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Integrative Rolle von Konflikten und Public Relations

Oder: Halten sowohl interne Auseinandersetzungen als auch professionelle persuasive Kommunikation eine Gesellschaft zusammen?

Titel: Integrative Rolle von Konflikten und Public Relations

Hausarbeit , 2008 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Malte Peters (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Moderne Gesellschaften zeichnen sich unter anderem durch Wertepluralismus und eine stark differenzierte Arbeitsteilung aus. Daher sind sie unweigerlich durch zahlreiche Konflikte geprägt, in denen verschiedene Interessengruppen danach streben, ihre Ziele zu verwirklichen. Bestes Beispiel für derartige Auseinandersetzungen ist das bundesdeutsche Parteiensystem, in dem die unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie unsere Gesellschaft zu regieren sei, institutionalisiert sind.
Weil Konflikte im schlimmsten Fall dazu führen, dass eine Gesellschaft auseinander bricht, besteht ein gesamtgesellschaftliches Interesse an integrativen Mechanismen. Laut Gerhard Maletzke müssen Gemeinschaften daher fortwährend bemüht sein, „Integration herzustellen oder zu bewahren“ (Maletzke 1980: 200). Konflikt und Integration stehen also insofern in einem engen Zusammenhang, als dass es ohne Konflikt keiner integrierenden Maßnahme bedarf. Ein mögliches Mittel, einen Konflikt zu lösen und auf diese Weise Integration zu schaffen, bildet persuasive Kommunikation. Die streitenden Interessengruppen können sich entweder gegenseitig von ihren Standpunkten überzeugen oder diese Aufgabe einem Dritten überlassen. Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit wird nun in einem ersten Schritt nachgezeichnet, unter welchen Aspekten sich die Soziologie mit dem Phänomen des Konflikts befasst hat. Insbesondere soll gezeigt werden, wie ausgehend von Georg Simmel über Lewis A. Coser und Ralf Dahrendorf eine neue Perspektive auf die Konfliktthematik entstanden ist, die sich auch in den aktuellen Gesellschaftstheorien von Jürgen Habermas und Niklas Luhmann wiederfindet. Gemeint ist hier der Gedanke, dass Konflikte, die häufig mit Desintegration gleichgesetzt werden, unter bestimmten Bedingungen hochgradig integrativ wirken können. In einem zweiten Analyseschritt wird anschließend untersucht, in wie weit Public Relations (PR), als eine Spielart persuasiver Kommunikation, eine integrierende Funktion für die Gesamtgesellschaft besitzen. PR werden dabei als ein unabhängiges Teilsystem des gesellschaftlichen Systems Massenkommunikation betrachtet.
Weiterhin wird im Verlauf dieser Arbeit dargestellt, in welchem Maße Öffentlichkeit und Wissenschaft dem System Massenkommunikation überhaupt eine integrierende Funktion zuschreiben bzw. abfordern. Im Anschluss daran ist schließlich zu überprüfen, ob PR als Teilsystem von Massenkommunikation diesen Erwartungen gerecht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen I: Integration und Konflikt

2.1 Integration

2.2 Konflikt

3 Gewandeltes Konfliktverständnis

3.1 Simmels Phänomenologie des Streits

3.2 Lewis A. Coser: Konflikte offenbaren Gemeinsamkeiten

3.3 Ralf Dahrendorf: Konflikttheorie

3.4 Zwischenfazit

3.5 Habermas: Konflikte kommunikativ lösen

3.6 Luhmann: Konflikte ermöglichen Veränderung

4 Hat Massenkommunikation der Integration zu dienen?

5 Definitionen II: Persuasion und Public Relations

5.1 Persuasion

5.2 Public Relations

6 Public Relations als integratives System

6.1 Makroperspektivische Einblicke

6.2 Trügerische Integration

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Konflikten und integrativen Mechanismen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Bedingungen Konflikte und persuasive Kommunikation (insbesondere Public Relations) eine stabilisierende bzw. zusammenhaltende Funktion für moderne Gesellschaften übernehmen können.

  • Soziologische Theorien zum Konfliktverständnis
  • Die integrative Kraft geregelter Konfliktaustragung
  • Massenkommunikation als gesellschaftliches Integrationsinstrument
  • Public Relations als System der Wirklichkeitskonstruktion
  • Normative Bewertung von PR-Strategien im Vergleich zum Journalismus

Auszug aus dem Buch

3.1 Simmels Phänomenologie des Streits

Im übertragenen Sinne den ersten Stein warf der Berliner Professor für Soziologie Georg Simmel. 1908 widmete er in einem umfassenden Werk über die Soziologie ein Kapitel von circa 70 Seiten dem Phänomen des Streits. Darin betont er vor allem, dass konfliktbedingte Auseinandersetzungen häufig ein starkes integratives Moment enthalten. Diese These belegt er unter anderem mit erstaunlich präzisen Beobachtungen aus zahlreichen Lebensbereichen. Besonders hervorzuheben sind hier seine Reflexionen über Ehe und Eifersucht.

