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Journalismus heute: Die Trennung von Redaktion und Werbung

Title: Journalismus heute: Die Trennung von Redaktion und Werbung

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Uta Leonhardt (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Mitte April 2004 berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ kritisch über ALDI. Dabei ging es um die schlechte und veraltete Personalpolitik des Discounters. Wenige Tage nachdem der Artikel erschienen war, stoppte ALDI alle Anzeigenaufträge für die „Süddeutsche Zeitung“. Dieser Anzeigenstopp verursachte einen Verlust von Anzeigenerlösen von etwa 1,5 Millionen Euro. Offiziell bestritt ALDI einen Zusammenhang zwischen der Anzeigenrücknahme und dem Artikel und sprach von einem geänderten Werbekonzept. Man wolle nur noch Anzeigen in kostenlosen Wochenblättern schalten. Diese Aussage hat sich allerdings als falsch erwiesen, da man nach wie vor Anzeigen des Discounters in kostenpflichtigen Tageszeitungen finden konnte. Das Verhalten von ALDI ist zwar nicht verboten, trotzdem wird an diesem Beispiel die Abhängigkeit der Zeitung vom Anzeigenkunden deutlich. Der Zusammenhang zwischen dem kritischen Artikel und der Anzeigenrücknahme ist unübersehbar.
Die freie und unabhängige Berichterstattung ist eine der Grundvoraussetzungen für guten Journalismus. Da es sich bei Printerzeugnissen um Verbundprodukte handelt, die sich sowohl aus Vertriebserlösen als auch aus Anzeigenerlösen finanzieren, stellt sich die Frage, inwieweit freie und unabhängige Berichterstattung noch möglich ist, wenn die finanzielle Abhängigkeit der Zeitungen und Zeitschriften von werbenden Unternehmen immer mehr zunimmt.
Eine klare inhaltliche und visuelle Trennung von redaktionellen Beiträgen und Anzeigen ist Voraussetzung, um dem Leser von der Unabhängigkeit der Journalisten von der Werbewirtschaft zu überzeugen und damit eines der grundlegenden Prinzipien des Journalismus. Die Einhaltung dieses Trennungsgrundsatzes wird jedoch durch die immer weiter zunehmende ökonomische Abhängigkeit der Zeitungen und Zeitschriften von den Anzeigenerlösen erschwert. Zudem gibt es, trotz einer Vielzahl von Gesetzen und Richtlinien, bisher kaum Instanzen, denen es möglich ist, Vergehen gegen den Trennungsgrundsatz strafrechtlich zu verfolgen.
Den Wirtschaftsjournalisten wird im Zusammenhang mit der Abhängigkeit von werbenden Unternehmen eine besondere Stellung zugesprochen. Daher gibt es für sie auch spezielle Regelungen.
Im Folgenden möchte ich der Frage nachgehen, inwiefern die Abhängigkeit der Zeitungen und Zeitschriften von ihren Anzeigenkunden die Berichterstattung beeinflusst und inwieweit es bezüglich der Auswirkungen dieser Abhängigkeit einschränkende Gesetze und Regelungen gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abhängigkeit der Zeitung und Zeitschriften von Anzeigenkunden

2.1 Erlöse aus Anzeigen

2.2 Anzeigen – Auflagen – Spirale

3 Der Trennungsgrundsatz

3.1 Bedeutung des Grundsatzes für Zeitungen und Zeitschriften

3.2 Bedeutung des Grundsatzes für werbende Unternehmen

3.3 Bedeutung des Grundsatzes für die Rezipienten

4 Gesetze und Richtlinien zur Trennung von Redaktion und Werbung

4.1 Gesetze

4.2 Richtlinien

5 Sonderfall Wirtschaftsjournalismus

5.1 Die besondere Position der Wirtschaftsjournalisten

5.2 Gesonderte Regelungen für Wirtschaftsjournalisten

5.3 Verhaltenskodex

6 Veränderungen im Verhältnis zwischen Redaktion und Werbung

6.1 Zeitungen

6.2 Zeitschriften

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zunehmende ökonomische Abhängigkeit von Printmedien von ihren Anzeigenkunden und analysiert, wie diese finanzielle Verflechtung den Trennungsgrundsatz zwischen redaktioneller Berichterstattung und Werbung gefährdet.

  • Wachsende ökonomische Abhängigkeit von Zeitungen und Zeitschriften
  • Die Rolle des Trennungsgrundsatzes im journalistischen Alltag
  • Gesetzliche und ethische Rahmenbedingungen der Anzeigentrennung
  • Besonderheiten des Wirtschaftsjournalismus und Interessenkonflikte
  • Strukturwandel im Verhältnis zwischen Redaktion und Werbemarkt

Auszug aus dem Buch

3 Der Trennungsgrundsatz

Printprodukten liegt, wie bereits erwähnt, eine koppelproduktartige Beziehung zugrunde. Durch diesen „Doppelcharakter“ entsteht ein Spannungsfeld zwischen der redaktionellen Berichterstattung und der Wirtschaftswerbung, da sich deren Ziele wesentlich voneinander unterscheiden. Auf das sachgerechte Auswählen, Zusammenstellen und Präsentieren von Informationen kann sich der Rezipient nur dann verlassen, wenn die Berichterstattung von äußerlichen Einflüssen möglichst unabhängig bleibt. (vgl. Brahnal 1997: 71f.)

