Die Entwicklung der Informatik zur Wissenschaft


Seminararbeit, 2004

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wissenschaft
2.1 Systematik der Wissenschaften

3 Entwicklung der Informatik
3.1 Entwicklung an Universitäten und Hochschulen
3.2 Gesellschaft für Informatik
3.3 Fächerkatalog

4 Informatik als Wissenschaft
4.1 Herkömmliche Auffassung
4.1.1 Wissenschaft der automatischen Informationsverarbeitung
4.1.2 Struktur- bzw. Grundlagenwissenschaft
4.1.3 Methodenlehre
4.1.4 Ingenieurswissenschaft
4.1.5 Fazit
4.2 Alternative Sichtweise
4.2.1 Informatik als Wissenstechnik
4.2.2 Informatik und ethisch-politisches Wissen
4.3 Aktuelles Verständnis von Informatik

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Bezeichnung „Informatik“ taucht zum ersten Mal 1957 in einem Leserbrief von Karl Steinbruch an die Zeitschrift Computermagazin auf.

Durch theoretische und praktische Arbeiten verbreitet die Firma Standart-Elektrik-Lorenz (SEL) den Begriff Informatik sehr schnell und hat sogar eine Zeit lang den Rechtschutz auf das Wort inne, gibt den aber schließlich wieder auf. Analysiert man das Wort, so kommt man auf die zwei Bestandteile Information und Automatik. SEL verwendet folgende Definition: „Informatik heißt die von uns entwickelte Technik und Anwendung elektronischer Rechensysteme zur automatischen Verarbeitung von Information in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik“ (Baumann, 1996, S. 80).

An amerikanischen Universitäten werden zur gleichen Zeit so genannte „Departments of Computer Science“ (Baumann, 1996, S. 80) eingerichtet, die vorhandene Forschungsaktivitäten koordinieren sollen. Als auch in Europa die Forschung in dieser Richtung ausgebaut wird, übersetzt die Académie Française den Begriff „computer science“ im Jahre 1966 mit „informatique“. Von dort ist es nicht mehr weit zum deutschen Begriff Informatik.

1968 wird dieser Begriff anlässlich einer Tagung in Berlin in der Eröffnungsrede verwendet. Die Medien verbreiten das Wort Informatik, so dass es bald in den allgemeinen Sprachgebrauch eingeht. (vgl. Baumann, 1996, S. 80)

Um die Entstehung der Informatik als Wissenschaft einordnen zu können, ist es zunächst notwendig Kriterien, die eine Wissenschaft ausmachen, zu kennen. Anschließend kann die neu entstandene Wissenschaft in das bestehende System der Wissenschaften eingeordnet werden.

Diese Arbeit stellt oben genannte Kriterien von Wissenschaften, die Entstehung des Studiengangs Informatik und damit auch der Wissenschaft Informatik dar, ebenso werden unterschiedliche Sichtweisen zur Einordnung der Informatik in das Wissenschaftsgefüge erläutert.

2 Wissenschaft

Um die Entwicklung der Informatik als Wissenschaft darstellen zu können, ist es zunächst notwendig zu wissen, was eine Wissenschaft ist bzw. welchen Kriterien diese genügen muss. Hierzu gibt es in der deutschen Literatur sehr unterschiedliche Definitionen. Wissenschaft: [ist ein] geordnetes, folgerichtig aufgebautes, zusammenhängendes Gebiet von Erkenntnissen“ (Wissen.de, 2004).

Diese sehr allgemeine Definition ist in jedem Falle zu ergänzen. Sie sagt nichts darüber aus, wie die genannten Erkenntnisse zustande kommen bzw. welchen Kriterien sie genügen müssen.

Wissenschaft: … Wissen einer Zeit … sowie v. a. der Prozess methodisch betriebener Forschung und Lehre … mit dem Ziel, fachliches Wissen zu vermitteln und zu wissenschaftlichem Denken zu erziehen. Die Wissenschaft beginnt mit dem Sammeln, Ordnen und Beschreiben ihres Materials. Weitere Schritte sind die Bildung von Hypothesen und Theorien. Sie [, die Theorien,] müssen sich am Material bestätigen (Verifikation) oder bei Widerlegung (Falsifikation) durch neue ersetzt werden. … Die Wissenschaft … wird traditionell in Natur- und Geisteswissenschaften geschieden“ (Brockhaus, 2004).

