele Ansätze einer möglichen Erklärung, unterschiedliche Untersuchungen und Studien mit ebenso sich widersprechenden wie auch übereinstimmenden Ergebnissen. Viele Abhandlungen stellen fest, dass sich Gleichartigkeiten der Partner bezüglich sozialer Schicht, kulturellem Hintergrund, Religion, Weltanschauung, Einstellungen, Interessen und Gewohnheiten signifikant häufen. (vgl. Willi, Die Zweierbeziehung, 1999, S.179 f.)

Unklar ist jedoch, womit die Gleichartigkeit bezüglich der sozialen Schicht genau zusammenhängt. Wird die Anziehung dadurch ausgeübt, dass die Partner sich in ihrem sozialen Umfeld ähneln, oder liegt es daran, dass die Menschen sich im Beruf und in der Freizeit in einem sozialen Milieu aufhalten, in dem sie unausweichlich eher auf Menschen treffen, die ihnen charakterlich ähnlich sind? Man muss sich abschließend vor dem Hintergrund eines gemeinsamen sozialen Milieus vergegenwärtigen, dass man für zahlreiche Merkmale positive Übereinstimmungen zwischen Partnern finden würde, auch dann, wenn die Partnerwahl scheinbar vollkommen zufällig wäre. (vgl. Asendorpf, Banse, 2000, S. 45)

Es bleibt zu klären, ob die Ähnlichkeiten zwischen den Partnern hauptsächlich von Beginn an existieren, oder ob sich die Partner im Laufe der Beziehung zudem immer ähnlicher werden. Caspi, Herbener und Ozer (1992) untersuchten empirisch für politische, ästhetische und religiöse Werte, ob sich Ehepaare im Verlauf von 20 Jahren ähnlicher wurden. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Paare sich zwar nicht ähnlicher, aber ebenso nicht unähnlicher wurden. Die angleichende Wirkung des gemeinsamen Umwelteinflusses sorgt nämlich dafür, dass zwischen den Partnern ein gleich bleibendes Level der Ähnlichkeit bestehen bleibt. Gäbe es diesen geteilten Einfluss nicht, könnte man davon ausgehen, dass „die Paare aufgrund der relativ geringen Stabilität von Werten und Einstellungen über den langen Untersuchungszeitraum im Mittel auseinanderdriften würden“. (Asendorpf, Banse, 2000, S. 46) In experimentellen Daten zur Einstellungsähnlichkeit lässt sich finden, dass nicht die Ähnlichkeit als Positivkriterium den Entscheidungsfaktor bildet, sondern vielmehr die Unähnlichkeit als Negativkriterium zur Ablehnung führt. Das heißt, dass nicht aktiv nach ähnlichen Partnern gesucht wird, sondern in erster Linie extrem unähnliche Partner vermieden werden.

Ein ebenfalls wichtiges Kriterium im Prozess der Partnerwahl ist die Attraktivität des Anderen. Ziel ist es, ein möglichst attraktives Gegenüber zu gewinnen. Es ergibt sich fast automatisch, dass beide Partner ähnlich attraktiv sind, schließlich tendieren die Menschen dazu, einen deutlich unattraktiveren potentiellen Partner zurückzuweisen, ebenso wie sie selbst von einem deutlich attraktiveren zurückgewiesen werden.

Zusammenfassend lassen sich drei Ursachen für die Ähnlichkeit zwischen zwei Menschen in einer Paarbeziehung festhalten: eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, eher ähnliche als unähnliche potentielle Partner kennen zu lernen, deutlich unähnliche Partner gezielt zu vermeiden, und vergleichbar attraktive Partner zu suchen. (vgl. Asendorpf, Banse, 2000, S. 46)

2.1.2 Liebessehnsucht

Unabhängig der Partnerähnlichkeit oder sonstiger aufkommender persönlicher Wahlkriterien kann insbesondere die Sehnsucht des Menschen nach Zweisamkeit beim Thema Partnerwahl nicht außer Acht gelassen werden. Unser heutiger Bezug zum Sehnen ist eher gering, wird oftmals als kitschig empfunden, ganz im Gegensatz zu den früheren Jahrhunderten, in denen Minnesänger, Dichter, bildende Künstler und Musiker das Liebessehnen als Kultur schaffende Kraft positiv verstanden und ausdrückten. In der Epoche der Romantik wurde die Sehnsucht mit einer Hingabe und Intensität dargestellt, die in der heutigen Zeit nur noch schwerlich denkbar ist. (vgl. Willi, 1991, S. 29) Es schließt sich die Frage an, ob Sehnsucht in der heutigen Zeit überhaupt noch existiert, oder ob sie ihre Sprache verloren hat. Grund für letzteres könnte sein, dass die Gesellschaft auf das Anstreben von Machbarem abzielt, Sehnsucht nach Liebe hingegen kann bedeuten, sich in Träumen zu verlieren, für Unerfüllbares zu kämpfen und dabei seine ganze Kraft für die eigentliche Realität zu verlieren. Liebessehnen steht dem Leitbild des autonomen, selbstständigen modernen Menschen von heute im Wege. Und trotzdem gibt es den tief verwurzelten Wunsch nach Aufgehobensein, der im Liebessehnen seinen Ausdruck und seine Begründung findet. (vgl. Willi, 1991, S. 30)

