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Don Juan und die Frauen - bezogen auf Molina und Mozart/ Da Ponte

Title: Don Juan und die Frauen  -	bezogen auf Molina und Mozart/ Da Ponte

Term Paper , 2006 , 33 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefanie Vater (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Thematik des Verführers Don Juan wird seit dem 17.Jahrhundert bis in die heutige Zeit immer wieder von Schriftstellern und Autoren aus den verschiedensten Ländern aufgegriffen. Tirso de Molinas Don Juan- Drama mit dem genauen Titel „El Burlador de Sevilla y Convidado de piedra“, im Jahr 1630 erschienen, aber bereits um 1624 in Madrid uraufgeführt, ist nicht nur die erste, sondern auch eine der bedeutendsten Versionen des Don- Juan- Stoffes.
Auch die Bearbeitung dieses Stoffes von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte, welche 1787 in Prag uraufgeführt wurde, fand weltweite Anerkennung. Da Ponte lieferte zu der Komödie in zwei Akten namens „Don Giovanni“ das Libretto, welches anschließend von Mozart mit Musik versetzt wurde und heute als eine der bekanntesten Opern Mozarts gesehen wird.
In dieser Hausarbeit werden nun diese beiden Werke auf die Don Juan- Figur in Bezug auf die Frauen interpretiert. Dabei sollen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede der Frauenfiguren, die Motive des Verführers aber auch die Art der Verführung Don Juans bzw. Don Giovannis aufgezeigt werden.
Doch bevor man Molinas „Don Juan“ und Mozarts „Don Giovanni“ vergleichen und interpretieren kann, muss zuerst das Verhältnis zwischen Mann und Frau, sowie allgemein die Stellung der Frauen und die Rolle der Sexualität in der frühen Neuzeit betrachtet werden. Denn nur, wenn man dieses sozialgeschichtliche Wissen herausgearbeitet hat, lassen sich diese beiden Don Juan- Bearbeitungen in Bezug auf den Verführer und die Verführten verstehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Verhältnis Mann- Frau in der frühen Neuzeit

3 Die Figur des Don Juan in Bezug auf die Frauen bei Tirso de Molina

3.1 Die Verführung der Herzogin Isabella

3.2 Die entflammte Fischerin Tisbea

3.3 Die Komturstochter Doña Anna

3.4 Die Bauernbraut Aminta

4 Der Verführer und die Frauen in Mozarts „Don Giovanni“

4.1 Besonderheiten der Interpretation eines Librettos

4.2 Donna Anna

4.3 Donna Elvira

4.4 Die Bäuerin Zerlina

4.5 Elviras Zofe – ein Phantom?

5 Vergleich des Verführers und der Verführten bei Molina und Mozart/ Da Ponte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Figur des Don Juan in Tirso de Molinas Drama "El Burlador de Sevilla" und in der Oper "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Frauenfiguren sowie die Motive und Methoden der Verführer unter Berücksichtigung sozialgeschichtlicher Aspekte der frühen Neuzeit herauszuarbeiten.

  • Sozialgeschichtliche Stellung der Frau und Ehrbegriff in der frühen Neuzeit
  • Analyse der vier Frauenfiguren bei Tirso de Molina
  • Interpretation der Frauenfiguren in Mozarts „Don Giovanni“
  • Vergleichende Untersuchung der Verführer und Verführungsstrategien
  • Rolle von Musik und Libretto bei der Charakterisierung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Verführung der Herzogin Isabella

Der erste Akt von Tirso de Molinas „Don Juan – Der Verführer von Sevilla und der steinerne Gast“, der dem Genre der Mantel- und Degenkomödie zugeordnet wird, beginnt unmittelbar. Ein Mann und eine Frau, süßes Liebesgerede, eine heimliche Liebesnacht im königlichen Palast von Neapel. Es handelt sich bei diesem Paar um die Herzogin Isabella und Don Juan. Allerdings glaubt die Herzogin zu Beginn noch ihrem Verlobten, dem Herzog Don Octavio, eine Liebesnacht gewährt zu haben. Doch als sie ein Licht anmachen will und ihr „Geliebter“ sich weigert erkennt sie, dass es sich nicht um Don Octavio handelt und fragt: „Mein Gott, wer bist du?“9, und Don Juan antwortet: „Wer? Nun, ein Mann, der keinen Namen hat.“10 Don Juan kennzeichnet sich damit als anonymes Symbol des Geschlechts. Denn Don Juan sucht in der Frau, die er umarmt, nur die Spenderin der Wollust, nicht aber den Menschen und seine Persönlichkeit. Die Anonymität, welche sich in seiner Aussage befindet, ist ein Motiv, das sich durch das ganze Stück zieht. Auch ein gewisser erotischer Zynismus lässt sich in seiner Antwort erkennen. Dieser Zynismus und die Anonymität kommen zum zweiten Mal zum Ausdruck, wenn Don Juan dem wegen des Lärms herbeieilenden König auf seine Frage: „Wer bist du?“11 zur Antwort gibt: „Nun, wer wird’s schon sein? / Ein Mann und eine Frau!“12 In beiden Antworten Don Juans gepaart mit dem nächtlichen Dunkel der Szene wird gleich zu Beginn des Stückes eine Anonymität und eine damit verbunden Austauschbarkeit der Frau für Don Juan deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Don Juan-Thematik bei Molina und Mozart/Da Ponte sowie Darlegung des methodischen Vorgehens.

