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Novalis' "Hyazinth und Rosenblüthchen" - ein Märchen?

Kriteriengeleitete Analyse mit Hilfe der Märchenmerkmale

Titel: Novalis' "Hyazinth und Rosenblüthchen" - ein Märchen?

Seminararbeit , 2022 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Patrick Raese (Autor:in)

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Figuren Hyazinth und Rosenblüthchen waren beide bereits in der frühen Kindheit ein sich liebendes Paar und fanden so ihr Glück im Gegenüber. Als jedoch ein alter Mann – im späteren Verlauf wird dieser auch als Hexenmeister bezeichnet – den kindlichen Hyazinth zu einem Gespräch einlud, wurde der Junge Opfer eines Fluches, welcher ihn mit der „Krankheit“ der Melancholie infizierte. Auf der Suche nach Heilung bestritt er eine längere Reise bis hin zum Tempel der Wahrheitsgöttin Isis. Mit der Lüftung ihres [Isis‘] Schleiers, durch welche sich Hyazinth ursprünglich die Befreiung des Fluches versprach, erkannte er in ihr Rosenblüthchen, was zu seiner (Wunder -)Heilung führte und beiden außerdem ein glückliches und langes gemeinsames Leben schenkte.
Dass es sich bei dieser Geschichte um ein Märchen handelt, kann exemplarisch daran fest-gemacht werden, dass das selbstverständlich Wunderbare – das Primärmerkmal der Gattung – in der Rezeption des Textes offensichtlich wirkt; Tiere und Pflanzen sprechen miteinander („[d]as Veilchen hatte es der Erdbeere […] gesagt, die sagte es […] der Stachelbeere“ (Novalis 1802)).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Schreibaufgabe am Beispiel des Märchens „Hyazinth und Rosenblüthchen“ von Novalis (in „Die Lehrlinge zu Sais“)

2. Analyse der Märchenmerkmale und Gattungszuordnung

3. Auseinandersetzung mit dem triadischen Entwicklungsprozess

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Märchen „Hyazinth und Rosenblüthchen“ von Novalis kriteriengeleitet zu analysieren und dabei die Gattungsspezifik sowie die symbolische Struktur der Handlung zu untersuchen. Im Zentrum steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem triadischen Entwicklungsprozess der Figuren und der kritischen Reflexion allegorischer Deutungsansätze.

  • Kriteriengeleitete Analyse von Novalis' Kunstmärchen
  • Differenzierung zwischen Volks- und Kunstmärchenmerkmalen
  • Untersuchung des triadischen Entwicklungsschemas
  • Kritische Reflexion allegorischer Interpretationsansätze
  • Symbolik und Handlungsstruktur des Werkes

Auszug aus dem Buch

Schreibaufgabe am Beispiel des Märchens „Hyazinth und Rosenblüthchen“ von Novalis (in „Die Lehrlinge zu Sais“)

Die Aufgabenstellung dieser Studienleistung, die unter anderem beabsichtigt, Novalis‘ Märchen „Hyazinth und Rosenblüthchen“ kriteriengeleitet zu analysieren, lässt sich mithin logisch nachvollziehen, wenn ein kurzer Überblick über das oben genannte Märchen ermöglicht wird:

Die Figuren Hyazinth und Rosenblüthchen waren beide bereits in der frühen Kindheit ein sich liebendes Paar und fanden so ihr Glück im Gegenüber. Als jedoch ein alter Mann – im späteren Verlauf wird dieser auch als Hexenmeister bezeichnet – den kindlichen Hyazinth zu einem Gespräch einlud, wurde der Junge Opfer eines Fluches, welcher ihn mit der „Krankheit“ der Melancholie infizierte. Auf der Suche nach Heilung bestritt er eine längere Reise bis hin zum Tempel der Wahrheitsgöttin Isis. Mit der Lüftung ihres [Isis‘] Schleiers, durch welche sich Hyazinth ursprünglich die Befreiung des Fluches versprach, erkannte er in ihr Rosenblüthchen, was zu seiner (Wunder-)Heilung führte und beiden außerdem ein glückliches und langes gemeinsames Leben schenkte (vgl. Novalis 1802).

