Die galicische Sprache scheint für Laien nur eine von vielen spanischen Dialekten zu sein. Allerdings unterscheidet sie sich durch die spezielle Lage Galiciens – direkt an der portugiesischen Grenze - und die daraus resultierende Ähnlichkeit zum Portugiesischen stark von den anderen Dialekten Spaniens.
In dieser Arbeit möchte ich einen Einblick in die Morphologie des Galicischen geben. Bei der Morphologie handelt es sich um einen Teil der Systemlinguistik und hier werde ich insbesondere auf die Verbalmorphologie eingehen.
Zu Anfang meiner Arbeit gebe ich einen Überblick über die Lage Galiciens und erläutere einige Fakten über die Sprecher des Galicischen, dann gehe ich näher auf die Herkunft und Entwicklung der galicischen Sprache ein.
Im Anschluss daran folgt eine nähere Bestimmung des Begriffs Morphologie und der Unterkategorie Verbalmorphologie. Auf dieser Grundlage werde ich die Verbalmorphologie der spanischen und galicischen Sprache erläutern.
Um diesem Sachverhalt einen praktischen Bezug zu geben werde ich einen Auszug aus der spanischen mit einem Auszug aus der galicischen Übersetzung von „Der kleine Prinz“ im Original von Antoine de Saint-Exupéry verbalmorphologisch vergleichen.
Zum Abschluss fasse ich die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der spanischen und galicischen Verbalmorphologie noch einmal zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ein Überblick über Galicien
3. Die Galicische Sprache
4. Morphologie – ein Teil der Systemlinguistik
4.1. Verbalmorphologie
4.2. Verbalmorphologie des Spanischen
4.3. Verbalmorphologie des Galicischen
4.4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten anhand der Übersetzungen von „Der kleine Prinz“
5. Synthese
6. Literaturverzeichnis und Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die morphologischen Besonderheiten des Galicischen zu beleuchten, wobei der Schwerpunkt auf der Verbalmorphologie liegt. Durch einen kontrastiven Vergleich mit dem Spanischen, illustriert anhand von Textauszügen aus dem Werk „Der kleine Prinz“, sollen Gemeinsamkeiten und strukturelle Unterschiede in der Flexion herausgearbeitet werden.
- Geografische und sprachhistorische Einordnung Galiciens
- Grundlagen der Morphologie und Verbalmorphologie
- Kontrastive Analyse der Verbalflexion in Spanisch und Galicisch
- Praktische Untersuchung anhand literarischer Übersetzungstexte
- Synthese der morphologischen Ähnlichkeiten und Differenzen
Auszug aus dem Buch
4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten anhand der Übersetzungen von „Der kleine Prinz“
Auszug aus „Der kleine Prinz“, deutsche Übersetzung: 1. Ich blieb also allein, ohne jemanden, mit dem ich wirklich hätte sprechen können, bis ich vor sechs Jahren 2. einmal eine Panne in der Wüste Sahara hatte. Etwas an meinem Motor war kaputtgegangen. Und da ich 3. weder einen Mechaniker noch Passagiere bei mir hatte, machte ich mich ganz allein an die schwierige 4. Reparatur. Es war für mich eine Frage auf Leben und Tod. Ich hatte für kaum acht Tage Trinkwasser mit. 5. Am ersten Abend bin ich also im Sande eingeschlafen, tausend Meilen von jeder bewohnten Gegend 6. entfernt. Ich war viel verlassener als ein Schiffbrüchiger auf einem Floß mitten im Ozean. Ihr könnt euch 7. daher meine Überraschung vorstellen, als bei Tagesanbruch eine seltsame kleine Stimme mich weckte: 8. Bitte...zeichne mir ein Schaf! 9. Wie bitte? 10. Zeichne mir ein Schaf... 11. Ich bin auf die Füße gesprungen, als wäre der Blitz in mich gefahren. Ich habe mir die Augen gerieben und 12. genau hingeschaut. Da sah ich ein kleines, höchst ungewöhnliches Männchen, das mich ernsthaft 13. betrachtete.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der galicischen Morphologie ein und beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere den Vergleich mit dem Spanischen anhand eines literarischen Beispiels.
