Gesundheitssysteme können sich hinsichtlich des Aufbaus und der Organisation sowie hinsichtlich der Finanzierung und Ausgaben voneinander unterscheiden. Davon abhängig werden Gesundheitsleistungen für die Bevölkerung auf unterschiedliche Art und Weise erbracht. In dieser Arbeit werden die Gesundheitssysteme in Australien und Deutschland im Rahmen der Krankenversicherung miteinander verglichen. Dabei soll herausgestellt werden, welche Vor- und Nachteile das steuerfinanzierte Gesundheitssystem in Australien gegenüber dem deutschen Sozialversicherungssystem aufweist. Bei einem Vergleich von unterschiedlichen Gesundheitssystemen müssen zunächst die zu vergleichenden Gesundheitssysteme sowie ihre Bevölkerung umfassend betrachtet werden. Deshalb werden zu Beginn die Grunddaten der Gesundheitssysteme erläutert, wobei zunächst anhand ausgewählter Kriterien die Bevölkerungen beider Länder gegenübergestellt werden. Weiterhin werden die grundsätzlichen System- und Finanzierungsstrukturen betrachtet.
Anschließend wird die Gesundheitsversorung in beiden Ländern anhand der dafür ausgewählten Gesundheitsleistungen ambulante ärztliche Versorgung, stationäre Versorgung und Arzneimittelversorgung dargestellt. Diese Gesundheitsleistungen wurden deshalb ausgewählt, da sie ein umfassendes Leistungsspektrum innerhalb der Gesundheitsversorgung abdecken, was sich auch in den Ausgaben beider Länder widerspiegelt.
Daraufhin werden die ausgewählten Gesundheitsleistungen beider Gesundheitssysteme miteinander verglichen. Da die Gesundheitsleistungen in ein komplexes System integriert sind, wird vorab ein kurzer Vergleich der Systemstrukturen angestellt. Innerhalb dieses Vergleiches lassen sich bereits Vor- und Nachteile beider Systeme ableiten. Der Fokus der Betrachtung liegt insgesamt auf der Bedeutung für die Bevölkerungen.
Abschließend werden explizit die Vor- und Nachteile des australischen Gesundheitssystems dargestellt. Des Weiteren wird in einem kurzen Ausblick vorgestellt, welche Elemente in das deutsche System übernommen werden könnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Grunddaten der Gesundheitssysteme
2.1 Grunddaten der Bevölkerungen
2.1.1 Bevölkerungsentwicklung und Altersaufbau
2.1.2 Lebenserwartung
2.1.3 Gesundheitszustand
2.2 Aufbau und Organisation des australischen Gesundheitssystems
2.3 Finanzierung und Ausgaben des australischen Gesundheitssystems
2.4 Aufbau und Organisation des deutschen Gesundheitssystems
2.4.1 Gesetzliche Krankenversicherung
2.4.2 Private Krankenversicherung
2.4.3 GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz
2.5 Finanzierung und Ausgaben des deutschen Gesundheitssystems
3 Gesundheitsversorgung in Australien
3.1 Ambulante ärztliche Versorgung
3.1.1 Versorgungsstruktur
3.1.2 Medicare
3.1.3 Private Zusatzversicherung
3.2 Stationäre Versorgung
3.2.1 Versorgungsstruktur
3.2.2 Medicare und private Zusatzversicherung
3.3 Arzeimittelversorgung
3.3.1 Versorgungsstruktur
3.3.2 Medicare
3.3.3 Private Zusatzversicherung
4 Gesundheitsversorgung in Deutschland
4.1 Ambulante ärztliche Versorgung
4.1.1 Versorgungsstruktur
4.1.2 Gesetzliche Krankenversicherung
4.1.3 Private Krankenversicherung
4.2 Stationäre Versorgung
4.2.1 Versorgungsstruktur
4.2.2 Gesetzliche Krankenversicherung
4.2.3 Private Krankenversicherung
4.3 Arzeimittelversorgung
4.3.1 Versorgungsstruktur
4.3.2 Gesetzliche Krankenversicherung
4.3.3 Private Krankenversicherung
5 Gesundheitssysteme im Vergleich
5.1 Ambulante ärztliche Versorgung
5.2 Stationäre Versorgung
5.3 Arzneimittelversorgung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Unterschiede zwischen dem steuerfinanzierten Gesundheitssystem in Australien und dem deutschen Sozialversicherungssystem. Dabei liegt der Fokus darauf, Vor- und Nachteile beider Systeme für die Bevölkerung aufzuzeigen und zu ermitteln, welche Elemente für das deutsche System adaptiert werden könnten.
- Struktureller Vergleich der Gesundheitssysteme Australiens und Deutschlands.
- Analyse der Finanzierungs- und Ausgabenstrukturen beider Nationen.
- Vergleichende Untersuchung der ambulanten, stationären und pharmazeutischen Versorgung.
- Diskussion der Auswirkungen auf die Patientenversorgung und finanzielle Belastungen.
