Bei dieser Ausarbeitung handelt es sich um eine kritische Betrachtung des Datenschutzes im Rahmen der Onlineberatung.
Die Digitalisierung gewinnt in immer mehr Bereichen zunehmend an Bedeutung. Auch im Gesundheitssektor bieten digitale Anwendungen eine Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten. Insbesondere durch die aktuelle Situation hinsichtlich der weltweiten Corona Pandemie bereichert die Digitalisierung das Gesundheitssystem. Die Nachfrage nach Onlinelösungen im psychosozialen Berufsfeld steigt exponentiell. Das Internet ist mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil unserer Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) im Gesundheitssektor. Laut statistischem Bundesamt suchten 66% der Deutschen nach krankheitsspezifischen Informationen im Internet im Jahre 2019.
Neben der Recherche von gesundheitsrelevanten Informationen ist ebenso das Angebot von professioneller Unterstützung bei psychosozialen Problemen gefragt. Zahlreiche Studien haben belegen können, dass die Wirksamkeit der Onlinetherapie vergleichbar mit den Effekten der konventionellen Therapie zu sein scheint. Online-basierte Interventionen haben sich sowohl in der Präventivversorgung als auch in der Nachsorge als geeignet bewiesen. In der computervermittelten Kommunikation (CvK) sind Anbieter gesetzlich verpflichtet, sensible Daten vor Dritten zu schützen, beispielsweise bei der Kommunikation über E-Mail, in Chatrooms oder Internetforen. Vor allem die mit der Technik verbundenen Gefahren wie Datenschutz, Datensicherheit und gesetzliche Regelungen stellen Anbieter vor eine große Herausforderung. Risikoquellen der Informationstechnologie (IT) können vom Installations- und Einbaufehler bis hin zum Anwendungsfehler reichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Motivation
1.2 Aufbau der Arbeit und methodisches Vorgehen
2 Theoretische Grundlagen
2.1 E-Health
2.2 Onlineberatung
3 Darstellung der Ergebnisse
3.1 Grundprinzipien des Datenschutzes
3.2 Verantwortlichkeit des Datenschutzes
4 Diskussion
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Datenschutz und der Datensicherheit im Bereich der Onlineberatung auseinander. Das primäre Ziel ist es, vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung im Gesundheitssektor, die notwendigen Anforderungen und Herausforderungen für eine professionelle und datensichere Interaktion zwischen Beratern und Ratsuchenden zu beleuchten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
- Digitalisierung im psychosozialen Berufsfeld
- E-Health und Onlineberatungsformate
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutzgrundsätze
- Herausforderungen der technischen Datensicherheit
- Rolle der IT-Kompetenz und Verantwortung der Anbieter
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundprinzipien des Datenschutzes
Beim Datenschutz geht es um den Schutz der Privatheit von individuellen Menschen. Es handelt sich hier um das grundgesetzlich verbürgte Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Im Gegensatz zur Datensicherheit lässt sich Datenschutz ethisch begründen. Datenschutz benötigt jedoch die Datensicherheit zum Schutz der Daten von Personen vor unberechtem Zugriff. Vor allem spielt die Datenschutzregelungen bei Berufen mit einem hohen Maß an Vertrauen eine bedeutsame Rolle. Als mit einer der ältesten bekannte Datenschutznorm ist die ärztliche Schweigepflicht zu nennen. Hinzukommend sind zur Wahrung sensibler Daten berufsrechtliche als auch gesetzliche Regelungen zu nennen. Die folgende Abbildung zeigt einen Überblick relevanter Rechte, die im Zusammenhang mit Vertraulichkeit und Datenschutz in der Onlineberatung stehen.
