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Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen

Title: Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen

Diploma Thesis , 2009 , 102 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nele Becker (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Das Thema meiner Diplomarbeit entwickelte sich nach und nach durch Gespräche mit
unterschiedlichen Personen aus meinem Umfeld. Zu Beginn hatte ich viele Ideen,
worüber ich hätte schreiben können. Bei keiner Idee entstand jedoch das Gefühl, das
richtige Thema gefunden zu haben. Mir war es wichtig, über etwas zu schreiben, was
jeden Menschen betrifft und interessieren könnte. Ich wollte einerseits etwas vermitteln
und andererseits auch selbst in die Tiefen eines ganz neuen und doch vertrauten
Bereichs eintauchen.
Mir fiel es zunächst schwer, mich endgültig auf ein Thema festzulegen, da es mir
persönlich als extrem wichtig erschien, mich auch längerfristig für meinen Schwerpunkt
begeistern zu können. Die Zeit der Diplomarbeit sollte für mich zu einer Zeit des
Lernens und des neu Entdeckens werden.
„Partnerwahl und Paarkonflikt – unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen“
beinhaltet bereits im Titel einen deutlichen Hinweis darauf, wohin sich meine Arbeit
entwickeln sollte. Nicht- bewusstes und unbewusstes, zwei Bereiche, die jeden
Menschen betreffen, um die aber nicht jeder weiß. Mein Ziel war es, etwas
aufzudecken, dem Leser eine Möglichkeit zu bieten, sich selbst und seine Partnerschaft
in die Tiefe gehend zu reflektieren. Schon bei der Wahl des genauen Titels spürte ich,
wie sehr mich diese Thematik fasziniert und damit war klar, dass ich mein Thema
gefunden hatte.
Sowohl schulisch, als auch privat war ich bereits mit der Materie in Berührung
gekommen. Durch meinen Pädagogik Leistungskurs erfuhr ich von den
Zusammenhängen zwischen eigenen Kindheitserfahrungen und dem daraus
resultierenden späteren Verhalten im Erwachsenenalter. Im Privatleben musste ich mich
selbst vielen Auseinandersetzungen unterziehen, wodurch ich mir ein gewisses
Reflexionsvermögen aneignete.
(...)
Wer wählt wen und warum? Wieso
spielt das Glücklichsein zum Teil eine recht untergeordnete Rolle? Und warum geben
manche Menschen sich bis zur Selbstaufgabe hin, nur um die Partnerschaft nicht zu
gefährden?
Es war mir wichtig, die Beweggründe der Menschen kennen zu lernen, um in meiner
späteren Praxis als Sozialarbeiterin Verständnis aufbringen zu können,
Konfliktlösungen zu erarbeiten und auch gegebenenfalls Handlungsalternativen
anzubieten. Nicht nur in der Psychiatrie wird man mit diesen Themen konfrontiert, das
gesamte Feld der Sozialen Arbeit beinhaltet zwischenmenschliche Beziehungen, deren
Problematiken und mögliche Lösungsansätze.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Methodisches Vorgehen

