Verbessern bzw. Trainieren koordinativer Fähigkeiten


Seminararbeit, 2005

20 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung
2.1 Allgemeine vs. spezielle koordinative Fähigkeiten
2.2 Bedeutung koordinativer Fähigkeiten
2.3 Trainierbarkeit koordinativer Fähigkeiten

3 Dimensionen koordinativer Fähigkeiten
3.1 Kopplungsfähigkeit
3.2 Differenzierungsfähigkeit
3.3 Gleichgewichtsfähigkeit
3.4 Orientierungsfähigkeit
3.5 Rhythmusfähigkeit
3.6 Reaktionsfähigkeit
3.7 Umstellungsfähigkeit
3.8 Allgemeine koordinative Grundfähigkeiten

4 Methodik des Koordinationstrainings
4.1 Grundsätze des Koordinationstrainings
4.1.1 Ansichten über die Notwendigkeit eines Koordinationstrainings
4.1.2 Bedeutung einer koordinativen Handlungskompetenz
4.1.3 Funktion und Ziele
4.1.4 Trainingsprinzipien und Grundsätze für das Koordinationstraining

5 Bewegungsaufgaben zum Training einzelner koordinativer Fähigkeiten
5.1 Orientierungsfähigkeit
5.2 Gleichgewichtsfähigkeit
5.3 Rhythmusfähigkeit
5.4 Kopplungsfähigkeit

6 Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Wirft man einen Blick in die heutige Schule, genauer gesagt auf den Pausenhof bzw. in den Sportunterricht, wird man einen großen Unterschied zwischen den einzelnen Schülern feststellen können.

Die einen Schüler sitzen irgendwo in einer Ecke des Schulhofs und unterhalten sich, ein anderer Teil bewegt sich nach dem langen Sitzen in irgendeiner Form. Sei dies nun bei Hüpfkästchen, Basketball, Fußball, Tischtennis oder Fangen.

Wirft man anschließend einen Blick in die Sporthallen, wird man ein ähnliches Bild vorfinden. Ein Teil der Schüler versucht sich möglichst vor dem Sportunterricht zu drücken, der andere Teil ist begeistert dabei oder versucht es zumindest. Der Erfolg beim sportlichen Bewegen ist ebenfalls höchst unterschiedlich. Besonders das Erlernen neuer Fertigkeiten fällt vielen Schülern schwer.

Es stellt sich die Frage, woran dies liegen kann. In diesem Zusammenhang wird man unweigerlich auf den Begriff der koordinativen Fähigkeiten stoßen. Ob bzw. welchen Einfluss diese auf den sportlichen bzw. motorischen Erfolg der Schüler und Sportler haben, wollen wir in der folgenden Arbeit näher erläutern.

Dazu wird zunächst der Begriff der koordinativen Fähigkeiten definiert. Anschließend werden diese in verschiedene Komponenten unterteilt, bevor wir zur methodischen Gestaltung des Koordinationstrainings kommen. Abschließend werden beispielhaft Übungsformen zum Training der einzelnen Komponenten aufgeführt.

2 Begriffsbestimmung

Koordinative Fähigkeiten werden primär durch Prozesse der Bewegungssteuerung und -regelung bestimmt. Ein Sportler wird durch sie befähigt, motorische Aktionen in vorhersehbaren und unvorhersehbaren Situationen sicher und ökonomisch auszuführen und außerdem neue Bewegungen relativ schnell zu erlernen.

Es besteht ein Unterschied zwischen koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Koordinative Fähigkeiten schaffen die Voraussetzung für eine ganze Reihe von Bewegungshandlungen, koordinative Fertigkeiten hingegen beziehen sich auf konkrete, evtl. automatisierte Bewegungshandlungen. (vgl. Weineck, 2000, S. 537)

2.1 Allgemeine vs. spezielle koordinative Fähigkeiten

Die koordinativen Fähigkeiten selbst werden unterschieden nach allgemeinen und speziellen koordinativen Fähigkeiten. Allgemeine koordinative Fähigkeiten können durch vielfältiges sportliches Bewegen erreicht werden. Sie treten in verschiedenen Sportarten, aber auch in der Alltagsmotorik, zu Tage und ermöglichen einer Person, beliebige Bewegungsaufgaben zu lösen.

