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Der deutsche Sozialstaat zwischen Fürsorge und Bevormundung

Legitimierung staatlicher Interventionen und deren Grenzen angesichts Judith Butlers Gewalttheorie

Title: Der deutsche Sozialstaat zwischen Fürsorge und Bevormundung

Term Paper (Advanced seminar) , 2023 , 44 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michelle Tannrath (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Diese Arbeit intendiert, die Legitimität staatlicher Interventionen seitens des deutschen Sozialstaats sowie deren Grenzen entlang Judith Butlers Gewalttheorie zu untersuchen. Hierfür ist vorerst eine nähere historische sowie normative Betrachtung der Wurzeln des deutschen Sozialstaats nötig, welche dessen ursprünglichen Zwecke offenbart und zugleich die beständigen Grundelemente des sozialstaatlichen, demokratischen Systems darlegt. Hieran anschließend erfolgt eine umfangreiche Auflistung diverser Argumente gegen regulierende Maßnahmen des Staates. Entgegen der gehörten Kritik am deutschen Sozialstaat soll in einem nächsten Schritt für die Legitimität und Notwendigkeit staatlicher Eingriffe argumentiert werden. Dies wird anhand Judith Butlers Gewalttheorie geschehen, welche die unauflösbaren, sozialen Interdependenzen sowie die radikale Gleichheit von Leben zum Ausgangspunkt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen „Sozialstaat“

2.1 Sozialstaatlichkeit im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Eigenverantwortung

2.2 Die Wurzeln des deutschen Sozialstaats

2.2.1 Historische Betrachtung

2.2.2 Normative Betrachtung

2.3 Kritik am deutschen Sozialstaat

3. Legitimität und Grenzen staatlicher Interventionen gemäß Judith Butlers Gewalttheorie

3.1 Soziale Interdependenzen und radikale Gleichheit von Leben

3.2 Maßgaben einer sinnvollen Grenzziehung für staatliche Interventionen

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legitimität staatlicher Interventionen des deutschen Sozialstaats unter kritischer Berücksichtigung der Gewalttheorie von Judith Butler, um dabei sowohl die Notwendigkeit sozialer Unterstützung als auch die Grenzen staatlicher Bevormundung im Kontext eines demokratisch-sozialen Rechtsstaats auszuloten.

  • Historische und normative Grundlagen des deutschen Sozialstaats
  • Neoliberale Kritik am wohlfahrtsstaatlichen System
  • Judith Butlers Ansatz der sozialen Interdependenzen und Gewaltlosigkeit
  • Legitimierung staatlicher Maßnahmen durch das Prinzip der radikalen Gleichheit
  • Entwicklung von Maßgaben für eine sinnvolle Grenzziehung staatlicher Eingriffe

Auszug aus dem Buch

3.1 Soziale Interdependenzen und radikale Gleichheit von Leben

Nachdem in den vorangegangenen Ausführungen bereits auf die Zwecke des deutschen Sozialstaats eingegangen wurde, sollen die legitimierenden Gründe für staatliche Interventionen nun zusätzlich mit Judith Butlers Argumenten im Zuge der Darbietung ihrer Gewalttheorie untermauert werden. Zunächst sollen die Eckpunkte ihres philosophischen Konstrukts entfaltet werden, um in einem nächsten Schritt aufzuzeigen, wo genau sich die genannten Aspekte im deutschen Sozialstaat wiederfinden.

Butler legt ihren Überlegungen zu einer politisch-philosophischen Theorie den Naturzustand des Menschen zugrunde. Betrachtet man das menschliche Wesen in seiner ursprünglichen Form, also ohne jegliche gesellschaftlichen Einflüsse, so kann diagnostiziert werden, dass es von Geburt an auf soziale Bindungen angewiesen ist, um überleben zu können. (vgl. Butler 2020: 57-58). Bedingt durch seine natürliche Bedürftigkeit, ist der Mensch also untrennbar mit seinen Mitmenschen verwoben (vgl. ebd.: 120). Ohne die sozialen und materiellen Strukturen der Gesellschaft kann kein Mensch allein für sich existieren, denn kein Körper kann sich aus eigener Kraft erhalten (vgl. ebd.: 57-59). Butler geht sogar noch einen Schritt weiter und postuliert, dass das menschliche Geschöpf ohne seine Mitmenschen nicht einmal Subjekt ist, denn es wird erst anhand der Subjektkonstruktionen anderer Menschen zum Ich: „Ich werde im Geist des anderen zunächst als „du“ [...] denkbar, und diese phantasmatische Ideation bringt mich als soziales Geschöpf hervor“ (ebd.: 129).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt das Spannungsfeld zwischen staatlicher Fürsorge und individueller Eigenverantwortung ab und formuliert die Absicht, staatliche Interventionen entlang Judith Butlers Gewalttheorie zu untersuchen.

