Inwieweit ist die europäische Geschichte für die heutigen Zustände der afrikanischen (Hexen-) Kinder verantwortlich und wie ist diese afrikanische religiöse Kultur, bestehend aus Aberglauben und Christentum, für die Schicksale der Kinder in Afrika verantwortlich?
Diese schriftliche Ausarbeitung befasst sich mit dem historischen und aktuellen Thema der Kinderhexen. Ihren Ursprung befindet sich in Europa des 15.-19. Jahrhundert wieder. Egal welche Religion geschichtlich näher beleuchtet wird, tauchen immer Gottheiten auf, welche viele in deren Namen die Kinder geopfert worden sind. Das bedeutet, dass das Thema der Hexen im Kontext zu Kindern bereits in der alten Antike zu finden sind. Diese Ausarbeitung fokussiert sich somit auf zwei verschiedene Epochen unserer vergangenen Zeit im Mittelalter und das aktuelle Afrika (Nigeria). Doch trotz unserer modernen und fortschrittlichen Welt, ist das Thema der Kinderhexen bis heute ein aktuelles Thema für manche Nationen und Länder unserer Welt. Ebenfalls sind die Hexen- und die Kinderhexenprozesse in diesen Ländern aktuell und von großer Bedeutung. Hierzu spezialisiert sich diese Ausarbeitung auf die aktuellen Zustände in Afrika (weitestgehend in Nigeria). Dementsprechend werden europäisch-historische Aspekte und gesellschaftliche Bewegungen dargestellt, die wichtig für den genaueren Einblick in das heutige Afrika sind. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung der Hexen
2.1. Religion und Hexerei
2.2. Hexenkinder: Rettung oder Untergang?
3. Afrikanische Mythologie
3.1. Hexerei in der Kolonialzeit
3.2. Hexerei und Christentum
3.3. Die Antwort auf alles: Hexerei!
3.4. Hexenkinder und ihre Schuld
4. Kampagnen gegen Kinderhexenverfolgung im heutigen Afrika
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln der europäischen Hexenverfolgung sowie deren Einfluss auf aktuelle gesellschaftliche Zustände in Afrika, speziell in Nigeria, wo Kinder fälschlicherweise als „Hexenkinder“ (Skolombo) stigmatisiert, verfolgt und ausgebeutet werden.
- Historischer Vergleich: Europäische Hexenverfolgung (15.-19. Jhd.) vs. modernes Nigeria.
- Analyse afrikanischer Mythologie und deren Vermischung mit christlichem Glauben.
- Die Rolle von Religion, Aberglaube und Kolonialerbe bei der Stigmatisierung von Kindern.
- Entstehung und prekäre Lebensumstände der „Skolombo-Kinder“.
- Evaluierung von Hilfsorganisationen und Aufklärungsstrategien gegen diesen Hexenwahn.
Auszug aus dem Buch
3.4. Hexenkinder und ihre „Schuld“
In Europa wird „ein Kind“ bekommen als ein „Geschenk Gottes“ oder als „eine Bereicherung des Lebens“ angesehen. Viele Eltern freuen sich über das Erschaffen von neuem Leben. In Afrika sieht es in den meisten Länder anders aus. Die Bevölkerung in Afrika hat viele dunkle Kapitel in ihrer Geschichte erlebt und auch überlebt. Dabei hat sich viel Frust, Verzweiflung und negativer Stress angestaut, was in Kombination mit fehlender Bildung und Allgemeinwissen eine Gefährdung darstellt. Der Mensch an sich ist dafür bekannt, dass er grundsätzlich jemanden oder etwas braucht, an dem er die Schuld suchen und finden kann. So ist es ebenfalls in Afrika. Für all das Leid, Kummer und Katastrophen braucht man einen Schuldigen. Die Kinder in Afrika haben eine große Last auf ihren Schultern. Denn sie müssen für all das Leid in Afrika herhalten und dafür Buse tun (Imfeld 2012: o.S.).
