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Freiheitseinschränkende Maßnahmen. Ethische Urteilsfindung nach Tödt

Title: Freiheitseinschränkende Maßnahmen. Ethische Urteilsfindung nach Tödt

Essay , 2020 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simone Mebdouhi (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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In der vorliegenden Arbeit werden die Definition und Beispiele von freiheitseinschränkenden Maßnahmen vorgestellt. Es erfolgt die Definition von Ethik im Kapitel drei. Den Leser dieser Arbeit erwartet in Kapitel vier die ethische Urteilsfindung nach Tödt am Beispiel von freiheitsentziehenden Maßnahmen (feM). Zusammenfassend werden die Ergebnisse im letzten Teil der Arbeit formuliert. In sieben Schritten werden Problemaspekte dargestellt, die es zu beachten gilt. Die Urteilsfindung wird, zusätzlich zu der allgemeinen Darstellung an einigen Stellen, anhand eines Fallbeispiels näher veranschaulicht.

Menschen haben grundsätzlich das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie sich medizinisch behandeln lassen möchten oder nicht. Dies gilt prinzipiell auch in Situationen, in denen eine psychiatrische Behandlung als notwendig erachtet wird. Unter ganz bestimmten Kautelen ist eine Unterbringung in einem psychiatrischen Fachkrankenhaus und ggf. auch weitergehende freiheitsentziehende Maßnahmen (feM) auch gegen den Willen eines Patienten möglich. In der Regel werden Patienten auf Basis der Freiwilligkeit in psychiatrischen Fachkrankenhäusern behandelt. Einer unfreiwilligen Behandlung müssen sich circa elf Prozent aller Aufnahmen unterziehen, die sich auf Grundlage des Betreuungsrechts oder des Psychisch-Kranken-Gesetzes beruhen. Für die Mitarbeiter im dortigen medizinischen Sektor bedeutet dies, die regelmäßige Konfrontation mit der Fragestellung nach der Notwendigkeit der eingeleiteten Maßnahmen, gegen den Patientenwillen zu handeln und dennoch zu seinem vermeintlichen Wohle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Freiheitseinschränkende Maßnahmen

2.1 Definition

2.2 Beispiele

3 Ethik

4 Urteilsfindung nach Tödt

4.1 Problemstellung

4.2 Analyse der Situation

4.3 Handlungs- und Verhaltensoptionen

4.4 Auswahl und Prüfung von Normen und Werten

4.5 Kommunizierbarkeit der Handlungsoptionen

4.6 Urteilsentscheid

4.7 Rückblickende Kontrolle

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von freiheitseinschränkenden Maßnahmen (feM) in der psychiatrischen Pflege und nutzt die Theorie der sittlichen Urteilsfindung nach Heinz Eduard Tödt zur strukturierten Reflexion dieser Problematik.

  • Definition und Anwendungsbeispiele freiheitseinschränkender Maßnahmen
  • Grundlagen der medizinischen und pflegerischen Ethik
  • Strukturierte ethische Fallanalyse nach dem Modell von Tödt
  • Spannungsfeld zwischen Autonomie der Patienten und gesetzlicher Fürsorgepflicht
  • Präventionsansätze und Alternativen zur Zwangsmaßnahme

Auszug aus dem Buch

4.2 Analyse der Situation

In der zweiten Phase wird die vorliegende Situation analysiert. Gemeinsam mit dem zuständigen Arzt, der Patientin selbst und ggf. ein rechtlicher Vertreter von Frau M. sowie mit einer juristisch verantwortlichen Person werden die Vor- und Nachteile einer feM überprüft. Hierzu muss versucht werden sich die Frage zu beantworten, in wie weit die Situation tatsächlich problematisch ist. In den Überlegungen müssen die Umstände auf der Station mit einbezogen werden. Wie ist die Beschaffenheit des Fußbodens und der Umgebung? Gibt es viele Stolperfallen? Gibt es ausreichende Haltemöglichkeiten? Ist ausreichend Pflegepersonal im Dienst? Kann Frau M. gut beobachtet werden? Die Situation ist unbedingt individuell zu analysieren. Dabei spielen neben dem aktuellen Gesundheitszustand der Patientin, anamnestische Daten, Therapieoptionen und eine Prognose der getroffenen Maßnahme eine bedeutende Rolle.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die ethische Relevanz der Medizin ein und thematisiert das Spannungsfeld zwischen der Freiwilligkeit psychiatrischer Behandlungen und der Notwendigkeit freiheitseinschränkender Maßnahmen.