2. Ein Überblick über Galicien: Das Kapitel liefert geografische sowie historische Hintergrundinformationen zu Galicien und beleuchtet den Autonomiestatus sowie die demografische Situation.
3. Die Galicische Sprache: Hier werden die sprachliche Einordnung des Galicischen, seine Mundartzonen und die Debatte um die Abgrenzung zum Spanischen beziehungsweise Portugiesischen erläutert.
4. Morphologie – ein Teil der Systemlinguistik: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Morphologie und insbesondere der Aufbau von Verben (Stamm, Themenvokal, Tempus, Person) definiert.
4.1. Verbalmorphologie: Dieser Abschnitt beschreibt den allgemeinen Aufbau des Verbs durch Morpheme und führt die zentralen Begriffe der Themenvokale und Nullallomorphe ein.
4.2. Verbalmorphologie des Spanischen: Eine detaillierte Untersuchung der Tempusallomorphe im Spanischen, wobei Modi wie Imperativ und Subjunktiv ausgeklammert werden.
4.3. Verbalmorphologie des Galicischen: Dieses Kapitel vergleicht die galicischen Tempusbezeichnungen mit dem Spanischen und zeigt spezifische Ausnahmen bei der Bildung des Pretérito auf.
4.4. Unterschiede und Gemeinsamkeiten anhand der Übersetzungen von „Der kleine Prinz“: Ein praktischer Vergleich der Konjugationsformen anhand der drei Sprachversionen des Werks, um die theoretischen Erkenntnisse zu belegen.
5. Synthese: Abschließende Zusammenführung der Ergebnisse, die feststellt, dass trotz zahlreicher Ähnlichkeiten bei den Stämmen die konjugatorischen Unterschiede eine Herausforderung darstellen.
6. Literaturverzeichnis und Quellenangaben: Eine Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur sowie der Internetquellen.
Schlüsselwörter
Galicisch, Spanisch, Verbalmorphologie, Morphologie, Systemlinguistik, Flexion, Tempusmorphem, Konjugation, Sprachvergleich, Linguistik, Grammatik, Regionalsprache, Übersetzung, Der kleine Prinz, Morphem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der morphologischen Struktur der galicischen Sprache, mit einem klaren Fokus auf die Flexion der Verben im Vergleich zum Spanischen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung deckt die theoretischen Grundlagen der Morphologie, die geschichtliche Einordnung Galiciens und eine kontrastive Analyse der Verbalflexion ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie galicische Verben morphologisch aufgebaut sind und inwiefern sie sich trotz Ähnlichkeiten von den spanischen Formen unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der linguistischen Grundlagen sowie eine kontrastive Analyse anhand konkreter Textbeispiele aus der Übersetzung von „Der kleine Prinz“.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Verbalmorphologie, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung des spanischen und galicischen Verbalsystems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Verbalmorphologie, Galicisch, Spanisch, Konjugation, Systemlinguistik und Sprachvergleich.
Welche Rolle spielt das Werk „Der kleine Prinz“ in dieser Arbeit?
Es dient als praktisches Korpus für einen direkten Vergleich der Verbformen zwischen den verschiedenen Sprachversionen, um die theoretischen morphologischen Konzepte zu verdeutlichen.
Wie unterscheiden sich galicische und spanische Verben laut der Analyse?
Während viele Wortstämme identisch oder sehr ähnlich sind, weisen beide Sprachen signifikante Unterschiede in den Personal- und Tempusallomorphen auf, was die Konjugation zu einem wesentlichen Unterscheidungsmerkmal macht.
- Arbeit zitieren
- B. A. Simone Schmidtke (Autor:in), 2008, Die Verbalmorphologie des Galicischen - eine Regionalsprache Spaniens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135242