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Grundeinkommen und Menschenbild

Empirische Befunde aus dem freiwilligen Engagement

Titel: Grundeinkommen und Menschenbild

Hausarbeit , 2009 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Psychologie - Sozialpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Angesichts der strukturellen Krise der Lohnarbeit und den damit verbundenen sozialen Sicherungssysteme ,ist in den letzten Jahren eine zunehmend größer werdende Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen entstanden. Hierbei konkurieren in der Regel zwei Menschenbilder miteinander. In einem Fall wird der Mensch von Kritikern als grundlegend faul dargestellt. Ohne den Zwang durch Lohnarbeit die Existenz zu sichern würde er auch nicht arbeiten. Es bedarf also einer externen Motivation- neben dem Lohn kann das auch Überwachung oder Bestrafung sein. Das Gegenstück zu diesem Menschenbild sieht den Menschen als Sinn und Zweck suchend. Dieser Lebenssinn ist die Arbeit oder besser die Tätigkeit im weiteren Sinne. Hierbei ist er „von Natur aus leistungsbereit und von innen motiviert “ Die Arbeit ist dabei Quelle der Zufriedenheit und Selbstverwirklichung. Dem Menschen werden Verantwortung, Eigeninitiative, Kreativität und ein hohes Vermögen an Verstandeskraft zugestanden.Die Frage die sich mir nun stellte, war ob sich dieses positive Menschenbild fundiert belegen lässt. Also ob es Situationen gibt in denen Menschen ohne externe Zwänge Arbeit um ihrer Selbst willen ausüben.
Nach weiteren Überlegungen kam ich zu dem Schluss, dass das Ehrenamt und freiwilliges Engagement anscheinend, jedenfalls meinem Alltagsverständnis nach, den Bedingungen der Arbeit um ihrer selbst willen entsprechen. Hierbei wäre also erst einmal zu zeigen was in der Literatur unter Ehrenamt und freiwilligem Engagement verstanden wird. Dann werde ich anhand der größten und bedeutensten Studie zum Thema, dem Freiwilligensurvey des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) aus dem Jahre 1999, einen Überblick über das Feld der Freiwilligkeit geben. Weitere empirische Untersuchungen fließen zwar in meine Arbeit mit ein, werden aber nicht in diesem Umfang dargestellt um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen. Wobei besonders zu beachten wäre wer freiwillige Tätigkeiten ausübt und warum und in welchen ökonomischen und gesellschaftlichen Bereichen freiwilliges Engagement zu verzeichnen ist. Auf dieser Grundlage wird es auch möglich sein nach Motiven und Hemmnissen zu fragen. Zu Gute kommt mir dabei, dass in den letzten Jahren das freiwillige Engagement immer mehr wissenschaftliche Beachtung fand und es mittlerweile eine Vielzahl von theoretischen und empirischen Untersuchungen gibt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Freiwilliges Engagement und Ehrenamt

2.1. Begriffsklärung und Bedeutung

2.2. Konzeptionalisierungen von Engagement

3. Empirische Befunde

3.1. Der Freiwilligensurvey 1999 des BMFSFJ

3.2. Gründe für Engagement

3.3. Wer ist der Engagierte/ die Engagierte?

4. Motive und Hemmnisse

4.1. Motive

4.2. Hemmnisse

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den konkurrierenden Menschenbildern des "faulen" versus des "sinnsuchenden" Menschen im Kontext der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen. Ziel ist es, anhand empirischer Daten zum freiwilligen Engagement zu prüfen, ob sich die Annahme eines intrinsisch motivierten Menschen belegen lässt, der auch ohne externen Arbeitszwang tätig ist.

  • Analyse der theoretischen Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen und Menschenbilder.
  • Untersuchung von Freiwilligenarbeit als Form der "Arbeit um ihrer selbst willen".
  • Auswertung der empirischen Daten des Freiwilligensurveys 1999 des BMFSFJ.
  • Darstellung von Motiven und Hemmnissen für bürgerschaftliches Engagement.
  • Reflektion über die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine Tätigkeitsgesellschaft.

Auszug aus dem Buch

Die für mich interessanteste Debatte innerhalb des Grundeinkommendiskurses dreht sich um die verschiedenen Menschenbilder.

Grundlegend kann man sagen, es konkurrieren zwei Menschenbilder miteinander. Das Bild des faulen Menschen gegenüber dem des Sinn und Zweck suchenden Menschen. Das Problem hierbei ist, dass es sich bei der Frage nach der Natur des Menschen die den jeweiligen Menschenbildern zugrunde liegt um Überzeugungen handelt die sich im Individuum zum Beispiel aufgrund einer bestimmten Lehre (christliche, humanistische usw.) herausgebildet haben. Bekannte Leitbilder hierbei sind unter anderen der homo faber oder auch der homo oeconomicus. Die Frage nach dem richtigen oder falschen Menschenbild kann man hier nicht stellen, da es sich immer um eine subjektive Theorie handelt.

