Die Psychologie des Geldes


Hausarbeit, 2008

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kulturgeschichte des Geldes
2.1 Die Symbolik des Geldes
2.2 Die Funktion des Geldes
2.3 Das Geld in der Wirtschaft

3 Die Geldmoral

4 Die Psychologie des Geldes
4.1 Die psychologische Bedeutung im Umgang mit Geld
4.2 Die Motivation des Geldes

5 Der Umgang mit Geld und seine Folgen

6 Schlusswort

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff des Geldes ist so weitläufig, dass er allein ganze Bestände von Bibliotheken füllen könnte. Mein Bestreben in dieser Arbeit liegt ferner in der Auseinandersetzung einer Psychologie des Geldes und der damit verbundenen Kraft. Welche Bedeutung nimmt Geld für den Einzelnen, welche für die Gesellschaft ein? Im Zeitalter des globalen Kapitalismus wird unser Leben vom wirtschaftlichen Handeln bestimmt, welches durch einen ständigen Güteraustausch geprägt ist. Der Wechsel der Naturalwirtschaft hin zur Güterwirtschaft vollzieht sich über das Medium des Geldes. Wer also kein Geld zur Verfügung hat oder keines besitzt, wird im weitesten Sinne von der Gesellschaft respektive dem System ausgeschlossen und kann nicht am wirtschaftlichen Leben partizipieren. Auf der anderen Seite zeigt sich das Wesen des Geldes als Prestigeobjekt, denn wer welches hat, gilt im weitesten Sinne als sozial angesehen.

Darin enthalten ist eine Funktion des Geldes als Kommunikationsmedium. Geld ist also mehr als nur ein Tausch- und Zahlungsmittel, es bestimmt unser gesellschaftliches Miteinander, worin Emotionen verankert liegen, die ein jeder dem Begriff des Geldes beimisst. Diese unterschiedlichen Einstellungen zum Geld können sich in verschiedenen Verhaltensmerkmalen des Einzelnen/ der Masse äußern. So gehen aus den Vorstellungen über Geld unter anderem die persönlichen Eigenschaften, sparsam - verschwenderisch - geizig – spendabel – neidisch zu sein hervor. Diese Eigenschaften äußern sich im Umgang mit Geld und können auf ein ganzes Volk übertragen werden. So spricht der Volksmund etwa von den sparsamen Schotten oder den großzügigen Amerikanern in Bezug zu ihrer Zahlungsmoral.

Um den Umgang des Geldes näher verstehen zu können, werde ich im folgenden Teil dieser Arbeit einen kurzen kulturhistorischen Überblick geben, wodurch die Bedeutung des Geldes seit jeher für das Individuum und dessen gesellschaftliches Zusammenleben hervorgehen soll. Daraus leitet sich dann der Symbolcharakter des Geldes ab. Im Anschluss daran werde ich die Funktion des Geldes aufzeigen und einen kurzen Überblick darüber geben, welche Bedeutung im wirtschaftlichen Zusammenleben daraus resultiert. Der Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt sich jedoch vor allem mit der Psychologie des Geldes. Hierin werde ich über den Umgang mit Geld aus psychologischer Perspektive schreiben. Daraus gehen dann die Umgangsformen des Einzelnen und der Masse hervor.

2 Kulturgeschichte des Geldes

„Der Urspung des Geldes liegt in sakralen, kultischen Gebräuchen und kultursoziologischen Vorgängen, unter denen der Geltungstrieb eine wichtige Rolle spielte [1]

