Im Rahmen dieser Arbeit sollen, orientiert an den Methoden des Genogramms und der Biografiearbeit, Anamneseschemata erstellt werden, die die biografische und systemische Eingebundenheit und inter- und intrapersonalen Ressourcen von Menschen mit Behinderung ermitteln, die ihre Teilhabe am Arbeitsleben in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) erfahren wollen. Ausgehend von der Gestaltung des Aufnahmeverfahren am Beispiel der DRK Werkstätten Meißen, folgt eine Verfahrenskritik, die die Mängel der aktuellen Verfahrensweise der Fallaufnahme aufzeigen soll. Die qualitativen Verfahren des Genogramms und der Biografiearbeit sollen, als Methoden des Fallverstehens der strukturierten Erfassung eines Falls dienen. Ein Fall wird zum Fall, wenn sich eine Fachkraft der SA mit ihm beschäftigt. Ausgehend von den Verfahrensweisen des Genogramms und der Biografiearbeit werden Arbeitshilfen entwickelt, die Lebensereignisse, familiäre Ereignisse, Abbrüche, prägende Erfahrungen sowie Beziehungsgefüge und daraus abzuleitende Ressourcen strukturieren. Es geht dabei nicht, um eine detaillierte Diagnose oder Fallarbeit bei Auftreten einer Krise, sondern ist als erstes Erfassen "eines Lebens" in seiner Gänze zu verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die WfbM im Teilhabeprozesses
3 Das Aufnahmeverfahren in eine WfbM
3.1 Ablauf
3.2 Verfahrenskritik
4 Biografiearbeit und Genogramm als Methoden der Diagnostik
4.1 Genogramm
4.2 Biografiearbeit
4.3. Genogramm und Biografiearbeit mit behinderten Menschen
5 Anamneseschemata für das Aufnahmeverfahren in die DRK Werkstätten Meißen
5.1 Dimensionen der Fallbetrachtung
5.2 Arbeitsschmemata für das Aufnahmeverfahren
5.2.1 Anamneseschema: „Beziehungen und Netzwerk“
5.2.2 Anamneseschema: „Geschichte – Gegenwart – Zukunft“
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung eines ganzheitlichen Anamneseschemas, das den Aufnahmeprozess von Menschen mit Behinderung in den DRK Werkstätten Meißen qualitativ unterstützt und professionalisiert.
- Methodische Grundlagen der Biografiearbeit und Genogrammerstellung in der sozialen Arbeit.
- Analyse des Aufnahmeverfahrens in Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).
- Verknüpfung von systemisch-biografischen Ansätzen mit den Anforderungen der Teilhabeplanung.
- Erstellung konkreter Anamneseschemata für die praktische Anwendung in der Fallarbeit.
Auszug aus dem Buch
3 Das Aufnahmeverfahren in eine WfbM
Die Aufnahme eines MmB in eine WfbM setzt die Antragstellung beim zuständigen Träger der Eingliederungshilfe voraus. In der Regel sind dies die Rehabilitationsträger (ff. Kostenträger) wie im Beispiel der DRK WfbM, die Bundesagentur für Arbeit, der Kommunale Sozialverband Sachsen e.V. oder die Rentenversicherungsträger. Der MmB bittet zunächst um Aufnahme in eine WfbM bzw. der Kostenträger schlägt die Aufnahme vor. In Abstimmung zwischen dem MmB und/oder seinem Betreuer und dem Rehabilitationsträger wird das Aufnahmeverfahren eingeleitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung steckt den methodischen Rahmen der Arbeit ab, indem sie Genogrammarbeit und Biografiearbeit zur ressourcenorientierten Fallerfassung bei Menschen mit Behinderung einführt.
2 Die WfbM im Teilhabeprozesses: Dieses Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und den Auftrag von Werkstätten für Menschen mit Behinderung im Kontext der Teilhabe am Arbeitsleben.
3 Das Aufnahmeverfahren in eine WfbM: Es wird der administrative Ablauf der Aufnahme beschrieben, inklusive der notwendigen Begutachtungen und der Rolle der Rehabilitationsträger.
4 Biografiearbeit und Genogramm als Methoden der Diagnostik: Dieses Kapitel stellt diese beiden qualitativ-systemischen Methoden vor und reflektiert deren Eignung für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung.
5 Anamneseschemata für das Aufnahmeverfahren in die DRK Werkstätten Meißen: Das Kernstück der Arbeit präsentiert konkrete Anamneseschemata, die eine strukturierte Erfassung der Lebenswelt und der Potenziale des Klienten ermöglichen.
6 Fazit: Das Fazit resümiert den Mehrwert einer biografisch erweiterten Anamnese für den Übergang vom reinen Verwaltungsakt zur sozialpädagogischen Fallarbeit.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Menschen mit Behinderung, DRK Werkstätten Meißen, Aufnahmeverfahren, Anamnese, Biografiearbeit, Genogramm, Teilhabe, Rehabilitation, Fallarbeit, Ressourcenorientierung, Lebenswelt, Eingliederungshilfe, Diagnostik, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Professionalisierung und inhaltlichen Gestaltung des Aufnahmeverfahrens für Menschen mit Behinderung in einer Werkstatt (WfbM), konkret am Beispiel der DRK Werkstätten Meißen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die pädagogische Diagnostik, die systemische Biografiearbeit, die praktische Erstellung von Anamneseschemata sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Teilhabe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Anamneseschema zu entwickeln, das über rein administrative Daten hinausgeht und die biografische und systemische Einbindung der Menschen mit Behinderung berücksichtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf die Methoden der Biografiearbeit und der Genogrammanalyse, um einen ressourcenorientierten Blick auf die Lebenswelten der Klienten zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Methoden, die Kritik des aktuellen Aufnahmeverfahrens und die praktische Vorlage spezifischer Arbeitsschemata für die Anamnese.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören soziale Diagnostik, Biografiearbeit, Genogramm, Inklusion, Teilhabe, WfbM und Ressourcenorientierung.
Warum ist das Genogramm für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung relevant?
Das Genogramm hilft, komplexe Familiensysteme und soziale Netzwerke visualisiert darzustellen, was die Identifikation von Unterstützungsquellen und Belastungsfaktoren erleichtert.
Welche Rolle spielen die DRK Werkstätten Meißen in dieser Arbeit?
Sie dienen als konkretes Praxisfeld, an dem die theoretischen Erkenntnisse zur Optimierung des Aufnahmeprozesses und der Anamneseerhebung exemplarisch erprobt werden.
- Citation du texte
- Kristina Kroemke (Auteur), 2022, Anamneseschema zur Unterstützung des Aufnahmeprozesses in den Arbeitsbereich einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1352342