Entgegen der Auffassung seiner Zeitgenossen glaubte Simmel nicht daran, dass eine ideale Gesellschaft durch vollkommene Harmonie geprägt sei. Stattdessen zeichne sie eine gesunde Mischung aus Konflikt und Integration aus. Wird angenommen, dass sich Gesellschaften auf einer Skala bewegen, deren Extreme vollständige Dissoziation und absolute Harmonie bilden, befindet sich eine ideale Gesellschaft also in der Mitte. Simmel selbst formuliert diesen Zusammenhang wie folgt:

Wie der Kosmos „Liebe und Haß“, attraktive und repulsive Kräfte braucht, um eine Form zu haben, so braucht auch die Gesellschaft irgendein quantitatives Verhältnis von Harmonie und Disharmonie, Assoziation und Konkurrenz, Gunst und Mißgunst, um zu einer bestimmten Gestaltung zu gelangen. (Simmel 1968: 187)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik moderner, pluralistischer Gesellschaften ein, die durch Konflikte geprägt sind, und skizziert das Ziel der Untersuchung: die Rolle von Konflikten und Public Relations bei der gesellschaftlichen Integration.

2 Definitionen I: Integration und Konflikt: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Integration und Konflikt auf Basis verschiedener wissenschaftlicher Perspektiven, um eine Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.

3 Gewandeltes Konfliktverständnis: Es wird nachgezeichnet, wie sich das Verständnis von Konflikten in der Soziologie von einer rein destruktiven Sichtweise hin zu einer Anerkennung ihres integrativen Potentials bei geregelter Austragung gewandelt hat.

4 Hat Massenkommunikation der Integration zu dienen?: Hier wird die Rolle der Massenkommunikation bei der Herstellung gesellschaftlicher Zusammengehörigkeit und die damit verbundenen normativen Erwartungen beleuchtet.

5 Definitionen II: Persuasion und Public Relations: Dieses Kapitel liefert die begrifflichen Voraussetzungen für den zweiten Analyseteil, indem Persuasion und Public Relations als Prozesse der Wirklichkeitskonstruktion definiert werden.

6 Public Relations als integratives System: Die Rolle von Public Relations als Teilsystem der Massenkommunikation wird kritisch analysiert, wobei sowohl die systemstabilisierenden Funktionen als auch die ethischen Implikationen ihrer Arbeitsweise diskutiert werden.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und warnt davor, dass eine zu starke Abhängigkeit von durch PR konstruierter Wirklichkeit eine Gefahr für das tatsächliche gesellschaftliche Zusammenleben darstellen kann.

Schlüsselwörter

Integration, Konflikt, Public Relations, Soziologie, Massenkommunikation, Persuasion, Systemtheorie, Wirklichkeitskonstruktion, Gesellschaft, Konsens, Interessenkonflikt, Interaktion, Journalismus, Normen, Systemstabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen gesellschaftlichen Konflikten und integrativen Mechanismen in der modernen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft soziologische Konflikttheorien mit den Disziplinen der Kommunikationswissenschaft und Public Relations.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob Konflikte und professionelle persuasive Kommunikation (PR) eine integrative Funktion besitzen oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt eher gefährden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse soziologischer und kommunikationswissenschaftlicher Konzepte, ergänzt durch systemtheoretische Ansätze und ein illustratives Gedankenbeispiel.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Zunächst werden soziologische Perspektiven von Simmel, Coser, Dahrendorf, Habermas und Luhmann aufgearbeitet, gefolgt von einer Analyse, wie PR als Teilsystem der Massenkommunikation zur Integration beiträgt.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind Integration, Konfliktpotential, Wirklichkeitskonstruktion, systemstabilisierende Wirkung und die Rolle der PR-Strategien.

Warum betont der Autor die Institutionalisierung von Konflikten?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Konflikte nur dann eine integrative Wirkung entfalten, wenn sie nicht gewaltsam, sondern nach festen sozialen oder rechtlichen Regeln ausgetragen werden.

Wie bewertet der Autor die Rolle der PR kritisch?

Obwohl PR systemstabilisierend wirken kann, warnt der Autor, dass die bewusste Konstruktion einer "Wunsch-Wirklichkeit" dazu führen kann, dass eine Gesellschaft den Bezug zur Realität verliert.

Welches Beispiel wird im Fazit zur Verdeutlichung genutzt?

Der Autor skizziert ein fiktives Szenario um den US-Präsidenten George W. Bush und den Klimawandel, um zu zeigen, wie PR durch mediale Wirklichkeitskonstruktion politische Entscheidungen beeinflussen können.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Integrative Rolle von Konflikten und Public Relations
Untertitel
Oder: Halten sowohl interne Auseinandersetzungen als auch professionelle persuasive Kommunikation eine Gesellschaft zusammen?
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Persuasive Kommunikation
Note
1,0
Autor
Malte Peters (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V135325
ISBN (eBook)
9783640432295
ISBN (Buch)
9783640432233
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikte Public Relations Institut für Kommunikationswissenschaft Münster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malte Peters (Autor:in), 2008, Integrative Rolle von Konflikten und Public Relations, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135325
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Leseprobe aus  23  Seiten
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