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Einfluss der lateinischen Lehn- und Fremdwörter auf die deutsche Rechtssprache

synchrone Sprachwissenschaft

Title: Einfluss der lateinischen Lehn- und Fremdwörter auf die deutsche Rechtssprache

Term Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Conny Wienhold (Author)

German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
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In dieser Hausarbeit wird die Rechtssprache als solche analysiert, ins besondere die Erweiterung des Wortschatzes zum einen in rechtlicher Sicht und zum anderen in allgemeiner Sicht. Die gliedernde Fragestellung, ist, auf welche Weise sich die Wortschatzerweiterung der Rechtssprache in frühneuhochdeutscher Zeit ausgeprägt hat und auf Grund welcher Einflüsse es dazu kam, dass bis zum heutigen Zeitpunkt die Rechtssprache sowohl als „Fachsprache“, als auch auf allgemeinsprachlicher Ebene genutzt wird?
Dabei erscheint es notwendig mit einem geschichtlichen Abriss zu beginnen und einer Periodisierung (Kap. 2.1), um die einschlägigen sozialen und politischen Gegebenheiten herauszufiltern, die vor allem die Entlehnungen fremder Begriffe beeinflusst haben.
Meine Grundannahme ist, dass der Sachsenspiegel, der im Hochmittelalter entstand, die deutsche Rechtssprache vereinheitliche und in Richtung Gemeinwortschatz öffnete, womit dieser schon früh sowohl den Ausgleichsprozess zwischen dem juristischen und allgemeindeutschen Wortschatz förderte, als auch dazu beitrug, die regionalen Unterschiede zu überbrücken. Dieser Prozess lässt sich nach Schmidt-Wiegand auf drei Ebenen des Rechtswortschatzes differenzierter betrachten (Kap. 2.3) und ist in seiner Rezeption und Aneignung im Allgemeinwortschatz von unterschiedlicher Qualität. Dies soll im folgenden gezeigt werden. Als Abschluss dieser Arbeit dient zudem ein geschichtlicher Ausblick auf die Zeit zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters, in der, unter dem Einfluss bestimmter gesellschaftlicher Schichten, die Rechtssprache sich weiten Kreisen der Bevölkerung öffnet und sich auf eine Weise verändert, die uns in der heute gebräuchlichen Form noch begegnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Periodisierung zur Entstehung der deutschen Rechtssprache

2.2 Der Rechtswortschatz im Sachsenspiegel

2.3 Wortschatz der deutschen Rechtssprache und dessen Fremdeinflüsse

2.3.1 Gliederung der Wortschatzerweiterung in der Rechtssprache

2.3.2 Art der Wortschatzerweiterung

2.3.3 Paarformeln in Rechtstexten

2.3.4 Rechtssprichwörter / Phraseologismen

2.4 Auswirkung der Fremdworteinflüsse in einem kurzen Ausblick

2.4.1 Wirkung der Lehn- und Fremdwörter

2.4.2 Verdeutschung fremder Rechtsausdrücke

3. Fazit

3.1 Zusammenfassung

3.2 Schlussfolgerung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den historischen Einfluss lateinischer Lehn- und Fremdwörter auf die deutsche Rechtssprache sowie deren Entwicklung und Integration in den Allgemeinwortschatz. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich die Wortschatzerweiterung in der frühneuhochdeutschen Zeit vollzog und welche Faktoren dazu führten, dass die Rechtssprache bis heute sowohl als Fachsprache als auch auf allgemeinsprachlicher Ebene fungiert.

  • Historische Periodisierung der deutschen Rechtssprache
  • Die Rolle des Sachsenspiegels bei der Wortschatzbildung
  • Strukturelle Analyse der Wortschatzerweiterung (Komposita, Suffixe)
  • Funktion und Bedeutung von Paarformeln und Rechtssprichwörtern
  • Einfluss der Sprachgesellschaften auf die Verdeutschung von Fachbegriffen

Auszug aus dem Buch

2.3.3 Paarformeln in Rechtstexten

Die Definition, durch welche bestimmte Begriffe voneinander abgegrenzt werden und die eindeutige Verwendung bestimmter Ausdrücke erläutert wird, findet man auch in deutschsprachigen Rechtstexten. Doch wichtiger ist die prinzipielle Bindung des Rechts an die Fachterminologie, welche im richtigen Maß gekannt und angewendet werden muss.