Wenn vertrauliche Informationen in schriftlicher Form vorliegen, bedarf es der Notwendigkeit eines Schutzkonzeptes der Daten, beispielsweise durch die Aufbewahrung in einem Aktenschrank. Liegen die Daten vom Geheimnisträger getrennt vor, besteht die Gefahr, dass die Daten entwendet werden oder gar unbemerkt vervielfältigt werden könnten. Liegen Daten in elektronischer Form vor, erhöht sich das Risiko, dass diese unbefugt gesichtet werden können. Die größte Gefährdung stellt das Internet dar, denn ohne effektive Schutzmechanismen besteht die Möglichkeit auf die Inhalte von fremden Computern zuzugreifen. Da es in der Beratung um vertrauliche und persönliche Inhalte gehen kann, ist hier ein erhöhter Schutzbedarf der Daten anzuerkennen. Eine Verschlüsselung der Beratungskommunikation zum Schutz vertraulicher Daten ist zwingend notwendig. Technisch gesehen gibt es neben der Anwendung von Passwörtern die Verwendung von einer Firewall, Virenschutzprogramme, Signaturen zur Erhöhung der Datensicherheit. Die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen (PTK-NRW) bietet Handlungsempfehlungen zur IT-Sicherheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitssektor und die damit verbundene Notwendigkeit, sensible Daten in der Onlineberatung zu schützen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe E-Health und Onlineberatung und ordnet diese in den aktuellen digitalen Beratungskontext ein.
3 Darstellung der Ergebnisse: Hier werden die ethischen und rechtlichen Grundprinzipien des Datenschutzes sowie die spezifischen Verantwortlichkeiten der Anbieter im Kontext der Onlineberatung dargelegt.
4 Diskussion: Das Kapitel diskutiert die praktischen Anforderungen an technische Sicherheit und beruftsethische Standards, die beim Einsatz digitaler Medien zur Wahrung der Vertraulichkeit unerlässlich sind.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit betont, dass Sicherheit das zentrale Fundament professioneller Onlineberatung ist und fordert eine stärkere Medienbildung sowie technisches Bewusstsein bei professionellen Anbietern.
Schlüsselwörter
Datenschutz, Datensicherheit, Onlineberatung, E-Health, Psychosoziale Versorgung, Informationstechnologie, Internet, Digitalisierung, Verschlüsselung, Vertraulichkeit, Cyberkriminalität, IT-Sicherheit, Praxis-IT, Berufsrecht, Schweigepflicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem kritischen Status Quo des Datenschutzes und der Datensicherheit im Bereich der webbasierten psychologischen Beratung und Unterstützung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit verknüpft technische Aspekte der IT-Sicherheit (z. B. Verschlüsselung) mit rechtlichen und ethischen Anforderungen aus dem Bereich E-Health und der psychosozialen Onlineberatung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, die Herausforderungen für Anbieter psychologischer Onlineberatung aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie Datenschutz unter den Bedingungen der Digitalisierung professionell umgesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer orientierenden Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken sowie in einschlägigen Printmedien und der Analyse von Fachartikeln und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Neben den theoretischen Definitionen von E-Health und Onlineberatung liegt der Fokus auf der Darstellung der Datenschutzgrundsätze, der notwendigen Schutzkonzepte für elektronisch vorliegende Daten und der Verantwortung des Anbieters.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Datenschutz, Datensicherheit, Onlineberatung, E-Health, IT-Sicherheit und die psychologische Online-Intervention.
Warum spielt die Auswahl des Endgeräts eine Rolle für den Datenschutz?
Die Verwendung privater Endgeräte für Beratungszwecke (z. B. Smartphones) birgt das Risiko, dass sensible Informationen auf diesen unsicheren Geräten gespeichert oder unbefugt durch Dritte zugänglich gemacht werden.
Welche Empfehlungen gibt die Arbeit für die technische Datensicherheit?
Die Arbeit empfiehlt zwingend die Nutzung von Verschlüsselungen der Kommunikation, den Einsatz von Firewalls und Virenschutzprogrammen sowie die strikte Trennung von privater und beruflicher IT-Nutzung.
Welche Rolle spielt die Medienkompetenz des Beraters?
Der Berater muss laut der Arbeit nicht nur fachlich kompetent sein, sondern auch über das Bewusstsein für technische Sicherheitsrisiken verfügen, um Ratsuchende über sichere Kommunikationswege aufzuklären.
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- Simone Mebdouhi (Author), 2021, Datenschutz in der Onlineberatung. Eine kritische Bestandsaufnahme zum Status Quo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1352343