Dass es sich bei dieser Geschichte um ein Märchen handelt, kann exemplarisch daran festgemacht werden, dass das selbstverständlich Wunderbare – das Primärmerkmal der Gattung – in der Rezeption des Textes offensichtlich wirkt; Tiere und Pflanzen sprechen miteinander („[d]as Veilchen hatte es der Erdbeere […] gesagt, die sagte es […] der Stachelbeere“ (Novalis 1802: S. 215)). Auch muss der Held eine Aufgabe lösen, welche explizit daraus bestand, die Göttin Isis zu finden, um sein Ziel (die Heilung) zu erreichen. Er [Hyazinth] bestreitet hierfür also eine längere Reise, die innerhalb des Märchens die einsträngige Handlung ausmacht. Auch eine gewisse Zahlen- und Natursymbolik ist erkennbar, dauerte das Gespräch zwischen Protagonist und „Antagonist“ (gemeint ist die Figur des Hexenmeisters) ganze drei Tage (vgl. ebd.: S. 216) und „sprach er immer fort mit Thieren [sic!] und Vögeln, mit Bäumen und Felsen“ (ebd.: S. 214).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schreibaufgabe am Beispiel des Märchens „Hyazinth und Rosenblüthchen“ von Novalis (in „Die Lehrlinge zu Sais“): Dieses Kapitel führt in die Aufgabenstellung ein und bietet eine inhaltliche Zusammenfassung der Märchenhandlung sowie eine erste Einordnung der Gattungsmerkmale.

2. Analyse der Märchenmerkmale und Gattungszuordnung: Hier wird der Status des Textes als Kunstmärchen diskutiert und das Spannungsverhältnis zwischen volksmärchenhaften und kunstmärchenhaften Elementen beleuchtet.

3. Auseinandersetzung mit dem triadischen Entwicklungsprozess: Der Abschnitt befasst sich mit der Definition des triadischen Schemas nach Kremer, wendet dieses auf die Figurenentwicklung an und diskutiert kritisch die Gefahr allegorischer Überdeutungen.

Schlüsselwörter

Novalis, Hyazinth und Rosenblüthchen, Kunstmärchen, Volksmärchen, Triadischer Entwicklungsprozess, Romantik, Allegorie, Melancholie, Gattungsmerkmale, Symbolik, Literaturwissenschaft, Interpretation, Handlungsstruktur, Isis, Rezeptionsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Märchen „Hyazinth und Rosenblüthchen“ von Novalis unter Berücksichtigung gattungsspezifischer Merkmale und symbolischer Entwicklungsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen Kunst- und Volksmärchen sowie die Anwendung eines triadischen Entwicklungsschemas auf die Figurenkonstellation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kriteriengeleitete Analyse des Werkes sowie die kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Interpretationsansätzen zur Allegorik.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textnahe Analyse unter Heranziehung literaturwissenschaftlicher Fachliteratur (u.a. Kremer, Ahrendt) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Einordnung in die Gattung Märchen, der Herausarbeitung des triadischen Prozesses und einer kritischen Reflexion über methodische Deutungsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Novalis, Triadischer Entwicklungsprozess, Kunstmärchen, Allegorie und Gattungsmerkmale.

Warum wird das Märchen als „Kunstmärchen“ bezeichnet und nicht einfach als Volksmärchen?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass zwar Merkmale beider Gattungen vorhanden sind, das Werk jedoch aufgrund der individuellen Autorschaft und spezifischer ästhetischer Fixierungen (z. B. Tempel zu Saïs) als Kunstmärchen klassifiziert werden kann.

Wie definiert der Autor das „triadische Schema“ im Kontext der Erzählung?

Basierend auf Kremer bezeichnet es eine Bewegung in drei Stationen: von der ursprünglichen, naiven Einheit über die Entzweiung hin zu einer neuen, reflektierten Einheit.

Gegen welche Art der Analyse wendet sich der Autor im dritten Kapitel?

Der Autor warnt vor einer „allegorisierenden Erstarrung“ durch zu starre Deutungshandbücher, die lediglich isolierte Symbole statt der Ambiguität der Bilder betrachten.

Welche Funktion hat die „Krankheit der Melancholie“ innerhalb der Romanze?

Sie fungiert als Zäsur, die den Protagonisten in die Entzweiungsphase führt und somit den notwendigen Entwicklungsprozess einleitet, der zur späteren reflektierten Einheit führt.

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Details

Titel
Novalis' "Hyazinth und Rosenblüthchen" - ein Märchen?
Untertitel
Kriteriengeleitete Analyse mit Hilfe der Märchenmerkmale
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Märchen und Novellen um 1800
Note
1,3
Autor
Patrick Raese (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
5
Katalognummer
V1350330
ISBN (PDF)
9783346856531
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Märchen Novellen 1800 Novalis Hyazinth und Rosenblüthchen Hyazinth Rosenblüthchen Rosenblütchen Märchenmerkmale Märchenanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Patrick Raese (Autor:in), 2022, Novalis' "Hyazinth und Rosenblüthchen" - ein Märchen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1350330
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Leseprobe aus  5  Seiten
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