Die Sehnsucht nach Aufgehobensein ist für das Bewusstsein nicht so leicht zugänglich und liegt tiefer verankert als persönliche Wertvorstellungen und Wünsche an den Partner im Sinne von Verstandenwerden, Umsorgung oder Zärtlichkeit. Das Aufgehobensein geht über diese Vorstellungen hinaus, das Verlangen nach vollkommener Geborgenheit, aber auch nach Auflösung körperlicher Grenzen, völligem Ineinander- Versinken kommt hierbei zum Ausdruck. Der Wunsch danach, in seinem innersten Kern erkannt zu werden, die Lust in ewiger Umarmung zu verweilen, entsteht entgegen jeglicher alltäglicher Struktur des Lebens. Der Zustand höchsten Glücks, in dem man mit einem Menschen so eng verbunden ist, ereignet sich raumlos und ohne jegliches Gefühl für Anfang und Ende. Die Liebenden genügen sich selbst, glauben, alles voneinander zu wissen und zu verstehen, ihre Vereinigung trägt die volle Erfüllung in sich. Dieses Sehnen nach dem Aufgehen in einem größeren Ganzen geht zurück auf die Geborgenheit des frühesten Lebens und erstrebt ein symbiotisches Zusammensein, ähnlich der frühen Symbiose zwischen Mutter und Kind. Solch eine Sehnsucht scheint in jedem Menschen zeitlebens verankert. Oftmals unbewusst kann die Erfüllung auch durch andere Formen als durch eine Partnerschaft angestrebt werden, beispielsweise durch das völlige Versinken in kreativen Tätigkeiten, in Meditation oder Gebet. Eine intensive Beziehung zwischen Eltern und Kind, oder auch die Glückseligkeit unter Drogeneinfluss können ebenfalls eine Möglichkeit sein, die Erfüllung zu erzielen. Auf der anderen Seite kann das Verdrängen und Überspielen der Sehnsucht dazu führen, dass der wirkliche Zutritt zum wahren innersten Kern eines Menschen verwehrt bleibt. So oder so lässt sich die Existenz der Liebessehnsucht beim Menschen aber nicht anzweifeln, sie treibt ihn immer wieder dazu, sich mit einem Du verbinden zu wollen. (vgl. Willi, 1991, S. 34 f.)

2.1.3 Erste Kontaktaufnahme

Der Blickkontakt zwischen zwei Menschen kann als Einladung zur Versenkung in die absolute Liebe dienen. Wenn zum Beispiel eine von zwei Personen beginnt, den Blick des Gegenübers festzuhalten, ihn mit seinen Augen zu fesseln -dies kann in jeder vorstellbaren Alltagssituation stattfinden- und der andere den Blick erwidert, dann initiiert der Blickkontakt eine konkrete Liebesbeziehung. „Nur mit und in den Augen sehen wir den Anderen, und zugleich sehen wir, wie er darauf reagiert, von uns gesehen zu werden.“ (Revenstorf, 2008, S. 43) Die beiden erkunden sich zunächst schüchtern, sie wägen eine mögliche Beziehung miteinander ab, sind jedoch erst einmal vorsichtig und jederzeit bereit, wieder zu einer sachlichen Gesprächsebene zurück zu kehren. Die Verbindlichkeit des gesprochenen Wortes fehlt bei der Sprache des Blicks. Diese Spannung respektive lustvolle Herausforderung, sich im Blickkontakt die Stirn bieten zu können, bringt eine starke Anziehung mit sich, die oftmals gar nicht benannt werden kann. Wenn die beiden nach der Anziehung der ersten Begegnung gefragt werden, führen sie häufig Banalitäten an, weil sich die starke Anziehung selbst kaum erörtern und erklären lässt. (vgl. Limacher, Willi, 2005, S. 22 f.)

2.2 Partnerschaft

Der richtige Lebenspartner scheint essentiell für das persönliche Glück des Menschen zu sein. Die Wahl des passenden Partners bedeutet für den modernen Menschen allgemeine Glückseligkeit, persönliche Entwicklung, Vertrauen, Leidenschaft und geht bis zur Erfüllung von Träumen. Die Erfüllung der Liebessehnsucht, aber auch diverse Funktionsprinzipien in Paarbeziehungen werden im Folgenden näher beschrieben. Ebenso gehe ich kurz auf die geschichtliche Entwicklung und die Bedeutungsänderung von Partnerschaft und Ehe ein.

2.2.1 Das Erfüllen der Sehnsucht oder die Kraft der Liebe

Die Erfüllung der tiefsten Liebessehnsucht findet in Momenten des höchsten Glücks statt. Meist sind dies die Momente der aufblitzenden Verliebtheit zweier Menschen, die sich noch kaum kennen. Die Enttäuschung darüber, dass die Momente des vollkommenen Glücks vergänglich sind und sich nicht bewahren lassen, stellt vielleicht eine der schmerzlichsten Erfahrungen des Lebens dar. Entgegen jeglicher Vernunft bleibt die tiefe und ungestillte Sehnsucht nach dem Aufgehobensein mit und in dem Partner bestehen, auch wenn diese Form der Liebe symbiotische oder narzisstische Züge aufweist. Entsteht in einer beginnenden Partnerschaft das Gefühl der Gewissheit einer bedingungslosen Zusammengehörigkeit, wird eine Verbundenheit geschaffen, die für Außenstehende rational nicht verständlich ist.

