In dieser Hausarbeit wird das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie am Beispiel von Bitcoin im Bereich der Zahlungsabwicklung eruiert.
Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen geschaffen, bei denen die Geschichte und die Funktionen von Geld und der Aufbau der Blockchain vorgestellt werden. Anschließend werden die klassischen Bezahlsysteme, angelehnt an den SEPA-Raum, mit der Zahlungsabwicklung von Bitcoins verglichen. Abschließend wird das Konzept der disruptiven Innovation anhand der Theorie nach C. M. Christensen aufgearbeitet und im Zuge dessen die (Bitcoin)-Blockchain-Technologie abschließend bewertet.
Der Bitcoin besitzt gegenüber klassischen Zahlungssystemen verschiedene Vorteile, wie den Verzicht auf zentrale Institutionen, Transparenz und einen nahezu perfekten Schutz vor Manipulationen. Diese Vorteile verdeutlichen das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie, welches durch die Beseitigung technischer und geldpolitischer Restriktionen ausgeschöpft werden könnte. Können die Probleme wie die Volatilität der Wechselkurse, die beschränkte Transaktionszahl und der hohe Energieverbrauch gelöst werden, würde die Blockchain-Technologie den Handel und damit einhergehende Zahlungen deutlich vereinfachen und beschleunigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Funktionen von Geld und Währungen
2.2 Nutzung von Geld als Zahlungsmittel
2.3 Die Blockchain
2.3.1 Hash-Funktion
2.3.2 Merkle-Bäume
2.3.3 Kryptografie und digitale Signaturen
2.3.4 Peer-to-Peer-Netzwerke
2.3.5 Aufbau der Bitcoin-Blockchain
3 Zahlungsabwicklung im Vergleich
3.1 Klassische Zahlungsabwicklung
3.2 Zahlungsabwicklung mit Bitcoins
4 Disruptive Innovationen nach Christensen
5 Bitcoins als disruptive Innovation in der Zahlungsabwicklung
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie unter Verwendung von Bitcoin als Fallbeispiel im Kontext der Zahlungsabwicklung. Dabei werden klassische Bezahlsysteme den Eigenschaften der Bitcoin-Blockchain gegenübergestellt, um zu prüfen, inwieweit diese die Kriterien einer disruptiven Innovation nach Christensen erfüllt.
- Grundlagen von Geld und traditionellen Zahlungssystemen
- Technische Funktionsweise der Blockchain-Technologie
- Vergleich der Transaktionsprozesse und Effizienz
- Analyse disruptiver Innovationstheorien
- Bewertung des Bitcoins als disruptiver Akteur im Finanzsektor
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Blockchain
Die Blockchain-Technologie basiert auf Peer-to-Peer-Netzwerken (P2P-Netzwerke), die durch kryptografische Verfahren und Konsens-Algorithmen vor Manipulation geschützt sind (Fill & Meier, 2020; Schacht, 2019, Sixt, 2017). Im Wesentlichen stützen sich die kryptografischen Verfahren und Konsensalgorithmen dabei auf vier Technologien: Hash-Funktionen, Merkle-Roots/-Proofs, digitale Signaturen und P2P-Netzwerke (Fill & Meier, 2018; Schacht, 2019). Diese werden in den folgenden Kapiteln erläutert, um abschließend die Funktionsweise der Bitcoin-Blockchain vorzustellen.