Aus diesem Grund entstanden schon sehr früh die Paarformeln oder mehrgliedrige Wortreihen, um den genauen Inhalt der Rechtsbegriffe definieren und anwenden zu können. Was für die Paarformeln gilt, entspricht im weitesten Sinne auch den eingebürgerten Rechtssprichwörtern. Doch diese muss man strikt von den Paarformeln und Redewendungen trennen, denn hier ist der Adressat ein anderer: die Rechtssprichwörter sind vor allem gesetzliche Verständnishilfen der Laien und Halbgelehrten, die durch diese Lehrsätze mit dem kanonischen und gelehrten römischen Recht vertraut gemacht werden sollen.

Doch wenn man sich jetzt mit den Paarformeln oder auch der Zweigliedrigkeit überhaupt auseinandersetzt, scheint diese Sonderstellung in der Forschung oft negativ verstanden worden zu sein: erstens, da diese Formeln zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert übermäßig eingesetzt worden sind und zweitens, weil es sich, wie Werner Besch anführt, um eine primitive Verwendung der Paarformeln handelt, die sich praktisch nur in der Addition simpler Synonyme erschöpft. Sie gingen von der Kanzleisprache aus, in der diese noch sachliche und begriffliche Differenzierungsnotwendigkeiten besaßen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Rechtssprache als gesellschaftspolitisches Phänomen und als elementaren Baustein der neuhochdeutschen Schriftsprache, der nicht nur für Juristen relevant ist.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Rechtssprache, deren Wortschatzerweiterung durch Fremdeinflüsse sowie die sprachlichen Mechanismen wie Paarformeln und Rechtssprichwörter.

3. Fazit: Das Fazit fasst die vier historischen Phasen der Rechtssprache zusammen und zieht eine Schlussfolgerung über die Bedeutung der Lehnwörter und die Rolle der Sprachgesellschaften für den deutschen Sprachpurismus.

Schlüsselwörter

Rechtssprache, Sachsenspiegel, Wortschatzerweiterung, Lehnwörter, Fremdwörter, Paarformeln, Rechtssprichwörter, Phraseologismen, Sprachgesellschaften, Fachsprache, Sprachgeschichte, Frühneuhochdeutsch, Rechtsgeschichte, Sprachpurismus, Idiomatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Einfluss lateinischer Begriffe auf die deutsche Rechtssprache vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Rechtssprache, der Einfluss des Sachsenspiegels, die Methoden der Wortschatzerweiterung und die Rolle der Sprachgesellschaften.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Art der Wortschatzerweiterung der Rechtssprache in der frühneuhochdeutschen Zeit und den Gründen für deren heutige Nutzung sowohl als Fach- als auch als Allgemeinsprache.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen geschichtlichen Abriss, eine Periodisierung der Rechtssprache sowie die linguistische Analyse historischer Quellen unter Heranziehung fachwissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Gruppen des Rechtswortschatzes, die Bedeutung von Komposita, Paarformeln in Rechtstexten sowie den Einfluss der Rezeption des römischen Rechts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rechtssprache, Sprachgeschichte, Fremdeinflüsse, Wortschatz und Sprachpurismus charakterisiert.

Welche Bedeutung hatten Paarformeln für die Rechtssprache?

Paarformeln dienten als mehrgliedrige Wortreihen dazu, neue Rechtstermini für Laien verständlicher zu machen und regionale Wortvarianz zu überbrücken.

Was unterscheidet Rechtssprichwörter von allgemeinen Sprichwörtern?

Rechtssprichwörter zeichnen sich durch ihren konkreten Bezug auf einen Rechtssatz aus und fungierten historisch als Verständnishilfen für Laien und halbgelehrte Juristen.

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Details

Title
Einfluss der lateinischen Lehn- und Fremdwörter auf die deutsche Rechtssprache
Subtitle
synchrone Sprachwissenschaft
College
http://www.uni-jena.de/  (germanistische Sprachwissenschaften )
Course
Fremd- und Lehnwörter im Deutschen
Grade
1,3
Author
Conny Wienhold (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V135297
ISBN (eBook)
9783640431977
ISBN (Book)
9783640432035
Language
German
Tags
Einfluss Lehn- Fremdwörter Rechtssprache Sprachwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Conny Wienhold (Author), 2009, Einfluss der lateinischen Lehn- und Fremdwörter auf die deutsche Rechtssprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135297
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