Tausende von Jahren handelt der Mensch mit Waren. Dies ist zum einen seinem Schmuckbedürfnis, zum anderen seinem Geltungstrieb zuzuordnen. Denn unabhängig von seiner sozialen Herkunft liegt es im Bestreben des Menschen, sich durch Schmuck hervorzutun und seine Geltung innerhalb der sozialen Gruppe dadurch zu erhöhen (vgl. Schmölders, S. 21). Auch wenn eine genaue Bestimmung des Ursprungs von Geld nicht leicht auszumachen ist, kann man diesen in sakralen und kultischen Gebräuchen finden. So sammelten Priester heiliger Tempel Opfer für die Götter ein, um durch eine Gabe vom Bösen verschont zu bleiben. Den Ursprung des Geldes kann man von daher im antiken Opferkult sehen. Dabei wurden die anfänglich aus der Natur stammenden Opfer - in Griechenland war es das heilige Rind, welches zu Ehren des Dionysios geopfert wurde - sukzessive durch symbolische Formen, wie z.B. Metalle bei den Sumerern, ersetzt. Die Priester als „Geldeintreiber“ sorgten dafür, dass die Opfergaben im Tempel aufbewahrt wurden, um so die Götter zu ehren. Dadurch kamen sie zu einem ansehnlichen Besitz, und durch das Einlösen der Opfer nahmen die heiligen Tempel an Größe und Macht zu. Den Ursprung des Geldes im sakralen Opferkult zu sehen unterstützt zudem der sprachwissenschaftliche Gebrauch des Althochdeutschen Wortes „gelt“, aus dem sich die deutsche Bezeichnung für Geld, erst als Opfer, dann als Zahlung und Tauschmittel, ableitet. Der naturalistische Tauschhandel, in dem bestimmte Dinge als edel bewertet wurden, z. B. Muscheltausch (Kaurimuschel), das Steingeld oder das heilige Rind, wurden als Recheneinheit und Wertmittel von symbolträchtigeren Dingen abgelöst. Während zu Zeiten Homers[2] die soziale Stellung eines Mannes noch an seinem Reichtum an Rindern bemessen wurde (vgl. Ernst Samhaber, S. 14) und Richter von den Opferpriestern als Obolus[3] bezeichnete Spieße empfingen, fand ein allmählicher Wandel der Werteinheiten hin zu symbolischen Trägern statt. Die Sumerer wählten dafür Silber und Gold, um die Mondgöttin bzw. den Sonnengott zu ehren. Das Verhältnis von Gold und Silber entsprach dabei 1 zu 13 1/3, welches auf das Verhältnis zwischen Jahr und Mondmonaten verweist. Diese heiligen Edelmetalle besaßen ein nahezu identisches Gewicht und konnten demnach gleich bewertet werden. Die Bewertung der Edelmetalle wurde von Priestern abgesegnet (vgl. Ernst Samhaber, S.9), die somit auch für die Umrechnung des Tauschwerts in Geld verantwortlich waren. Im Gold und Silber zeigt sich zudem der ästhetische Wert, denn unabhängig von der geographischen Lage eines Volkes, wählten viele Kulturen diese Edelmetalle zu einem solchen Wertmaßstab. Die ersten Münzen wurden von den Lydern geschaffen. Diese wurden, um eine Angleichung des Wertes stattfinden zu lassen, mit einer Prägung auf der Rückseite versehen und verfügten zudem über ein identisches Gewicht. Dieses Geldwesen wurde dann später von den Griechen übernommen und das Münzwesen verbreitete sich zunehmend. In der Bronzezeit[4] ist in allen uns bekannten Kulturbereichen Metallgeld in Gebrauch gekommen (vgl. Pentzlin, Heinz, S. 33). In vielen Fällen prägte man das Antlitz des zur Zeit regierenden Kaisers oder eines Gottes auf die Münze, was durchaus als Propagandamittel zur Symbolisierung von Stärke und Kraft des regierenden Reichs benutzt wurde. Wichtig zu erwähnen scheint mir hierbei die staatliche Kontrolle der Münzherstellung zu sein. So war das Geld in staatlichem Besitz und wurde von jedem am Tauschhandel Teilnehmenden genutzt und somit gesehen.

In China wurde dann im 11. Jahrhundert das Papiergeld eingeführt, welches die Anzahl der umlaufenden Münzen reduzierte. In Europa jedoch tauchte das erste wirkliche Papiergeld erst um das 17. Jahrhundert auf. In der heutigen Zeit wird das Papiergeld zunehmend von Buchgeld abgelöst, es ist mittlerweile gang und gäbe, kleinere Summen wie die eines Supermarkteinkaufs via Check-Karte zu bezahlen. Günter Schmölders verweist hierbei auf drei verschiedene Epochen des Geldes, das zu Beginn im Mythischen, in Form von Opfergaben, später dann in Form von Münzgeld und schließlich in Form von Papier- bzw. Buchgeld Anwendung fand. Diese Betrachtungsweise verweist auf den Abstraktionsgehalt des Geldes und der zunehmenden symbolischen Bedeutung, die dem Medium zweifelsohne beigemessen wird.

[...]


[1] Pentzlin, Heinz, S. 19

[2] lebte vermutlich gegen Ende des 8 Jahr. V. Chr.

[3] Obolus – bestimmte Menge von Opferfleisch

[4] In Europa umfasst die Bronzezeit den Zeitraum zwischen dem Ende des 3 Jahrtausend v. Chr. und dem Beginn des 1 Jahrtausend v. Chr.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Psychologie des Geldes
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Kultur- und Kunstwissenschaften)
Veranstaltung
Episteme – Strukturen – Medien
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V135117
ISBN (eBook)
9783640431380
ISBN (Buch)
9783640431519
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Geld, Psychologie, Geldwesen, Psychologie des Geldes, Kapitalismus, Wirtschaft, Opferkult, Münze, Zahlungsmittel, Schmölders, Samhaber
Arbeit zitieren
Julian Thiele (Autor), 2008, Die Psychologie des Geldes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135117

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