2.3.1 Hash-Funktion
Mittels der Hash-Funktion lässt sich eine beliebig große Anzahl an Eingabedaten in Form von Zahlen mit einer fixen Größe speichern (Fill & Meier, 2020). Dabei wird häufig auf Zahlen im Hexa-Dezimalformat zurückgegriffen, also Zahlen, die sich aus den Nummern 0 bis 9 und den Buchstaben A bis F zusammensetzen (Fill & Meier, 2018). Diese lassen sich besser in die Binärdarstellung von Computern transformieren und sind mit weniger Rechenaufwand verbunden, als Zahlen mit zehn Ausprägungen (Fill & Meier, 2018; Schacht, 2019). Im Fall der Bitcoin-Blockchain wird die Sha-256-Hashfunktion verwendet, welche eine Zahl mit 78 Stellen im Hexa-Dezimalformat für die Eingabedaten erzeugt (Kerscher, 2018). Hash-Funktionen werden in der Informatik immer dann angewendet, wenn auf eine möglichst effiziente Weise nachvollzogen werden soll, ob eine Änderung in den Eingabedaten erfolgt ist (Fill & Meier, 2018).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von Bitcoin ein und stellt das Ziel der Arbeit vor: die Untersuchung des disruptiven Potenzials der Blockchain-Technologie im Bereich der Zahlungsabwicklung.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Funktionen von Geld sowie die technischen Grundlagen der Blockchain, einschließlich Hash-Funktionen, Merkle-Bäumen, Kryptografie und P2P-Netzwerken.
3 Zahlungsabwicklung im Vergleich: Hier wird der Ablauf klassischer Überweisungen der Abwicklung mittels Bitcoin gegenübergestellt, wobei Aspekte wie Kosten, Zeitaufwand und technische Anforderungen analysiert werden.
4 Disruptive Innovationen nach Christensen: Die Kapitelinhalte definieren das Konzept der disruptiven Innovation nach Clayton Christensen, inklusive der Unterscheidung zwischen Low-End und New-Market Disruption.
5 Bitcoins als disruptive Innovation in der Zahlungsabwicklung: Hier erfolgt die kritische Prüfung, ob Bitcoin die theoretischen Kriterien einer disruptiven Innovation erfüllt, wobei technische Limitationen, Skalierbarkeit und Energieverbrauch diskutiert werden.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bitcoin nach aktueller Erkenntnislage nicht als disruptive Innovation einzuordnen ist, obwohl die Blockchain-Technologie grundsätzlich ein hohes Disruptionpotenzial besitzt.
Schlüsselwörter
Blockchain, Bitcoin, Zahlungsabwicklung, disruptive Innovation, Christensen, Kryptowährung, Peer-to-Peer-Netzwerk, Hash-Funktion, Finanzsektor, Transaktion, Proof-of-Work, Fiat-Währung, Skalierbarkeit, Vertrauen, Geldpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung, ob die Blockchain-Technologie am Beispiel von Bitcoin eine disruptive Innovation im Finanzwesen darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Kerngebiete sind die Funktionsweise von Geld, die technischen Mechanismen der Blockchain-Technologie sowie die ökonomische Theorie der disruptiven Innovation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das disruptive Potenzial von Bitcoin für die Zahlungsabwicklung zu eruiert und fundiert zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse durchgeführt, die Fachliteratur, ökonomische Konzepte (Christensen) und technische Funktionsweisen vergleicht und bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Technologie, den Vergleich der Effizienz zwischen klassischen Systemen und Bitcoins sowie die Einordnung von Bitcoin in Disruptionstheorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Blockchain, Bitcoin, disruptive Innovation, Zahlungsabwicklung und Kryptografie.
Warum wird Bitcoin im Fazit nicht als disruptive Innovation eingestuft?
Aufgrund technischer Mängel wie mangelnder Skalierbarkeit, hohem Energiebedarf und der fehlenden Eignung als Massenzahlungsmittel erfüllt er laut Analyse nicht die Kriterien der Theorie.
Welche Rolle spielt die Anonymität von Bitcoin in der Analyse?
Die Anonymität wird zwar als technisches Merkmal für bestimmte Nutzergruppen hervorgehoben, jedoch wird argumentiert, dass sie gesamtgesellschaftlich keine Voraussetzungen für eine Disruption im Massenmarkt schafft.
- Arbeit zitieren
- Fritz Rueben (Autor:in), 2022, Blockchain als disruptive Innovation in der Zahlungsabwicklung am Beispiel von Bitcoin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1351562