Die betriebsinterne Kommunikation hat seit dem zweiten Weltkrieg stark an Bedeutung und Reputation dazu gewonnen. Mitarbeiter werden als eigenständige Individuen angesehen, die sich einbringen und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Es ist erkannt worden, dass sie elementar sind für den Unternehmenserfolg; dementsprechend hoch ist der Stellenwert der internen Kommunikation heutzutage.
Dabei spielt die Mitarbeiterzeitung eine grundlegende Rolle, sie ist das am häufigsten eingesetzte Führungsmittel. Selbst der Vormarsch des Intranets konnte es in den letzten Jahren nicht schaffen, die Mitarbeiterzeitung aus den Unternehmen zu verbannen.
Mitarbeiterzeitungen haben den Vorteil einer hohen Reichweite und einer großen Akzeptanz in Unternehmen. Von daher ist es wichtig, dass die Kommunikation, die darüber betrieben wird, mit großer Sorgfalt und Rücksichtnahme von statten geht. Dies gilt insbesondere in Krisensituationen wie die momentane Weltwirtschaftskrise.
All diese Entwicklungen in der Automobilbranche und speziell die Auswirkungen auf die jeweiligen Unternehmen müssen den betroffenen Angestellten adäquat kommuniziert werden. An dieser Stelle tritt die interne Kommunikation in Funktion. Insbesondere in einer kritischen wirtschaftlichen Situation ist es wichtig, die Mitarbeiter so zu informieren, dass sie sich nicht vernachlässigt oder gar übergangen fühlen.
Wie zwei der größten Fahrzeughersteller Deutschlands – BMW und Audi – dies in ihren Mitarbeiterzeitungen handhaben, wird in der folgenden Arbeit analysiert und erörtert. Als Grundlage meiner Analyse dienen jeweils zwei Ausgaben der Mitarbeiterzeitungen von BMW und Audi, und zwar die von Dezember 2008 und Februar 2009.
Diese Arbeit beginnt mit einer näheren Eingrenzung des Begriffs der internen Kommunikation und allgemeinen Informationen zu dem Medium der Mitarbeiterzeitung. Weitere theoretische Grundlagen bilden Angaben über den Status der Mitarbeiterzeitung als ein Medium unter vielen und in Unternehmen allgemein. Im Folgenden werden die inhaltlichen Aspekte, Ziele, Funktionen und Zielgruppen diskutiert.
Die Umsetzung dieser Grundlagen in die Praxis wird am Beispiel von BMW und Audi herausgearbeitet, indem die Auswirkungen und Veränderungen der Mitarbeiterzeitungen zu Zeiten der Finanzkrise besprochen werden. Als Hauptaspekt dieser Arbeit wird anschließend untersucht, inwiefern sich die Krise sowohl quantitativ als auch inhaltlich und linguistisch in den Mitarbeiterzeitungen niederschlägt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interne Kommunikation
3. Allgemeine Informationen über das Medium der Mitarbeiterzeitung
3.1. Rechtlicher Hintergrund zum Medium Mitarbeiterzeitung
3.2. Geschichte der Mitarbeiterzeitung
3.3. Formelle Aspekte der Mitarbeiterzeitung
3.4. Zahlen und Fakten zum Kommunikationsmedium Mitarbeiterzeitung
4. Die Mitarbeiterzeitung im internen Kommunikationsmix
5. Status der Mitarbeiterzeitung in Unternehmen
6. Inhaltliche Merkmale: Themen und Aufbau einer Mitarbeiterzeitung
7. Ziele einer Mitarbeiterzeitung
7.1. Effizienzkontrollen von Mitarbeiterzeitungen
8. Funktionen der Mitarbeiterzeitung
9. Zielgruppen von Mitarbeiterzeitungen
10. Die Mitarbeiterzeitung in Krisenzeiten
10.1. Die Finanzkrise und ihre Auswirkungen
11. Die Mitarbeiterzeitungen von BMW und Audi zu Zeiten der Finanzkrise
11.1 Quantitative Analyse der Artikel
11.2. Inhaltliche Analyse der Artikel
11.2.1. Sprache in Mitarbeiterzeitungen
12. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und Funktion von Mitarbeiterzeitungen in der Automobilbranche während der globalen Finanzkrise ab 2007. Ziel ist es, anhand einer vergleichenden Analyse der Unternehmen BMW und Audi aufzuzeigen, wie interne Kommunikation in wirtschaftlichen Krisenzeiten genutzt wird, um Mitarbeiter zu informieren, zu motivieren und an das Unternehmen zu binden.
- Rolle und Stellenwert der Mitarbeiterzeitung im internen Kommunikationsmix
- Vergleich der Kommunikationsstrategien von BMW und Audi in Krisenzeiten
- Quantitativer und inhaltlicher Analyseansatz der Mitarbeiterpublikationen
- Linguistische Untersuchung der Berichterstattung zur Finanzkrise
- Ableitung von Empfehlungen für die Krisenkommunikation
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die betriebsinterne Kommunikation hat seit dem zweiten Weltkrieg stark an Bedeutung und positiver Reputation dazu gewonnen. Mitarbeiter werden als eigenständige Individuen angesehen, die sich einbringen und in Entscheidungsprozesse einbezogen werden (vgl. Cauers, 2005, S. 19). Es ist erkannt worden, dass sie elementar sind für den Unternehmenserfolg; dementsprechend hoch ist der Stellenwert der internen Kommunikation heutzutage.
Dabei spielt die Mitarbeiterzeitung eine grundlegende Rolle, sie ist das am häufigsten eingesetzte Führungsmittel und das „Flaggschiff der internen Medienlandschaft“ (Meier, 2002, S. 55). Selbst der Vormarsch des Intranets konnte es in den letzten Jahren nicht schaffen, die Mitarbeiterzeitung aus den Unternehmen zu verbannen.