Das Aufschließen des „innersten Bereiches kann Quelle der Kraft in der Liebe sein, welche alle Verständigungsschwierigkeiten, Streitigkeiten und Entbehrungen überdauert“. (Willi, 1991, S. 36 f.) Das bedeutet, dass Partner durch diese Kraft, dieses Verbundensein, an der Liebe auch dann weiterhin festhalten, wenn Unbeteiligte auf Grund widriger Umstände keine vernünftige Begründung mehr für den Zusammenhalt finden können, beispielsweise bei einer Partnerschaft mit einem Alkoholiker.

„Die Sehnsucht nach dem tiefsten Aufgehobensein in einem Du“ (Willi, 1991, S. 39) kann auch elementare Gefahren mit sich bringen. Mögliche Trennung oder der Verlust des Partners (durch Tod) kann dazu führen, dass sich beim Zurückgebliebenen die Angst ausbreitet, das Verlassenwerden nicht überleben zu können. Die innere Verletzung kann so tief sitzen, dass manche Menschen ihre alte oder auch neu aufkeimende Liebessehnsucht vollkommen abwehren und sich in eingeredete Autonomie flüchten, um nie wieder einen solchen Schmerz erfahren zu müssen. Auch der hohe Wert von Unabhängigkeit in unserer Gesellschaft bestärkt diese Menschen in dem Glauben, kein Gegenüber zu brauchen und sich ab sofort nur noch selbst zu genügen. (vgl. Willi, 1991, S. 36 ff.)

2.2.2 Funktionsprinzipien in Paarbeziehungen

Es gibt keine bestimmten Prinzipien, bei deren Umsetzung Streitigkeiten in der Partnerschaft ausbleiben. Dennoch dienen sie dazu, einen Rahmen zu bilden, in welchem für beide Partner eine befriedigende Ehe stattfinden und umgesetzt werden kann. Drei Funktionsprinzipien wurden von Jürg Willi durch seine therapeutische Praxis für den westlichen Kulturraum festgestellt: Das Abgrenzungsprinzip, das progressive und regressive Abwehrverhalten und die Gleichwertigkeitsbalance. Das Abgrenzungsprinzip meint die Grenze innerhalb und außerhalb eines Paares. Die Nähe der Partner muss zum Beispiel seine Grenzen haben, da ansonsten die Gefahr besteht, sich füreinander aufzugeben und in eine symbiotische Einheit zu verfallen. Klare Grenzen müssen respektiert und beide Partner als eigenständige Person gesehen werden. Natürlich muss auch die Grenze nach außen klar sein, die Partner müssen sich als zusammengehörig und als Paar fühlen und die Paarbeziehung soll sich von anderen zwischenmenschlichen Beziehungen unterscheiden. Als nächstes Funktionsprinzip beschreibt Willi das progressive (erwachsene) und regressive (kindliche) Abwehrverhalten der Partner. Hiermit meint er, dass das eine oder das andere Verhalten nicht als polarisierte Rolle auf einen oder beide Partner übertragen sein soll. Die Gleichwertigkeitsbalance ist das dritte Funktionsprinzip. Hiermit ist nicht nur die Gleichberechtigung der Partner innerhalb der Beziehung gemeint, sondern ebenso die Ebenbürtigkeit beider in ihrem Selbstwertgefühl.

Erstaunlicher Weise spüren viele Paare intuitiv diese Prinzipien und setzen sie -zum Teil auch ohne es zu wissen- automatisch in ihrer Beziehung um. (vgl. Willi, 1999, S. 15 ff.)

2.2.3 Der Wandel von Partnerbeziehungen

Ende der sechziger Jahre veränderte sich die Einstellung zu Partnerbeziehungen immens. Sowohl das Sexualleben, als auch die Struktur der Partnerschaft und die Geschlechterrollen erhielten eine völlig neue Bedeutung. Vor diesem Wandel war es so, dass beispielsweise Monogamie -gestützt durch die kirchliche Moral- erwartet und Scheidung als persönliches Scheitern angesehen wurde. Die Angst vor unerwünschter Schwangerschaft und einschränkender Sexualmoral begleitete die Menschen vor dem Wandel der 68- er ebenfalls. Und auch die festgelegten komplementären Rollen für Männer und Frauen -Männer sorgten für äußere Sicherheit durch Erwerb, Frauen kümmerten sich um den Haushalt und die Kinder- waren vor dem Wandel gegenwärtig und selbstverständlich. (vgl. Willi, 2002, S. 57, 59)

Die Zweierbeziehung war damals in die Familie eingebettet, Paarbeziehungen als eigene Lebensform gab es in dem Sinne nicht. Partner sprachen sich nicht mit Vor- oder Kosenamen an, sondern mit „Mutter“ und „Vater“. Es ging vorrangig darum, zusammenzuhalten und keinesfalls die Beziehung aufzugeben, auch wenn es größte Probleme innerhalb der Ehe gab. Die Option einer Trennung wurde gar nicht erst in Betracht gezogen. Die wirtschaftliche Situation machte es oftmals zusätzlich undenkbar, sich scheiden zu lassen. „Die Ehe war eine Wirtschaftsgemeinschaft, notwendig für das Überleben.“ (Jellouschek, 1992, S. 10) Auch die Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen führte dazu, dass sich beide „brauchten“, um jeweils vollständig zu sein. Jeder hatte seinen Aufgabenbereich, der klar abgesteckt war und dazu führte, auf den anderen angewiesen zu sein. Auch als die Scheidung juristisch schon möglich war, standen die Menschen, die sich für eine Scheidung entschieden hatten, unter dem Druck der Kirche. Es folgte eine gesellschaftliche Verachtung, eine Diffamierung Geschiedener, die heutzutage selbst bei vielen Katholiken nicht mehr denkbar ist. (vgl. Jellouschek, 1992, S. 10 ff.)

