Die Hausarbeit konzentriert sich auf das Themenfeld des Kommunikationsmodells von Friedemann Schulz von Thun. Allgemeine Fragestellungen zum Thema Kommunikation, Interaktionen, Kommunikationspsychologie, Persönlichkeitsentwicklung, Störungen und Konsequenzen in der Kommunikation kann in der Arbeit können nicht berücksichtigt werden, da eine umfassende Behandlung dieser Themen den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde. Ziel der Arbeit ist es darzustellen, welche theoretischen Inhalte das Kommunikationsmodell Schulz von Thun beinhaltet. Aufbauend auf diesem Modell soll eine Gesprächssituation zwischen zwei Kollegen, die im beruflichen Kontext zueinanderstehen, analysiert werden. Die Unterhaltung spiegelt Parallelen zu dem Kommunikationsmodell Schulz von Thuns wieder.
Der erste Teil der Hausarbeit widmet sich dem Kommunikationsmodell Friedemann Schulz von Thuns. In diesem Kapitel erfährt die Leserin, der Leser näheres über dessen Biografie. Aufbauend auf dieser Grundlage werden die vier Botschaften einer Nachricht näher erläutert und an einem Beispiel dargestellt. Anhand dieses Beispiels soll deutlich gemacht werden, dass es auch zu Störungen in der Kommunikation kommen kann und dies mit Konsequenzen behaftet ist. Zu diesem Abschnitt finden Sie einen kurzen Inhaltsauszug im nachfolgendem Text.
Im Fokus der Arbeit liegt die Analyse einer Gesprächssituation im beruflichen Kontext mit Kollegen. In dieser Sequenz reflektiert die Verfasserin dieser Arbeit die erlebte Gesprächssituation auf der Grundlage des vorher vorgestellten Kommunikationsmodells.
Im Anhang findet die Leserin, der Leser die detaillierte Darstellung der Gesprächssituation der beiden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit und Verständnis wird im Folgenden immer weibliche/männliche Genus verwendet. Gemeint sind, mit Ausnahme von konkreten Personen, immer alle Geschlechter.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Kommunikation und die Interaktion
3 Die Biografie von Friedemann Schulz von Thun
4 Das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun
4.1 Die vier Botschaften einer Nachricht
4.2 Die Störungen der Kommunikation nach Schulz von Thun
4.3 Die Konsequenzen der Kommunikation nach Schulz von Thun
5 Die Analyse einer Gesprächssituation von zwei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen auf der interdisziplinären operativen Intensivstation am Universitätsklinikum Jena
6 Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Kommunikationsmodells nach Friedemann Schulz von Thun eine konkrete Gesprächssituation zwischen zwei Pflegekräften auf einer Intensivstation, wobei der Umgang mit Sterben und Tod im beruflichen Alltag im Fokus steht.
- Anwendung des Kommunikationsquadrats von Schulz von Thun
- Analyse von Kommunikationsstörungen im pflegerischen Kontext
- Reflektion der Bedeutung von Kommunikation in der Sterbebegleitung
- Identifikation von Handlungsbedarfen zur Verbesserung der Patientenversorgung
- Untersuchung der Sach-, Beziehungs-, Appell- und Selbstoffenbarungsebene
Auszug aus dem Buch
4.1 Die vier Botschaften einer Nachricht
Die vier Botschaften einer Nachricht enthalten den Sachinhalt, die Selbstoffenbahrung, die Beziehung und den Apell. Alle vier Komponenten spielen eine große Rolle und werden ganz individuell von dem Empfänger verarbeitet und verstanden. Die eingehenden Botschaften des Senders an den Empfänger nennt man die „vier Ohren“. Mit diesen „vier Ohren“ hört und reagiert der Empfänger (Schulz von Thun, 2017, S.21). Anhand des folgenden Beispiels sollen die gesendeten und empfangenen vier Botschaften einer Nachricht verdeutlicht werden.