Mitarbeiterzeitungen haben den Vorteil einer hohen Reichweite und einer großen Akzeptanz in Unternehmen. Von daher ist es wichtig, dass die Kommunikation, die darüber betrieben wird, mit großer Sorgfalt und Rücksichtnahme von statten geht. Dies gilt insbesondere in Krisensituationen wie die momentane Weltwirtschaftskrise. Was im Sommer 2007 in der Immobilienbranche der USA begann, weitete sich inzwischen auf die gesamte Finanzbranche weltweit aus, so dass viele Banken nur mit Hilfe der Regierungen oder durch Verstaatlichung vor dem Bankrott bewahrt werden konnten. Da die Kunden aufgrund finanzieller Vorsicht größere Anschaffungen wie beispielsweise Neufahrzeuge hinausschieben, wirkt sich die allgemeine weltweite Finanzkrise besonders auf die Automobilbranche aus. Durch die fehlende Nachfrage müssen die Automobilhersteller ihre Produktion drosseln, was Anfang 2009 sogar soweit führt, dass Kurzarbeit in einigen Unternehmen angemeldet wird um Personalabbau zu verhindern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der internen Kommunikation und Problemstellung der Untersuchung im Kontext der Weltwirtschaftskrise.
2. Interne Kommunikation: Definition und Einordnung der internen Kommunikation in verschiedene Ebenen und Instrumente.
3. Allgemeine Informationen über das Medium der Mitarbeiterzeitung: Detaillierte Betrachtung rechtlicher, historischer und formeller Aspekte dieses Mediums.
4. Die Mitarbeiterzeitung im internen Kommunikationsmix: Analyse des Zusammenspiels von Printmedien und elektronischen Kanälen wie dem Intranet.
5. Status der Mitarbeiterzeitung in Unternehmen: Diskussion über Reputation und Effizienzkontrollen zur Optimierung des Mediums.
6. Inhaltliche Merkmale: Themen und Aufbau einer Mitarbeiterzeitung: Beschreibung des Themenspektrums und der Gestaltungsmöglichkeiten von Mitarbeiterzeitungen.
7. Ziele einer Mitarbeiterzeitung: Darstellung der unternehmensstrategischen Ziele wie Identifikation und Transparenz.
8. Funktionen der Mitarbeiterzeitung: Erläuterung der verschiedenen Funktionen wie Informations-, Dialog- und Motivationsfunktion.
9. Zielgruppen von Mitarbeiterzeitungen: Identifikation und Differenzierung der primären und sekundären Zielgruppen.
10. Die Mitarbeiterzeitung in Krisenzeiten: Analyse der speziellen Anforderungen an die Kommunikation bei wirtschaftlichen Krisen.
11. Die Mitarbeiterzeitungen von BMW und Audi zu Zeiten der Finanzkrise: Empirische Untersuchung der Publikationen der beiden Automobilhersteller.
12. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der internen Kommunikation.
Schlüsselwörter
Interne Kommunikation, Mitarbeiterzeitung, Finanzkrise, Automobilbranche, BMW, Audi, Unternehmenskultur, Krisenkommunikation, Mitarbeiterbindung, Motivationsfunktion, Transparenz, Unternehmensführung, Medienmix, Kurzarbeit, Informationsvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der Mitarbeiterzeitung als Instrument der internen Kommunikation in der Automobilbranche während der Weltwirtschaftskrise 2008/2009.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Mitarbeiterkommunikation, die verschiedenen Funktionen und Ziele von Mitarbeiterzeitungen sowie deren praktische Anwendung in der Krise.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Kommunikationsstrategien von BMW und Audi zu vergleichen und zu untersuchen, wie die Finanzkrise inhaltlich und quantitativ in den jeweiligen Mitarbeiterzeitungen abgebildet wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine quantitative und qualitative Analyse von jeweils zwei Ausgaben der Mitarbeiterzeitungen von BMW und Audi aus dem Zeitraum Dezember 2008 und Februar 2009.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben der Theorie zur internen Kommunikation bilden die konkrete Auswertung der Themenverteilung, die sprachliche Analyse der Krisenberichterstattung und die Darstellung der Vorstandsinterviews den Kern der Analyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interne Kommunikation, Krisenmanagement, Mitarbeiterbindung, Transparenz und Unternehmensidentität im automobilen Sektor.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung von Audi von der von BMW?
Audi setzt stärker auf einen motivierenden, "kämpferischen" Ton und integriert Mitarbeiter stärker in die Kommunikation, während BMW einen eher sachlichen, faktenorientierten und pragmatischen Ansatz verfolgt.
Welche Rolle spielt das Intranet laut der Analyse?
Das Intranet dient als ergänzendes Medium zur MAZ, wobei es eher die zeitnahe Information übernimmt, während die MAZ eine kontinuierliche, tiefgreifende Hintergrundkommunikation sichert.
Gibt es einen Einfluss der Krise auf die Gestaltung der Zeitungen?
Ja, beide Unternehmen nutzten ihre Mitarbeiterzeitungen intensiv, um die Krise zu thematisieren und durch gezielte Interviews mit dem Management Orientierung und Zuversicht zu vermitteln.
Wird die Mitarbeiterzeitung als obsolet betrachtet?
Nein, trotz des Aufkommens digitaler Medien wird die Mitarbeiterzeitung aufgrund ihrer hohen Reichweite und Akzeptanz weiterhin als unverzichtbares "Flaggschiff" der internen Kommunikation eingestuft.
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- Simone Schmidtke (Author), 2009, Die Finanzkrise in Mitarbeiterzeitungen der Automobilbranche anhand des Beispiels von BMW und Audi, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135237