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Das Sorites-Paradox im Kontext von Gilbert Ryles “The Concept of Mind”

Titel: Das Sorites-Paradox im Kontext von Gilbert Ryles “The Concept of Mind”

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tom Ennulat (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Motiven menschlichen Verhaltens. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Inwieweit erklärt die Erklärung einer Handlung durch Motive das menschliche Verhalten?

Um diese Frage beantworten zu können, beginnt die Arbeit mit der Erläuterung des kausalen Erklärungsversuchs für Handlungen und setzt diesen anschließend in Bezug zu Ryles Erklärung menschlichen Verhaltens durch Motive. Darauf folgt ein Einblick in das Sorites-Paradox und die daraus resultierende Problematik für Ryles Erklärungsansatz. Schließlich stellt die Arbeit einen Lösungsansatz vor und fasst abschließend im Fazit die grundlegenden Inhalte und Resultate kompakt zusammen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Erklären einer Handlung

2.1 Der kausale Erklärungsversuch

2.2 Erklärungen durch dispositionelle Aussagen

2.3 Erklärungen durch Motive

3. Das Sorites-Paradox

4. Vagheit

5. Die Vagheit des Erklärens

6. Lösungsansatz

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Problematik der Erklärung menschlichen Handelns. Dabei wird hinterfragt, inwieweit Ryles Ansatz, Handlungen durch dispositionsbasierte Motive statt durch kausale Ereignisse zu erklären, unter Berücksichtigung der inhärenten Vagheit von Begriffen weiterhin Bestand haben kann.

  • Kritik an der kausalen Theorie des Handelns
  • Gilbert Ryles Konzept der dispositionellen Erklärung
  • Das Sorites-Paradoxon als Spiegel sprachlicher Vagheit
  • Die Herausforderung der Unbestimmtheit in der Alltagssprache
  • Menschliche Verstehbarkeit im Kontext begrifflicher Vagheit

Auszug aus dem Buch

2. Das Erklären einer Handlung

Das Erklären einer Handlung ist für das menschliche, soziale Zusammenleben unabdingbar. Ließe es sich nicht nachvollziehen, weshalb jemand so und so gehandelt hat, wären wir einander unverstehbar. Deshalb stellt sich die Frage, warum jemand so und so gehandelt hat, als eine stets sinnvolle und für ein gesellschaftliches Leben unerlässliche Frage heraus. Gilbert Ryle nimmt sich in seinem Hauptwerk “The Concept of Mind” unter anderem der Beantwortung dieser Frage an. Er thematisiert dabei nicht den Urgrund allen Handelns, sondern die Erklärung einer Handlung mit Hilfe der allgemeinen Sprache. Ryle sieht die Hauptaufgabe der Philosophie vor allem im Entwirren von Begriffsverwirrungen und auch die Erklärung menschlichen Verhaltens nach der “offiziellen Lehre” beruht auf einer solchen Verwirrung.

Wie Ryle bemerkt, verlangt die “offizielle Lehre”stets eine Ursache zur Erklärung einer Handlung (vgl. Ryle, 1949, S.111). Es handelt sich um einen kausalen Erklärungsversuch, welcher ein Ereignis als Auslöser für ein anderes Ereignis erklärt. Im Fall des menschlichen Verhaltens scheint die Verursachung dessen, wie bisher angenommen, in den Gemütsbewegungen und Emotionen zu liegen. Grundsätzlich geht Ryle davon aus, dass “Gemütsbewegungen” und “Emotionen” mindestens vier Arten von Dingen umfassen: Erregungen, Gefühle, Stimmungen und Neigungen (vgl. Ryle, 1949, S. 107). Von diesen vier Arten stellen sich jedoch ausschließlich Gefühle als Ereignisse heraus (vgl. Ryle, 1949, S. 107). Dementsprechend müsste für einen kausalen Erklärungsversuch menschlichen Verhaltens davon ausgegangen werden, dass ein Gefühl unser Handeln verursacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Verstehens menschlicher Handlungen ein und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz dispositioneller Motiverklärungen vor dem Hintergrund der Vagheit dar.

2. Das Erklären einer Handlung: Dieses Kapitel analysiert Ryles Kritik an der kausalen "offiziellen Lehre" und führt die verschiedenen Erklärungsmodelle durch Dispositionen und Motive ein.

3. Das Sorites-Paradox: Hier wird das Haufen-Paradoxon erläutert, um die Problematik der Unbestimmtheit und die fließenden Grenzen in Alltagssprache und Begriffsbildung zu verdeutlichen.

4. Vagheit: Dieses Kapitel betrachtet die generelle Vagheit von Alltagsbegriffen und stellt dar, dass viele Motive, die wir zur Erklärung von Handlungen nutzen, selbst von einer solchen Unbestimmtheit betroffen sind.

