Halten tabakpolitische Maßnahmen und allgemeine Aufklärung die Menschen vom Rauchen ab? Wie kommt es dazu, dass Menschen mit dem Rauchen beginnen? Wie entstehen die Einstellungen zum Rauchen und wie weit sind diese veränderbar? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Arbeit.
143.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums, weltweit sind es über 7,6 Millionen Menschen. Damit ist jeder siebte Todesfall oder 15 Prozent alles Todesfälle auf die Folgen direkten Rauchens zurückzuführen, 2 Prozent nur aufgrund der Folgen vom Passivrauchen.
Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Mit der jährlichen hohen Zahl der Todesfälle ist sie die führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Raucher leben im Durchschnitt 10 Jahre kürzer, und mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Rauchern stirbt vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, an Lungenkrebs oder einer anderen Atemwegserkrankung. Auch Passivrauchen steigert u. a. das Risiko für Lungenkrebs, koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle um 20 bis 30 Prozent.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einstellungen
2.1 Entstehung von Einstellungen
2.1.1 Kognitiv basierte Einstellungen
2.1.2 Affektiv basierte Einstellungen
2.1.3 Verhaltensbezogene Einstellungen
2.1.4 Modelllernen
2.2 Veränderung von Einstellungen
2.2.1 Kognitive Dissonanz
2.2.2 Zwei-Prozess-Modelle
2.3 Widerstand gegen Überzeugungsversuche
2.3.1 Reaktanz
2.3.2 Vorwarnung
2.3.3 Impfungs-Effekt
3 Kombinierte Warnhinweise auf Zigarettenpackungen
3.1 Einfluss auf die Einstellungsbildung
3.2 Einstellungsänderung durch Schockbilder und Warnhinweise
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die psychologischen Mechanismen hinter der Entstehung und Veränderung von Einstellungen, insbesondere im Kontext des Tabakkonsums, und analysiert die Wirksamkeit von kombinierten Warnhinweisen und Schockbildern auf Zigarettenpackungen als Präventionsmaßnahme.
- Grundlagen der Einstellungsbildung (kognitiv, affektiv, verhaltensbezogen)
- Prozesse und Theorien der Einstellungsänderung
- Psychologische Widerstandsmechanismen gegenüber Überzeugungsversuchen
- Wirksamkeit von Schockbildern und Warnhinweisen auf Raucher und Nichtraucher
- Rolle von Nikotinabhängigkeit und psychosozialen Faktoren bei Rauchentwöhnung
Auszug aus dem Buch
3.2 Einstellungsänderung durch Schockbilder und Warnhinweise
Prinzipiell können Einstellungsänderungen durch die gleichen Prozesse durchgeführt werden, die auch für die Einstellungsentstehung verantwortlich sind. Denn Einstellungen werden erlernt (Kessler & Fritsche, 2018, S. 139). Im Folgenden wird nun beschrieben, wie mit dem Einsatz von Schockbildern und Warnhinweise auf Zigarettenverpackungen versucht wird, Einfluss auf die Einstellungen zu nehmen.
Wie im Kapitel 2.2.1 bereits beschriebene kognitive Dissonanztheorie, ist eine Art der Einstellungsänderung, wenn Menschen sich widersprüchlich zu ihren Einstellungen verhalten und keine externe Rechtfertigung für ihr Verhalten finden können. Sie erleben Dissonanz, wenn sie etwas tun, das ihr Selbstbild z. B. als freundlich und ehrlich bedroht und sie diese nicht mit äußeren Umständen erklären können (Aronson et al., 2020, S. 215). Bei Rauchern entsteht oft eine kognitive Dissonanz, wenn sie darüber nachdenken, welche gesundheitsschädliche Folgen das Rauchen hat. Dies steht im Widerspruch zu ihrer Haltung gegenüber einem gesunden Lebensstil. Durch das Aufgeben oder reduzieren von Rauchen kann die Dissonanz aufgelöst werden, doch nicht allen gelingt das (Aronson et al., 2020, S. 273).
Mit Schockbildern und Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen kann der Raucher diese Informationen nicht entkommen. Bei jedem Griff zur Zigarettenpackung soll die Dissonanz verstärkt werden und den Rauchern dazu animieren diese Spannungszustände aufzulösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die gesundheitlichen Gefahren durch Rauchen und stellt die politische Strategie der Prävention mittels Warnhinweisen und Schockbildern vor.
2 Einstellungen: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu Definition, Entstehung und Formen von Einstellungen sowie deren Beeinflussung und Widerstandsmodelle gegenüber Persuasion.
3 Kombinierte Warnhinweise auf Zigarettenpackungen: Hier wird der Einsatz von Warnhinweisen untersucht, wobei der Einfluss auf Einstellungsbildung bei Jugendlichen und die Strategien zur Einstellungsänderung durch angsteinflößende Reize analysiert werden.
4 Diskussion: Das Kapitel diskutiert die Wirksamkeit von Schockbildern anhand empirischer Daten und beleuchtet die Rolle von Abhängigkeit sowie weiterer Faktoren bei der Entwöhnung.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass bildliche Warnungen zwar effektiv sind, jedoch erst in Kombination mit weiteren strukturellen Maßnahmen und Unterstützungsangeboten eine nachhaltige Verringerung des Tabakkonsums bewirken können.
Schlüsselwörter
Einstellungen, Rauchen, Tabakkonsum, Schockbilder, Warnhinweise, Einstellungsänderung, Kognitive Dissonanz, Persuasion, Prävention, Nikotinabhängigkeit, Gesundheitsrisiko, Modelllernen, Reaktanz, Rauchentwöhnung, Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von Einstellungen gegenüber dem Rauchen und der Wirksamkeit von gesundheitspolitischen Maßnahmen wie Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Einstellungsbildung, Theorien zur Einstellungsänderung (wie kognitive Dissonanz) und der Wirksamkeit spezifischer Kommunikationsmittel zur Verhaltensbeeinflussung bei Rauchern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu klären, wie Einstellungen zum Rauchen entstehen, wie sie durch psychologische Prozesse verändert werden können und inwieweit Schockbilder dazu beitragen, Menschen vom Rauchen abzuhalten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse psychologischer Theorien zur Einstellungsforschung sowie auf die Auswertung empirischer Studien zur Wirksamkeit von Tabakpräventionsmaßnahmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Einstellungen erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Anwendung dieser Theorien auf den Tabakkonsum und die Wirksamkeit von Warnhinweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Keywords sind Einstellungen, Rauchen, Schockbilder, kognitive Dissonanz, Prävention und Psychologie.
Welche Rolle spielt die kognitive Dissonanz bei der Rauchentwöhnung?
Die kognitive Dissonanz entsteht durch den Konflikt zwischen dem Wissen über die Gesundheitsgefahr und dem Rauchverhalten. Die Warnhinweise sollen diesen Zustand verstärken und damit einen Anreiz zur Verhaltensänderung schaffen.
Warum sind Schockbilder besonders für bestimmte Zielgruppen effektiv?
Bilder vermitteln Botschaften unmittelbarer als Text und erreichen daher auch Menschen mit geringerer Bildung oder Immigranten, die die Landessprache möglicherweise weniger gut beherrschen.
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- Anonym (Autor), 2022, Zigarettenkonsum. Einstellung der Konsumenten und Auswirkungen von abschreckenden Kampagnen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349818