Diese Definition fügt das Kriterium des planmäßigen, systematischen Forschens und Denkens hinzu. Außerdem sind Lehre und Hypothesen-Bildung wichtige Kriterien. Je nach Gegenstand werden die verschiedenen Wissenschaften anschließend unterteilt.

Die folgende Definition stellt den Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dar.

„Wissenschaft, das ist einer der Versuche des Menschen, sich die Geheimnisse der Welt [und deren Komplexität] zu erschließen. … Wissenschaft ist deshalb vor allen Dingen … die planvolle Reduktion von Komplexität ... die um "Störfaktoren" bereinigte Wirklichkeit, die wir untersuchen können. Für Normalsterbliche allerdings sind die Wissenschaften … immer noch viel zu komplex, als dass sie viel von dem verstünden, was dort getrieben wird. … Man braucht darüber hinaus auch eine kundige Führung.“ (Vierecke, 2004).

Die wichtigen Punkte dieser Definition sind die Reduktion der Wirklichkeit durch Wissenschaftler, Ausschluss von Störfaktoren bei der Untersuchung der Wirklichkeit und eine Fachterminologie. „Wissenschaftlichkeit heißt Methodik, Vorurteilsfreiheit, Wertfreiheit, Verifizierbarkeit und Verifikation jeder Aussage, Möglichkeit der Kritik“ (Wissen.de, 2004). Diese Definition fügt hinzu, dass Wissenschaftler Experimente so gestalten müssen, dass sie eine Hypothese oder Theorie sowohl belegen als auch widerlegen können. Sie müssen ohne Vorurteile, als objektiver Beobachter, an die Untersuchung heran gehen und eigene Werte außen vor lassen.

Das Verständnis von Wissenschaft wird von der jeweiligen Kultur geprägt. Dies zeigt folgende Definition.

„Wissenschaft: ursprünglich das systematische Ganze der Erkenntnis (Philosophie des Altertums und des Mittelalters); mit der Ausbildung der neuzeitlichen Naturwissenschaften beginnt die Auflösung des universalen Wissenschaftsbegriffs zugunsten stärkerer Betonung der Einzelwissenschaften.“ (Fremdwörterduden, 2004).

Im Altertum und Mittelalter wurden alle Wissenschaften unter dem Begriff Philosophie vereint. Dieser unterscheidet sich stark von der heutigen Philosophie, die als selbstständige Wissenschaft einen genau festgelegten Forschungsgegenstand besitzt. Wissenschaftliches Arbeiten gliedert sich heutzutage in viele voneinander abgegrenzte Wissenschaften auf, was allerdings nicht bedeutet, dass nicht Wissenschaftler verschiedener Gebiete zusammenarbeiten können.

Die Kennzeichen von Wissenschaft bzw. wissenschaftlichen Arbeiten lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

- Empirische Forschungsmethoden
- Nachprüfbarkeit bzw. Widerspruchsfreiheit (Verifizierbarkeit, Verifikation)
- Zielgerichtetheit auf den Forschungsgegenstand
- Hypothesen- und Theorienbildung
- Fachterminologie
- Experimente
- Systematik von Erkenntnissen
- Vorurteilsfreiheit
- Wertefreiheit
- Eigener Gegenstandsbereich
- Lehre

Hierbei ist wichtig zu bemerken, dass nicht zwingend alle Kriterien erfüllt sein müssen.

2.1 Systematik der Wissenschaften

Wie in der Definition von Wissenschaft im Brockhaus bzw. Fremdwörterduden festgelegt, gliedert sich die Wissenschaft in verschiedene Disziplinen. Bildet sich eine neue Wissenschaft heraus, wird versucht diese in das bestehende System der Wissenschaften einzugliedern. Traditionell gliedert sich dieses System in Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften auf. Erst im Laufe der Entwicklung des Menschen kommen neue Bereiche hinzu.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Informatik zur Wissenschaft
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Informatik)
Veranstaltung
Fachdidaktik der Informatik
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V135127
ISBN (eBook)
9783640431922
ISBN (Buch)
9783640431847
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Informatik, Wissenschaft
Arbeit zitieren
Daniel Jäger (Autor), 2004, Die Entwicklung der Informatik zur Wissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135127

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