2. Das Phänomen „Sozialstaat“: Dieses Kapitel arbeitet die historischen Wurzeln und die normativen Prinzipien des deutschen Sozialstaats heraus und stellt die neoliberale Kritik an regulierenden staatlichen Maßnahmen differenziert dar.

3. Legitimität und Grenzen staatlicher Interventionen gemäß Judith Butlers Gewalttheorie: Dieser Teil führt Butlers Theorie der sozialen Interdependenz ein und nutzt diese, um sowohl die Legitimität des Sozialstaats als auch notwendige Grenzziehungen staatlicher Eingriffe theoretisch zu begründen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, stellt fest, dass der Sozialstaat zwar institutionell beständig, aber reformbedürftig ist, und bestätigt die ethische Vertretbarkeit staatlicher Interventionen unter Berücksichtigung von Butlers Philosophie.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Sozialstaat, Judith Butler, Gewalttheorie, Legitimität, staatliche Interventionen, soziale Interdependenzen, radikale Gleichheit, Eigenverantwortung, Fürsorge, Neoliberalismus, Gerechtigkeit, soziale Marktwirtschaft, Gewaltlosigkeit, Grundgesetz, staatliche Bevormundung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie staatliches Handeln im Kontext des deutschen Sozialstaats legitimiert werden kann, insbesondere in Abgrenzung zur neoliberalen Kritik und unter Einbeziehung philosophischer Konzepte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Das Spannungsverhältnis zwischen Fürsorge und Autonomie, die historische Genese des Sozialstaats sowie die kritische Auseinandersetzung mit staatlicher Übergriffigkeit und Gewalt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Legitimität staatlicher Interventionen theoretisch zu untermauern und Kriterien für eine sinnvolle Grenzziehung zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-normative Arbeit, die historische Fakten mit politisch-philosophischen Theorien, insbesondere der Gewalttheorie von Judith Butler, verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben der historischen und normativen Einordnung des Sozialstaats erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit Kritikpunkten, vornehmlich aus neoliberaler und rechtspopulistischer Sicht, gefolgt von der theoretischen Fundierung durch Butlers Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialstaat, Legitimität, soziale Interdependenz, Gewaltlosigkeit, Eigenverantwortung, politische Partizipation.

Welche Rolle spielt die Covid-19-Pandemie im Kontext der Untersuchung?

Die Pandemie dient als aktuelles praktisches Fallbeispiel, anhand dessen die Spannungen zwischen notwendigen staatlichen Schutzmaßnahmen und individuellen Freiheitsbeschränkungen illustriert werden.

Wie bewertet die Autorin die neoliberale Kritik am Sozialstaat?

Die Autorin betrachtet neoliberale Argumente als berechtigten Ansporn zur stetigen Selbstreflexion des Sozialstaats, weist jedoch deren Ablehnung des Sozialsystems insgesamt zurück, da die menschliche Natur wechselseitige Abhängigkeit erfordert.

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Details

Title
Der deutsche Sozialstaat zwischen Fürsorge und Bevormundung
Subtitle
Legitimierung staatlicher Interventionen und deren Grenzen angesichts Judith Butlers Gewalttheorie
College
University of Education Ludwigsburg  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Orientierungswissen: Politik und Zeitgeschichte
Grade
1,7
Author
Michelle Tannrath (Author)
Publication Year
2023
Pages
44
Catalog Number
V1349951
ISBN (PDF)
9783346855312
ISBN (Book)
9783346855329
Language
German
Tags
Sozialstaat Bevormundung staatliche Interventionen Corona-Pandemie Judith Butler Liberalismus Neoliberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michelle Tannrath (Author), 2023, Der deutsche Sozialstaat zwischen Fürsorge und Bevormundung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1349951
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