Die revolutionäre Wandlung von Normen Ende der sechziger Jahre führte zu einer ideologisch bedingten Veränderung, die sich im Laufe der neunziger Jahre schrittweise wieder ins Gegenteil verkehrte. So stand zunächst die Befreiung der Gefühle nach 1968 im Vordergrund; Ausdruck hiervon war beispielsweise die Anti Baby Pille, die es möglich machte, die Frau entscheiden zu lassen, wie viele Kinder sie bekommen wollte, ebenso das freiheitliche Gestalten von Sexualität oder sexueller Treue und auch die Legitimation für hedonistische[1] Leitbilder. Nach 1985 ging das Sexualleben mit Konstanz der Beziehung, Intimität und Zärtlichkeit einher, „Treue“ wurde hier wieder neu definiert. Auf der Ebene der Partnerschaftsstruktur entwickelte sich Ende der sechziger Jahre eine antiautoritäre Bewegung; die Zunahme von Scheidungen und Wiederverheiratungen war signifikant, Scheidung galt als Emanzipation, konsensuelle[2] Paare standen im Vordergrund. In den neunziger Jahren wurden einvernehmliche Scheidungen wichtig, ausschlaggebend für das Zusammenbleiben war die Liebe der Partner, welche als Voraussetzung für die Beziehung verstanden wurde. Bezüglich der Geschlechterrollen, stand die Beachtung der Emanzipation ab 1968 im Mittelpunkt. Es wurde angestrebt, den Frauen bessere Bildung und Ausbildung gewährleisten zu können, die Erwerbstätigkeit der Frau sollte zu ihrer finanziellen Unabhängigkeit führen. Die Geschlechterrollen verloren in den neunziger Jahren an Bedeutung, denn die Karriere der Frau im Beruf wurde selbstverständlicher und durch auswärtige Kinderbetreuung realisierbarer. Mit dem Begriff „living apart together“ beschrieb Straver 1980 eine Beziehungsform, in welcher die Partner nicht in einer gemeinsamen, sondern in getrennten Wohnungen leben. Die Möglichkeit, in dieser Beziehungsform zu leben, und damit auch akzeptiert zu werden, entwickelte sich in den neunziger Jahren. (vgl. Willi, 2002, S. 52 ff.)

2.2.4 Langzeitbeziehungen

Kann Liebe ein Leben lang halten? Mit dieser und vielen weiterführenden Fragen zu Paarbeziehungen beschäftigte sich der Psychotherapeut Jürg Willi in seinem Buch „Was hält Paare zusammen?“, das 1991 erschien. Auch viele andere Autoren gingen und gehen den konkreten Fragen nach, wie es in manchen Partnerschaften auch noch nach vielen Jahren möglich sein kann, glücklich miteinander zu leben, ohne auf Leidenschaft verzichten zu müssen, es sich in anderen Partnerschaften aber so entwickelt, dass die Liebe im Alltagstrott geradezu verschwindet.

Ob sich zwei Partner nach vielen Jahren des Zusammenlebens überhaupt noch etwas zu sagen haben, lässt sich unterschiedlich beantworten. Sieht man ein älteres Ehepaar schweigend beim Spaziergang im Gleichschritt nebeneinander herlaufen, wirkt diese scheinbar öde Harmonie für Außenstehende so als hätten die beiden sich nichts mehr zu sagen. Aber ist es negativ, sich durch und durch zu kennen, jede Reaktion des Partners richtig einordnen und verstehen zu können, selbst ohne Worte? Die kleinste Abweichung von Gewohntem wird in einer langjährigen Beziehung zwar wahrgenommen, aber das Geheime, die Eroberung und das Überraschende aus den Anfängen der Beziehung sind nicht mehr vorhanden. Es gibt Menschen, die aus diesen Gründen keine Dauerbindungen eingehen, weil sie sich die aufregende, aber eben zeitlich beschränkte Liebe erhalten wollen. Auf Dauer kann eine Liebesbeziehung kaum glücken, wenn die Partner ihr Miteinander als Mittelpunkt des Lebens verstehen, sich ihre gesamte Energie auf die Beziehung konzentriert. Der Versuch, die schleichenden Gewohnheiten abzuwehren, kann durch Überraschungen dem Partner gegenüber oder auch durch das Kritisieren seiner langsam abflauenden Liebe zum Erfolg führen. Teilweise lassen sich hinter der Fassade der scheinbar öden Partnerschaft schwerwiegende Schicksalsschläge erkennen, die die Paare gemeinsam meisterten und dadurch auch einen besonderen Zusammenhalt erfuhren. Folglich kann man auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der für Außenstehende zwar nicht sichtbar ist, aber bei dem Paar dazu führt, eine tief greifende Zusammengehörigkeit zur miteinander verlebten Geschichte zu entwickeln. Selbst, wenn manche Paare gleichgültig wirken, können sie in Momenten, in denen es darauf ankommt, sehr intensiv und verlässlich füreinander da sein. Starke Belastungen und schwere Krisen stellen die eigentlichen Proben der Liebe dar, weil die Partner hier spüren, ob sie sich auf den anderen verlassen können, von ihm Unterstützung, Geduld und Zuneigung erfahren. Die daraus resultierende tiefe Verbundenheit ist oftmals durch Alltäglichkeiten, wie Streit oder gegenseitige Rücksichtslosigkeit überdeckt. Eine lange Beziehung ist folglich durch ihre Komplexität nicht nur auf Gewohnheiten, Bequemlichkeiten oder Abhängigkeit zu reduzieren. Der sichere Hafen, den das langfristige Zusammenleben mit sich bringt, führt dazu, dass sich der Charakter der Liebe verändert. Die Geborgenheit und Vertrautheit, das sich- aufgehoben- Fühlen entlastet die Partner in ihrer Beziehung und schafft neue Kräfte für Aktivitäten in anderen Interessensbereichen. Die Erlebnisse, die dort gemacht werden, auch durch die berufliche Tätigkeit der Partner, werden von beiden immer wieder in die Beziehung mit eingebracht. Daher ist der Partner „dann nicht mehr so sehr Zielpunkt des Handelns als vielmehr in die Zielsetzung des Handelns einbeschlossen“. (Willi, 1991, S. 102) Die zur Rahmenbedingung gewordene Liebe ermöglicht den Partnern, ihre Autonomie zu leben, gleichzeitig aber auch aufeinander bezogen zu sein. Wenn die Liebe verloren geht, begreifen die Betroffenen oft erst, welche Bedeutung sie tatsächlich hatte. So berichten einige Geschiedene, dass sie kaum noch Motivation für ihre Arbeit aufbringen können, weil der Halt gebende Rahmen durch die Familie nicht mehr vorhanden ist. (vgl. Willi, 1991, S. 100 ff.)

