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Zeitkritik in William Blakes „Songs of Innocence and of Experience“

Título: Zeitkritik in William Blakes „Songs  of Innocence and of Experience“

Tesis de Maestría , 2009 , 86 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Sarah Jost (Autor)

Filología inglesa - Literatura
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Nach einem kurzen Überblick über formale und funktionale Aspekte der „Songs of Innocence and of Experience“, in dem grundsätzliche Dinge, wie die Frage, an wen die Sammlung überhaupt adressiert ist (auf Ohren welcher Größe Blakes Zeitkritik also stoßen sollte) und mit welcher Absicht sie verfasst wurde, zu klären sind, wendet sich diese Arbeit den Zuständen im England des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu, soweit sie von Blake innerhalb der Sammlung thematisiert wurden. Schwerpunkte liegen dabei auf dem Umgang der Zeit mit ihren Kindern, der in mehr als nur einer Hinsicht zu wünschen übrig ließ, und auf Blakes Kritik an Staat, Monarchie, Kirche und anderen Missständen wie z. B. der Außenseiterrolle, in der der dunkelhäutige Teil von Londons Bevölkerung gefangen war. Den Abschluss bildet eine kurze Präsentation von ‚Blaketopia’, der in den „Songs“ zum Ideal erhobenen Idylle, denn wer Kritik üben will, sollte immer auch Verbesserungsvorschläge parat haben.
Das Ergebnis dieser Arbeit wird hoffentlich die Erkenntnis sein, dass Blake in einem sehr hohen Maße für das ihn umgebende Elend sensibilisiert war und ihm mit den „Songs“ ein einfühlsames und doch eindringliches Porträt dieses Elends gelungen ist, dessen Ziel es war, den zeitgenössischen Leser zum Hinschauen zu bewegen und ihn auf die Notwendigkeit von Veränderungen aufmerksam zu machen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zeitkritik in den „Songs of Innocence and of Experience”

2.1 Form & Funktion

2.1.1 Lieder & Zeitkritik

2.1.2 (Doppelte) Adressiertheit?

2.1.3 Zeitkritik vs. ‚Illuminated Books’

2.1.4 „An Artist and Nothing Else“? Blake & die Waffen des Künstlers

2.1.5 Blakes Kindersoldaten

2.2 „A Poet’s Interpretation of His Own Time“: Blakes Kritik am London & England des 18. Jahrhunderts

2.2.1 Blakes Angriffsziele

2.2.2 Kindheit im England des 18. Jahrhunderts

2.2.2.1 Kinderarbeit am Beispiel der ‚Climbing Boys’: „The Chimney Sweeper” (SI) & „The Chimney Sweeper” (SE)

2.2.2.2 Das Elend der ‚Charity Children’: „Holy Thursday” (SI) & „Holy Thursday” (SE)

2.2.3 Die Situation der Schwarzen: „The Little Black Boy“

2.2.4 Ein Panorama großstädtischen Elends: „London“

2.2.5 „Blood down palace walls“: Kritik an Monarchie & Politik

2.2.6 „Dear Mother, the Church is cold“: Kritik an der Kirche

2.2.6.1 Der Einfluss der Bibel auf die „Songs“

2.2.6.2 Kirche als Kollaborateur: The „Chimney Sweeper” (SE) & „London“

2.2.6.3 Sinnenfeindlichkeit & Kontrollzwang: „The Garden of Love“

2.2.6.4 Kirche & Kälte: „The Little Vagabond”

2.2.6.5 Ein Opfer der Aufklärung: „A Little Boy Lost”

2.2.6.6 Der Gott der „Songs of Innocence”: „On Anothers Sorrow”

2.2.7 Kritik am Bildungs-‚system’: „The School-Boy“

2.3 ‚Blaketopia’

2.3.1 Leben im Einklang mit der Natur: „The Fly”

2.3.2 Natur mit Vorbildfunktion: „The Shepherd”

2.3.3 Treffen der Generationen & glückliche Kindheit: „The Ecchoing Green”

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zeitkritischen Aspekte in William Blakes „Songs of Innocence and of Experience“. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Blake soziale Missstände des ausgehenden 18. Jahrhunderts in England, wie Kinderarbeit, kirchliche Unterdrückung und staatliche Willkür, in seiner Lyrik verarbeitet und ob er darin konkrete Lösungsansätze für die Gesellschaft formuliert.

  • Darstellung von Kindheit im 18. Jahrhundert (z.B. „Climbing Boys“, „Charity Children“)
  • Kritik an kirchlichen Institutionen, Monarchie und politischer Repression
  • Analyse der Rolle der Imagination als „Waffe“ des Künstlers im „Mental Fight“
  • Untersuchung des Konzepts der „doppelten Adressiertheit“ der Lieder
  • Darstellung von ‚Blaketopia’ als idyllisches Gegenentwurf zur Realität

Auszug aus dem Buch

2.2.2.1 Kinderarbeit am Beispiel der ‚Climbing Boys’: „The Chimney Sweeper” (SI) & „The Chimney Sweeper” (SE)

Mit dem Schornsteinfegerlehrling hat Blake das extremste Beispiel für Kinderarbeit, das das 18. Jahrhundert hergab, gewählt. Er hält sich nicht mit den weniger schlimmen Fällen auf, sondern wählt denjenigen, mit dem er seinen Leser am meisten schockieren und dadurch wachrütteln kann. Hinzu kommt, dass es sich bei den Leiden dieser Kinder um die Zeit der Abfassung der „Songs“ herum um ein hochaktuelles Thema handelte: „His [Hanways] work was taken up by David Porter, a master-chimney-sweeper …. Porter, supported by ‘a committee of gentlemen’ petitioned Parliament in 1788 for an Act for the protection of apprentices.“ Die Koinzidenz der Kampagne für die Verbesserung der Lebensumstände der ‚climbing boys’ und der Enstehung des ersten „Chimney-Sweeper“-Gedichtes kann wohl kaum als Zufall abgetan werden, sondern muss als Indiz dafür gesehen werden, dass Blake sich sehr nah am Puls der Zeit bewegte.

