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Der Buchdruck mit beweglichen Lettern – ein Medienumbruch? Eine Untersuchung anhand des "Tsunami-Modells“

Title: Der Buchdruck mit beweglichen Lettern – ein Medienumbruch? Eine Untersuchung anhand des "Tsunami-Modells“

Term Paper , 2021 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Theresa Schüler (Author)

Book Science
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Kommt die Einführung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern einem Medienumbruch gleich? Dieser Frage geht die Arbeit anhand des "Tsunami-Modells" nach.

Die bedeutungsvollen Effekte der Innovation Johannes Gutenbergs und die nachhaltigen Reaktionen auf diese lassen sich demnach kaum leugnen. So wird das uns heute bekannte Buch – dessen Ursprünge in der Erfindung des modernen Druckverfahrens liegen – unter den schriftbasierten Medien nach wie vor als das wichtigste Medium für die Verbreitung und Überlieferung von Literatur angesehen. Um den Beginn und die Entwicklung dieser Erfolgsgeschichte begreiflicher machen zu können, bietet sich ein Blick auf seine Geschichte an: Wie schnell ist es der Innovation gelungen, sich zu verbreiten? Musste sie um ihre Etablierung bangen, weil sie nicht nur auf Verständnis, sondern ebenso auf Ablehnung gestoßen ist? Oder hat der Buchdruck weder mit Misserfolgen noch mit Irritationen zu kämpfen gehabt? Mit solchen und weiteren Fragen beschäftigt sich die Theorie von Medienumbrüchen als ein Teilgebiet der Mediengeschichtsschreibung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Thematische Einführung

1.1 Ziel und Konzeption

1.2 Forschungsstand und Quellenlage

2 Die Erfindung Gutenbergs

3 Der Begriff des Medienumbruchs

4 Das Tsunami-Modell zur Theorie von Medienumbrüchen

5 Modell-Anwendung auf die Erfindung des Buchdrucks

5.1. prä-emergentes Feld

5.2 Emergenzereignis

5.3 Plurifikationslinie

5.4 Rekognitionsniveau

5.5 Faszinationskerne als Interessensschwerpunkte des Buchdrucks

5.5.1 Modernisierung von Kommunikationsabläufen

5.5.2 Technisierung öffentlicher Kommunikation

5.5.3 Umstrukturierung beruflicher und privater Informationsverarbeitung

6 Der Buchdruck als Medienumbruch: Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern sich die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg mit dem sogenannten „Tsunami-Modell“ als Medienumbruch klassifizieren lässt. Ziel ist es, die historische Innovation buchwissenschaftlich anhand dieses theoretischen Rahmens neu einzuordnen und die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Kommunikation und Informationsverarbeitung zu analysieren.

  • Anwendung des Tsunami-Modells auf historische Medienereignisse
  • Untersuchung der Entstehungsbedingungen der Gutenbergschen Drucktechnik
  • Analyse der Diskurse und sozialen Veränderungen durch den Buchdruck
  • Erarbeitung der Faszinationskerne des frühen Buchdruck-Zeitalters
  • Vergleichende Betrachtung von Handschriften- und Druckkultur

Auszug aus dem Buch

5.2 Emergenzereignis

In dem zugrunde liegenden Modell zentralisiert sich das gerade vorgestellte prä-emergente Feld anschließend auf das sogenannte Emergenzereignis. Dieses ist dem ersten Auftreten einer neuen Technologie gleichzusetzen. Obgleich es Unstimmigkeiten darüber geben kann, wann genau dieses erste Vorkommen stattgefunden hat, herrscht Klarheit darüber, dass es zweifelsfrei irgendwann erfolgt sein muss. Somit kann das Emergenzereignis retrospektiv, wenn die Auswirkungen der jeweiligen technischen Innovation nicht mehr zu ignorieren sind, ermittelt werden.

Auf die Erfindung des Buchdrucks und auf Johannes Gutenberg selbst bezogen, ist es an dieser Stelle erneut wichtig darauf hinzuweisen, dass sowohl von seinem Leben als auch von seinem Wirken nur sehr wenig überliefert ist. Günter Schmidt merkt hierzu an, dass alles was über ihn und den Weg zur Erfindung „gesagt werden kann, […] unter dem Vorbehalt [steht], daß es aus der Analyse der erhaltenen Druckwerke oder aus der späteren Überlieferung abgeleitet worden ist.“ So lässt sich der genaue Zeitpunkt, an dem die Erfindung ihren ersten Auftritt hatte, nicht eindeutig belegen.