2 Das Verhältnis Mann- Frau in der frühen Neuzeit: Erläuterung der damaligen Geschlechterhierarchie, des Ehrbegriffs und der Sexualmoral als Voraussetzung für das Verständnis der Werke.

3 Die Figur des Don Juan in Bezug auf die Frauen bei Tirso de Molina: Interpretation der vier Frauenfiguren (Isabella, Tisbea, Doña Anna, Aminta) als kontrastierende, aber durch den Verführer verbundene Episoden.

3.1 Die Verführung der Herzogin Isabella: Analyse des Beginns des Stückes, in dem Isabella durch Anonymität und Trug verführt wird.

3.2 Die entflammte Fischerin Tisbea: Untersuchung der Pastorale-Episode, in der Tisbea nach anfänglicher Standhaftigkeit durch Eheschwur und Begierde verführt wird.

3.3 Die Komturstochter Doña Anna: Darstellung der destruktiven Seite der Verführung, die im Duell und Mord am Vater gipfelt.

3.4 Die Bauernbraut Aminta: Analyse der gezielten, kriminellen Zerstörung einer bestehenden Liebesbeziehung durch Don Juan.

4 Der Verführer und die Frauen in Mozarts „Don Giovanni“: Analyse der Operncharaktere unter Berücksichtigung der Interaktion von Musik und Libretto.

4.1 Besonderheiten der Interpretation eines Librettos: Methodische Reflexion über die Anforderungen bei der Analyse von Opernlibretti im Vergleich zu Dramen.

4.2 Donna Anna: Betrachtung ihrer Entwicklung von der behüteten Tochter zur rachegetriebenen Gegenspielerin.

4.3 Donna Elvira: Analyse ihrer Rolle als verlassene Ehefrau, deren Rachegelüste untrennbar mit ihrer tiefen Liebe verbunden sind.

4.4 Die Bäuerin Zerlina: Interpretation ihres Schwankens zwischen Treue und der erotischen Faszination Don Giovannis.

4.5 Elviras Zofe – ein Phantom?: Untersuchung der fragwürdigen Existenz der Zofe als Indiz für Don Giovannis zunehmende Entfremdung.

5 Vergleich des Verführers und der Verführten bei Molina und Mozart/ Da Ponte: Synthese der Ergebnisse, wobei die Unterschiede in der Zielsetzung (Zerstörungswut vs. Beglückung) und der Darstellung der Frauen hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Don Juan, Don Giovanni, Tirso de Molina, Wolfgang Amadeus Mozart, Lorenzo Da Ponte, Verführung, Frauenfiguren, Frühe Neuzeit, Ehre, Sexualität, Libretto, Literaturwissenschaft, Geschlechterhierarchie, Burlador, Oper.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Figur des Don Juan in Tirso de Molinas Drama "El Burlador de Sevilla" und in Mozarts Oper "Don Giovanni", um deren Umgang mit Frauenfiguren zu vergleichen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind der historische Kontext der Geschlechterrollen in der frühen Neuzeit, der Ehrbegriff, die Darstellung der Verführung sowie die spezifischen Medien Dramatik und Oper.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie sich die Frauenfiguren und die Verführungsmethoden in beiden Werken unterscheiden und welche Rolle der historische Kontext sowie die individuelle Absicht der Verführer dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den dramatischen Text bei Molina als auch das Libretto und die musikalische Komposition bei Mozart einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Frauenfiguren bei Molina, eine Untersuchung der Opernfiguren bei Mozart unter Berücksichtigung musikalisch-dramatischer Aspekte und einen abschließenden direkten Vergleich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Don Juan, Verführung, Ehre, Geschlechterrolle, Libretto, Zerstörungswut, Austauschbarkeit und soziale Schichtung.

Wie unterscheidet sich die Motivation der Verführer bei Molina und Mozart?

Während der Don Juan bei Molina Frauen systematisch zerstört und demütigt, suggeriert die Oper von Mozart/Da Ponte ein Motiv des "Beglückens", wobei die Untreue als sein Lebensgesetz dargestellt wird.

Was ist die Funktion des "Kleidertauschs" bei Mozart im Vergleich zum Original?

Der Kleidertausch in der Oper wird als gezielter Hinweis auf die eklatante Einbuße realer gesellschaftlicher Macht des Adels im späten 18. Jahrhundert interpretiert.

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Details

Title
Don Juan und die Frauen - bezogen auf Molina und Mozart/ Da Ponte
College
University of Stuttgart
Course
Don Juan
Grade
2
Author
Stefanie Vater (Author)
Publication Year
2006
Pages
33
Catalog Number
V135034
ISBN (eBook)
9783640429349
ISBN (Book)
9783640429370
Language
German
Tags
Juan Frauen Molina Mozart/ Ponte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Vater (Author), 2006, Don Juan und die Frauen - bezogen auf Molina und Mozart/ Da Ponte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135034
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