1.2 Aufbau

2. Von der Partnerwahl bis zur Trennung

2.1 Partnerwahl

2.1.1 Ursachen für Ähnlichkeiten zwischen suchendem und potentiellem Partner

2.1.2 Liebessehnsucht

2.1.3 Erste Kontaktaufnahme

2.2 Partnerschaft

2.2.1 Das Erfüllen der Sehnsucht oder die Kraft der Liebe

2.2.2 Funktionsprinzipien in Paarbeziehungen

2.2.3 Der Wandel von Partnerbeziehungen

2.2.4 Langzeitbeziehungen

2.3 Nicht bewusste Mechanismen

2.3.1 Verliebtheit

2.3.2 Liebe

2.3.3 Implizite Verträge

2.4 Paarkonflikt

2.5 Trennung / Scheidung

2.5.1 Wann kommt es zur Trennung / Scheidung?

2.5.2 Trennung / Scheidung als Ende einer Gemeinsamkeit

2.5.3 Ehescheidung und Eheschließung

2.6 Fazit

3. Das unbewusste Zusammenspiel der Partner

3.1 Das Bewusste, Unbewusste und Vorbewusste

3.2 Das psychoanalytische Persönlichkeitsmodell

3.2.1 Der psychische Apparat

3.3 Die psychoanalytische Entwicklungslehre und das Kollusionskonzept

3.3.1 Beziehungsthemen und Entwicklungsphasen

3.3.2 Kollusion

3.3.3 Das unbewusste Zusammenspiel der Partner in vier Grundmustern

3.3.3.1 Liebe als Einssein in der narzisstischen Kollusion

3.3.3.2 Liebe als Einander- Umsorgen in der oralen Kollusion

3.3.3.3 Liebe als Einander- ganz- Gehören in der anal- sadistischen Kollusion

3.3.3.4 Liebe als männliche Bestätigung in der phallisch- ödipalen Kollusion

3.4 Wie entwickeln sich die unterschiedlichen Grundmuster und die daraus resultierenden Beziehungsprobleme?

3.4.1 Liebe als Einssein

3.4.2 Liebe als Einander- Umsorgen

3.4.3 Liebe als Einander- ganz- Gehören

3.4.4 Liebe als männliche Bestätigung

3.5 Lösungsansätze

3.6 Fazit

4. Bindungstheorie und Bindungsforschung

4.1 Bindung und Exploration

4.1.1 Bindungsverhalten und Bindungsqualität

4.1.1.1 Der Fremde- Situations- Test

4.2 Bindungsmuster / Bindungsstile beim Kind

4.2.1 Der sicher gebundene Typ

4.2.2 Der unsicher- vermeidend gebundene Typ

4.2.3 Der unsicher- ambivalent gebundene Typ

4.2.4 Der desorganisiert- desorientiert gebundene Typ

4.3 Auswirkungen gestörter Beziehungen auf die Entwicklung des Kindes

4.4 Das Adult Attachment Interview

4.4.1 Klassifikation mentaler Bindungsmodelle

4.4.1.1 Autonomes, sicheres Bindungsmodell

4.4.1.2 Unsicher- distanziertes Bindungsmodell

4.4.1.3 Unsicher- verwickeltes Bindungsmodell

4.4.1.4 Unverarbeiteter Bindungsstatus

4.5 Zusammenhänge kindlicher und erwachsener Bindungstypen

4.6 Übertragung kindlicher Bindungserfahrungen auf spätere Paarbeziehungen

4.6.1 Nachholen unbefriedigter kindlicher Bedürfnisse

4.6.2 Erlebtes wiederholen, Mehr- vom- Gleichen

4.6.3 Korrekturversuche

4.7 Fazit

5. Sexualität und Erotik

5.1 Sexuelles Begehren, Anziehung und Leidenschaft

5.1.1 Berührung als Anreiz

5.1.2 Wenn der Wunsch nach Sicherheit die Erotik aufzehrt

5.1.3 Liebe braucht Nähe, doch sexuelles Begehren benötigt Distanz

5.2 Sexualität und Erotik in Partnerschaften

5.2.1 Liebe, Sex und Untreue bei Männern und Frauen

5.2.2 Erotische Phantasien

5.2.3 Erotische Qualität – ein Definitionsversuch

5.3 Probleme

5.3.1 Wenn Stress Lust nimmt

5.3.2 Schwierigkeiten verbaler und nonverbaler Art

5.4 Fazit

6. Schlussbetrachtung

6.1 Was bedeuten unbewusste Mechanismen für die Partnerwahl?

6.2 Was bedeuten unbewusste Mechanismen für den Paarkonflikt?

6.3 Was heißt das für beratende / therapeutische Prozesse?

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle unbewusster Mechanismen bei der Partnerwahl und der Entstehung von Paarkonflikten. Ziel ist es, dem Leser ein tiefgehendes Verständnis für die psychodynamischen Prozesse zu vermitteln, die partnerschaftliche Beziehungen prägen, und Wege für beratende sowie therapeutische Interventionen aufzuzeigen.

  • Die psychoanalytischen Grundlagen nach Sigmund Freud und Jürg Willi.
  • Die Bedeutung von Bindungstheorie und Bindungsforschung für Erwachsene.
  • Die Dynamik von Sexualität und Erotik in langjährigen Partnerschaften.
  • Die Analyse von Trennungsprozessen und den Auswirkungen der eigenen Biografie auf das Beziehungsverhalten.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Liebessehnsucht

Unabhängig der Partnerähnlichkeit oder sonstiger aufkommender persönlicher Wahlkriterien kann insbesondere die Sehnsucht des Menschen nach Zweisamkeit beim Thema Partnerwahl nicht außer Acht gelassen werden. Unser heutiger Bezug zum Sehnen ist eher gering, wird oftmals als kitschig empfunden, ganz im Gegensatz zu den früheren Jahrhunderten, in denen Minnesänger, Dichter, bildende Künstler und Musiker das Liebessehnen als Kultur schaffende Kraft positiv verstanden und ausdrückten. In der Epoche der Romantik wurde die Sehnsucht mit einer Hingabe und Intensität dargestellt, die in der heutigen Zeit nur noch schwerlich denkbar ist. (vgl. Willi, 1991, S. 29) Es schließt sich die Frage an, ob Sehnsucht in der heutigen Zeit überhaupt noch existiert, oder ob sie ihre Sprache verloren hat. Grund für letzteres könnte sein, dass die Gesellschaft auf das Anstreben von Machbarem abzielt, Sehnsucht nach Liebe hingegen kann bedeuten, sich in Träumen zu verlieren, für Unerfüllbares zu kämpfen und dabei seine ganze Kraft für die eigentliche Realität zu verlieren. Liebessehnen steht dem Leitbild des autonomen, selbstständigen modernen Menschen von heute im Wege. Und trotzdem gibt es den tief verwurzelten Wunsch nach Aufgehobensein, der im Liebessehnen seinen Ausdruck und seine Begründung findet. (vgl. Willi, 1991, S. 30)

Die Sehnsucht nach Aufgehobensein ist für das Bewusstsein nicht so leicht zugänglich und liegt tiefer verankert als persönliche Wertvorstellungen und Wünsche an den Partner im Sinne von Verstandenwerden, Umsorgung oder Zärtlichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Beweggründe der Autorin und die methodische Herangehensweise, primär basierend auf psychologischen und bindungstheoretischen Ansätzen.