5. Die Vagheit des Erklärens: Es wird die Frage aufgeworfen, ob die Anwendung unscharfer Dispositionen auf menschliches Handeln das soziale Verstehen gefährdet oder ob wir trotz dieser Fehlbarkeit verstehbar bleiben.

6. Lösungsansatz: Das Kapitel diskutiert, wie ein Umgang mit der Vagheit aussehen kann, ohne dabei vollständig auf die Erklärungskraft von Motiven verzichten zu müssen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die instinktive Zuweisung von Motiven trotz systematischer Vagheit ein funktionales soziales Instrument zur gegenseitigen Verständigung bleibt.

Schlüsselwörter

Gilbert Ryle, Erklärungsansatz, Kausalität, Dispositionen, Motive, Sorites-Paradox, Vagheit, Handlungstheorie, Alltagsbegriffe, soziale Interaktion, Unbestimmtheit, Menschenbild, Verstehbarkeit, Begriffsverwirrung, Philosophie des Geistes.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Untersuchung, wie wir menschliches Handeln erklären, insbesondere im Kontrast zwischen kausalen Erklärungen und der Verwendung dispositioneller Motive nach Gilbert Ryle.

Welche wissenschaftliche Methode wird verfolgt?

Die Arbeit nutzt die analytische Philosophie, indem sie bestehende Begriffe wie "Motive" oder "Dispositionen" entwirrt und sie mit logischen Paradoxien, namentlich dem Sorites-Paradox, in Bezug setzt.

Was ist die Kernfrage?

Die Forschungsfrage fragt danach, inwieweit die Erklärung von menschlichem Verhalten durch Motive tatsächlich tragfähig ist, wenn diese Motive selbst einer inhärenten sprachlichen Vagheit unterliegen.

Worum geht es im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Widerlegung kausaler Erklärungsmodelle, die Einführung dispositioneller Erklärungen, die Analyse der zugrundeliegenden Vagheit durch das Sorites-Paradox und die daraus resultierenden Konsequenzen für das soziale Verständnis.

Was besagt das Sorites-Paradox im Kontext dieser Arbeit?

Es dient dazu, aufzuzeigen, dass viele Begriffe unserer Sprache keine scharfen Grenzen haben und somit bei konsequenter Anwendung in logische Paradoxien führen, was die Präzision dispositioneller psychologischer Zuweisungen hinterfragt.

Wie werden die zentralen Schlüsselwörter gewählt?

Die Schlüsselwörter spiegeln die argumentative Struktur der Arbeit und die zentralen philosophischen Konzepte von Ryle sowie die erkenntnistheoretische Auseinandersetzung mit Vagheit wider.

Warum hinterfragt der Autor die "offizielle Lehre"?

Laut Ryle führt die Suche nach einer unmittelbaren, geistigen Ursache (Gefühlsimpuls) für jede Handlung in eine Begriffsverwirrung, da solche Vorgänge weder beobachtbar noch für Dritte kontrollierbar sind.

Welche Bedeutung hat das Beispiel von "Yannick" und der "Höflichkeit"?

Es illustriert den Unterschied zwischen einer privaten, theoretischen Ursache (Gefühlsimpuls) und einer beobachtbaren, als Disposition beschreibbaren Handlung, die soziale Kommunikation erst ermöglicht.

Wie lässt sich trotz Vagheit ein soziales Zusammenleben erklären?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass wir über eine Art "instinktiven Automatismus" verfügen, der es uns erlaubt, Handlungen Motiven zuzuordnen und so gegenseitiges Verständnis zu simulieren, auch wenn eine strikt rationale Begründung der Begrifflichkeiten scheitert.

Ist der Lösungsansatz des Autors eine vollständige Auflösung des Paradoxons?

Nein, der Autor schlägt vor, das Problem eher zu vermeiden oder zu akzeptieren, da eine strikte logische Auflösung im Alltag unpraktikabel ist und die soziale Verständigung nicht prinzipiell unmöglich macht.

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Details

Titel
Das Sorites-Paradox im Kontext von Gilbert Ryles “The Concept of Mind”
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Philosophie - Paradoxien
Note
1,7
Autor
Tom Ennulat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V1349684
ISBN (PDF)
9783346858665
ISBN (Buch)
9783346858672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gilbert Ryle Paradox Paradoxie Sorites-Paradox Mind The concept of mind
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Ennulat (Autor:in), 2020, Das Sorites-Paradox im Kontext von Gilbert Ryles “The Concept of Mind”, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349684
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Leseprobe aus  17  Seiten
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