In unserem Fall wird in Bezug auf ein bedingungsloses Grundeinkommen der Mensch von Kritikern als grundlegend faul dargestellt. Ohne den Zwang durch Lohnarbeit die Existenz zu sichern würde er auch nicht arbeiten. Der christlich geprägte Leitspruch: „Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen.“ kommt hierbei zum Tragen. (Mathias Brake 2005) Es bedarf also einer externen Motivation- neben dem Lohn kann das auch Überwachung oder Bestrafung sein. (Douglas McGregor 1960: X) Das Gegenstück zu diesem Menschenbild sieht den Menschen als Sinn und Zweck suchend. Dieser Lebenssinn ist die Arbeit oder besser die Tätigkeit im weiteren Sinne. Hierbei ist er „von Natur aus leistungsbereit und von innen motiviert “ (McGregor 1960: Y) Die Arbeit ist dabei Quelle der Zufriedenheit und Selbstverwirklichung. Dem Menschen werden Verantwortung, Eigeninitiative, Kreativität und ein hohes Vermögen an Verstandeskraft zugestanden. (McGregor 1960:Y)

Die Frage die sich mir nun stellte, war ob sich dieses positive Menschenbild -McGregors Y- These- fundiert belegen lässt. Also ob es Situationen gibt in denen Menschen ohne externe Zwänge Arbeit um ihrer Selbst willen ausüben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die strukturellen Veränderungen in modernen Arbeitsgesellschaften und führt in die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf prekäre Erwerbsverhältnisse ein.

2. Freiwilliges Engagement und Ehrenamt: Definiert die Begriffe und diskutiert unterschiedliche Konzeptionalisierungen von Engagement zwischen individualistischen Anreizmodellen und gemeinschaftsorientierten Ansätzen.

3. Empirische Befunde: Analysiert den Freiwilligensurvey 1999, um die Verbreitung, die Beweggründe und das soziologische Profil von freiwillig engagierten Personen aufzuzeigen.

4. Motive und Hemmnisse: Untersucht die intrinsischen Motivationsfaktoren für freiwillige Tätigkeit sowie die strukturellen Hindernisse, die eine Ausübung in der aktuellen Gesellschaft erschweren.

5. Schluss: Synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert, inwiefern das bedingungslose Grundeinkommen die Voraussetzungen für eine Gesellschaft schaffen könnte, in der der sinnsuchende Mensch tätig werden kann.

Schlüsselwörter

Grundeinkommen, Menschenbild, Freiwilliges Engagement, Ehrenamt, Arbeit, Lohnarbeit, Motivation, Intrinsische Motivation, Tätigkeitsgesellschaft, Freiwilligensurvey, Arbeitsgesellschaft, Individualisierung, Selbstverwirklichung, Bürgergesellschaft, Gemeinwesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und der Frage nach dem zugrundeliegenden Menschenbild, insbesondere der Gegenüberstellung von "faulen" und "sinnsuchenden" Menschen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die moderne Arbeitsgesellschaft, das Wesen der Freiwilligenarbeit und die soziologischen Debatten um Anreize und Motivation in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob das positive Menschenbild, das den Menschen als von Natur aus leistungsbereit und sinnsuchend beschreibt (McGregors Y-These), anhand der geleisteten Freiwilligenarbeit empirisch gestützt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, wobei insbesondere der Freiwilligensurvey 1999 als zentrale empirische Datenbasis dient.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wer sich engagiert, warum Menschen freiwillige Arbeit leisten, welche Hemmnisse existieren und wie diese Befunde mit Theorien über Motivation und Arbeitsbedingungen korrespondieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das bedingungslose Grundeinkommen, freiwilliges Engagement, intrinsische Motivation, Tätigkeitsgesellschaft und das Menschenbild im ökonomischen Diskurs.

Welche Rolle spielt der Freiwilligensurvey 1999 für die Argumentation?

Er dient als Beweisgrundlage, um zu zeigen, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung trotz fehlender finanzieller Anreize tätig ist, was das Argument entkräftet, der Mensch würde ohne Lohnzwang untätig bleiben.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Grundeinkommens?

Das Grundeinkommen wird als ein notwendiger Baustein gesehen, um die notwendige finanzielle Basis zu schaffen, damit sich der Mensch als sinnsuchendes Wesen frei entfalten kann, wobei jedoch eine begleitende gesellschaftliche Reform notwendig ist.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grundeinkommen und Menschenbild
Untertitel
Empirische Befunde aus dem freiwilligen Engagement
Hochschule
Universität Leipzig  (Philosophie)
Veranstaltung
Bedingungsloses Grundeinkommen
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V135174
ISBN (eBook)
9783640434350
ISBN (Buch)
9783640434282
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundeinkommen Bedingungsloses Gerechtigkeit Freiwillige Arbeit Bürgerschaftliches Engagement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2009, Grundeinkommen und Menschenbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135174
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Leseprobe aus  15  Seiten
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