Wirft man einen Blick in die heutige Schule, genauer gesagt auf den Pausenhof bzw. in den Sportunterricht, wird man einen großen Unterschied zwischen den einzelnen Schülern feststellen können.
Die einen Schüler sitzen irgendwo in einer Ecke des Schulhofs und unterhalten sich, ein anderer Teil bewegt sich nach dem langen Sitzen in irgendeiner Form. Sei dies nun bei Hüpfkästchen, Basketball, Fußball, Tischtennis oder Fangen.
Wirft man anschließend einen Blick in die Sporthallen, wird man ein ähnliches Bild vorfinden. Ein Teil der Schüler versucht sich möglichst vor dem Sportunterricht zu drücken, der andere Teil ist begeistert dabei oder versucht es zumindest. Der Erfolg beim sportlichen Bewegen ist ebenfalls höchst unterschiedlich. Besonders das Erlernen neuer Fertigkeiten fällt vielen Schülern schwer.
Es stellt sich die Frage, woran dies liegen kann. In diesem Zusammenhang wird man unweigerlich auf den Begriff der koordinativen Fähigkeiten stoßen. Ob bzw. welchen Einfluss diese auf den sportlichen bzw. motorischen Erfolg der Schüler und Sportler haben, wollen wir in der folgenden Arbeit näher erläutern.
Dazu wird zunächst der Begriff der koordinativen Fähigkeiten definiert. Anschließend werden diese in verschiedene Komponenten unterteilt, bevor wir zur methodischen Gestaltung des Koordinationstrainings kommen. Abschließend werden beispielhaft Übungsformen zum Training der einzelnen Komponenten aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
2.1 Allgemeine vs. spezielle koordinative Fähigkeiten
2.2 Bedeutung koordinativer Fähigkeiten
2.3 Trainierbarkeit koordinativer Fähigkeiten
3 Dimensionen koordinativer Fähigkeiten
3.1 Kopplungsfähigkeit
3.2 Differenzierungsfähigkeit
3.3 Gleichgewichtsfähigkeit
3.4 Orientierungsfähigkeit
3.5 Rhythmusfähigkeit
3.6 Reaktionsfähigkeit
3.7 Umstellungsfähigkeit
3.8 Allgemeine koordinative Grundfähigkeiten
4 Methodik des Koordinationstrainings
4.1 Grundsätze des Koordinationstrainings
4.1.1 Ansichten über die Notwendigkeit eines Koordinationstrainings
4.1.2 Bedeutung einer koordinativen Handlungskompetenz
4.1.3 Funktion und Ziele
4.1.4 Trainingsprinzipien und Grundsätze für das Koordinationstraining
5 Bewegungsaufgaben zum Training einzelner koordinativer Fähigkeiten
5.1 Orientierungsfähigkeit
5.2 Gleichgewichtsfähigkeit
5.3 Rhythmusfähigkeit
5.4 Kopplungsfähigkeit
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Umsetzung von Koordinationstraining zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit von Schülern. Ziel ist es, ein Verständnis für koordinative Fähigkeiten zu entwickeln, die methodischen Grundlagen für deren Training zu erörtern und konkrete Übungsformen für die Praxis bereitzustellen.
- Grundlagen und Definitionen koordinativer Fähigkeiten
- Differenzierung einzelner koordinativer Dimensionen
- Methodische Gestaltung und Trainingsprinzipien
- Praktische Anwendungsbeispiele für verschiedene Fähigkeiten
Auszug aus dem Buch
3.1 Kopplungsfähigkeit
Unter Kopplungsfähigkeit versteht man das räumliche, zeitliche und dynamische Abstimmen von Teilkörperbewegungen (Bsp. Extremitäten, Kopf) auf ein bestimmtes Handlungsziel hin. (vgl. Meinel & Schnabel, 1987, S. 250)
Eine geringe Kopplungsfähigkeit drückt sich dadurch aus, dass zum Beispiel ein Sprinter Arm- und Beinarbeit nicht gleichzeitig optimal aufeinander abstimmen kann. Die leichtathletischen Wurfdisziplinen geben ebenfalls ein gutes Beispiel ab. Hier müssen Anlauf und Wurfbewegung aufeinander abgestimmt werden. (vgl. Weineck, 2000, S. 539f)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Leistungsunterschiede im Sportunterricht und führt den Begriff der koordinativen Fähigkeiten als maßgeblichen Faktor für motorischen Erfolg ein.
2 Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert koordinative Fähigkeiten als Grundlage für Bewegungssteuerung und grenzt sie von motorischen Fertigkeiten sowie allgemeinen und speziellen Fähigkeiten ab.
3 Dimensionen koordinativer Fähigkeiten: Hier werden die sieben zentralen Dimensionen der Koordination (Kopplungs-, Differenzierungs-, Gleichgewichts-, Orientierungs-, Rhythmus-, Reaktions- und Umstellungsfähigkeit) detailliert beschrieben.
4 Methodik des Koordinationstrainings: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung, Ziele und Prinzipien einer strukturierten methodischen Herangehensweise beim Koordinationstraining.
5 Bewegungsaufgaben zum Training einzelner koordinativer Fähigkeiten: Der Hauptteil bietet eine Sammlung spezifischer Übungsformen zur gezielten Schulung der in Kapitel 3 definierten koordinativen Fähigkeiten.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die wesentlichen Erkenntnisse über die Bedeutung, Trainierbarkeit und methodische Gestaltung des Koordinationstrainings.
Schlüsselwörter
Koordinationstraining, koordinative Fähigkeiten, Bewegungssteuerung, Sportunterricht, Kopplungsfähigkeit, Differenzierungsfähigkeit, Gleichgewichtsfähigkeit, Orientierungsfähigkeit, Rhythmusfähigkeit, Reaktionsfähigkeit, Umstellungsfähigkeit, motorische Lernfähigkeit, Trainingsmethodik, Bewegungskoordination, Bewegungsökonomie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Koordination für den sportlichen Erfolg und liefert einen Leitfaden zur Verbesserung dieser Fähigkeiten im Sportunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Definition und Einordnung der sieben koordinativen Fähigkeiten sowie deren methodische Trainingsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Einfluss koordinativer Fähigkeiten auf den sportlichen Erfolg zu erläutern und praktikable Trainingsmethoden sowie konkrete Übungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der systematischen Aufbereitung sportwissenschaftlicher Erkenntnisse zur Bewegungslehre.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Differenzierung der Fähigkeiten, die methodische Einordnung und einen umfangreichen Praxisteil mit Übungsvorschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte umfassen Koordinationstraining, Bewegungssteuerung, motorische Lernfähigkeit und die verschiedenen koordinativen Teilfähigkeiten.
Warum ist das Kindesalter für das Koordinationstraining besonders wichtig?
Das Alter zwischen sieben Jahren und der Pubertät gilt als Entwicklungsoptimum, da das zentrale Nervensystem in dieser Phase eine hohe Lernbereitschaft aufweist.
Wie kann das Prinzip der "erschwerten Bedingungen" praktisch angewendet werden?
Dies erfolgt durch gezielte Variation der Übungsbedingungen, etwa durch Zeitdruck, veränderte Untergründe oder das Hinzufügen von Zusatzaufgaben während einer Bewegung.
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- Daniel Jäger (Author), Jan Staudinger (Author), 2005, Verbessern bzw. Trainieren koordinativer Fähigkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135132