2.3 Nicht bewusste Mechanismen

2.3.1 Verliebtheit

Verliebtheit kann man als ein stürmisches Liebesgefühl, manchmal sogar als eine Art Liebeswahn beschreiben.

Wenn sich zwei Menschen begegnen, die sich attraktiv und -teilweise nicht bewusst- anziehend finden, das erotische Ambiente und auch das soziale Setting stimmen (ob man zu dem Zeitpunkt der Begegnung emotional und auch sozial frei für eine Liebesbegegnung ist), sind die besten Voraussetzungen für den Beginn einer Paarbeziehung geschaffen. Die oft unbeschreibliche und geheimnisvolle Anziehung, die Menschen füreinander empfinden können, kann sich von einem Flirt über Annäherungsversuche bis hin zum stürmischen Verliebtsein entwickeln. Doch nicht nur das emotionale „Chaos“, welches dieser neue und aufregende Zustand mit sich bringt, ist zu beobachten. Ebenso lassen sich klare vegetative, also körperliche Anzeichen des Verliebtseins feststellen. Die Vergrößerung der Puppillen lässt sich auf den starken Erregungszustand zurückführen. Der schnelle Herzschlag und die erhöhte Atemfrequenz deuten darauf hin, dass sich der Verliebte in einem rauschartigen Zustand befindet.

Es ist tatsächlich so, dass man die volkstümliche Redewendung: „Die Chemie stimmt zwischen uns“ wörtlich nehmen kann. Während der Mensch den Kick des Verliebtseins erlebt, werden diverse Hirnbotenstoffe ausgeschüttet, die biochemisch mit Adrenalin und bestimmten Aufputschdrogen verwandt sind.

Was aber passiert in diesem fast schon ekstatischen Zustand der Verliebtheit, beziehungsweise wie kommt es überhaupt dazu, dass man dieses Gefühl entwickeln kann? Und wieso hat man es auch nur bei bestimmten Personen?

Viele Dinge geschehen automatisch, ohne, dass sie dem Menschen wirklich bewusst sind. Als wichtige Basis wird das Geruchssystem benannt. „Jemanden nicht riechen können“ ist nicht umsonst Ausdruck für Antipathie. Der ganz persönliche, aus unterschiedlichen Gründen entstandene individuell markante Körpergeruch kann auf bestimmte Menschen äußerst anziehend wirken. Diese nicht bewussten Bewertungen des Geruchs vom Gegenüber spielen bei der Partnersuche eine große Rolle. Aber auch visuelle Reize beeinflussen und wecken das Interesse an einem potenziellen Partner. Hierfür spricht die Redewendung der „Liebe auf den ersten Blick“. Ohne dies kulturell übergreifend feststellen zu können, gibt es einige geschlechtsspezifische Stereotypien, die dazu führen, den anderen attraktiv zu finden. So konzentrieren Männer sich zum Beispiel eher darauf, ob die Frau Vitalität und Gesundheit ausstrahlt und ob sie eine potentielle Fähigkeit aufweist, Kinder zu bekommen. All dies geschieht unbewusst. Bewusst werden dann die Dinge wahrgenommen, die in erster Linie nur für das Auge sichtbar sind, jedoch mit den oben genannten Eigenschaften eng in Verbindung stehen. „Haare und Gesicht, Busen und Gesäß, Hüfte und Taille sind körperliche Attributionen, die die besondere Beachtung vieler Männer finden.“ (Hülshoff, 2006, S. 138) Für Frauen zählen die körperlichen Merkmale hingegen eher kaum. Deutlich ist jedoch, dass es durchweg fast alle Frauen stört, wenn der Mann kleiner ist als sie selbst. Weitere, oftmals nicht bewusste Kennzeichen für Anziehung sind Mimik und Gestik (zum Beispiel Augenaufschlag, Lachen) oder auch auditive Reize (Stimmklang). (vgl. Hülshoff, 2006, S. 134 ff.)