Frau Mustermann, eine Patientin aus dem Universitätsklinikum in Jena, liegt auf der interdisziplinären operativen Intensivstation. Vor drei Tagen ist eine primäre biliäre Zirrhose Stadium IV festgestellt wurden. Der Arzt erklärt Frau Mustermann, dass es sich vermutlich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Dabei liegt eine nicht-eitrige, entzündliche Erkrankung der innerhalb der Leber liegenden Gallengänge vor. Diese tritt in 90% der Fälle bei Frauen auf (Reuter, 2005, S.537). Der zuständige Arzt informiert Frau Mustermann darüber, dass Sie sich in den nächsten Tagen noch zahlreichen diagnostischen Maßnahmen unterziehen muss. Das schockiert die Patientin sehr. Sie weiß nicht, wie sie mit der Situation umgehen soll. Frau Mustermann fühlt sich alleingelassen und trifft folgende Aussage zur ihrer Bezugspflegekraft: „Es gibt niemanden hier, mit dem ich mal sprechen könnte.“
Sachinhalt: „Ich habe niemanden zum Reden.“
Selbstoffenbarung: „Ich bin einsam.“
Beziehung: „Mit Ihnen könnte ich es mir vorstellen.“
Appell: „Nehmen Sie sich Zeit für mich!“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun ein und stellt die Relevanz der Analyse einer Gesprächssituation im pflegerischen Kontext dar.
2 Die Kommunikation und die Interaktion: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Sender-Empfänger-Modells nach Shannon und Weaver als Basis zwischenmenschlicher Interaktion.
3 Die Biografie von Friedemann Schulz von Thun: Hier wird der Lebenslauf des Autors und die Entwicklung seiner wissenschaftlichen Karriere bis zur Konzeption des Kommunikationsmodells nachgezeichnet.
4 Das Kommunikationsmodell nach Friedemann Schulz von Thun: Dieses zentrale Kapitel erklärt die Struktur des „Quadrats der Nachricht“ sowie die vier Ebenen (Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung, Appell) und geht auf mögliche Störungen ein.
5 Die Analyse einer Gesprächssituation von zwei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen auf der interdisziplinären operativen Intensivstation am Universitätsklinikum Jena: Die Verfasserin wendet das theoretische Modell auf ein Praxisgespräch an, um Defizite in der Sterbebegleitung und Kommunikation im Klinikalltag aufzuzeigen.
6 Reflexion: Zum Abschluss werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und die Übertragbarkeit des Modells auf die pflegerische Praxis reflektiert.
Schlüsselwörter
Kommunikationsmodell, Schulz von Thun, Kommunikation, Intensivstation, Pflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Gesprächsanalyse, Nachricht, Selbstoffenbarung, Sachinhalt, Beziehung, Appell, Sterbebegleitung, Kommunikationsstörungen, Patientenversorgung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Analyse einer beruflichen Gesprächssituation zwischen zwei Pflegekräften unter Anwendung des Kommunikationsmodells von Friedemann Schulz von Thun.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Kommunikationspsychologie, die professionelle Pflege von Sterbenden und der Umgang mit Kommunikationsstörungen im klinischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, theoretische Inhalte des Modells von Schulz von Thun zu erläutern und diese auf eine Gesprächssituation im pflegerischen Alltag zu übertragen, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die qualitative Reflexion und Analyse einer Gesprächssituation basierend auf der Literaturrecherche des Standardwerks „Miteinander reden“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Vier-Ohren-Modell detailliert erklärt und ein spezifisches Fallbeispiel von zwei Pflegekräften am Universitätsklinikum Jena analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Kommunikationsquadrat, INTENSIVPFLEGE, Sterbebegleitung, Interaktion und professionelle Kommunikation aus.
Welche Bedeutung kommt dem Abschiedsraum zu?
Der Abschiedsraum wird als unzureichend und kühl wahrgenommen; die Autorin schlägt Verbesserungen vor, um eine würdevolle Atmosphäre für Angehörige und Sterbende zu schaffen.
Welche Kommunikationsdefizite werden zwischen Ärzten und Pflegepersonal identifiziert?
Es wird auf mangelnde Informationen bezüglich der Art des Todes (natürlich vs. unnatürlich) hingewiesen, was die pflegerische Versorgung verkompliziert.
Welche Rolle spielt das Zeitmanagement in der Arbeit?
Das Zeitmanagement wird als kritischer Faktor benannt, da Personalknappheit und hohe Arbeitsbelastung die Qualität der pflegerischen Betreuung von Sterbenden gefährden können.
- Arbeit zitieren
- Sara Walther (Autor:in), 2016, Gesprächssituation im beruflichen Kontext mit zwei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen anhand eines Kommunikationsmodells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349927