Der Fernseher-Sender ARTE hat 2021 in der Reportage „Dieser Aberglaube kostet Leben“ über die Hexenkinder und die aktuellen Zustände in Nigeria berichtet. In Nigeria soll, laut der Bevölkerung, ein Fluch auf dem Land und seinen Bewohner*innen liegen, der von bösen Geistern und Hexen aufrechterhalten wird. Der Fluch besagt, dass es dort viele Hexenkinder existieren sollen, die ihre zerstörerischen Kräfte gegen Familien richten und die Menschen erkranken lassen, bis sie an einem qualvollen Tod sterben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den thematischen Rahmen ab, definiert das Ziel der Untersuchung und formuliert die zentrale Fragestellung zur Verantwortung der europäischen Historie für die aktuelle Situation afrikanischer Hexenkinder.
2. Entstehung der Hexen: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Hexenglaubens in Europa vom 15. bis zum 17. Jahrhundert und beleuchtet die Rolle von Kirche und Gesellschaft sowie die zunehmende Betroffenheit von Kindern.
3. Afrikanische Mythologie: Hier wird das spirituelle Weltbild Afrikas analysiert und dargelegt, wie koloniale Einflüsse und eine Vermischung mit dem Christentum den modernen Hexenwahn und die Stigmatisierung von Kindern begünstigen.
4. Kampagnen gegen Kinderhexenverfolgung im heutigen Afrika: Der Abschnitt beschreibt die Arbeit von Hilfsorganisationen, die versuchen, betroffene Kinder zu schützen und durch Bildung gegen den Hexenglauben anzukämpfen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert eine weltweite Auseinandersetzung mit dem Thema, um die Gesellschaften für das Leid der betroffenen Kinder zu sensibilisieren.
Schlüsselwörter
Hexenkinder, Hexenverfolgung, Skolombo, Nigeria, Aberglaube, Christentum, Kolonialismus, Exorzismus, Kinderrechte, Kindheitsbilder, spirituelle Weltanschauung, Hilfsorganisationen, Stigmatisierung, Schwarze Magie, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Hexenverfolgung und deren Übertragung bzw. Manifestation in den aktuellen Lebensbedingungen von Kindern in Nigeria.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der europäische Hexenglaube, afrikanische Mythologie, der Einfluss des Christentums und der Kolonialzeit, sowie die heutige Verfolgung von als „Hexen“ stigmatisierten Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, inwieweit europäische Geschichte und religiöse Kultureinflüsse für das Schicksal heutiger afrikanischer Kinder verantwortlich sind, die als „Hexen“ gebrandmarkt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von historischen sowie aktuellen Berichten und Dokumentationen zum Thema.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird der Bogen von der europäischen Entstehung des Hexenglaubens über die afrikanische Mythologie bis hin zum aktuellen Phänomen der Skolombo-Kinder in Nigeria und den entsprechenden Gegenkampagnen gespannt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Hexenkinder, Skolombo, Aberglaube, Menschenrechte, Nigeria, Koloniales Erbe und Aufklärungsarbeit beschreiben.
Wer ist Maimouna Obot und welche Rolle spielt sie in dieser Kontext?
Maimouna Obot ist eine Juristin mit afrikanischen Wurzeln, die den Verein „Story Changers e.V.“ gründete, um Kinderheime in Nigeria zu unterstützen und Aufklärungsarbeit über das Phänomen der Hexenkinder zu leisten.
Was sind „Skolombo“-Kinder?
Skolombo-Kinder sind Kinder in Afrika, die aufgrund von Aberglauben als Hexen stigmatisiert, von ihren Familien verstoßen und auf die Straße gejagt wurden, wo sie unter prekären Bedingungen überleben müssen.
- Arbeit zitieren
- Felix Tur Romero (Autor:in), 2023, Die Geschichte der Hexen, Kinderhexen und ihre Prozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1350889