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Peter Petersen und sein Jenaplan

Title: Peter Petersen und sein Jenaplan

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniela Kirchert (Author)

Pedagogy - Reform Pedagogics
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Meist erleben die Kinder und Jungendlichen von heute die Schule nur als ein notwendiges Übel, um im Leben etwas zu erreichen. Durch zu lernendes Fachwissen, Noten und Konflikte mit unzufriedenen Eltern und Lehrern werden die Schüler in ihrer Arbeitsfreude gebremst. Als Folge kann man neurotische Störungen, Schulangst und Schulverdrossenheit feststellen. Vor dem Hintergrund von PISA und IGLU stellen sich auch immer mehr Eltern die Frage, ob es nicht Alternativen zur staatlichen Schule gibt. Die gibt es durchaus und sie verfolgen meist ganz andere pädagogische Konzepte.
Diese aktuelle Situation legt nahe, sich mit einem der führenden Reformpädagogen zu beschäftigen. Laut Peter Petersen können Schulen auch anders sein, indem sie den Jugendlichen ausreichende Freiräume geben, damit sie zur Eigentätigkeit, sowie zu gemeinschaftlichen Unternehmungen angeregt werden. Wichtig bei der Schulreform ist die Auflockerung der Schule als Institution zu einer freien Lebensstätte der Jugend.
Der Jenaplan als reformpädagogisches Schulkonzept wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Peter Petersen begründet. Dieser ist eine Synthese aus verschiedenen Entwicklungslinien der Reformpädagogik und sieht eine „freie, allgemeine Volksschule“ vor, „getragen von der Elternschaft und den Erziehern“ , in der Jungen und Mädchen unabhängig von ihrem sozialen Stand, ihrer Religion oder ihrer Begabung gleichermaßen miteinander lernen können. Im Vergleich zum damaligen Schulsystem sollen umfangreiche Reformen umgesetzt werden. Die von ihm entwickelte Pädagogik sollte nicht nur eine Verbesserung der Unterrichtsmethoden bewirken, sondern die Schule komplett neu gestalten. So unter anderem die Abschaffung des Jahrgangsklassensystems zu Gunsten eines neuen Stammgruppensystems. Das Sitzenbleiben entfällt und Zensuren werden durch einen Bericht ersetzt. Der Lernalltag soll durch einen rhythmischen Wochenarbeitsplan geprägt sein. Vor allem der soziale Faktor steht hier im Vordergrund.
In der nachfolgenden Arbeit wird diese Pädagogik beleuchtet und ihre Schwerpunkte näher betrachtet. Dabei muss auch die Entwicklung des Jenaplans erläutert werden. Es wird darauf eingegangen, in wie fern dieses Schulkonzept umgesetzt wurde und wie verbreitet es heute in Deutschland und seinen Nachbarländern ist. Konnte und kann es als Ersatz für die staatlichen Schulen dienen? Zuvor möchte ich kurz die Reformpädagogik im Allgemeinen und das Leben von Peter Petersen beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung in die Reformpädagogik

3. Biographie Peter Petersens

4. Schulische Ausgangssituation

5. Geschichte des Jenaplans

6. Grundlagen der Jenaplan-Pädagogik

6.1. Kernpunkte der Jenaplans

6.1.1. Stammgruppen statt Jahresklassen

6.1.2. Die vier Urformen des Lernens

6.1.3. Wochenarbeitsplan

6.1.4. Arbeits- und Leistungsberichte statt Zensuren

6.1.5. Schulwohnstube als Raum für soziale und stille Erziehung

6.1.6. Elternschaft

6.2. Dimensionen des Jenaplans

7. Der Jenaplan in den Niederlanden

8. Der Jenaplan heute

9. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das pädagogische Konzept des Jenaplans von Peter Petersen, analysiert dessen historische Entwicklung sowie dessen praktische Umsetzung als Antwort auf die Unzulänglichkeiten des traditionellen, lehrerzentrierten Schulsystems.

  • Biographische Einflüsse auf das pädagogische Denken Peter Petersens
  • Die theoretischen Grundlagen und Kernprinzipien der Jenaplan-Pädagogik
  • Die Organisation des Lernalltags durch Stammgruppen und Wochenarbeitspläne
  • Die Bedeutung von Gespräch, Spiel, Arbeit und Feier als Urformen des Lernens
  • Die Rolle der Elternschaft in der Lebensgemeinschaftsschule