Nichtsdestoweniger wird der Beginn des Druckens häufig auf die 1450er Jahre datiert. Denn zu dieser Zeit hatte Gutenberg seine Innovation so weit verbessert, dass er diese auch zu geschäftlichen Zwecken nutzen konnte. Ergänzend dazu erläutert die amerikanische Historikerin Elizabeth L. Eisenstein, dass der Beginn der Buchdruck-Epoche häufig mit dem Zeitalter der Inkunabeln gleichzusetzen ist. Besonders große Relevanz wird dabei der zweiundvierzigzeiligen Bibel zugesprochen, welche vermutlich 1454 fertiggestellt wurde:

Zusammenfassung der Kapitel

1 Thematische Einführung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz des Buchdrucks und führt in die Fragestellung ein, ob dessen Einführung einen Medienumbruch darstellt.

2 Die Erfindung Gutenbergs: Hier werden die historischen Details der Erfindung und die Person Johannes Gutenberg beleuchtet, wobei der Fokus auf der technologischen Innovation durch bewegliche Lettern liegt.

3 Der Begriff des Medienumbruchs: Es erfolgt eine theoretische Herleitung des Begriffs Medienumbruch sowie die Vorstellung der zugrunde liegenden medientheoretischen Ansätze.

4 Das Tsunami-Modell zur Theorie von Medienumbrüchen: In diesem Teil wird das zentrale Analysemodell sowie dessen vier Kernbegriffe – prä-emergentes Feld, Emergenzereignis, Plurifikationslinie und Rekognitionsniveau – erklärt.

5 Modell-Anwendung auf die Erfindung des Buchdrucks: Dies ist das Hauptkapitel, in dem die Innovation Buchdruck systematisch anhand der vier Phasen des Tsunami-Modells analysiert wird.

6 Der Buchdruck als Medienumbruch: Ein Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Tsunami-Modells für die historische Medienforschung.

Schlüsselwörter

Buchdruck, Johannes Gutenberg, Medienumbruch, Tsunami-Modell, Mediengeschichte, Inkunabeln, Gutenberg-Jahrhundert, Technisierung, Kommunikation, Handschrift, Informationsverarbeitung, Faszinationskerne, Medienwissenschaft, Drucktechnik, Buchkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg im 15. Jahrhundert als ein Medienumbruch im Sinne einer theoretischen Modellbeschreibung klassifiziert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die frühmoderne Buchgeschichte, die Theorie von Medienumbrüchen (insbesondere das Tsunami-Modell) sowie die gesellschaftliche Transformation durch technologische Innovationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Anwendung des kulturwissenschaftlichen „Tsunami-Modells“ auf die Erfindung des Buchdrucks, um zu prüfen, ob sich der historische Prozess als geordneter Medienumbruch darstellen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich der hermeneutischen Methode, um das Modell auf Basis historischer Quellen und forschungsrelevanter Literatur auf den Buchdruck anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine schrittweise Anwendung des Tsunami-Modells auf den Buchdruck, aufgeteilt in die Phasen prä-emergentes Feld, Emergenzereignis, Plurifikationslinie und Rekognitionsniveau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Buchdruck, Gutenberg, Medienumbruch, Tsunami-Modell, Inkunabeln und Informationsverarbeitung.

Was ist unter dem "Tsunami-Modell" konkret zu verstehen?

Das Modell beschreibt den Prozess eines Medienumbruchs losgelöst von purem Evolutionismus oder Revolutionismus, indem es die Stadien der technologischen Entstehung bis zur gesellschaftlichen Durchdringung wie bei einer Tsunami-Welle strukturiert.

Warum wird das Jahr 1450 als Emergenzereignis hervorgehoben?

Dieses Jahr wird gewählt, da Gutenberg zu diesem Zeitpunkt seine Innovation so weit perfektioniert hatte, dass er den Satz und Druck von umfangreichen Büchern auch für geschäftliche Zwecke nutzen konnte.

Welche Faszinationskerne hat der Buchdruck laut der Autorin?

Dazu zählen insbesondere die Modernisierung der Kommunikationsabläufe, die Technisierung der öffentlichen Kommunikation sowie die tiefgreifende Umstrukturierung der Wissensverarbeitung in beruflichen und privaten Kontexten.

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Details

Title
Der Buchdruck mit beweglichen Lettern – ein Medienumbruch? Eine Untersuchung anhand des "Tsunami-Modells“
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,3
Author
Theresa Schüler (Author)
Publication Year
2021
Pages
24
Catalog Number
V1349525
ISBN (PDF)
9783346855107
ISBN (Book)
9783346855114
Language
German
Tags
buchdruck lettern medienumbruch eine untersuchung tsunami-modells
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresa Schüler (Author), 2021, Der Buchdruck mit beweglichen Lettern – ein Medienumbruch? Eine Untersuchung anhand des "Tsunami-Modells“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349525
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