Die ganz persönliche Anziehungskraft, die zwei Menschen füreinander empfinden können, setzt sich also aus vielen individuell unterschiedlichen Gründen zusammen. Neben den oben genannten Erklärungen gibt es auch andere Ansätze, wie zum Beispiel die der Psychoanalyse, welche die Begründungen für nicht bewusste Mechanismen bei der Partnerwahl auf ihre Weise erweitern. Hierauf wird in Kapitel 3 näher eingegangen.

2.3.2 Liebe

Die Schwierigkeit, die Bedeutung von Liebe zu erklären liegt darin, dass jeder Mensch eine andere Vorstellung davon hat. Hinzu kommen die nicht bewussten Mechanismen, die unter anderem die Gefühlswelt beeinflussen. Unabhängig der psychoanalytischen Sicht, die sich vorwiegend auf den von Freud geprägten Begriff des Unbewussten oder auch Vorbewussten konzentriert, bleiben einige eher allgemein gehaltene Bedeutungsansätze der Liebe zurück.

Was also ist Liebe im Allgemeinen? Liebe ist vergleichbar mit einem Traum, ein Zustand, in welchem man sich auf Gemeinsamkeit konzentriert und nicht auf Abgrenzung, allerdings ohne die Gefahr, sich selbst zu verlieren. Liebe ist das Bedürfnis danach, etwas bedingungslos zu tun, ohne Berechnung für den Anderen, das Gefühl, mit dem Anderen verschmelzen zu wollen, sich durch und mit ihm vollständiger zu fühlen als getrennt oder allein. Wichtig ist jedoch, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht in eine Abhängigkeit zu begeben. Liebe bedeutet, hinter den Schwächen und Fehlern des Partners trotzdem noch das Leuchten seiner Seele zu sehen. In der Verliebtheit passiert es manchmal, dass man in die Geborgenheit der frühen Kindheit zurückfällt, in der Liebe passiert das nicht. Sie ist ein Zustand, der es ermöglicht, den Anderen wachsen zu lassen, ohne dabei selber die Sorge zu haben, eigene Grenzen schützen zu müssen. Liebe bedeutet, sich selbst nah zu bleiben, obwohl man sich vollkommen auf den Anderen einlässt. In der Realität passiert es des Öfteren, dass sich die einst Liebenden verletzen. Laut Revenstorf kann man dann nicht mehr von Liebe sprechen. (vgl. Revenstorf, 2008, S. 49 ff.)

Arbeiten Menschen bewusst an ihrem Liebesverhalten, oder streben sie automatisch nach der einzigartigen Liebe? So oder so wird die Liebe in einer Paarbeziehung oftmals von impliziten Regeln beziehungsweise stillen Verträgen begleitet und geprägt. Auf diese, den Liebenden häufig nicht bewussten Regeln, wird im nächsten Punkt eingegangen.

Zunächst aber noch zusammenfassend eine kurze Definition der Liebe von Jochen Mariss in seinem Gedicht „Beziehungsweise“:

„Ist es denn nicht möglich,
sich täglich nahe zu sein,
ohne alltäglich zu werden -
voneinander entfernt zu sein,
ohne sich zu verlieren...?

Beziehungsweise
sich maßlos zu lieben,
ohne sich lieblos zu maßregeln -
einander gewähren zu lassen,
ohne die Gewähr zu verlieren...?

Beziehungsweise
einander sicher zu sein,
ohne sich abhängig zu machen -
einander Freiheit zu gewähren,
ohne sich unsicher zu werden...?

Beziehungsweise...?“

Quelle: Mariss zit. nach o.V., 2009

2.3.3 Implizite Verträge

Im Gegensatz zu den expliziten Verträgen in Paarbeziehungen, die häufig besprochen und von beiden Partnern bewusst umgesetzt werden (gemeinsamen Interessen nachgehen, beide wählen dieselbe Partei), entwickeln sich die impliziten Verträge eher im Stillen und bleiben unausgesprochen. Mit den impliziten Verträgen sind nicht bewusste Erwartungen und Wünsche gemeint, die bei den Partnern aus unterschiedlichen Gründen existieren können. Häufig spielt die eigene Biographie eine entscheidende Rolle dabei, was man sich im späteren Leben von seinem Partner im Stillen erhofft. Die Partnerschaft wird als Heilungschance vergangener Verletzungen angesehen und der Partner teilweise dafür missbraucht. Da dieser die geheimen Erwartungen des Anderen aber nicht erkennt -oftmals kennt derjenige sie ja nicht einmal selbst- kommt es zwangsläufig zur Enttäuschung des Initiators und somit automatisch auch zu Konflikten zwischen den Partnern[3]. (vgl. Revenstorf, 2008, S. 123 ff.)

