Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Erstellung eines Beratungs- und Behandlungsplans für einen Fall mit der Diagnose Diabetes mellitus. Wichtig ist es, einen Theorie-Praxis-Transfer herzustellen. Die theoretischen Grundlagen der Beratung in der Pflege bilden dafür die Basis. Hierbei geht es um individuelle bedarfsbezogene Beratungsangebote, die Patientenorientierung und das jeweilige Setting.
Die lösungsorientierte Beratung nach Bamberger soll als praxisnaher Beratungsansatz dargestellt und im letzten Kapitel anhand eines Fallbeispiels mit der Diagnose Diabetes mellitus demonstriert und angewendet werden. Das Fallbeispiel bezieht sich auf ein stationäres Setting im Funktionsbereich, Zentrale Notaufnahme, sowie der angebundenen ambulanten Endokrinologie des Universitätsklinikum Jena. Im Anhang befindet sich eine für die Praxis anzuwendende Checkliste zur erfolgreichen Beratung bei Diabetes mellitus sowie eine Beispieldarstellung von einer Diabetikergruppe, welche sich in einer Beratung zu diesem Thema befindet und sich die Frage stellt: „Was sind meine Wünsche und Bedürfnisse als Diabetiker?“.
Ziel der Arbeit ist es, Ärzte und Pflegekräfte aus dem Gesundheitssektor für die Beratung von Patienten und Angehörigen zu sensibilisieren, gezielt zu unterstützen und effizient kommunizieren zu lassen. Es soll durch eine gute dialogische Beratung ein optimaler Therapieerfolg im Sinne aller Beteiligten erzielt werden. Dies baut auf der patientenorientierten Beratung mit dem Schwerpunkt Lösungsorientierung nach Bamberger auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundlagen der Beratung in der Pflege
1.1 Individuelle bedarfsbezogene Beratungsangebote
1.2 Patientenorientierte Beratung in der Pflege
1.3 Beratungssetting
2 Lösungsorientierte Beratung nach Bamberger
3 Patientenorientierte Beratung anhand eines Fallbeispiels mit der Diagnose Diabetes mellitus
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, medizinisches Personal und Pflegekräfte für eine professionelle, patientenorientierte Beratung zu sensibilisieren, um bei chronisch erkrankten Menschen eine verbesserte Therapieadhärenz und Lebensqualität durch gezielten Theorie-Praxis-Transfer zu erreichen.
- Bedeutung der Kommunikation in der Pflege
- Grundlagen und Leitprinzipien der Patientenorientierung
- Anwendung der lösungsorientierten Beratung nach Bamberger
- Praxisnahe Umsetzung am Fallbeispiel eines Diabetes mellitus Typ 2
- Integration von Hilfe zur Selbsthilfe in den Versorgungsalltag
Auszug aus dem Buch
3 Patientenorientierte Beratung anhand eines Fallbeispiels mit der Diagnose Diabetes mellitus
In den vergangen zwei Kapiteln wurde auf die Grundlagen der Beratung in der Pflege eingegangen, die Patientenorientierung sowie auf den anzuwendenden lösungsorientierten Beratungsansatz nach Bamberger. Diese werden jetzt an einem konkreten Fallbeispiel von Frau M. als Diabetikerin angewendet. Somit werden die vorher beschrieben Grundlagen und das Prinzip der lösungsorientierten- sowie patientenorientierten Beratung in eine realistische Praxissituation gebracht, wodurch ein Praxis-Theorie-Transfer entsteht. Zunächst wird kurz das erforderliche Hintergrundwissen zu der Erkrankung bereitgestellt, bevor auf die Besonderheiten der Beratung eingegangen wird. Das Fallbeispiel von Frau M. befindet sich im Anhang A mit einer Checkliste für eine erfolgreiche Beratung bei Diabetes mellitus (s. Anhang B) sowie eine beispielhafte Flipchart-Darstellung zu der Fragestellung: „Was sind meine Wünsche und Bedürfnisse als Diabetiker?“ (Sonntag, 2017, S. 94).
Der Begriff Diabetes mellitus beschreibt eine chronische Störung des Glukosestoffwechsels mit einem dauerhaft erhöhtem Blutzuckerwert (Hertlein, 2005, S. 472). Laut der World Health Organization (WHO) ist die Zahl der an Diabetes mellitus erkrankten Personen um das Siebenfache gestiegen. Die Deutsche Diabetes Hilfe ging im Jahr 2015 von 7,6 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus aus, sowie weiteren 2 Millionen Menschen mit unerkannten Diabetes mellitus (Sonntag, 2017, S. 124). Es wird zwischen zwei Diabetesformen unterschieden. Zum einen der Diabetes mellitus Typ 1, als Autoimmunkrankheit und der Diabetes mellitus Typ 2, umgangssprachlich auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet.