Dorothy George schildert in „London Life in the Eighteenth Century“ die Lebensumstände dieser Kinder und die ersten Schritte, die in Richtung ihrer Erleichterung unternommen wurden:

There was one particularly forlorn set of children – the little climbing boys or chimney-sweepers. The beginning of a movement for their protection seems to have been a letter to the Public Advertiser in 1760 (probably by Hanway) addressed to the magistrates of London and Westminster, urging them to instruct the ‘proper offices’ to summon the master of any boy found ‘without covering for his nakedness’. […] In 1767 when Hanway was protesting against the apprenticing of very young children by the parishes his attention naturally turned to the climbing boys:

“Among those who have placed out children so young as seven years of age, there are several parishes who apprentice them to chimney-sweepers. Chimney-sweepers ought to breed their own children to the business, then perhaps they will wash, clothe and feed them. As it is, they do neither, and these poor black urchins have no protectors and are treated worse than a humane person would treat a dog. … They often beg in the streets, and seem to be much more real need than common beggars.”

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Blake-Kritik ein und erläutert die Absicht, die konkreten Zeitbezüge der „Songs“ als Mittel der Sozialkritik zu untersuchen.

2 Zeitkritik in den „Songs of Innocence and of Experience”: Dieses Kapitel analysiert formale Aspekte und Blakes Rolle als zeitkritischer Dichter, der sich mit den drängenden sozialen Problemen Englands auseinandersetzt.

2.1 Form & Funktion: Untersucht werden die Gattung des Liedes, die Adressiertheit sowie Blakes Selbstverständnis als Künstler, der die Imagination als Waffe gegen soziale Missstände einsetzt.

2.2 „A Poet’s Interpretation of His Own Time“: Blakes Kritik am London & England des 18. Jahrhunderts: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die gezielte Kritik an Institutionen wie der Kinderarbeit, der Kirche und dem Staat in der zeitgenössischen Gesellschaft.

2.3 ‚Blaketopia’: Abschließend wird Blakes Vision einer idyllischen Gegenwelt präsentiert, die als Ideal und notwendige Alternative zur harten Realität dient.

3 Schluss: Hier wird resümiert, dass Blakes „Songs“ keineswegs ein bloßes Beruhigungsmittel sind, sondern durch ihre aufrüttelnde Zeitkritik eine eindringliche Aufforderung zur Veränderung darstellen.

4 Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und Forschungsliteratur auf.

Schlüsselwörter

William Blake, Songs of Innocence, Songs of Experience, Zeitkritik, Kinderarbeit, Soziale Gerechtigkeit, Imagination, Englische Literatur des 18. Jahrhunderts, Kirchenkritik, Armenhaus, Reformen, Politischer Protest, Kindheit, Romantik, Industrielle Revolution

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die „Songs of Innocence and of Experience“ von William Blake unter dem Aspekt der Zeitkritik und zeigt auf, wie der Autor soziale und politische Missstände seiner Epoche in lyrischer Form verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Schutz und die Ausbeutung von Kindern (Kinderarbeit), die Rolle von Kirche und Staat als Unterdrücker, sowie die Möglichkeiten der Literatur, durch Vorstellungskraft und Visionen soziale Veränderungen anzustoßen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Blake kein „utopischer Träumer“ war, sondern die Lebenswirklichkeit der einfachen Bevölkerung Londons sehr genau beobachtete und durch seine Gedichte eine radikale Kritik an den gesellschaftlichen Machtverhältnissen übte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Gedichte in den historischen Kontext der Epoche einbettet und durch den Vergleich mit zeitgenössischen Quellen und Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in formale Aspekte, die detaillierte Untersuchung konkreter sozialer Probleme (Kinderarbeit, Sklaverei, Armut) sowie eine fundierte Analyse der Kirchenkritik und der politischen Struktur Englands.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zeitkritik, Kinderarbeit, soziale Missstände, Imagination, politischer Protest und die kritische Auseinandersetzung mit der organisierten Religion.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Kirche bei Blake?

Die Arbeit zeigt auf, dass Blake die Kirche scharf kritisiert, da sie ihrer moralischen Verantwortung für die Schutzlosen (besonders Kinder) nicht nachkommt, sondern stattdessen durch Furcht und Repression die bestehende Ordnung stützt.

Welche Funktion hat die „Kindheit“ in Blakes Werk?

Kindheit dient bei Blake einerseits als schutzbedürftiges Ideal und andererseits als moralisches Korrektiv; die Kinder in den „Songs“ fungieren oft als „prophetische“ Kritiker, die die Scheinheiligkeit der Erwachsenenwelt entlarven.

Final del extracto de 86 páginas  - subir

Detalles

Título
Zeitkritik in William Blakes „Songs of Innocence and of Experience“
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen
Calificación
1
Autor
Sarah Jost (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
86
No. de catálogo
V134939
ISBN (Ebook)
9783640421398
ISBN (Libro)
9783640421497
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zeitkritik William Blakes Innocence Experience“
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sarah Jost (Autor), 2009, Zeitkritik in William Blakes „Songs of Innocence and of Experience“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134939
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