2.4 Paarkonflikt

Ein Konflikt ist für die meisten Menschen etwas, mit dem sie negative Erfahrungen verbinden. Deshalb ist die Angst davor auch sehr groß. Um diese Störung, diese unglückliche Fügung des Schicksals, also den Konflikt, zu umgehen, vermeiden viele Menschen gerade in Paarbeziehungen, unterschiedliche Bedürfnisse zu entwickeln. Oftmals geht es sogar so weit, dass die Partner jeweils einen Teil ihrer Persönlichkeit unterdrücken oder sogar aufgeben und nicht mehr ehrlich zueinander sein können. Dahinter steht, dass verschiedene Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche als eine Art Bedrohung empfunden werden, die dazu führen könnte, mit dem Partner in einen Konflikt zu gelangen. Der Mensch denkt, wenn er eine andere Überzeugung oder Einstellung, ja auch andere Interessen als sein Partner hat, wäre das ein Anzeichen dafür, mit ihm nicht verbunden zu sein. Die Folge daraus ist es dann, eigene Wünsche zurückzuhalten, damit die vorhandenen Unterschiede, manchmal auch Gegensätze, nicht deutlich werden. Dieses Verhalten führt langfristig dazu, dass die Beziehung in ihrer Entwicklung gehemmt wird und sie den eigentlichen, aber verschwiegenen Wünschen nie entsprechen kann. Sich „die Wünsche von den Augen lesen zu können“ ist nach Schwäbisch und Siems (1974) ein fataler Irrtum. Laut ihrer Definition wäre bei solch einer Beziehung nahe liegend, dass beide Partner sich so sehr eingeengt haben, dass sie lediglich den Teil ihrer selbst wahrnehmen, der die identischen Wünsche und Vorstellungen wie die des Anderen aufzeigt. Der starke Wunsch nach permanenter Harmonie unterdrückt die Wahrnehmung der Unterschiede zwischen den Partnern und führt zur Anpassung. Um zu erreichen, dass eine Beziehung stabil bleibt, dass man den Partner „voll und ganz“, also seine gesamte Persönlichkeit akzeptiert, müssen beide Partner in der Lage sein, die Verschiedenheiten anzunehmen. Wenn ein Mensch sich selbst und den Anderen nicht als einzigartiges Individuum versteht, wird die Partnerschaft ständig von der nicht zu stillenden Sehnsucht, die aus Angst vor Konflikten unterdrückt wird, begleitet sein oder letztendlich daran scheitern. (vgl. Schwäbisch, Siems, 1974, S. 131 f.)

2.5 Trennung / Scheidung

2.5.1 Wann kommt es zur Trennung / Scheidung?

Je länger eine Beziehung dauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Partnerschaft trotz einschlägiger Probleme bestehen bleibt. Das heißt im Umkehrschluss, dass eine kurze Beziehung, die mit Konflikten belastet ist, wesentlich schneller getrennt wird. Es sind hier noch keine tiefer gehenden Spuren hinterlassen worden und die Bande nicht ausreichend verknüpft.

Es ist oftmals nur für die Partner selbst zu verstehen, warum sie auch bei großen Streitigkeiten und immer wiederkehrenden Auseinandersetzungen trotzdem zusammenbleiben. Für Außenstehende liegt der Gedanke nahe, dass die Beziehungsprobleme durch eine Trennung oder Scheidung am einfachsten gelöst werden können. Gehen die zerstrittenen Partner diesem Rat nicht nach und lehnen eine Trennung aus fadenscheinigen Gründen ab, wird ihnen Masochismus -eine Lust am Leiden- unterstellt.

Auch gibt es Menschen, die mit einem chronisch (Geistes) Kranken zusammenleben, ohne eine Trennung in Erwägung zu ziehen, geschweige denn sie durchzusetzen. Die Nachteile einer solchen Beziehung sind nahe liegend: durch den kranken Partner werden sie in ihrem eigenen Leben stark eingeschränkt und sozial isoliert. Sie konzentrieren sich ganz auf den Anderen und werden mit diesem letztendlich allein gelassen. Die Gründe für solch eine Beziehung können sehr umfangreich sein. Dennoch stellt sich die Frage nach dem Warum. Liegt es tatsächlich daran, dass diese Menschen einen Vorteil dadurch verspüren, dass sie einen hilflosen Partner neben sich haben? Oder sind sie etwa Heilige? Oder liegt es an unbewussten Schuldgefühlen, die sie dazu verpflichten, Jahrzehntelang an der Seite des kranken Gegenübers zu bleiben?

Partner von chronisch Kranken tragen häufig den Gedanken in sich, dass sie genauso gut selbst hätten erkranken können. Sie nehmen somit die Not des Partners viel intensiver wahr und stehen ebenso zu der Gemeinsamkeit des Schicksals. Menschen sind grundsätzlich durchaus bereit, gewisse Einschränkungen ihrer eigenen Bedürfnisse durch die Beziehung hinzunehmen, allerdings nur, wenn sie sich noch mit der Partnerschaft identifizieren können.

Es gibt auch Paarbeziehungen, in denen eine Trennung die Außenstehenden überrascht, beziehungsweise schockiert, weil diese die gescheiterte Beziehung als so glücklich und stimmig empfunden hatten. Bei wiederum anderen kann eine Lappalie zu so großem Streit und daraus resultierendem Machtkampf innerhalb der Beziehung führen, dass die letzte Konsequenz, also die Scheidung angedroht wird, um die eigene Glaubwürdigkeit bewahren zu können.

Können sich die Partner nicht mehr mit der Beziehung identifizieren, kann die Beziehung an den Punkt gelangen, an dem es nur noch um das ganz persönliche Überleben geht. Der damit verbundene Trennungsprozess kann sich über viele Jahre hinziehen. Durch die gefühlte Entscheidungsunfähigkeit kann es zu chronischen Depressionen kommen. Irgendwann kann es passieren, dass eine scheinbare Kleinigkeit zu dem Entschluss führt, eine Trennung als unumgängliche Lösung zu sehen. Dem Leidenden wird dann bewusst, dass die über Jahre stattgefundenen Verletzungen und Demütigungen durch den Partner nicht mehr hinzunehmen sind. Außerdem entwickelt er Scham- und Schuldgefühle auf Grund seines irrationalen, über so viele Jahre hinnehmenden Verhaltens. (vgl. Willi, 1991, S. 124 ff.)

