In dieser Arbeit werden die Potentiale und Anwendungsmöglichkeiten des Telemonitorings für ältere Menschen auf der Basis von Ambient-Assisted-Living-Systemen herausgestellt und diskutiert. Im Folgenden werden zunächst Begrifflichkeiten geklärt und die Problemlage, in welcher die Technologien Anwendung finden, erläutert. Im Anschluss werden die Themen Telemedizin und Telemonitoring behandelt. Hierzu folgt ein Beispiel anhand des Monitorings bei Herzinsuffizienzpatienten. Darauf folgen Kapitel zu Telemonitoring-Zentren, den Einsatzmöglichkeiten der Telemedizin und zu den Herausforderungen des Telemonitorings. Zum Ende fasst ein Fazit die Ergebnisse der Arbeit zusammen.
Die Gesundheitssysteme der westlichen Industriesaaten stehen in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Faktoren für diese Entwicklung sind die alternde Bevölkerung, die steigende Lebenserwartung und der Anstieg von chronisch-degenerativen Erkrankungen wie Bluthochdruck, der koronaren Herzkrankheit, Diabetes oder Krebs. Der Druck auf das System steigt und zugleich sinkt der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung. Dies geht mit der Abnahme von medizinischem Personal und Pflegekräften einher. Ebenfalls erhöht sich der ökonomische Druck auf das Versicherungssystem. Ressourcen schwinden auch hier und gleichzeitig sorgt die immer älter werdende Gesellschaft für einen erhöhten finanziellen Bedarf. Es werden zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen zu Hause versorgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklungstendenzen zur demographischen Lage
3. Wohnen im eigenen Zuhause
4. Begriffseinordung
4.1 Active Assisted Living (AAL)
4.2 Zukunftstechnologie AAL
4.3 Telemedizin
4.4 Telemonitoring
5. Praxisbeispiel: Telemonitoring bei Herzinsuffizienz
6. Kardiologisches Telemedizinzentrum
7. Funktionsweise eines TMZ
8. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Telemonitorings
9. Herausforderungen des Telemonitorings
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Potentiale und Anwendungsmöglichkeiten von Telemonitoring-Systemen auf Basis von Ambient Assisted Living (AAL), um die Gesundheitsversorgung älterer Menschen in ihrem häuslichen Umfeld trotz demographischer und ökonomischer Herausforderungen zu verbessern.
- Demographischer Wandel und Versorgungsengpässe
- Grundlagen von AAL und Telemedizin
- Telemonitoring bei chronischer Herzinsuffizienz
- Strukturen und Arbeitsweisen von Telemedizinzentren (TMZ)
- Herausforderungen bei Implementierung, Recht und Technik
Auszug aus dem Buch
4.4 Telemonitoring
Telemonitoring ist als ein Teilbereich der Telemedizin zu verstehen und beinhaltet die Überwachung des/der Patienten/Patientin anhand relevanter Parameter. Durch die lückenlose Messung dieser, kann eine bedarfsgerechte Versorgung gefördert und im Ernstfall eine Anpassung der Medikation eingeleitet werden. Das Telemonitoring zielt auf die Erhöhung der krankheitsbezogenen Sicherheit im eigenen häuslichen Umfeld ab. Dies wird durch die automatisierte Messung von Vitalparametern erreicht, die je nach Einzelfall eine kurze, längere Periode oder ununterbrochen aufgezeichnet. Hierzu zählen beispielsweise Änderungen des Gewichts, Blutzuckers, Blutdrucks oder Lungenfunktionsparameter. Essenziell ist, dass die am Körper des/der Patienten/Patientin angebrachten Sensoren die Bewegungsfreiheit so wenig wie möglich einschränken. Des Weiteren sollte die angebrachte Technik für den/die Patienten/Patientin leicht anzubringen und verständlich sein (vgl. Wahl et al. 2017, S.105).
Telemonitoring hat große Potenziale in der häuslichen Anwendung bei chronisch kranken Menschen, denn diese Technologie kann die Behandlungsqualität verbessern, den Gesundheitszustand erhalten oder sogar steigern. Andererseits ist Wirtschaftlichkeit ein wichtiges Kriterium. Durch das Telemonitoring können Wege zum/zur Mediziner/Medizinerin teilweise gespart werden und die Betreuung kranker Menschen effektiver gestaltet werden, sodass ein längeres selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause möglich wird (vgl. Helms et al. 2019, S.287).