Das Ziel des Trennungsgrundsatzes ist es, mögliche inhaltliche Auswirkungen der koppelproduktartigen Beziehung auf die redaktionelle Berichterstattung zu unterbinden. Die Trennung von Redaktion und Werbung macht es möglich, die Unabhängigkeit von Zeitungen und Zeitschriften gegenüber Einflüssen von Anzeigenkunden zu sichern. (vgl. Baerns 1996: 25ff.)

Die zunehmende Abhängigkeit der Druckerzeugnisse von werbenden Unternehmen hat dennoch eine Zunahme an redaktionellen Werbebeiträgen zur Folge. Da sich die Zeitungen zunehmend aus Anzeigen finanzieren, nimmt die Bereitschaft zu, die Grenzen zwischen Redaktion und Werbung zu durchlöchern. (vgl. Herkel 2001: 12) Diese Entwicklung gilt es, als problematisch zu betrachten, da es für die Presse von höchstem Interesse sein muss, nicht finanziell abhängig von den Werbekunden zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht anhand eines Fallbeispiels die Abhängigkeit der Presse von Anzeigenkunden und definiert die Problemstellung der Arbeit.

2 Abhängigkeit der Zeitung und Zeitschriften von Anzeigenkunden: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung der Finanzierung von Printmedien und die Anfälligkeit gegenüber wirtschaftlichen Rezessionen.

3 Der Trennungsgrundsatz: Es wird das Spannungsfeld zwischen redaktioneller Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Interessen analysiert sowie die Bedeutung des Trennungsgrundsatzes für alle Beteiligten beleuchtet.

4 Gesetze und Richtlinien zur Trennung von Redaktion und Werbung: Das Kapitel bietet einen Überblick über den rechtlichen Rahmen und berufsethische Regelungen, die eine Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung sichern sollen.

5 Sonderfall Wirtschaftsjournalismus: Hier wird die besondere Gefährdungslage von Wirtschaftsjournalisten durch Insiderinformationen, Vergünstigungen und Interessenkonflikte thematisiert.

6 Veränderungen im Verhältnis zwischen Redaktion und Werbung: Es wird aufgezeigt, wie sich durch ökonomischen Druck die Arbeitsweisen bei Zeitungen und Zeitschriften verändert haben und die Grenzen zunehmend verwischen.

7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über die Wirksamkeit der bisherigen Regelungen und einem Plädoyer für mehr Transparenz in der Grauzone zwischen Journalismus und Werbung.

Schlüsselwörter

Trennungsgrundsatz, Journalismus, Anzeigenkunden, Redaktion, Werbung, Printmedien, Medienethik, Wirtschaftsjournalismus, Pressefreiheit, ökonomische Abhängigkeit, Finanzierung, Pressekodex, Interessenkonflikt, Berichterstattung, Medienrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die zunehmende finanzielle Abhängigkeit von Zeitungen und Zeitschriften von ihren Werbekunden und die daraus resultierenden Gefahren für die journalistische Unabhängigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung deckt die Bereiche Medienökonomie, journalistische Ethik, medienrechtliche Bestimmungen sowie die spezifische Rolle des Wirtschaftsjournalismus ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die Abhängigkeit von Anzeigenkunden die Berichterstattung beeinflusst und inwiefern rechtliche Rahmenbedingungen diese Entwicklung einschränken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, Gesetzesgrundlagen und Branchenrichtlinien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die ökonomischen Hintergründe, die theoretischen Grundlagen des Trennungsgrundsatzes, rechtliche Bestimmungen, Sonderregeln für Wirtschaftsredaktionen sowie strukturelle Veränderungen in der Pressebranche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Trennungsgrundsatz, ökonomische Abhängigkeit, redaktionelle Werbung und medienethische Verantwortung stehen im Mittelpunkt.

Warum ist der Wirtschaftsjournalismus ein Sonderfall?

Wirtschaftsjournalisten sind durch Insiderwissen und den direkten Kontakt zu Akteuren an den Finanzmärkten besonderen Versuchungen und Interessenkonflikten ausgesetzt, weshalb hier strengere Kodizes gelten.

Inwiefern beeinflusst die Anzeigen-Auflagen-Spirale die Redaktion?

Der Druck, hohe Auflagen zu erreichen, um für Werbekunden attraktiv zu bleiben, führt häufig zu einer inhaltlichen Anpassung der Berichterstattung, was die Unabhängigkeit der Journalisten schwächen kann.

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Details

Title
Journalismus heute: Die Trennung von Redaktion und Werbung
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
M.A. Uta Leonhardt (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V135155
ISBN (eBook)
9783640432660
ISBN (Book)
9783640432936
Language
German
Tags
Trennungsgrundsatz Journalismus Anzeigen-Auflagen-Spirale
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Uta Leonhardt (Author), 2004, Journalismus heute: Die Trennung von Redaktion und Werbung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135155
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