2 Freiheitseinschränkende Maßnahmen: Dieses Kapitel definiert feM als schwerwiegenden Grundrechtseingriff und nennt praktische Beispiele wie Fixierungen, Isolierung oder die Wegnahme von Hilfsmitteln.

3 Ethik: Es werden die philosophischen Grundlagen der Ethik sowie die spezifische Ausrichtung der Medizinethik und Pflegethik erläutert.

4 Urteilsfindung nach Tödt: Dieser Hauptteil wendet das siebenstufige Modell von Tödt anhand eines Fallbeispiels (Frau M.) an, um ethische Herausforderungen fundiert zu reflektieren.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit einer reflexiven Haltung des Personals und diskutiert Präventionsmöglichkeiten wie das Safewards-Konzept.

Schlüsselwörter

Freiheitseinschränkende Maßnahmen, feM, Ethik, Medizinethik, Pflegethik, Tödt, Urteilsfindung, Psychiatrie, Patientensicherheit, Autonomie, Fürsorge, Prävention, Safewards, Fixierung, Zwangsmaßnahme

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Reflexion von freiheitseinschränkenden Maßnahmen im psychiatrischen Kontext und der Frage, wie Pflegefachpersonen solche Entscheidungen verantwortungsvoll treffen können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Freiheitsentzug, die Grundlagen ethischen Handelns in der Pflege und die Anwendung eines strukturierten Modells zur Urteilsfindung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Entscheidungsprozess bei notwendigen, aber freiheitseinschränkenden Maßnahmen für Pflegekräfte transparent und ethisch fundiert nachvollziehbar zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt die Theorie der sittlichen Urteilsfindung nach Heinz Eduard Tödt, die in sieben aufeinanderfolgenden Schritten eine systematische ethische Prüfung ermöglicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert ein konkretes Fallbeispiel einer demenzkranken Patientin, bei der ein Vorstecktisch als freiheitseinschränkende Maßnahme eingesetzt wird, und prüft diesen Fall anhand des Tödt-Modells.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Freiheitsentzug, pflegerische Ethik, Autonomie, Fremdbestimmung, Patientenfürsorge und die Reflexion von Handlungsalternativen.

Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Fixierungen durch Vorstecktische?

Die Autorin empfindet die Fixierung mittels Vorstecktisch als moralisch bedenklich, da sie oft zu Angst und Unruhe bei Patienten führt und primär ein organisatorisches Versagen aufgrund von Personalmangel widerspiegelt.

Welche Rolle spielt das Safewards-Konzept für die Zukunft der Pflege?

Die Autorin sieht im Safewards-Modell von Len Bowers, das auf die Anpassung von Rahmenbedingungen zur Deeskalation setzt, einen wichtigen Ansatz zur Prävention von Zwangsmaßnahmen.

Warum wird die Einbindung von Genesungsbegleitern befürwortet?

Genesungsbegleiter können aufgrund eigener Krankheitserfahrung einen besseren Zugang zu Patienten finden, die Compliance fördern und das Verständnis des Personals für die Patientenperspektive schärfen.

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Details

Title
Freiheitseinschränkende Maßnahmen. Ethische Urteilsfindung nach Tödt
College
University of applied sciences Dortmund
Grade
1,3
Author
Simone Mebdouhi (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V1353099
ISBN (PDF)
9783346863287
ISBN (Book)
9783346863294
Language
German
Tags
Ethische Urteilsfindung Tödt freiheitseinschränkende Maßnahmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Mebdouhi (Author), 2020, Freiheitseinschränkende Maßnahmen. Ethische Urteilsfindung nach Tödt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353099
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