Im weiteren Verlauf wird sich die Arbeit auf praxisnahe Formen des AAL konzentrieren. Hierbei steht vor allem die sensorgestützte Erfassung von Vitaldaten im Fokus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der Gesundheitssysteme durch den demographischen Wandel und stellt Telemonitoring als Lösung für ein längeres selbstbestimmtes Leben zu Hause vor.
2. Entwicklungstendenzen zur demographischen Lage: Es wird der zunehmende Mangel an medizinischem Personal und die Herausforderung durch alternde Gesellschaften sowie Multimorbidität erläutert.
3. Wohnen im eigenen Zuhause: Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung des Wohnens für die Lebensqualität älterer Menschen und die ökonomischen Vorteile der häuslichen gegenüber der stationären Pflege.
4. Begriffseinordung: Hier werden Definitionen und Abgrenzungen zu AAL, Smart Home, Telemedizin und Telemonitoring vorgenommen.
5. Praxisbeispiel: Telemonitoring bei Herzinsuffizienz: Das Kapitel analysiert das hohe Potenzial von Telemonitoring als digitale Versorgungsform bei Patienten mit Herzinsuffizienz.
6. Kardiologisches Telemedizinzentrum: Die Rollen und Arbeitsweisen bei der Überwachung durch den behandelnden Arzt oder ein TMZ werden gegenüberstellt.
7. Funktionsweise eines TMZ: Dieser Abschnitt beschreibt die logistischen und fachlichen Anforderungen an ein telemedizinisches Zentrum, inklusive der Betreuungsmodule.
8. Weitere Einsatzmöglichkeiten des Telemonitorings: Das Kapitel erweitert den Fokus auf andere Krankheitsbilder wie Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte und Diabetes.
9. Herausforderungen des Telemonitorings: Hier werden Barrieren wie fehlende Zertifizierung, Datenschutzfragen, Haftungsrisiken und technische Standards diskutiert.
10. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Potentiale von Telemonitoring sowie der Forderung nach weiterer Digitalisierung und Klärung regulatorischer Anforderungen.
Schlüsselwörter
Telemonitoring, Ambient Assisted Living, AAL, Telemedizin, Herzinsuffizienz, Demographischer Wandel, Häusliche Pflege, Telemedizinisches Zentrum, Vitalparameter, Digitalisierung, Versorgungssicherheit, Patient Empowerment, Gesundheitssystem, Medizintechnik, Telematik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und das Potenzial von Telemonitoring-Systemen auf Basis von AAL-Technologien, um die Versorgungssituation für ältere Menschen in ihrem eigenen Zuhause nachhaltig zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der demographischen Ausgangslage, den technologischen Grundlagen (AAL), der Anwendung in der Kardiologie, den Strukturen von Telemedizinzentren und den allgemeinen Herausforderungen bei der Implementierung digitaler Gesundheitslösungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Potenziale des Telemonitorings auf Basis von AAL-Systemen wissenschaftlich darzulegen und sowohl die Chancen für die Behandlungsqualität als auch die bestehenden Hürden bei der tatsächlichen Umsetzung zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und Diskussion von Konzepten, Forschungsberichten sowie versorgungsrelevanten Leitlinien und Positionspapieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Begriffe, beschreibt spezifisch das Monitoring von Herzinsuffizienz-Patienten und vergleicht die Arbeitsweisen der ärztlichen Überwachung gegenüber zentralisierten Telemedizinzentren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Telemonitoring, Ambient Assisted Living, Versorgungssicherheit, Herzinsuffizienz und Telemedizinisches Zentrum charakterisiert.
Wie definiert das BMBF "Active Assisted Living"?
Das BMBF definiert AAL als ein „altersgerechtes Assistenzsystem für ein gesundes und unabhängiges Leben“, das durch Informationstechnologie die Lebensumgebung im privaten Wohnumfeld verbessert.
Welche rechtlichen oder haftungstechnischen Unsicherheiten ergeben sich für Mediziner?
Unsicherheiten entstehen vor allem durch das Fehlen festgeschriebener Reaktionszeiten bei Notfällen, die Kontrolle der Funktionsfähigkeit der Datenübermittlung und durch ungeklärte rechtliche Haftungsfragen bei der Anwendung.
- Arbeit zitieren
- Philippe Klöppel (Autor:in), 2022, Potentiale und Anwendungsmöglichkeiten des Telemonitorings für ältere Menschen auf der Basis von Ambient-Assisted-Living-Systemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351480