Spezielle koordinative Fähigkeiten beziehen sich hingegen auf eine Sportart bzw. Wettkampfdisziplin. Sie sind durch das Variationsvermögen in der Technik der betreffenden Sportart gekennzeichnet. Für die speziellen koordinativen Fähigkeiten sind immer wiederkehrende Komplexkonstellationen typisch. Auf diese wird dann entsprechend reagiert. (vgl. Weineck, 2000, S. 537)

2.2 Bedeutung koordinativer Fähigkeiten

Koordinative Fähigkeiten ermöglichen ein schnelles und zielgerichtetes Handeln. Sie sind die Grundlage einer guten sensomotorischen Lernfähigkeit und werden auch als das „Training der Trainierbarkeit“ bezeichnet. Mit zunehmender Koordinationsfähigkeit steigt auch die Ökonomie einer Bewegung, weil diese nun sehr viel präziser gesteuert werden kann. Als Beispiel wäre hier die Hemmung einer Bewegung durch den Antagonisten zu nennen, welche auf ein Minimum reduziert wird. Mit der Grundlage einer guten koordinativen Leistungsfähigkeit können auch in späteren Trainingsjahren sporttechnische Fertigkeiten neu- bzw. umgelernt werden. Außerdem wird der Transfer von technischen Fertigkeiten aus der einen Sportart in eine andere ermöglicht bzw. vereinfacht. (vgl. Weineck, 2000, S. 537f)

2.3 Trainierbarkeit koordinativer Fähigkeiten

Das Entwicklungsoptimum für koordinative Fähigkeiten liegt zwischen dem siebten Lebensjahr und dem Eintritt in die Pubertät. In dieser Zeit kann es zu einer verstärkten Entwicklung und Reifung des ZNS kommen. Die Funktion von akustischem und optischem Analysator nimmt zu und die Informationsverarbeitung wird verbessert. Dies ermöglicht die Schulung komplexer Bewegungsfertigkeiten. In dieser Phase gewonnene koordinative Fähigkeiten bestimmen den späteren Grad der Entwicklungsfähigkeit enorm mit. Je nach Beanspruchung nehmen koordinative Fähigkeiten zusammen mit physischen Fähigkeiten im Laufe des Lebens ab. (vgl. Weineck, 2000, S. 538)

3 Dimensionen koordinativer Fähigkeiten

Um koordinative Fähigkeiten schulen zu können, ist eine Differenzierung dieser notwendig. Die einzelnen Dimensionen tragen alle in unterschiedlicher Gewichtung zum Komplex der koordinativen Fähigkeiten bei. Die einzelnen Fähigkeiten stehen nicht im direkten Zusammenhang, was aber auch bedeutet, dass ein Mangel der einen Fähigkeit nicht durch besonders gut ausgeprägte andere Teilfähigkeiten ausgeglichen werden kann. Folglich muss jede Teilfähigkeit trainiert werden, um insgesamt ein besseres Niveau zu erreichen. Die folgende Unterteilung der Koordination in einzelne Dimensionen ist als Orientierungshilfe zur Schulung des gesamten Komplexes zu sehen. Eine wissenschaftlich exakte Unterteilung in einzelne Dimensionen ist bisher nicht erfolgt. (vgl. Weineck, 2000, S. 538f)

3.1 Kopplungsfähigkeit

Unter Kopplungsfähigkeit versteht man das räumliche, zeitliche und dynamische Abstimmen von Teilkörperbewegungen (Bsp. Extremitäten, Kopf) auf ein bestimmtes Handlungsziel hin. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 250)