Auszug aus dem Buch

6.1 Kernpunkte der Jenaplans

In seiner Pädagogik hebt Petersen verschiedene Punkte besonders hervor. Der Jenaplan enthält unterschiedliche Kernpunkte, auf die in den nächsten Abschnitten näher eingegangen wird. Petersen vertritt das Konzept der Lebensgemeinschaftsschule, in der die Schulgemeinde als sich selbst erziehende Gemeinschaft fungiert. Wichtig ist hier besonders die Reform des Jahrgangsklassensystems, hin zu einem Stammgruppensystem, bei welchem es zur Mischung der Altersgruppen kommt. In diesen neu geregelten Gruppen werden Wochenarbeitspläne erstellt, nach denen sich die Kinder richten. Petersen spricht zudem von drei Lehrformen des Unterrichts. Der Ausgangspunkt aller unterrichtlichen Arbeit ist das natürliche Lernen, das dem Bücherlernen immer vorzuziehen ist. Der Lehrer soll laut dem Jenaplan dringend vermeiden, auf das zwangsmäßige gleichzeitige Fortschreiten aller Schüler zu bestehen. Er führt daher Begriffe wie „Elementargrammatik“, „Freies Fortschreiten“ und „Werkgrammatik“ ein. Für jedes Fach wird den Kindern eine bestimmte Technik, die Elementargrammatik, vermittelt, so dass sie danach in der Lage sind, sich den Zugang zum Stoff weitgehend alleine zu erarbeiten. Dies fördert die Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit der Gruppenmitglieder. Nach dem Erwerb der Elementargrammatik steht den Schülern der Zugang zum Material frei und sie können frei fortschreiten. Das gestaltende Schaffen mit der Sprache oder bestimmten Materialien ist sehr phantasiebetont, aber technische Hinweise, die Werkgrammatik, von Seiten des Lehrers sind auf jeden Fall notwendig. Außerdem haben Schüler des 4./5. Schuljahrs gewöhnlich den Wunsch, neue Verfahren kennen zu lernen, so dass der Lehrer hier technisches Elementarwissen und die wichtigsten Werkgesetze vermittelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle schulische Problematik und führt in das Konzept des Jenaplans als reformpädagogische Alternative ein.

2. Einordnung in die Reformpädagogik: Dieses Kapitel verortet das Jenaplan-Modell innerhalb der reformpädagogischen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts und arbeitet dessen Besonderheiten heraus.

3. Biographie Peter Petersens: Es wird der Lebensweg Peter Petersens nachgezeichnet, um seine pädagogischen Beweggründe aus frühen Erfahrungen und Begegnungen zu verstehen.

4. Schulische Ausgangssituation: Das Kapitel beschreibt die damaligen schulischen Zustände, gegen die sich Petersen mit seinem Modell auflehnte.

5. Geschichte des Jenaplans: Hier wird die Entwicklung der Jenaer Versuchsschule von ihren Anfängen bis zur historischen Rezeption und späteren Schließung dargelegt.

6. Grundlagen der Jenaplan-Pädagogik: Dieses zentrale Kapitel erläutert das theoretische Fundament, die Stammgruppenorganisation, die Urformen des Lernens, die Elternmitarbeit und die Rolle der Schulwohnstube.

7. Der Jenaplan in den Niederlanden: Es wird die erfolgreiche Verbreitung und Anpassung des Jenaplan-Konzepts im niederländischen Schulwesen thematisiert.

8. Der Jenaplan heute: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die gegenwärtige Situation und die Renaissance der Jenaplan-Pädagogik an Schulen in Deutschland, insbesondere in Thüringen.

9. Schlussbetrachtung: Die Arbeit endet mit einem Fazit zur Bedeutung des Jenaplans für eine kindgerechte, flexible Schulentwicklung.

Schlüsselwörter

Peter Petersen, Jenaplan, Reformpädagogik, Stammgruppen, Wochenarbeitsplan, Lebensgemeinschaftsschule, Schulwohnstube, kindzentrierter Unterricht, Freiarbeit, Erziehung, Schulentwicklung, Unterrichtsmethoden, Selbstständigkeit, Urformen des Lernens, Schulgemeinde

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem reformpädagogischen Schulkonzept des Jenaplans, das Anfang des 20. Jahrhunderts von Peter Petersen entwickelt wurde, um die staatliche Regelschule zu reformieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die pädagogischen Prinzipien wie Stammgruppenunterricht, die Rhythmisierung durch Wochenarbeitspläne und die Gestaltung der Schule als Lebens- und Gemeinschaftsraum.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, das Jenaplan-Modell fundiert darzustellen, seine historischen Hintergründe zu beleuchten und den Mehrwert dieses Konzepts für eine zeitgemäße, kindorientierte Bildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse reformpädagogischer Quellen, biographischer Dokumente zu Peter Petersen sowie Berichten aus der schulpraktischen Anwendung des Modells.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Pädagogik, die praktische Umsetzung der „Urformen des Lernens“ und die Analyse der Schulleben-Gestaltung inklusive der Elternschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Jenaplan, Stammgruppen, Reformpädagogik, Lebensgemeinschaftsschule und Wochenarbeitsplan.

Warum spielt die „Schulwohnstube“ eine so wichtige Rolle im Konzept?

Sie dient als anregungsreicher, wohnlicher Lebensraum, der durch flexible Gestaltung den sozialen Austausch und die Selbstständigkeit der Schüler fördert, statt auf starre Frontalsitzordnungen zu setzen.

Wie unterscheidet sich die Beurteilung der Schüler im Jenaplan vom Regelsystem?

Statt traditioneller Zensuren, die das Kind in einem Leistungsdruck-Schema bewerten, werden Arbeits- und Leistungsberichte genutzt, um den individuellen Lernfortschritt und die Persönlichkeitsentwicklung ganzheitlich zu dokumentieren.

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Details

Title
Peter Petersen und sein Jenaplan
College
Dresden Technical University
Course
Hauptseminar: Reformpädagogische Schulkonzepte
Grade
1,0
Author
Daniela Kirchert (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V135002
ISBN (eBook)
9783640427703
ISBN (Book)
9783640424962
Language
German
Tags
Peter Petersen Jenaplan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Kirchert (Author), 2006, Peter Petersen und sein Jenaplan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135002
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