2.5.2 Trennung / Scheidung als Ende einer Gemeinsamkeit

Die gemeinsam geschaffene Welt und auch eine Eigendynamik, durch beispielsweise einen gemeinsamen Freundeskreis, bleiben über eine Scheidung hinweg bestehen. Zeugen des gemeinsamen Lebens sind die Wohnung, in der man zusammen lebte, Gebrauchsgegenstände, Einrichtung und auch Erinnerungen an gemeinsam Erlebtes, wie Reisen oder Fotos. Die Beweise für eine glückliche Zeit, also gegenständliche Erinnerungsstücke, kann man nicht halbieren, so dass sie lediglich einer der Partner behalten kann. Derjenige, der auszieht, verliert ab dem Moment zunächst alles, hat aber auch die Chance, sich von Erinnerungen besser lösen zu können. Derjenige, der in der gemeinsamen Wohnung, oder auch dem Haus bleibt, wird tagtäglich mit Erinnerungen konfrontiert und hat es somit schwerer, einen Neuanfang zu starten. Auch das soziale Umfeld ändert sich für den Partner, der auszieht. Für die vertrauten Nachbarn bleibt eine Person aus der Paarbeziehung zurück, was oftmals im Kontakt zu Hemmungen führen kann, da Geschiedene in vielen Menschen Unsicherheit hervorrufen. Es ist oft so, dass Verheiratete eher unter Paaren verkehren, Geschiedene eher unter ihresgleichen. Somit werden Geschiedene zwar teilweise gemieden, allerdings kann es auch sein, dass sie in Außenstehenden Phantasien von eigenen Freiheitswünschen auslösen.

Beim gemeinsamen Freundeskreis entstehen häufig noch schwerwiegendere Unsicherheiten. Aus Angst vor Illoyalität einem der beiden Partner gegenüber, neigen gemeinsame Freunde eher dazu, sich zurückzuziehen, anstatt mit dem Anderen den Kontakt weiterhin aufrecht zu erhalten. „Die gemeinsam geschaffene äußere Welt läßt (sic!) sich also in vieler Hinsicht nicht teilen, sie wird vielmehr durch die Scheidung zerstört oder zumindest verändert.“ (Willi, 1991, S. 129) Die Sorge vor dem Umgang mit Geschiedenen macht somit auch deutlich, warum oftmals viele gemeinsame Freunde, Verwandte und auch Bekannte an einer Lösung des Paar- oder Ehekonflikts interessiert sind und sich persönlich einsetzen, um die Ehe zu retten.

Aber nicht nur die gemeinsame äußere Welt wird durch Scheidung zerstört, ebenso die innere, von beiden konstruierte Welt. Bestimmte alltägliche Abläufe, wie beispielsweise dem Partner abends von der Arbeit des Tages zu erzählen, sich einen Kommentar von ihm sagen zu lassen, mit welchem man ohnehin schon gerechnet hatte, aber auch gewisse Zeitstrukturen (Mahlzeiten, Zubettgehen) werden durch die Trennung aufgehoben. Das Alleinsein wird durch diese -nun fehlenden, sonst täglichen- Abläufe und Strukturen besonders deutlich. Willi beschreibt es so: „Man hängt im leeren Raum, unbeantwortet, unstrukturiert und ungebraucht.“ (Willi, 1991, S. 130)

Es kommt die Frage auf, ob Paare sich nach langen Jahren der Ehe überhaupt für eine Scheidung entschließen sollten? Sollten sie nicht besser alle Schwierigkeiten und Probleme hinnehmen, sich damit arrangieren, um die gemeinsame Welt erhalten zu können? Führt ein Partner eine ihn nicht erfüllende, ihn sogar stark einschränkende Paarbeziehung fort, wird dies heutzutage schnell als neurotisch- abhängig oder feige verurteilt. Andererseits gibt es aber auch zahlreiche Affektscheidungen, weil der eine es mit dem anderen nicht mehr aushält und die Beziehung schnellstmöglich komplett beenden will. Auch dies kann eine Fehlentscheidung sein.

Es bleibt zusammenfassend anzumerken, dass die Scheidung -speziell die einer lang dauernden Ehe- zwar eine Art Neuanfang darstellt, aber auch jede neue Beziehung auf Grund der vorangegangenen Erfahrungen belasten wird, da die Scheidung den Menschen auch mit ihren damit einhergehenden Enttäuschungen fürs gesamte Leben prägt und beeinflusst. (vgl. Willi, 1991, S. 127 ff.)

[...]


[1] Auf Genusssüchtigkeit, Luststreben beruhend

[2] Gleichsinnig, im selben Sinne

[3] Siehe auch Kapitel 4.6

Ende der Leseprobe aus 102 Seiten

Details

Titel
Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen
Hochschule
Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen - Abteilung Münster
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
102
Katalognummer
V134937
ISBN (eBook)
9783640457069
ISBN (Buch)
9783640881864
Dateigröße
795 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Partnerwahl, Paarkonflikt, Unbewusste, Mechanismen, Paarbeziehungen, Partnerschaft, Paare, Beziehungen, Beziehungskonflikte, Sexualität, Erotik, Beziehungsprobleme, Liebe auf den ersten Blick, Langjährige Beziehungen
Arbeit zitieren
Nele Becker (Autor), 2009, Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134937

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