2. Von der Partnerwahl bis zur Trennung: Dieses Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick über Partnerwahl, die Bedeutung von Sehnsucht, implizite Verträge in Beziehungen sowie die Dynamiken von Konflikten und Trennungen.

3. Das unbewusste Zusammenspiel der Partner: Hier werden Freuds Persönlichkeitsmodell und Willis Kollusionskonzept detailliert eingeführt, um unbewusste Muster in Paarbeziehungen zu analysieren.

4. Bindungstheorie und Bindungsforschung: Das Kapitel behandelt die Bedeutung früher Bindungserfahrungen, die Bindungstypen bei Kindern und deren Übertragung auf das Erwachsenenleben.

5. Sexualität und Erotik: Der Fokus liegt auf der paradoxen Beziehung zwischen Nähe und Verlangen sowie den Problematiken von Stress und Kommunikation in Partnerschaften.

6. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Relevanz für den beratenden und therapeutischen Prozess in der Sozialen Arbeit reflektiert.

Schlüsselwörter

Partnerwahl, Paarkonflikt, Unbewusste Mechanismen, Psychoanalyse, Bindungstheorie, Kollusionskonzept, Liebessehnsucht, Sexualität, Erotik, Bindungsqualität, Infantilismus, Narzissmus, Soziale Arbeit, Paartherapie, Beziehungsdynamik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit analysiert die unbewussten psychologischen Mechanismen, die bei der Partnerwahl und in der Entwicklung von Paarkonflikten eine zentrale Rolle spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Psychoanalyse (insbesondere das Kollusionskonzept nach Jürg Willi), der Bindungstheorie nach John Bowlby und den Herausforderungen von Sexualität und Erotik in langfristigen Partnerschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die teils unbewussten Beweggründe in Partnerschaften zu schaffen, um diese in einem professionellen sozialarbeiterischen oder therapeutischen Kontext besser begleiten zu können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine tiefenpsychologisch orientierte Literaturanalyse sowie bindungstheoretische Ansätze, um menschliche Verhaltensmuster zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil vertieft das psychoanalytische Verständnis von Paarkonflikten durch vier Grundmuster (Kollusionen) und untersucht, wie frühe Bindungserfahrungen den Beziehungsaufbau im Erwachsenenalter determinieren.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kollusion, Bindungstypen, Liebessehnsucht, Partnerwahl und die psychodynamischen Aspekte der Paartherapie.

Was bedeutet das "Kollusionskonzept" im Kontext der Arbeit?

Das Konzept beschreibt ein unbewusstes Zusammenspiel, bei dem zwei Partner mit ähnlichen Grundkonflikten in polare Rollen (progressiv/regressiv) schlüpfen, was zunächst anziehend wirkt, langfristig aber zu Konflikten führt.

Welchen Einfluss hat die Bindungstheorie auf spätere Liebesbeziehungen?

Die Arbeit zeigt auf, dass Menschen dazu neigen, unbefriedigte Bedürfnisse aus der Kindheit in späteren Beziehungen wiederholen oder kompensieren zu wollen, oft ohne sich dieser Dynamik bewusst zu sein.

Wie erklärt die Autorin den Einfluss von Stress auf die Sexualität?

Stress wird als "Sexbremse" identifiziert, da er das Gefühlsleben verflacht und das für Erotik notwendige Maß an Entspannung verhindert.

Was ist die Schlussfolgerung für beratende Prozesse?

Berater sollten ihre eigene Wahrnehmung reflektieren und den Klienten behutsam dabei unterstützen, ihre unbewussten Verhaltensmuster zu erkennen, um neue Handlungsalternativen zu entwickeln.

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Details

Title
Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Münster
Grade
2,3
Author
Nele Becker (Author)
Publication Year
2009
Pages
102
Catalog Number
V134937
ISBN (eBook)
9783640457069
ISBN (Book)
9783640881864
Language
German
Tags
Partnerwahl Paarkonflikt Unbewusste Mechanismen Paarbeziehungen Partnerschaft Paare Beziehungen Beziehungskonflikte Sexualität Erotik Beziehungsprobleme Liebe auf den ersten Blick Langjährige Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele Becker (Author), 2009, Partnerwahl und Paarkonflikt - Unbewusste Mechanismen in Paarbeziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134937
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