Eine geringe Kopplungsfähigkeit drückt sich dadurch aus, dass zum Beispiel ein Sprinter Arm- und Beinarbeit nicht gleichzeitig optimal aufeinander abstimmen kann. Die leichtathletischen Wurfdisziplinen geben ebenfalls ein gutes Beispiel ab. Hier müssen Anlauf und Wurfbewegung aufeinander abgestimmt werden. (vgl. Weineck, 2000, S. 539f)

3.2 Differenzierungsfähigkeit

Die Differenzierungsfähigkeit drückt sich aus als Fähigkeit zum Erreichen einer hohen Feinabstimmung einzelner Bewegungsphasen und Teilkörperbewegungen, die in großer Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsökonomie zum Ausdruck kommt. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 248)

Differenzierungsfähigkeit drückt sich zum Beispiel in „Ballgefühl“, „Wassergefühl“, „Schneegefühl“, etc. aus. Sie entwickelt sich sehr früh und ist später nur sehr schwer schulbar. Wenn ein Schwimmer nicht schon im Kleinkindalter mit Wasser in Berührung kommt und mit Bewegungen im Wasser Erfahrungen sammeln kann, wird er diese Fähigkeit später auch nur bedingt erwerben können. Dies ist ein Grund dafür, dass es erwachsenen Menschen sehr schwer fällt, das Schwimmen zu lernen, wenn sie als Kind selten im Wasser gespielt haben. (vgl. Weineck, 2000, S. 540)

3.3 Gleichgewichtsfähigkeit

Unter Gleichgewichtsfähigkeit versteht man die Fähigkeit, den Körper im Gleichgewichtszustand zu halten bzw. diesen Zustand nach umfangreichen Körperverlagerungen wieder herzustellen. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 253)

Das Gleichgewicht tritt in verschiedenen Formen (stabiles G., labiles G., dynamisches G.) auf. Auch diese Fähigkeit entwickelt sich sehr früh, muss aber dennoch zusätzlich geschult werden. Das klassische Beispiel für die Gleichgewichtsfähigkeit eines Kindes ist das Erlernen des Fahrradfahrens. Bei entsprechender Hilfe wird es fast allen Kindern gelingen, das Fahrradfahren relativ schnell zu lernen. Je häufiger ein Sportler aus dem Gleichgewicht kommt, desto besser kann er mit dieser Situation umgehen und sich später zum Beispiel vor Verletzungen schützen. (vgl. Weineck, 2000, S. 540)

3.4 Orientierungsfähigkeit

Hierunter versteht man die Fähigkeit zur Bestimmung und zielangepassten Veränderung der Lage und Bewegung des Körpers im Raum. Sie lässt sich in eine zeitliche und eine räumliche Orientierungsfähigkeit unterteilen. Beide können getrennt voneinander auftreten, sind aber meist miteinander gekoppelt. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 252)

Der Pass in den freien Raum erfordert ein hohes Maß an Orientierungsfähigkeit. Ein schlechtes „Timing“ lässt sich an einem Pass „in den Rücken“ des Mitspielers erkennen. (vgl. Weineck, 2000, S. 541f)

3.5 Rhythmusfähigkeit

Hierunter versteht man die Fähigkeit, einen von außen vorgegebenen Rhythmus zu erfassen und motorisch wiederzugeben, außerdem die Fähigkeit, einen verinnerlichten Rhythmus einer Bewegung in der eigenen Bewegungstätigkeit zu realisieren. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 255)

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Verbessern bzw. Trainieren koordinativer Fähigkeiten
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Grundkurs Trampolinturnen
Note
2,3
Autoren
Jahr
2005
Seiten
20
Katalognummer
V135132
ISBN (eBook)
9783640432264
ISBN (Buch)
9783640432219
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verbessern, Trainieren, Fähigkeiten
Arbeit zitieren
Daniel Jäger (Autor)Jan Staudinger (Autor), 2005, Verbessern bzw. Trainieren koordinativer Fähigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135132

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