Aufgrund der immer weiter steigenden Zahlen an Diabetes mellitus Erkrankungen ist eine langfristige Beratung und Schulung unabdingbar. Diese ist von Diagnosebeginn im stationären Bereich sowie im Anschluss im ambulanten Bereich der Arztpraxen zu gewährleisten. Um eine professionelle, patientenorientierte und fachkompetente Beratung zu gewährleisten, gibt es bestimmte Berufsgruppen, welche sich auf das Krankheitsbild spezialisiert haben. So gab es im Jahr 2015 4000 Diabetologen, 3500 Diabetikerberater, 7300 Diabetesassistenten sowie 2400 Wundassistenten (Sonntag, 2017, S. 126).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundlagen der Beratung in der Pflege: Dieses Kapitel erläutert die kommunikativen Grundlagen und die Notwendigkeit von Patientenorientierung und spezifischen Beratungsangeboten innerhalb der professionellen Pflegepraxis.
2 Lösungsorientierte Beratung nach Bamberger: Hier wird der Beratungsansatz von Günter G. Bamberger vorgestellt, der den Fokus auf die Aktivierung von Patientenressourcen und zielorientierte Problemlösungen statt auf reine Defizitanalysen legt.
3 Patientenorientierte Beratung anhand eines Fallbeispiels mit der Diagnose Diabetes mellitus: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte mit der praktischen Behandlung einer Diabetikerin und verdeutlicht die Bedeutung fachübergreifender Beratung bei chronischen Stoffwechselerkrankungen.
4 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Relevanz kontinuierlicher Weiterbildung für Pflegekräfte und den nachhaltigen wirtschaftlichen sowie gesundheitlichen Nutzen einer professionellen Patientenberatung.
Schlüsselwörter
Patientenorientierte Beratung, Lösungsorientierte Beratung, Pflege, Diabetes mellitus Typ 2, Empowerment, Theorie-Praxis-Transfer, Gesundheitsförderung, Kommunikation, Ressourcenaktivierung, Compliance, Blutzuckermanagement, chronische Erkrankung, Selbsthilfe, Versorgungsqualität, Edukation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung einer erfolgreichen, patientenzentrierten Beratung in der Pflege, insbesondere unter Verwendung von lösungsorientierten Methoden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen der Beratung, der Kommunikation zwischen Fachpersonal und Patienten sowie der praktischen Anwendung von Beratungskonzepten bei chronisch Kranken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Ärzte und Pflegepersonal für die Beratungssituation zu sensibilisieren, damit durch eine dialogorientierte Begleitung ein optimaler Therapieerfolg erzielt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es erfolgt eine theoretische Fundierung über Fachliteratur, die anschließend in einem praxisnahen Transfer durch das Fallbeispiel einer Diabetikerin demonstriert wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung allgemeiner Beratungsstandards, die Einführung des Beratungskonzepts nach Bamberger und die konkrete Fallanwendung bei Diabetes mellitus.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselkonzepte sind Patientenorientierung, Lösungsorientierung nach Bamberger, Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe und Fachkompetenz in der Diabetesberatung.
Welche Herausforderungen identifiziert die Autorin bei der Behandlung von Diabetes Typ 2?
Die größte Schwierigkeit besteht darin, Patienten von der Notwendigkeit einer dauerhaften Lebensstiländerung zu überzeugen und sie trotz anfänglicher Motivation langfristig bei der Umsetzung zu unterstützen.
Warum spielt die Rolle der Pflegekraft bei Diabetes mellitus eine so zentrale Rolle?
Die Pflegekraft fungiert als kontinuierlicher Wegbegleiter, der nicht nur medizinische Anleitung gibt, sondern auch das notwendige Vertrauen fördert und bei der Bewältigung emotionaler Belastungen hilft.
Welchen Stellenwert nimmt das Beratungssetting in der Arbeit ein?
Ein positives, ungestörtes Beratungssetting in einer angenehmen Atmosphäre wird als essenziell eingestuft, um die Beratungsbeziehung zu stärken und auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Welches ökonomische Argument führt die Arbeit für professionelle Beratung an?
Die Arbeit verweist darauf, dass professionelle Patientenberatung langfristig Kosten spart, da jeder investierte Dollar durch vermiedene Komplikationen eine deutliche Ersparnis generiert.
- Quote paper
- Sara Walther (Author), 2019, Lösungsorientierte Beratung bei Diabetes Typ 2 nach Bamberger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349923