- Erörterung von Reformansätzen unter Berücksichtigung des demografischen Wandels.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Versorgungsstruktur
Die ambulante ärztliche Versorgung in Australien erfolgt hauptsächlich durch Allgemeinärzte (general practitioners) und Fachärzte (specialists) sowie in ambulanten Abteilungen der Krankenhäuser. Der Großteil der Allgemeinärzte ist selbständig tätig und in Gemeinschaftspraxen niedergelassen. Ein weiterer Teil ist in stationären Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern angestellt. Den Allgemeinärzten wird eine besondere Bedeutung zugemessen, da sie, im Hinblick auf die Geografie Australiens, besonders in ländlichen Gebieten erste Anlaufstellen bei Gesundheitsproblemen der Bevölkerung darstellen. Insofern agieren sie als „Gatekeeper“ zum restlichen Gesundheitssystem. Fachärzte sind ebenfalls zum Großteil selbstständig tätig und verfügen auch über eigene Konsultationsräume in stationären Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern, in denen sie ihre Leistungen erbringen. Sie können dabei Privatliquidationen ausstellen, an denen die stationären Einrichtungen entsprechend zu beteiligen sind. Aus diesem Grund wird im Folgenden auf eine explizite Differenzierung zwischen ambulant und stationär tätigen Fachärzten verzichtet.
Um mit Medicare abrechnen zu können, müssen Allgemeinärzte und Fachärzte als solche anerkannt sein und sich bei Medicare Australia registrieren. Die Registrierung von Allgemeinärzten setzt eine entsprechende Bestätigung beispielsweise des „Royal Australian College of General Practitioners (RACGP)“ oder des „Australian College of Rural and Remote Medicine (ACRRM)“ voraus. Um eine Bestätigung zu erhalten, können Ärzte Mitglied bei einer dieser Institutionen werden und sich somit verpflichten, kontinuierlich an medizinischen und qualitätsorientierten Weiterbildungen teilzunehmen. Alternativ können entsprechend gleichwertige Weiterbildungsmaßnahmen durch eine Institution bestätigt werden. Die Registrierung von Fachärzten erfolgt in ähnlicher Weise. Durch diese Art der Registrierung soll die Qualität und Sicherheit der ärztlichen Versorgung gewährleistet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit dar, die die Gesundheitssysteme in Australien und Deutschland systematisch vergleicht.
2 Grunddaten der Gesundheitssysteme: Dieses Kapitel liefert eine statistische Basis über die Bevölkerungsentwicklung, Lebenserwartung und den Gesundheitszustand in beiden Ländern.
3 Gesundheitsversorgung in Australien: Hier werden die Versorgungsstrukturen in den Bereichen ambulante, stationäre und Arzneimittelversorgung sowie das australische Medicare-System detailliert analysiert.
4 Gesundheitsversorgung in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet das deutsche System der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung im Hinblick auf die gewählten Versorgungsbereiche.
5 Gesundheitssysteme im Vergleich: Ein vergleichender Analyseteil, der die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Finanzierungs- und Versorgungsmodelle gegenüberstellt.
6 Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung bewertet die Vor- und Nachteile und diskutiert mögliche Reformelemente für das deutsche System.
Schlüsselwörter
Gesundheitssysteme, Australien, Deutschland, Medicare, Gesetzliche Krankenversicherung, Private Krankenversicherung, Finanzierung, stationäre Versorgung, ambulante Versorgung, Arzneimittelversorgung, Gesundheitsausgaben, demografischer Wandel, Risikostrukturausgleich, Zuzahlungen, Gesundheitsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Gesundheitssysteme von Australien und Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die Vor- und Nachteile der Finanzierungsmodelle und der Gesundheitsleistungen für die jeweilige Bevölkerung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit analysiert die Grunddaten der Bevölkerung, die Organisationsstruktur, die Finanzierung sowie die ambulante, stationäre und pharmazeutische Versorgung in beiden Ländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, herauszufinden, welche Vor- und Nachteile das steuerfinanzierte australische Gesundheitssystem gegenüber dem deutschen Sozialversicherungssystem aufweist und welche Ansätze für Deutschland relevant sein könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen (vergleichenden) Ansatz, der auf der Analyse statistischer Daten und struktureller Merkmale der beiden Gesundheitssysteme basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl für Australien als auch für Deutschland die Versorgungsstrukturen in den Sektoren ambulante Behandlung, stationäre Aufnahme und Arzneimittelversorgung detailliert dargestellt und anschließend gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gesundheitssysteme, Medicare, Krankenversicherung, Finanzierung, demografischer Wandel und Gesundheitsökonomie charakterisieren.
Wie unterscheidet sich der Zugang zur Facharztversorgung zwischen den beiden Ländern?
In beiden Ländern ist der Zugang zu Fachärzten in der Regel an eine Überweisung gebunden, wobei in Deutschland die freie Arztwahl durch integrierte Versorgungsmodelle wie Hausarztverträge stärker strukturiert ist.
Wie beeinflusst das "Medicare Safety Net" in Australien die finanzielle Belastung der Patienten?
Das Sicherheitsnetz dient dazu, Patienten bei hohen Zuzahlungen finanziell zu entlasten, sobald bestimmte Schwellenwerte für "gap amounts" oder "out-of-pocket costs" innerhalb eines Kalenderjahres überschritten wurden.
- Citation du texte
- Dipl.-Kfm. Thorsten Schmidt (Auteur), 2008, Das steuerfinanzierte Gesundheitssystem in Australien und das Sozialversicherungssystem in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135074